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	<title>webMoritz.de &#187; Literatur</title>
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	<description>webMoritz.de ist das studentische Onlineportal für und von Studenten der Universität Greifswald. Hier erfahrt ihr täglich Infos über Greifswald, Kultur, Uni und Politik. Unser podcast hält Euch auf dem Laufenden. Jede Folge könnt ihr natürlich auch online kommentieren.. Mitmachen ist erwünscht... Viel Spaß!!</description>
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		<title>Raimund Fellinger erhält Ehrendoktorwürde der Universität</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Feb 2012 11:24:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Simon Voigt</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Universität]]></category>
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		<description><![CDATA[Mit einem Festakt in der Aula der Universität wurde heute Mittag Raimund Fellinger die Ehrendoktowürde der Universität Greifswald verliehen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2012/02/Ehrendoktorwürde_Wöll_Fellinger_Schumacher-Simon-Voigt.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-70170" style="margin: 5px;" title="Ehrendoktorwürde_Wöll_Fellinger_Schumacher-Simon Voigt" src="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2012/02/Ehrendoktorwürde_Wöll_Fellinger_Schumacher-Simon-Voigt-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Mit einem Festakt in der Aula der Universität wurde gestern Mittag Raimund Fellinger die Ehrendoktowürde der Universität Greifswald verliehen. Die Philosophische Fakultät möchte damit Fellingers langjährige Arbeit als Cheflektor des Suhrkamp-Verlages als Engagement für die Deutsche Literatur der Gegenwart würdigen. Auch sein Einsatz für den Erhalt des Nachlasses vom Greifswalder Schriftsteller Wolfgang Koeppen im heutigen Koeppen-Archiv stand im Mittelpunkt.<span id="more-70165"></span></p>
<h3>Dem Festakt ging eine Lesung voraus</h3>
<p>Dem Festakt am Sonnabend ging die Lesung &#8220;Vier Autoren und ein Lektor&#8221; am Freitagabend im Koeppenhaus voraus. Dort verlasen einige Autoren, welche allesamt von Raimund Fellinger betreut werden, eigene Werke sowie Schriften von Wolfgang Koeppen.   Ziel des Abends sollte es sein, Fellinger und &#8220;seine Autoren&#8221; in Verbindung mit Wolfgang Koeppen, um dessen Erbe sich der neue Ehrendoktor maßgeblich bemühte, gemeinsam zu präsentieren.</p>
<div id="attachment_70171" class="wp-caption alignright" style="width: 260px"><a href="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2012/02/Ehrendoktorwürde_Lesung-Simon-Voigt.jpg"><img class="size-medium wp-image-70171" title="Ehrendoktorwürde_Lesung-Simon Voigt" src="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2012/02/Ehrendoktorwürde_Lesung-Simon-Voigt-250x166.jpg" alt="" width="250" height="166" /></a><p class="wp-caption-text">Thomas Meinecke, Raimund Fellinger, Albert Ostermaier (v.l.)</p></div>
<p>Zu Beginn las also Thomas Meinecke aus Wolgang Koeppens zweiten Roman &#8220;Die Mauer Schwankt&#8221;, in dem ein junger Architekt stolz sein erstes eigenes Bauwerk präsentiert, aber nur Lob für eine Nebensächlichkeit, die Türschlösser, ernten kann.  Darauf folgte Albert Ostermaier mit einem Briefwechsel aus dem Jahr 1936, in dem Koeppen aus Den Haag und seiner Tante &#8220;Olla&#8221; in der pommerschen Heimat berichtet. Als Gegenstück folgte zuletzt Ralf Rothmann mit seinem noch nicht lektorierten Erzählungsband &#8220;Shakespeares Hühner&#8221;. Im verlesenen Auszug wurden die alkohol- und drogenbeladenen Irrwege zum zwischenmenschlichen Kontakt nach einem Clubbesuch in der pommerschen Provinz beschrieben.</p>
<div id="attachment_70172" class="wp-caption alignleft" style="width: 260px"><a href="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2012/02/Ehrendoktorwürde_Eckhard_Schumacher-Simon-Voigt.jpg"><img class="size-medium wp-image-70172" title="Ehrendoktorwürde_Eckhard_Schumacher-Simon Voigt" src="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2012/02/Ehrendoktorwürde_Eckhard_Schumacher-Simon-Voigt-250x166.jpg" alt="" width="250" height="166" /></a><p class="wp-caption-text">Eckhard Schumacher hält die Laudatio</p></div>
<h3>Festveranstaltung in der Universitäts-Aula</h3>
<p>Bei der eigentlichen Festveranstaltung in der Aula im Hauptgebäude der Universität am nächsten Morgen kamen Professor Alexander Wöll, Dekan der Philosophischen Fakultät, aber auch viele weitere Professoren und Angehörige der Universität zusammen. Außerdem viele Autoren, welche durch Fellinger lektoriert wurden und werden sowie weitere Persönlickheiten aus dem Umfeld des Suhrkamp-Verlages.</p>
<p>Zu Beginn ging Alexander Wöll nach einigen Anekdoten aus der Geschichte der Universität auf Fellingers Bedeutung für die Uni ein. So sei es maßgeblich Fellingers Einsatz als Vorstandsvorsitzenden der Peter Suhrkamp Stiftung zu verdanken, dass die Universität das Werk vom gebürtigen Greifswalder Schriftsteller Wolfgang Koeppen erwerben konnte, welcher im Jahr 1996 verstarb. Seine Arbeiten sind heute im Koeppen-Archiv zugänglich, das sich zusammen mit dem Literaturzentrum Vorpommern zu einem wichtigen Ort der Literatur der Moderne entwickelt habe.</p>
<p>&#8220;Fellinger macht mir Mut mit seiner Heiterkeit&#8221;, dieses Zitat aus einem Briefwechsel von Hermann Lenz und Peter Handtke stellte Eckhard Schumacher, Professor für Neuere deutsche Literatur und Literaturtheorie an der Universität Greifswald, in den Mittelpunkt seiner Laudatio. Die genannten Schriftsteller wurden ebenfalls vom Ehrendoktor lektoriert, Schumacher sieht in der Äußerung ein treffende Bezeichnung der Arbeit Raimund Fellingers. Der Beruf des Lektors sei vorallem durch Diskretion und Vertrauen geprägt, eine Zusammenarbeit mit den Schriftstellern, die selten sichtbar für die Öffentlichkeit werde. Das Werk vieler Autoren könnte heute ganz anders aussehen, würde es keine Lektoren geben, welche die Texte überarbeiten. Fellinger, der seine Arbeit beim Suhrkamp-Verlag 1979 begann, sei seitdem wiederholt als Herausgeber wichtiger Werke aufgefallen. &#8220;Fellinger steht für die Edition Suhrkamp&#8221;, so beurteilte Schumacher Fellingers Wirken als Herausgeber dieser Buchreihe des Verlagshauses, in welcher jährlich Erstausgaben literatischer und theoretischer Natur erscheinen.</p>
<p>Dieses Verbindung von Literatur und Wissenschaft sei nicht selbstverständlich und habe großen Einfluss auf die neuere deutsche Literatur gehabt. Ziel der Würdigung als Ehrendoktor sei es nun, die Tragweite der sonst unsichtbaren Arbeit des Lektors Raimund Fellinger sichtbar zu machen.</p>
<div id="attachment_70173" class="wp-caption alignright" style="width: 260px"><a href="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2012/02/Ehrendoktorwürde_Publikum-Simon-Voigt.jpg"><img class="size-medium wp-image-70173" title="Ehrendoktorwürde_Publikum-Simon Voigt" src="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2012/02/Ehrendoktorwürde_Publikum-Simon-Voigt-250x166.jpg" alt="" width="250" height="166" /></a><p class="wp-caption-text">Raimund Fellinger</p></div>
<h3>&#8220;Einer der belesensten Menschen unserer Zeit&#8221;</h3>
<p>Auf den Beruf des Lektors ging Professor Peter Sloterdijk, Rektor und Professor für Philosophie und Ästhetik an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe, in seiner Rede näher ein. Die Aufgaben beständen unter anderem im Anstiften alter Autoren zu neuen Taten und dem Aufspüren neuer Talente. Raimund Fellinger sei auf diesem Gebiet ein &#8220;unerreichter Meister&#8221; sowie &#8220;einer der belesensten Menschen unserer Zeit&#8221;, womit er auch der Philosophischen Fakultät zu ihrer Entscheidung gratulierte.</p>
<p>Im Anschluss kam mit Christoph Hein ein letzter von Fellinger betreuter Autor zu Wort, welcher aus einer noch unpublizierten Manuskript, einer Neuinterpretation der Sage des &#8220;Prometheus&#8221; aus der Griechischen Mythologie vorlas.</p>
<p>Fellinger selbst blieb die Ehre des Schlusswortes. Darin beschrieb er seine Auffassung der Lektorentätigkeit. So sei es wichtig, entgegen eigenen Vorlieben zu versuchen allen Autoren gleich viel Platz einzuräumen, um ihren Besonderheiten gerecht zu werden. Die Bedeutung des Begriffes &#8220;Lektor&#8221; habe sich seit dem 19. Jahhundert gewandelt. So stehe im damaligen Brockhaus die &#8220;Prüfung der Brauchbarkeit von Texten im Verlagsgewerbe&#8221; an letzter Stelle, wohingegen im modernen Pendant, der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Lektor" target="_blank">Wikipedia</a>, dies an erster Stelle geschehe. Trotzdem werde in vielen Verlagen der Lektor als Relikt vordigitaler Zeit betrachtet, ohne ihn gehe aber die Einzigartigkeit und die Abwechslung verloren.</p>
<div id="attachment_70181" class="wp-caption alignleft" style="width: 260px"><a href="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2012/02/Ehrendoktorwürde_Publikum2-Simon-Voigt.jpg"><img class="size-medium wp-image-70181" title="Ehrendoktorwürde_Publikum2-Simon Voigt" src="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2012/02/Ehrendoktorwürde_Publikum2-Simon-Voigt-250x166.jpg" alt="" width="250" height="166" /></a><p class="wp-caption-text">Blick ins Publikum</p></div>
<h3>38 Ehrendoktoren seit 1989</h3>
<p>Raimund Fellinger ist nun <a href="http://www.uni-greifswald.de/foerdern-kooperieren/ehrungen/ehrendoktoren.html" target="_blank">einer von 38 Ehrendoktoren</a>, welche die Universität Greifswald seit dem 9. November 1989 ausgezeichnet hat. Die letzten Titel gingen 2008 an den südafrikanischen Rechtswissenschaftler Dirk van Zyl Smit und den Ulmer Anästhesisten Friedrich Wilhelm Ahnefeld. Auch Wolfgang Koeppen wurde ausgezeichnet, dies bereits im Jahr 1990.</p>
<p>Die Anträge für eine Ehrung gehen immer von den <a title="Die Fakultätsräte" href="http://webmoritz.de/2012/01/09/die-fakultatsrate/">Fakultätsräten</a> aus, werden vom Rektorat geprüft und zusammen mit vielen Gutachten im <a title="Der akademische Senat" href="http://webmoritz.de/2012/01/09/der-akademische-senat/">Senat</a> besprochen. Die Entscheidung zur Ehrung Fellingers fiel auf der Senatssitzung am 21. September, die eigentliche Idee reichte da schon ungefähr ein halbes Jahr zurück. Dem Antrag wurde auf allen Ebenen einstimmig stattgegeben.</p>
<p><strong>[Update 10. Februar]</strong> Fellingers Rede wurde im Online-Kulturmagazin faustkultur.de veröffentlicht und <a href="http://faustkultur.de/kategorie/literatur/fellinger-der-beruf-des-lektors.html" target="_blank">kann hier nachgelesen werden</a>.</p>
<p>Fotos: Simon Voigt</p>
<div class="mceTemp">
<p>&nbsp;</p>
</div>
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		<title>Eine halbe Woche für Literaturinteressierte &#8211; Junge Literatur in Europa 2011</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Nov 2011 00:15:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Felix Kremser</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Dinge die wir heute sagten]]></category>
		<category><![CDATA[Hans Werner Richter-Stiftung]]></category>
		<category><![CDATA[Joel Haahtela]]></category>
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		<category><![CDATA[Slawistik]]></category>

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		<description><![CDATA[Zusammen mit der Nordischen Abteilung der Universität Greifswald hat die Hans-Werner-Richter-Stiftung von Donnerstag bis Samstag (3. bis 5. November) erneut junge Schriftsteller aus ganz Europa zum alljährlichen Autorentreffen „Junge Literatur in Europa“. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-65043" style="margin: 5px;" title="judith_zander_150" src="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2011/11/judith_zander_150.jpg" alt="" width="150" height="150" />Zusammen mit der Nordischen Abteilung der Universität Greifswald hat die Hans-Werner-Richter-Stiftung von Donnerstag bis Samstag (3. bis 5. November) erneut junge Schriftsteller aus ganz Europa zum alljährlichen Autorentreffen „Junge Literatur in Europa“ in das Begegnungszentrum „Felix Hausdorff“ der Universität Greifswald in der Bahnhofstraße 2 geladen. Insgesamt 15 national und international ausgezeichnete Künstler werden dieses Jahr Auszüge aus ihren aktuellen Werken oder unveröffentlichten Manuskripten vortragen und im Sinne der „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gruppe_47" target="_blank">Gruppe 47</a>“ zur öffentlichen Diskussion stellen. <span id="more-65041"></span></p>
<div id="attachment_65042" class="wp-caption alignright" style="width: 177px"><a href="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2011/11/Haahtela02_verlag_otava.jpg"><img class="size-full wp-image-65042" title="Joel HaahtelaKuva Jukka MykkÃ¤nen 2006" src="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2011/11/Haahtela02_verlag_otava.jpg" alt="" width="167" height="251" /></a><p class="wp-caption-text">2009 erschien zuletzt Joel Haahtelas &quot;Sehnsucht nach Elena&quot; in Deutschland</p></div>
<p>Zur 12. Auflage des Literaturaustauschs macht die Veranstaltung ihrem Namen wieder alle Ehre und durchmischt die deutschsprachige Autorenmehrheit mit Künstlern aus Estland, Russland, Tschechien und Finnland. Besonders die Lesungen des finnischen Schriftstellers Joel Haahtela am Donnerstag um 18 Uhr und des tschechischen Künstlers<strong> </strong>Pavel Brycz am Freitag um 15 Uhr können mit deutschsprachigen Erstübersetzungen aufwarten. Diese wurden von Studierenden der Nordischen Abteilung und des Instituts für Slawistik der Universität Greifswald in speziellen Übersetzungsseminaren erarbeitet.</p>
<p>Ebenfalls anstreichen sollte man sich die Lesung der ehemaligen Greifswalder Studentin <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Judith_Zander" target="_blank">Judith Zander</a> am Samstag um 12 Uhr. Die in Anklam geborene Wahlberlinerin wird Auszüge aus ihrem vielschichtigen und einfühlsamen Heimatporträt und Debütroman „Dinge, die wir heute sagten“ vortragen. Für diesen wurde sie im letzten Jahr mit dem 3sat-Preis bei den 34. Tagen der deutschsprachigen Literatur geehrt. Wer darüber hinaus noch einen Einblick in den Entstehungsprozess eines Romans und die diesem zugrunde liegenden Gedanken haben möchte, der sollte auch die Lesung der Münchner Autorin Daniela Dröscher am Freitag um 12 Uhr besuchen. Als einzige wird sie aus ihrem aktuellen und unveröffentlichten Manuskript „Sans Soleil“ vorlesen.</p>
<p>Der Eintritt zu den Lesungen ist frei und öffentlich. Man braucht also keine Hemmschwellen zu haben, sich auf einen der freien Stühle zu setzen oder sich an den Diskussionen zu beteiligen. In der Regel ist das Verhältnis von Lesung und Diskussion halb halb, das heißt 30 Minuten Lesung und 30 Minuten Diskussion. Wer also Interesse hat, sollte einen Blick in <a href="http://idw-online.de/pages/de/attachmentdata11758.pdf" target="_blank">das komplette Programm</a>, inklusive der Kurzvorstellungen der Künstler riskieren.</p>
<p>Fotos: Artikelbild (Judith Zander) &#8211; User: Amrei-Marie via Wikipedia.de; Joel Haahtela &#8211; zur Verfügung gestellt vom Otava Verlag (keine CC-Lizenz)</p>
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		</item>
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		<title>Ringvorlesung Geschichte der Germanistik</title>
		<link>http://webmoritz.de/2011/04/06/ringvorlesung-geschichte-der-germanistik/</link>
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		<pubDate>Wed, 06 Apr 2011 11:56:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christine Fratzke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Top-Themen]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Germanistik ist zwar noch jung, kann dennoch auf eine vielseitige Geschichte zurückblicken. Damit beschäftigt sich eine Ringvorlesung ab dem 6. April.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dass die Germanistik ein vergleichsweise noch junges Fach ist, ist nicht allen bekannt. Die Etablierung an den Universitäten fand erst im 19. Jahrhundert statt &#8211; an der alma mater wurde das germanistische Institut 1876 gegründet. In einer Ringvorlesung, die am 6. April beginnt, wird die Geschichte der Germanistik vorrangig von Lehrkräften des hiesigen Instituts der Deutschen Philologie dargestellt.</p>
<div id="attachment_52982" class="wp-caption alignleft" style="width: 260px"><a href="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2011/04/bücher_lucas_dienemann.jpg"><img class="size-medium wp-image-52982" title="bücher_lucas_dienemann" src="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2011/04/bücher_lucas_dienemann-250x187.jpg" alt="" width="250" height="187" /></a><p class="wp-caption-text">Unentbehrlich für die Germanisten: Bücher, Bücher, Bücher.</p></div>
<p>So wird Professor Eckard Schumacher, Lehrstuhlinhaber Neuere deutsche Literatur und Literaturtheorie, in der ersten Vorlesung einleitende Worte zur Thematik finden und das weitere Programm vorstellen. In den kommenden 13 Veranstaltungen wird das Spektrum breit gefächert sein: Von den Ursprüngen der Germanistik, Professorin Monika Unzeitig der Älteren deutschen Sprache und Literatur stellt die komparistischen Anfänge des Fachs dar, über sprachwissenschaftliche Ansätze (Sprache als Organismus) und literaturwissenschaftliche Forschungen, wie Literaturwissenschaft im Nationalsozialismus. Abschließend spricht Professor Schumacher am 13. Juli über Germanistik und Gegenwartsliteratur.</p>
<p>Die Vorlesungen finden jeden Mittwoch von 16 bis 18 Uhr im Hörsaal der Deutschen Philologie in der Rubenowstraße 3 statt und sind nicht nur für Germanistikstudierende gedacht. Veranstaltet wird die Reihe vom Arbeitsbereich Neuere deutsche Literatur und Literaturtheorie. Weitere Informationen gibt es <a href="http://www.phil.uni-greifswald.de/philologien/deutsch/termine-informationen/veranstaltungen.html">hier</a>.</p>
<p>Das Programm in der Übersicht:</p>
<ul>
<li>06. April Eckhard Schumacher (Neuere deutsche Literatur/ Greifswald): Geschichte der Germanistik. Einleitung und Vorstellung des Programms</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<ul>
<li>13. April  Monika Unzeitig (Ältere deutsche Sprache und Literatur/ Greifswald): Komparatistische Anfänge des Fachs</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<ul>
<li>20. April Irene Erfen (Ältere deutsche Sprache und Literatur/ Greifswald): Karl Lachmann oder die Hochzeit der Philologie mit dem deutschen Altertum</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<ul>
<li>27. April Jürgen Schiewe (Sprachwissenschaft/ Greifswald): Sprache als Organismus. Einblicke in die Konstruktion der Sprachwissenschaft im frühen 19. Jahrhundert</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<ul>
<li>4. Mai Claus-Michael Schlesinger (Neuere deutsche Literatur/ Greifswald): Dichter und Denker der Nation. Deutsche Philologie um 1871</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<ul>
<li>11. Mai Myriam Richter (Neuere deutsche Literatur / Hamburg): Babylonische Sprachverwirrung? Zur Programmatik und Praxis der Germanistik um 1900</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<ul>
<li>18. Mai Michael Gratz (Neuere deutsche Literatur / Greifswald): Editionsphilologie zwischen Ideologie und Wissenschaft. Zur Stuttgarter und Frankfurter Hölderlinausgabe</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<ul>
<li>25. Mai Gerhard Kaiser (Neuere deutsche Literatur/ Göttingen): Grenzverwirrungen – Literaturwissenschaft im Nationalsozialismus</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<ul>
<li>1. Juni Monika Schneikart (Neuere deutsche Literatur/ Greifswald): Positionswechsel: Romantikforschung in der DDR-Germanistik</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<ul>
<li>8. Juni Elisabetta Mengaldo (Neuere deutsche Literatur/ Greifswald): Kritische Theorie und germanistische Literaturwissenschaft: Eine Mesalliance?</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<ul>
<li>22. Juni Gudrun Weiland (Neuere deutsche Literatur/ Greifswald): &#8220;Strategien der Häresie&#8221; – Trivialliteraturforschung in den 1960er/70er Jahren</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<ul>
<li>29. Juni Christina Gansel (Sprachwissenschaft / Greifswald): Textsorten – Schnittstelle von Literaturwissenschaft und Textlinguistik</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<ul>
<li>6. Juli Peter C. Pohl (Neuere deutsche Literatur / Greifswald): Rettende Vielfalt? Zur kulturwissenschaftlichen Wende der Germanistik</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<ul>
<li>13. Juli Eckhard Schumacher (Neuere deutsche Literatur / Greifswald): &#8220;&#8230; weil es noch nicht Geschichte geworden ist&#8221; – Germanistik und Gegenwartsliteratur</li>
</ul>
<p>Fotos: webMoritz-Archiv (Aufmacher), Lucas Dienemann via jugendfotos.de</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Vortrag: Realismen mit schlechtem Gewissen</title>
		<link>http://webmoritz.de/2010/11/23/vortrag-realismen-mit-schlechtem-gewissen/</link>
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		<pubDate>Tue, 23 Nov 2010 12:05:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gastautor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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		<category><![CDATA[Krupp-Kolleg]]></category>
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		<category><![CDATA[Moritz Baßler]]></category>
		<category><![CDATA[Realismus]]></category>
		<category><![CDATA[Theorie]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Rahmen der Vorlesungsreihe "Literatur. Kultur. Theorie" beschäftigt sich am ein Vortrag am 24. November mit dem Realismus in der deutschen Literatur.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: right;"><em>Eine Ankündigung von Susanne Große</em></p>
<p style="text-align: right;"><em><br />
</em></p>
<p>Bereits die zweite Vorlesung im Rahmen der Vortragsreihe „Literatur. Kultur. Theorie“ findet nun statt. Am Mittwoch, dem 24. November, steht das Alfried-Krupp-Wissenschaftskolleg ganz im Zeichen des Realismus in der deutschen Literatur. In der ersten Veranstaltung bildete das Thema Fiktion den Mittelpunkt.</p>
<div id="attachment_46750" class="wp-caption alignleft" style="width: 175px"><a href="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2010/11/nationalbibliothek_Frieda_22-06-20071.jpg"><img class="size-medium wp-image-46750" title="nationalbibliothek_Frieda_22-06-2007" src="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2010/11/nationalbibliothek_Frieda_22-06-20071-165x250.jpg" alt="" width="165" height="250" /></a><p class="wp-caption-text">Vier Veranstaltungen gibt es insgesamt in der Reihe &quot;Literatur. Kultur. Theorie.&quot;</p></div>
<p>Dieses Mal wird Professor Moritz Baßler von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster unter dem Titel „Realismen mit schlechtem Gewissen. Zur deutschen Literaturgeschichte nach der emphatischen Moderne“ referieren. Dabei wird er die realistischen Formen der Gegenwartsliteratur nach 1933 beleuchten. In Abgrenzung zur emphatischen Moderne des Nationalsozialismus und der internationalen Unterhaltungsliteratur der Postmoderne soll dargestellt werden, warum die Realismen von einem schlechten Gewissen geplagt werden.</p>
<p>Die Lesereihe „Literatur. Kultur. Theorie“ startete bereits vor einem Monat mit dem Vortrag „Fiktionsfiktion. Über die Realität der Literatur“ von Professor Eckart Schumacher vom hiesigen Institut für Deutsche Philologie. An einzelnen Literaturbeispielen versuchte er, die Grenzen von Fakt und Fiktion zu definieren. Dabei kam er zu dem Schluss, dass der Leser selbst entscheiden müsse, was er für fiktiv hält und was eben nicht. Realismus sei somit, ganz nach Roman Jakobson „ein unendlich dehnbarer Sack, in dem man verstauen kann, was man will“.</p>
<p>Die Vorträge sind jeweils eng mit der Lehre an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität verknüpft. Somit sind sie empfehlenswert für Studierende, die ihr Wissen in den Geistes-und Kulturwissenschaften vertiefen möchten. Dieses Angebot wurde bei der ersten Lesung begeistert genutzt: Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt.</p>
<p>Der Vortrag über den Realismus beginnt um 18.15 Uhr im Alfried-Krupp-Kolleg in der Baderstraße 1. Der Eintritt ist frei.</p>
<p>Flyer: Veranstalter, Foto: Louisa Manz (jugendfotos.de)</p>
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		<title>Wo beginnt eigentlich Fiktion? &#8211; Vorlesungsreihe im Alfried-Krupp-Wissenschaftskolleg</title>
		<link>http://webmoritz.de/2010/10/25/wo-beginnt-eigentlich-fiktion-vorlesungsreihe-im-alfried-krupp-wissenschaftskolleg/</link>
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		<pubDate>Mon, 25 Oct 2010 09:57:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Susanne Grosse</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Themen]]></category>
		<category><![CDATA[Fiktion]]></category>
		<category><![CDATA[Krupp-Kolleg. Eckard Schumacher]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 27. Oktober beginnt die Veranstaltungsreihe „Literatur. Kultur. Theorie“. Den Auftakt gestaltet Professor Schumacher der Deutschen Philologie.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am kommenden Mittwoch startet im <a href="http://www.wiko-greifswald.de/">Alfried-Krupp-Wissenschaftskolleg</a> in der Martin-Luther-Straße 14 eine Vorlesungsreihe unter dem Titel „Literatur. Kultur. Theorie“. Der Schwerpunkt in diesem Wintersemester werden die Themen  „Fakt und Fiktion: Wirklichkeit, Authentizität und Realismus“ sein. In der Vortagsreihe wird der Diksurs thematisiert, wo genau Fiktion endet und Realität beginnt. Dies wird anhand von gegenwärtigen literatur- und kulurwissenschaftlichen Ansätzen zur Diskussion gestellt.</p>
<div id="attachment_44155" class="wp-caption alignleft" style="width: 186px"><a href="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2010/10/Literatur-Kultur-Theorie-1-artikel.jpg"><img class="size-medium wp-image-44155" title="VL Einf PP 03.ppt" src="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2010/10/Literatur-Kultur-Theorie-1-artikel-176x250.jpg" alt="" width="176" height="250" /></a><p class="wp-caption-text">Der Flyer zur Vorlesungsreihe &quot;Literatur. Kultur. Theorie.&quot;</p></div>
<p>Den Auftakt macht Professor Eckard Schumacher mit seiner Lesung  „Fiktionsfiktion. Über die Realität der Literatur“ am 27. Oktober. Schumacher ist Lehrstuhlinhaber für neuere deutsche Literatur und Literaturtheorie am Institut für die deutsche Philologie. Von ihm stammt auch das Konzept der Vortragsreihe.</p>
<p>Weiterhin folgen am 24. November eine Vorlesung zur deutschen Literaturgeschichte der empathischen Moderne von Professor Moritz Baßler der Universität Münster. Am 12. Januar spricht Professor Susanne Knaller der Universtität Graz dann über visuelle Wirklichkeit in Kunst und Literatur.</p>
<p>Die Eröffnungsveranstaltung beginnt um 18.15 Uhr und dauert voraussichtlich 90 Minuten. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Ein Leckerbissen also &#8211; nicht nur für Germanistikstudenten.</p>
<p>Flyer: Veranstalter</p>
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		<title>Freitag: Literat Jonas T. Bengtsson liest in Greifswald</title>
		<link>http://webmoritz.de/2010/05/11/freitag-literat-jonas-t-bengtsson-liest-in-greifswald/</link>
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		<pubDate>Tue, 11 May 2010 16:36:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gastautor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Themen]]></category>
		<category><![CDATA[Autor]]></category>
		<category><![CDATA[Dänemark]]></category>
		<category><![CDATA[Jonas T. Bengtsson]]></category>
		<category><![CDATA[Lesung]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Nordischer Klang]]></category>
		<category><![CDATA[Skandinavien]]></category>

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		<description><![CDATA[An diesem Freitag liest der dänische Star-Autor Jonas T. Bengtsson in Greifswald. Der webMoritz sprach vorab mit dem Literaten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: right;"><em>Ein Gastbeitrag von Mattthias Jügler</em></p>
<p>Jonas T. Bengtsson kommt nach Greifswald. Der Shooting-Star der dänischen Literaturszene wird am Freitag, dem 14. Mai, ab 20 Uhr im Koeppenhaus aus seinen Büchern »Aminas Briefe« und »Submarino« lesen – in seiner Muttersprache.  Anschließend werden Studenten die deutsche Version vortragen. Die Veranstaltung ist Teil des &#8220;<a href="http://webmoritz.de/2010/05/03/norwegen-im-mittelpunkt-des-nordischen-klangs/">Nordischen Klangs</a>&#8220;.</p>
<div id="attachment_33733" class="wp-caption alignright" style="width: 176px"><a href="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2010/05/jonas-bengtsson_submarino_web-veranstalter.jpg"><img class="size-medium wp-image-33733" title="jonas-bengtsson_submarino_web-veranstalter" src="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2010/05/jonas-bengtsson_submarino_web-veranstalter-166x250.jpg" alt="" width="166" height="250" /></a><p class="wp-caption-text">Cover</p></div>
<p>Keiner bekommt gerne ein Stück rohes Fleisch vorgesetzt. Vor allem mit »Submarino« macht Bengtsson aber genau dies. Er schreibt nicht schön, lieblich und steht so gar nicht für das, was wir Deutsche erwarten, wenn wir an Skandinavien, im Speziellen an Dänemark denken: Schönes Land, schöne Strände und wenn‘s regnet, dann ab ins Legoland. Das gibt es nicht bei Bengtsson. Und das ist gut, dass der da gar keine Lust drauf hat.</p>
<p>Die Geschichte zweier Brüder, die ganz fragmentarisiert, sagen wir: scheibchenweise geschrieben ist, ist gespickt mit Gewalt, Angst, Drogen, Sehnsucht und ein bisschen Liebe. Alles in Kopenhagen. Die Stadt mit der Meerjungfrau auf dem Stein, dem Fußballklub, den schönen Promenaden, der schicken Oper auf der Insel Holmen, dem neuen Schauspielhaus, den netten Bars und Restaurants, etc. Das ist aber nicht Bengtssons Kopenhagen. Im städtischen Kosmos des 34 Jahre alten Dänens gibt es beispielsweise Nick, der in Muckibuden trainiert, aus denen er nicht lebend rauskommt, weil vorm Eingang zwanzig Leute warten, die ihre Fäuste in seinen Magen wuchten wollen. Diese Welt beschreibt Bengtsson, in der seine Antihelden mehr vegetierend denn lebend im Wohnheim am Fenster sitzen, das fünfte Bier trinken und auf die Straße starren.</p>
<div id="attachment_33077" class="wp-caption alignleft" style="width: 265px"><img class="size-full wp-image-33077" title="nordischer-klang-logo-2010-pinguine-veranstalter-255x88" src="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2010/05/nordischer-klang-logo-2010-pinguine-veranstalter-255x88.jpg" alt="" width="255" height="88" /><p class="wp-caption-text">Logo Nordischer Klang</p></div>
<p>Submarino bezeichnet eine Foltermethode. Gerade noch so am Leben – das sind die zwei Brüder, die beiden Protagonisten, von der ersten bis zur letzten Seite. Bengtsson schreibt derb, hart, einige mögen meinen: zu hart. Was soll das denn, dass sich da ein Vater auf dem Klo Heroin spritzt, während der Sohn im Wohnzimmer Fernsehen schaut? Das geht doch nicht. Bei Bengtsson geht das, und zwar so gut, dass Submarino, dieses rohe Stück Fleisch, sich im poetischen Sinne und mit alldem, was es in einem auslöst, als mehr als nur bekömmlich herausstellt. Das ist verdammt gute Literatur und nicht zuletzt deshalb wird sich einer wie der Erfolgs-Regisseur Thomas Vinterberg dazu berufen gefühlt haben, Submarino zu verfilmen und auf der Berlinale 2010 zu zeigen.</p>
<p>»Aminas Briefe«, Bengtssons Debüt, wird ebenfalls in Auszügen präsentiert. Es erzählt, wie »Submarino«, die Geschichte von Randständigen. Der schizophrene Janus kommt aus einer psychiatrischen Anstalt und sucht Amina. Sie war mit ihren Briefen jahrelang der einzige Kontakt zur Außenwelt. Seine Suche nach ihr wird grenzwertig in vielerlei Hinsicht: Konflikt und Gewalt bestimmt auch hier die Bengtsson‘sche Klangfarbe.</p>
<p>Die Lesung im Koeppenhaus darf sich ein Literaturfreund nicht entgehen lassen. Wir haben mit ihm gesprochen:</p>
<div id="attachment_33732" class="wp-caption alignright" style="width: 176px"><a href="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2010/05/jonas-t-bengtsson-veranstalter.jpg"><img class="size-medium wp-image-33732" title="jonas-t-bengtsson-veranstalter" src="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2010/05/jonas-t-bengtsson-veranstalter-166x250.jpg" alt="" width="166" height="250" /></a><p class="wp-caption-text">Jonas T. Bengtsson</p></div>
<h3>Interview mit Jonas T. Bengtsson</h3>
<p>webMoritz: Was hast du als Autor mit den Protagonisten in Submarino zu tun? Es geht um Gewalt, Drogen, Problemviertel. Fließt viel von dir selbst mit rein?</p>
<p>Bengtsson: Nick war ein Charakter, eine bestimmte Art eines jungen Mannes, den ich kennenlernte, als ich Anfang zwanzig war. Wir gingen ins gleiche Fitnessstudio. Wir lebten in einem Viertel, in der gleichen Nachbarschaft. Das ist in Kopenhagen, das sogenannte Nordvestkvarteret,  seit 14 Jahren leben wir da schon. Ich bin nicht drogenabhängig, auch kein gewalttätiger Mensch, aber ich glaube, ich kenne das Gefühl, wie es ist, wenn man kein richtiger Bestandteil der Gesellschaft ist. Man könnte sagen, ich habe einige ziemlich extreme Charaktere ausgewählt, um einige Gefühle, die ich selbst ansatzweise kenne, noch zu vergrößern.</p>
<p>webMoritz: In Submarino ist Gewalt allgegenwärtig. Was bedeutet Gewalt für dich? Wie und wo erlebst du Gewalt, über die du dann schreibst?</p>
<p>Bengtsson: Gewalt ist eine Form der Kommunikation, wie so viele andere. Es ist eine Sprache spezifischen Charakters, die Nick, einer der Protagonisten in Submarino, spricht. Und diese Sprache der Gewalt spricht man fließend – jedenfalls in dem Viertel in Kopenhagen, in dem ich lebe.</p>
<p>webMoritz: Merkst du Unterschiede in der Rezeption deiner Bücher in Deutschland und Dänemark? Immerhin ist die realistische Schilderung von Gewalt, Sex und Drogen nicht jedermanns Sache.</p>
<p>Bengtsson: Vielleicht ja. Deutsche und Dänen sind gleich offen für dieses Thema. Was mir aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass man in Dänemark die Plots der Bücher gleich in eine gesellschaftliche Debatte zwängen will. Wenn ich also über Drogenabhängige schreibe, meinen die Leute, ich wolle die Gesellschaft verändern oder aufzeigen, was falsch läuft. In Deutschland werden meine Bücher eher auf ihre rein literarische Qualität hin beurteilt. Darüber bin ich sehr froh.</p>
<p>webMoritz: Die Protagonisten in Submarino sind von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Du zeigst keine Wege, wie sie aus dem Schlamassel herauskommen können, wie man die Drogen, den Suff und die Gewalt in den Griff bekommt. Einige Rezensenten störten sich daran. Muss Literatur Auswege zeigen, gar Charaktere vorweisen, die sich innerhalb der Story zum Guten hin verändern?</p>
<p>Bengtsson: Ich verstehe die Vorbehalte in gewisser Weise. Aber eine Grundvoraussetzung für das Buch war, dass ich es in Form einer griechischen Tragödie schrieb. Übertragen in die Welt des modernen Kopenhagen. Ganz unten am gesellschaftlichen Rand Kopenhagens. Ich will nicht sagen: So ist das Leben. Ich will nicht zeigen, wie die Menschen sind. Submarino ist ein Kunstwerk, ein Stück meiner ganz eigenen, subjektiven Realität.</p>
<p>webMoritz: Haben wir vielleicht ein zu stereotypes Bild vom Norden, von Skandinavien? Von einer kleinen Welt für sich, die nur wunderschön ist, wo für Typen wie in deinen Büchern kein Platz ist?</p>
<p>Bengtsson: Aber ja, natürlich hast du Recht. Wir sind im glücklichen Teil der Welt&#8230; Vielleicht ist es deshalb interessant zu sehen, was passiert, wenn die Menschen dort, wo alles so schön sein soll, auf die schiefe Bahn geraten.</p>
<p>webMoritz: An welchem Projekt arbeitest du gerade?</p>
<p>Bengtsson: Mein nächstes Buch wird in Dänemark Ende Oktober dieses Jahres veröffentlicht. Es heißt »Ein Abenteuer«. Ich schreibe gerade noch daran. Es ist ein großartiges Buch. Ich könnte mir vorstellen, dass es in Deutschland ist im Jahr 2011 veröffentlicht.</p>
<p>Das Gespräch führte Matthias Jügler</p>
<h3>Trailer zum Kinofilm Submarino</h3>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="560" height="340" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/RXQsSStHI5c&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;rel=0&amp;color1=0x006699&amp;color2=0x54abd6" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="560" height="340" src="http://www.youtube.com/v/RXQsSStHI5c&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;rel=0&amp;color1=0x006699&amp;color2=0x54abd6" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Bilder: Veranstalter</p>
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		<item>
		<title>&#8220;Es gibt kein polnisches Wort für Wende&#8221; &#8211; Interview mit Andrzej Kopacki</title>
		<link>http://webmoritz.de/2009/12/06/es-gibt-kein-polnisches-wort-fur-wende-interview-mit-andrzej-kopacki/</link>
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		<pubDate>Sun, 06 Dec 2009 18:29:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marius Külzer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Themen]]></category>
		<category><![CDATA[Andrzej Kopacki]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Polen]]></category>
		<category><![CDATA[PolenmARkT]]></category>

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		<description><![CDATA[Der webMoritz sprach mit dem polnischen Dichter Andrzej Kopacki über die Literatur Deutschlands und seiner Heimat, die Bedeutung der Wende dafür und über die Übersetzung als eigene literarische Gattung.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Am Samstag, dem 21.11.09, einen Tag nach der feierlichen Eröffnung des „polenmARkT“, wurden Literaturfreunde Deutschlands und Polens sogleich mit einem Kabinettstück verwöhnt. Zwei Lyriker und Kenner beider Nationen, Hans Thill, und der gebürtige Pole, Andrzej Kopacki, stritten und bestritten zusammen mit Moderator Dr. Matthias Kneip Wege des Literaturbetriebs und lasen aus ihren Werken. webMoritz-Autor Marius Külzer sprach nach der Lesung mit dem polnischen Gast über die Wende in Polen und Deutschland, den Stellenwert der Übersetzung und die Zukunft der Literatur.</em></p>
<p><strong>webMoritz: </strong>Herr Kopacki, Sie kommen gerade aus der Diskussion des Dichtertreffens hier im Koeppenhaus anlässlich des Polenmarktes in diesem Jahr. Vorab die Frage: Sind Sie das erste Mal in Greifswald? <strong><br />
Kopacki: </strong>Ja, das ist mein erster Besuch in Greifswald.</p>
<p><strong>webMoritz: </strong>Konnten Sie denn schon einen kleinen Eindruck vom Polenmarkt gewinnen? <strong><br />
Kopacki:</strong> Nein, überhaupt nicht, ich bin heute Abend direkt zur Veranstaltung gekommen und morgen muss ich wieder weg. Also ich bin wirklich ein Flucht-Gast, das ist ein sehr kurzer Aufenthalt.</p>
<div id="attachment_27009" class="wp-caption alignleft" style="width: 260px"><img class="size-full wp-image-27009" title="polenmarkt-2009-logo-250" src="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2009/11/polenmarkt-2009-logo-250.jpg" alt="polenmarkt-2009-logo-250" width="250" height="335" /><p class="wp-caption-text">Das Logo des diesjährigen PolenmARkTs</p></div>
<p><strong>webMoritz:</strong> Offiziell soll der Polenmarkt einen kulturellen Austausch zwischen Deutschen und Polen darstellen. <strong><br />
Kopacki:</strong> Ich kann nur sagen, wie es von meinem Standpunkt aus, dem eines Grenzgängers, aussieht. Ich befasse mich mit Deutschland, mit der deutschen Literatur und der deutschen Kultur, aber ich bin in Polen zuhause. Schreiben tue ich auf Polnisch. Und ich finde es wichtig, dass man auf beiden Seiten dafür arbeitet, was man als Transfer oder Austausch oder einfach eine Berührung von zwei Landschaften in Kultur und Politik und anderen Bereichen des sozialen Lebens versteht. So wie das hier gestaltet wird, scheint mir sehr sinnvoll: Dass die Insider von hier zu Veranstaltungen kommen, wo Leute aus Polen etwas zu sagen haben oder einfach auftreten – weil es eben ein wirklicher Gedanken- und Erfahrungsaustausch ist.</p>
<h3>Wir haben in Polen kein Wort für „die Wende“</h3>
<p><strong>webMoritz:</strong> Das ist ja ein klares Bekenntnis zu sagen: da und da bin ich zuhause. Wir haben ja, um in ihre Poesie einzusteigen, ein Gedicht gehört, „Die Wende“, ein, wie sie selbst sagen, politisches Gedicht zur politischen Wende in Deutschland. <strong><br />
Kopacki: </strong>Ich habe das anders gemeint. Das Gedicht heißt „Neue Zeiten“. 1989 und 1990 ist natürlich eine Wende gewesen für uns alle. In Deutschland bezeichnet man dieses historische Phänomen mit der Bezeichnung „Wende“. Es gibt eigentlich kein polnisches Wort dafür, was bei uns 1989 passiert ist. Man könnte sagen, das war eine Revolution ohne Gewalt, die für unsere Begriffe im Grunde genommen ein letzter Punkt war, von dem, was 1980 seinen Anfang nahm. Wir haben alle in Mittel- und Mittel-Ost-Europa dieses Gefühl gehabt, dass dies eine historische Veränderung ist. Und in diesem Sinne ist es eine große Wende gewesen. Das Gedicht bezieht sich mit dem Titel „Neue Zeiten“ auf diese Erfahrung, dass plötzlich etwas Neues anfängt für uns Mitteleuropäer. Damals aber wussten wir noch nicht, was das sein wird.</p>
<p><strong>webMoritz:</strong> Wissen Sie das inzwischen?<br />
<strong>Kopacki: </strong>Nun ja, es ist bereits 20 Jahre her. Wir haben natürlich diesen Weg hinter uns: der Aufbau, die Gründerzeit, egal wie wir das bezeichnen. Das ist eine Erfahrung der Freiheit im Rahmen einer demokratischen Ordnung, und mit der Eigentümlichkeit unserer Entwicklungen in Polen und in Ostdeutschland. Die beiden Wege sind natürlich etwas different.</p>
<p><strong>webMoritz: </strong>Es soll uns ja um Literatur in Polen gehen und wenn wir das jetzt aus literarischer Sicht betrachten, was ist das Eigentümliche an dieser Entwicklung, wie Sie sagen? <strong><br />
Kopacki:</strong> Das ist nicht die Frage der Literatur, das ist die Frage der gesellschaftspolitischen, der historischen Erfahrung. Die Literatur ist ein Spiegel davon.</p>
<p><strong>webMoritz: </strong>Literatur ist ein Spiegel davon? <strong><br />
Kopacki:</strong> Ja. In der polnischen wie in der deutschen Literatur gab es auch früher sehr viele Phänomene, die man aus Erfahrung kannte, die von Differenzen und Ähnlichkeiten zeugten und in literarischen Texten zum Ausdruck gebracht wurden. Und jetzt die Tatsache, dass wir eine andere Demokratie sind, ein etwas anderer Kapitalismus als Frankreich, England, Westeuropa, ist doch klar. Die Polen und die Ostdeutschen sehen ja ein, dass das europäische Zusammenwachsen nicht so ganz diese Unterschiede weggewischt hat. Die Eigentümlichkeiten sind natürlich da und es ist auch gut so. Und in der Literatur gibt es Widerspiegelungen davon, wie auch davon, dass wir doch eine große europäische Familie sind&#8230;</p>
<p><strong>webMoritz:</strong> Das interessiert mich: Können sie diese prägnanten Momente nennen in der Literatur, die etwas Verbindendes, aber auch etwas Unterscheidendes haben? <strong><br />
Kopacki:</strong> Es ist etwas verwunderlich, dass wir in Polen im Grunde genommen bis heute keine Werke besitzen, die nach 1989 entstanden wären und die diese wirklich große historische Erfahrung der Wende thematisieren würden – in dem Sinne, dass sie ein großes Zeugnis davon ablegten, was eigentlich passiert ist. Die anderen historischen Erfahrungen haben Zeugnisse in der Literatur. Wir finden in der Literaturgeschichte Zeugnisse davon, was der Hitlerismus oder Stalinismus war. Aber was diese neueste Freiheitserfahrung war, diese Erfahrung haben wir eigentlich nicht in der Literatur widergespiegelt bekommen. In diesem Sinne ist das schon ein Unterschied, weil die deutsche Prosa sich damit etwas auffälliger als die polnische auseinandergesetzt hat. Zum Beispiel in deutschen Romanen über den Mauerfall, abgesehen von ihrer literarischen Qualität, über die ich jetzt nicht sprechen will.</p>
<p><strong>webMoritz:</strong> Aber über Ursachen? <strong><br />
Kopacki:</strong> Wir ahnen die Ursachen, aber wie die Literatur darüber reflektieren könnte, das wird uns eigentlich nicht angeboten in der Prosa.</p>
<p><strong>webMoritz:</strong> Ist das für Sie eine Aufgabe, darüber zu reflektieren? <strong><br />
Kopacki:</strong> Für mich nicht, ich bin kein Romancier. Ich meine nur, es gibt in Deutschland seit Jahren ein Gejammer, dass die deutsche Prosa keinen zweiten Roman hervorgebracht hat „wie „Die Blechtrommel“ von Günter Grass. Das ist ein Roman, der eine wirklich große historische Erfahrung auf sehr interessante künstlerische Art und Weise verarbeitet hat. Wäre etwas Vergleichbares zum Thema Wende erschienen, hätten wir es sofort bemerkt und begrüßt.</p>
<h3>Die Übersetzung ist eine literarische Gattung, vergleichbar mit dem Theater</h3>
<p><strong>webMoritz: </strong>An dem Beispiel Günter Grass, deutsche Literatur: Das Übersetzungsproblem wurde in der Diskussion angesprochen. Sie sind ja beruflich Übersetzer. Und ist Kulturaustausch aber in diesem Sinne auch ein Übersetzungsaustausch? Kann man das so sagen?<br />
<strong>Kopacki:</strong> Auf jeden Fall. Es ist dabei festzuhalten, dass es in Bezug auf Übersetzung an Missverständnissen nicht fehlt, angefangen mit ihrem Status innerhalb des Literaturbetriebs. Man muss verstehen, dass die Übersetzung – das ist eine These, die ich aufstelle – eine literarische Gattung ist, vergleichbar mit Theater. Im Theater gibt es ein performatives Handeln, das ohne die literarische Grundlage nicht möglich ist, aber doch etwas, was sich als künstlerische Handlung verselbstständigt. Und die Handlung von Theaterautoren, von Schauspielern, von Regisseuren wird dann auch Widerhall finden in der Rezeption, weil sie beurteilt wird und rezensiert wird und so weiter. Übersetzer dagegen werden so oft einfach mit Schweigen übergangen.</p>
<div id="attachment_28001" class="wp-caption alignright" style="width: 280px"><img class="size-full wp-image-28001" title="andrzej_kopacki-270x239-polenmarkt" src="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2009/12/andrzej_kopacki-270x239-polenmarkt.jpg" alt="andrzej_kopacki-270x239-polenmarkt" width="270" height="239" /><p class="wp-caption-text">Andrzej Kopacki - Foto: Pressematerial PolenmARkT</p></div>
<p><strong>webMoritz: </strong>Ich möchte noch ein anderes Thema ansprechen: Sie sagten, es werde auf jeden Fall zu viel geschrieben und zu wenig gelesen in Deutschland. Da frage ich mich: Wie kann man zuviel Schreiben? <strong><br />
Kopacki: </strong>Das war natürlich als Witz gemeint. Es gibt immer mehr Probleme mit dem Lesen, das heißt, junge Leute gehen lieber mit visuellen beziehungsweise interaktiven Kulturträgern als mit Weltliteratur um. Auf der anderen Seite werden die Verlage mit Manuskripten überschüttet, weil Literatur immer noch eine große Attraktion ist.</p>
<p><strong>webMoritz:</strong> Also ist es dann eher das Problem, dass zu viele Leute versuchen, erfolgreich mit Literatur zu sein. <strong><br />
Kopacki: </strong>Dieser Ehrgeiz ist nicht verwerflich. Wenn man mit Schreiben beginnt und den Anspruch hegt, Schriftsteller zu werden, dann sollte man zumindest als Leser etwas mit der Literatur zu tun gehabt haben, das meinte ich.</p>
<h3>Das Verschwinden der Printmedien bedeutet nicht das Verschwinden literarischer Texte</h3>
<p><strong>webMoritz: </strong>In den Medien wird ja immer wieder thematisiert, dass Literatur heutzutage über andere Medien als in der Vergangenheit rezipiert wird. <strong><br />
Kopacki: </strong>Das ist richtig und ich bin auch nicht dagegen. Unsere Welt verändert sich. Die Menschen leben anders als vor 40 Jahren, weil wir das ganze elektronische Zeug wie Handys, Computer und so weiter zur Verfügung haben. Das langsame Verschwinden von Printmedien bedeutet übrigens noch lange nicht, dass der literarische Text verschwindet. Auch die neuen Medien kommen nicht ohne den Text aus. Wir brauchen Sprache als Vehikel für unsere Botschaft, die entweder mündlich oder schriftlich vermittelt wird. Auch wenn es dann nicht mehr als Buch mit gedruckten Seiten sondern als eine elektrische CD oder etwas dergleichen auftritt, wird es immer noch diese Botschaft geben.</p>
<p><strong>webMoritz:</strong> Bei der großen Vielfalt, die es gibt, zu publizieren, im Internet oder neuen Zeitschriften, geht da nicht auch Individualität unter, wird Lyrik nicht viel zu öffentlich behandelt?<br />
<strong>Kopacki:</strong> Glaube ich nicht, nein. Das ist eine sehr intime Sache, ein Gedicht zu schreiben. Da steht man immer hinter diesem Text als Person, abgesehen davon, dass das Gedicht sich verselbständigt und manchmal viel mehr und anderes sagt als der Autor beabsichtigt hat. Es ist immer falsch, das Gedicht von dieser vermeintlichen Absicht her zu interpretieren. Das ist ein falscher Deutungsweg.</p>
<p><strong>webMoritz:</strong> Aber wird das nicht faktisch getan? <strong><br />
Kopacki: </strong>Das wird vielleicht auf der Ebene einer Schullektüre getan, aber professionell wird man das nie machen. Das verändert nichts an der Tatsache, dass das Gedicht doch eine individuelle Sache ist, dass man Gedichte als eine intime Angelegenheit ansehen muss. In diesem Sinn ist es auch verständlich, dass sehr viele Leute Gedichte schreiben. Das Bedürfnis, sich in dieser besonderen Form auszusprechen, wird nicht untergehen. Eine andere Frage ist, was von dieser enormen Produktion als ästhetisch wertvolle Lyrik zurückbleibt.</p>
<p><strong>webMoritz: </strong>Was haben Sie von der heutigen Diskussion mitgenommen, auch, um sich wieder neu zu orientieren? <strong><br />
Kopacki:</strong> Ich suche keine neue Orientierung. Die Diskussion hat mich eigentlich in mehreren Überzeugungen nur bestätigt. Wir waren eigentlich der gleichen Meinung in Bezug auf die Übersetzung und die Beschaffenheit der Lyrik, zum Beispiel, dass die Lyrik nicht unbedingt verständlich sein beziehungsweise sich machen muss. Das liegt in der Natur des Mediums, es ist manchmal verständlich und manchmal nicht. Und es ist auch keine Frage, dass man das Gedicht nicht danach einschätzt, ob es verständlich ist oder nicht. Wir waren auch einig, dass man die Übersetzung als eine Aktivität im Literatur-Betrieb sehen sollte, die wirklich eine Besonderheit ist, wichtig nicht nur für den Autor, den Übersetzer oder das Werk selbst, sondern im größeren Ausmaß &#8211; für den Kulturtransfer zwischen Ländern, Nationen, Völker und so weiter.</p>
<p><strong>webMoritz: </strong>Meistens sind es ja auch diese Bestätigungen, die verschiedene Völker zusammenbringen.<br />
<strong>Kopacki: </strong>Wichtig ist, dass man nicht nur Unterschiede feststellt, sondern dass man auch entdeckt, was gemeinsam ist. Unter diesen Gemeinsamkeiten können wir sehr viel zusammen schaffen in der Literatur, im öffentlichen Diskurs, in der Reflexion auf unsere Vergangenheit und in der Vorwegnahme der Zukunft.</p>
<p><strong>webMoritz:</strong> Herr Kopacki, ich danke Ihnen für dieses Gespräch!</p>
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		<title>Autorentagung „Junge Literatur in Europa“ im IBZ</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Oct 2009 17:00:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Siri Hummel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Themen]]></category>
		<category><![CDATA[Greifswald]]></category>
		<category><![CDATA[Lesung]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>

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		<description><![CDATA[Vom 23 bis 25 Oktober 2009 findet im Internationalen Begenungszentrum der Universität Greifswald die Autorentagung „Junge Literatur in Europa“ statt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vom 23 bis 25 Oktober 2009 findet im Internationalen Begenungszentrum der Universität Greifswald die Autorentagung „Junge Literatur in Europa“ statt. Hierbei werden Texte von Autorinnen und Autoren aus deutschsprachigen Ländern, deutsch schreibende Schriftsteller ausländischer Herkunft sowie Autorinnen und Autoren aus den Anrainerstaaten der Ostsee zu Wort und Schrift kommen.</p>
<p><a href="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2009/10/buch_autor-220x350-Louisa_Manz_jugendfotos_de.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-25626" title="buch_autor-220x350-Louisa_Manz_jugendfotos_de" src="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2009/10/buch_autor-220x350-Louisa_Manz_jugendfotos_de.jpg" alt="buch_autor-220x350-Louisa_Manz_jugendfotos_de" width="176" height="280" /></a>Moderiert wird die Verananstaltung von Literaturwissenschaftlern der verschiedenen Institute, Lektoren und Autoren. Der Eintritt ist frei. Das Programm der Tagung <a href="http://www.richter-stiftung.de/p2009.pdf" target="_blank">findet ihr hier als PDF.</a></p>
<p>Veranstalter ist die Hans-Werner Richter-Stiftung und der Lehrstuhl für Fennistik. Neben der thematischen Ausrichtung auf Europa soll der diskursive Charakter der Tagung in der Tradition der berühmten „ Gruppe 47“ stehen. Damit ist zum einen sicherlich die Möglichkeit gemeint, noch unbekannten Jungautoren eine Plattform zu geben. Ob es darüber hinaus auch zu einer fruchtbaren, bloße Literaturkritik überschreitende Diskussion kommen wird bleibt abzuwarten.</p>
<p>Besondere Aufmerksamkeit dürften in diesem Jahr sowohl Verena Roßbacher mit der Lesung aus ihrem fulminanten Debüt „Verlangen nach Drachen“ als auch der in Greifswald geborene Volker H. Altwasser mit seinem historischen Roman „Letzte Haut“ auf sich ziehen.</p>
<p>Bild:</p>
<p>Louisa Manz via jugendfotos.de</p>
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		<title>Freies Wissen für alle</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Oct 2009 21:00:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gastautor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Greifswald]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Themen]]></category>
		<category><![CDATA[GEOZON]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Open Access]]></category>
		<category><![CDATA[Open Access Week]]></category>
		<category><![CDATA[Publizierien]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Vortrag informiert über das Prinzip "Open Access" und dessen Relevanz und Perspektive. webMoritz gibt Übersicht über Open-Access-Projekte in Greifswald.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: right;"><em>Ein Gastbeitrag von Janett Krause, Kommilitonin und Mitarbeiterin von GEOZON</em></p>
<p><strong>Vom 19. bis 23. Oktober informiert die Internationale Open Access Week 2009 weltweit über den freien Zugang zu Wissen aus öffentlich geförderter Forschung – auch in Greifswald.</strong></p>
<p>Vorlesungsinhalte, Literaturempfehlungen, Seminarvorträge und Belegarbeiten. Das neue Semester hat begonnen und die Pflichtlektüre für das Seminar ist in der Universitätsbibliothek bereits vergriffen – im Buchhandel aber kostet ein Exemplar soviel wie ein ganzer Wocheneinkauf. Wer kennt sie nicht, die Schwierigkeit, als Student an wissenschaftliche Fachzeitschriften oder Bücher heranzukommen?</p>
<div id="attachment_25235" class="wp-caption alignright" style="width: 285px"><a href="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2009/10/open-access-week.jpg"><img class="size-full wp-image-25235" title="open-access-week-275" src="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2009/10/open-access-week-275.jpg" alt="open-access-week-275" width="275" height="185" /></a><p class="wp-caption-text">Logo der Open Access Week - Informationen zur Veranstaltung weiter unten</p></div>
<p>Immer mehr Bibliotheken müssen heute wissenschaftliche „Journals“ abbestellen, weil sie sich diese nicht mehr leisten können. Schuld sind die seit den 1990er Jahren stark ansteigenden Preise für Magazine, bei gleichzeitig stagnierenden Etats der Bibliotheken. Mit der Forderung nach freiem Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen haben namhafte Wissenschaftler, Forschungsorganisationen und Universitäten die „Open-Access-Bewegung“ ins Leben gerufen.</p>
<p>Dahinter verbirgt sich die Möglichkeit, in Zeiten der Digitalisierung und des Internets wissenschaftliche Publikationen online verfügbar zu machen – und das ohne technische, finanzielle oder urheberrechtliche Barrieren: &#8220;Open Access meint, dass diese Literatur kostenfrei und öffentlich im  Internet zugänglich sein sollte, so dass Interessierte die Volltexte lesen, herunterladen, kopieren, verteilen, drucken, in ihnen suchen, auf sie verweisen und sie auch sonst auf jede denkbare legale Weise benutzen können“, formulierte die Budapester Open-Access-Initiative im Jahr 2001. So sind im Internet über Open Access veröffentlichte Informationen für alle Wissenschaftler und Studierende sofort erreichbar und leicht auffindbar, können weltweit von jedem beliebigen Arbeitsplatz mit Internetanschluss genutzt werden.</p>
<p>Die im Jahr 2003 verabschiedete „Berliner Erklärung“ formuliert die „Vision von einer umfassenden und frei zugänglichen Repräsentation des Wissens“ . Große deutsche Forschungsvereinigungen, wie die Fraunhofer-, und Max-Planck-Gesellschaften, die Helmholtz-Gemeinschaft sowie zahlreiche ausländische Vereinigungen und Universitäten haben sich dieser verpflichtet.</p>
<h3>Zahl der Open-Access-Inhalte auch in Greifswald gestiegen</h3>
<p>Die Zahl der Open-Access-Journale und -Datenbanken ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Auch an der Universität Greifswald wurden elektronische Depots erstellt, in die Wissenschaftler ihre Artikel einspeisen können. So bietet die Universitätsbibliothek die Möglichkeit, über den Dissertationsserver &#8220;OPUS&#8221; Dissertationen auch in elektronischer Form einzureichen, wodurch die darin gewonnenen Erkenntnisse weltweit nutzbar werden. Mit „FloraGREIF“ gibt es einen Informationspool für biogeographische Daten zur Flora in der Mongolei. „GeoGREIF“ bietet eine digitale Sammlung von Karten und Kartenwerken, die am Institut für Geographie und Geologie der Universität im Original verfügbar sind.</p>
<p>Das universitäre Ausgründungsprojekt &#8220;Geozon Science Media&#8221; startet 2010 und ist ein neuartiger Publikationsservice für die Geo- und Umweltwissenschaften auf der Basis des Open-Access-Prinzips. Als Teilnehmer der diesjährigen Open Access Week informiert &#8220;Geozon&#8221; zusammen mit dem Zentrum für Forschungsförderung und dem Forschungsverbund MV in Greifswald über den Open-Access-Gedanken.</p>
<p>Wie lässt sich Open Access im Alltag realisieren? Wie stehen die europäischen Wissenschaftsorganisationen dem Thema gegenüber? Welche Trends des wissenschaftlichen Publizierens sind zukünftig zu erwarten?</p>
<p><strong>Über „Open Access – Relevanz, Diskussion und Perspektive“ spricht am Mittwoch, dem 21. Oktober, um 14 Uhr Heinz Pampel (Helmholtz Gemeinschaft) im Konzilsaal (Hauptgebäude) der Universität Greifswald. </strong>Alle Wissenschaftler, Studenten und die interessierte Öffentlichkeit sind herzlich zu dem Vortrag mit anschließende r Diskussion eingeladen. Der Eintritt ist frei.</p>
<p>Informationen zu Open Access :</p>
<ul>
<li><a href="http://www.open-access.net" target="_blank">Informationsplattform Open Access</a></li>
<li><a href="http://www.doaj.org/" target="_blank">Verzeichnis v on Open Access Journals</a></li>
<li><a href="http://freeculture.org/" target="_blank">Students for free Culture</a></li>
</ul>
<p>Projekte an der Universität Greifswald:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.geozon.net" target="_blank">Geozon Science Media – Publikationsservice</a></li>
<li><a href="http://ub-ed.ub.uni-greifswald.de/opus/index.php" target="_blank">OPUS – Dissertations-Server</a></li>
<li><a href="http://greif.uni-greifswald.de/geogreif/" target="_blank">GeoGreif – Kartographische Sammlungen</a></li>
<li><a href="http://greif.uni-greifswald.de/floragreif/" target="_blank">FloraGreif – Virtual Herbarium</a></li>
<li><a href="http://www.afsv.de/docs/literatur/waldoekologie_online.html" target="_blank">Waldökologie, Landschaftsforschung und Naturschutz – Journal</a></li>
</ul>
<p>Abbildung: Logo der Open Access Week</p>
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		<title>Grass-Lesung: Akustik mies, Musik gut</title>
		<link>http://webmoritz.de/2009/06/15/63-bachwoche-gunther-grass-in-greifswald-zur-lesung-mit-musik/</link>
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		<pubDate>Mon, 15 Jun 2009 01:41:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Siri Hummel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Themen]]></category>
		<category><![CDATA[Bachwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Buch]]></category>
		<category><![CDATA[Lesung]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit der Lesung des Literaturnobelpreisträgers strebte die diesjährige Bachwoche ihrem Höhepunkt entgegen. Der Dom war bis zum letzten Sitzplatz gefüllt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit der Lesung des Literaturnobelpreisträgers am gestrigen Samstagabend strebte die diesjährige Bachwoche ihrem Höhepunkt entgegen. Viele Greifswalder folgten der Einladung in den Dom, der sich auch bis zum letzten Sitzplatz füllte und harrten dem berühmten Gast.<span id="more-21956"></span></p>
<p>Vorgetragen wurden abwechselnd Texte des Autors und Musikstücke verschiedener Komponisten. Gesungen wurden diese vom Vocalensembles „greifvocal&#8221; unter der Leitung von Prof. Modeß</p>
<div id="attachment_21960" class="wp-caption alignright" style="width: 260px"><a href="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2009/06/guenther_grass1-800-534-siri_hummel.jpg"><img class="size-full wp-image-21960" title="guenther_grass1-250x326-siri_hummel" src="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2009/06/guenther_grass1-250x326-siri_hummel.jpg" alt="guenther_grass1-250x326-siri_hummel" width="250" height="326" /></a><p class="wp-caption-text">Trotz schlechter Akkustik ein Erlebnis - Nobelpreisträger Günther Grass</p></div>
<p>Die Textauswahl, die Grass selbst vornahm, bestand aus einem Gedicht des Buches „Die Rättin&#8221; (1989); den ersten drei Kapitel des 1979 erschienenen Buches „ Das Treffen in Telgte&#8221;, und drei abschließenden Werken aus seiner letzten Veröffentlichung; der Gedichtssammlung „Letzte Tänze&#8221;(2003).</p>
<p>Gesungen wurde erstaunlicherweise nur ein Stück von Johann Sebastian Bach, eine Motette nach der Kantate BWV (Bach-Werk-Verzeichnis) 131. Die anderen Stücke stammten größtenteils von Komponisten des 17. Jahrhunderts.</p>
<p>Die thematische Verbundenheit der Texte mit der Musik dürfte den meisten Zuhörern dabei verschlossen geblieben sein. Eine Erklärung wurde leider auch nicht im Programmheft geliefert, sodass die meisten Gäste rätseln mussten, ob die Zusammenstellung rein zufällig oder aber mit Hintergedanken erfolgte.</p>
<p>Hilfreich waren allenfalls die angegeben Lebensdaten der Komponisten, die den vorgetragenen Text- „Das Treffen in Telgte spielt während des 30 jährigen Krieges&#8221;, immerhin in einen gemeinsamen zeitlichen Kontext brachten. Mit etwas mehr Interpretationsmut hätte man hier vielleicht auch das Motto der Bachwoche; „Leidenschaf(f)t&#8221; unterbringen können, wobei das Leiden jedoch eine überproportionale Gewichtung erhält.</p>
<p>Ein anderes Problem das mehr Leiden als Glück schaffte, war die Akustik mit der sowohl Redner als auch Zuhörer zu kämpfen hatte, was eine Dame aus dem Publikum auch lauthals monierte.</p>
<p><a href="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2009/06/guenther_grass2-800x523-siri_hummel.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-21962" style="margin-left: 10px; margin-right: 10px;" title="guenther_grass2-260x170-siri_hummel" src="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2009/06/guenther_grass2-260x170-siri_hummel.jpg" alt="guenther_grass2-260x170-siri_hummel" width="260" height="170" /></a>Der Chor war hierbei klar in Vorteil, da die sakralen Stimmen und Lieder in der architektonischen Beschaffenheit des Doms gut ihren Ausdruck fanden. Mit Hall und Schall wurde hier Gänsehaut und Ergriffenheit erzeugt. Eine andere Sache ist es jedoch, einen Roman, also einem Fließtext, zu folgen ohne sich von dem Nachhall der Wörter irritieren zu lassen. Dies gelang wohl auch nicht allen im Publikum, weswegen sich zwischen dem 1. und 3. Kapitel eine deutliche Fluktuation unter dem am Rande sitzenden Publikum bemerkbar machte.</p>
<p>Der Stilmix von moderner Literatur in Predigtmanier hätte an anderer Stelle bestimmt interessant wirken können, führte hier jedoch nur zu weiterer Verwirrung.</p>
<p>Dennoch war es schöne Veranstaltung; da der Chor sehr gut war und man sich mit ein bisschen Textkenntnis von Charisma und Können des Literaturnabelpreisträgers überzeugen lassen konnte.</p>
<p>In Anschluss der Lesung signierte Günther Grass noch eifrig die ihm entgegen gestreckten, vorher im eigens aufgebauten Shop gekauften Bücher, sodass die meisten Gäste wohl zufrieden nach Hause gegangen sein dürften.</p>
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