Alle Artikel mit dem Tag: Ostsee-Zeitung

Die Ostsee-Zeitung – kommentiert

Geschrieben von | Veröffentlicht am 6. September 2008 um 01:42 Uhr

Na klar – Lokalzeitungen sind eher selten ein Hort des seriösen Recherche-Journalismus. Doch was in der Greifswalder Lokalreaktion der Ostsee-Zeitung passiert beziehungsweise nicht passiert, geht weit über den üblichen Lokalpatriotismus hinaus. Seit Jahren hat die Zeitung den Ruf, einseitig für die Greifswalder CDU und für die Stadtverwaltung Partei zu ergreifen.

In einem analytischen Kommentar wirft Sebastian Jabbusch einen genauen Blick auf die Stadtzeitung und kommt zu einem fatalen Ergebnis. Die Lokalredaktion Greifswald ist einseitig, unsachlich und stur. Sie verletzt regelmäßig den Pressekodex und journalistische Grundregeln.

Mit ihm sprechen will der Leiter der Lokalredaktion nicht. Nach wenigen Minuten wird er hinausgebeten. Zum Schluss noch die Drohung: “Passen Sie auf, was Sie da schreiben. Ich weiß mich zu wehren!”

Unser Redakteur Sebastian Jabbusch hat aufgepasst. Ein Blick lohnt sich:

Lese jetzt den OZ-Greifswald-Report

Foto: Marco Herzog

Nachtrag vom 9. September: Überschrift und Auszug dieses Beitrags wurden verändert. Die Kommentare bis #29 sind in diesem Hinblick möglicherweise nicht mehr zutreffend. Vielen Dank für euer Verständnis.
Sebastian Jabbusch
Chefredaktion webMoritz
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Den Beitrag vertont von Eric Schümann jetzt hören:

Schwarze Kinderstreiche

Geschrieben von | Veröffentlicht am 21. August 2008 um 23:20 Uhr
Kommentar von Joachim Schmidt
CDU-Spendenaffären sind für sich genommen nicht überraschend. Wer dann und wann die Medien verfolgt, bekommt den Eindruck, dass finanzielle Zuwendungen und Steuerhinterziehung zu gängigen Methoden politischer Arbeit gehören. Ebenso wenig überraschte die Nachricht, dass auch die lokale CDU vom Einsatz solcher Methoden profitierte. Da investierte ein Konzern horrende Summen, Millionenbeträge, in den Aufbau einer arbeitgeberfreundllicheren Betriebsräte-Organisation (soll kürzlich auch 350.000€ von ALDI empfangen haben), die mit der IG Metall konkurrieren soll.

Wilhelm Schelsky wurden einst diese Gelder überlassen. Der Netzwerker sitzt seit Februar 2007 in Untersuchungshaft. Schelsky soll das Geld großzügig zur Vertiefung persönlicher Netzwerke gebraucht haben. Ulrich Adam (CDU), Mitglied des Bundestages (es sitzen dort nur vier Vertreter unseres Bundeslandes von der CDU) wird vorgeworfen, einen Teil dieses Geldes am Fiskus vorbei angenommen zu haben, um dadurch fällige Schenkungssteuern zu sparen. Gestern erschien ein Artikel in der Süddeutschen Zeitung, aus dem hervorgeht, dass Adam zwar mittlerweile angenommene Spenden einräumte, er allerdings die fragliche Summe sehr stark nach unten korrigierte, den Betrag halbierte. Zudem ist herausgekommen, dass auch der Wahlkampf des Greifswalder Oberbürgermeisters Arthur König (CDU) direkt von Schelsky mitfinanziert wurde.

Das alles finde ich persönlich gar nicht so spektakulär, die Geschehenisse bestätigen meinen Eindruck von Berufspolitik. Verwerflich finde ich allein, dass die Herren Videoüberwacher und Grafittijäger ihrerseits in Unternehmungen verwickelt sind, die eines weit größeren Maßes krimineller Energie bedürfen, als es bei nächtlichem Vandalismus der Fall ist. Moralische Doppelbödigkeit nennt man sowas gemeinhin. Sie nährt erstens die Politikverdrossenheit und führt zweitens dazu, dass im öffentlichen Bewusstsein die sich zum Volkssport mausernde fiskalische Kriminalität verharmlost wird.

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Kein ICE-Anschluss für Greifswald!

Geschrieben von | Veröffentlicht am 1. August 2008 um 12:33 Uhr

Laut Eisenbahner-Forum “Drehscheibe Online” wird es doch keine ICE-Verbindung nach Greifswald geben. Eine ICE-Verbindung von Greifswald nach Stuttgart hatte die Greifswalder Ostsee-Zeitung letzte Woche ab Dezember angekündigt. Die Junge Union hatte den Anschluss daraufhin in einer Presseerklärung als “ungemeine Verbesserung” gefeiert. Laut dem Forum-Mitglied Frank Winkel habe sich die Ostsee-Zeitung jedoch nur “verschrieben” und ein “E” zuviel dran gehangen. Lediglich eine IC-Verbindung nach Stralsund sei bis Greifswald verlängert worden.

Auch die Eisenbahner-FAN-Website Fernbahn.de scheint diese Sicht der Dinge zu unterstützen. In einem dort veröffentlichten Fahrplan für 2009 (Seite 23) ist nur von einem IC die Rede.

Auch die Pressestelle der Bahn war von einem ICE für Mecklenburg-Vorpommern befreumdet: “Davon hätte ich doch hören müssen”, so eine Mitarbeiterin. Derzeit läuft noch unsere Anfrage. Wir rechnen mit einer entgültigen Bestätigung oder Widerrufung im Laufe des Tages.

Danke an dieser Stelle für die Hinweise durch unsere Leser!

*Update* – Oberbürgermeisterbüro bestätigt Falschmeldung:

Soeben bestätigte das Oberbürgermeister-Büro, dass es sich bei der ICE-Meldung um eine Ente handelte. Im von der OZ zitierten Brief an das Stadtoberhaupt ist nur von einem IC, nicht von einem ICE die Rede. Der Sekretärin habe sich zwar schon letzte Woche über die OZ-Meldung gewundert, habe dies dann aber wieder aus den Augen verloren.

*Update 2* – Bahn bestätigt Falschmeldung:

Burkhard Ahlert von der DB Mobility Logistics AG bestätigt, dass es keinen ICE geben wird. “Ab Fahrplanwechsel am 14.12.2008 wird ein InterCity der Linie 30 (Stralsund – Hamburg – Köln – Mainz – Stuttgart) von/nach Greifswald geführt.”

Meldung aus der OZ - keine Richtigstellung

Meldung aus der OZ - keine Richtigstellung

*Update 3* – OZ räumt keine Fehler ein:

Anstatt ehrlich zur Falschmeldung zu stehen, sich beim Leser zu entschuldigen und die ICE Meldung richtig zu stellen, veröffentlichte die OZ heute nur eine kleine Meldung über eine angeblich neue IC-Verbindung. Dabei ist auch dies wieder falsch, denn die Verbindung bestand bereits bis Stralsund, wurde nur bis Greifswald verlängert.

Der Webmoritz hatte die OZ auf die falsche Meldung hingewiesen.

Bildquelle: Alan Desitter – via Flickr – CC

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