Caros Kulturbeutel Dezember
Zum letzten Mal in diesem Jahr stellt euch Caro die kulturellen Highlights in diesem Monat vor. Diesmal spricht sie mit Jens Leuteritz vom Café Koeppen Konzertteam.
Zum letzten Mal in diesem Jahr stellt euch Caro die kulturellen Highlights in diesem Monat vor. Diesmal spricht sie mit Jens Leuteritz vom Café Koeppen Konzertteam.
Das lange Hin und Her bezüglich der Raumprobleme beim Studententheater StuThe hat – zumindest für die kommende Zeit – ein Ende. Im Gespräch des StuThe-Vorstands mit dem Kanzler Dr. Wolfgang Flieger und dem stellvertretenden Kanzler Dr. Peter Rief am 11. April zeigte sich die Universität verständnisvoll und bot dem Theater nun neue Räumlichkeiten in der Franz-Mehring-Straße an. Dabei soll es sich voraussichtlich um die letzte Station des Studententheaters vor dem finalen Umzug in die Mensa am Schießwall handeln.
Auf der Veranstaltung zur Ehrung der Ehrenamts, im Greifswalder Hotel „Mercury““, machten der Vorsitzende des Studententheaters Greifswald (StuThe) Jens Leuteritz vor Ministerpräsident Erwin Sellering und Verkehrsminister Volker Schlotmann (beide SPD) auf die Raumproblematik des Studententheaters aufmerksam. Leuteritz skizzierte in einer kurzen Rede die Raumthematik. Im Anschluss übergab er ein Konzeptpapier an Ministerpräsident Sellering, welches die Nutzung der Fallada-Straße 2 als permanente Spielstätte vorsieht.
Schlotmann und Sellering signalisierten Hilfsbereitschaft und wollen das Raumproblem nun intensiver auf Landesebene bearbeiten. Die stellvertretende Vorsitzende des Theaters Ulrike Kurdewan zeigte sich positiv überrascht über die ambitionierte Reaktion des Ministerpräsidenten. „Ich freue mich sehr, dass die Raumproblematik des Studententheaters in der Landespolitik Gehör gefunden hat und auch ernst genommen wird“, so Kurdewan. Minister Schlotman sagte: „Das Studententheater muss sich aus der Uni herauslösen und unabhängig werden.“ Dann sei nicht mehr nur die Universität verantwortlich. „Wir finden da bestimmt eine Lösung“, so Schlotman weiter.
Das Nutzungskonzept sieht vor, das Haus in der Fallada-Straße zu übernehmen: „Die Auslastung des Gebäudes und der vorhandenen Räume sind nicht als visionäre Entwürfe zu lesen, sondern rahmengebend für die Arbeitsweise des Vereins und den Zuspruch und die Zusammenarbeit mit anderen Gruppen, Institutionen und dem Publikum.“ Erste Berechnungen hat der Verein auch schon aufgestellt.
„Die Zahlen sind aber noch nicht belastbar“, sagte StuThe-Chef Leuteritz. Der Spielbetrieb und das Betreiben des Gebäudes würde im Jahr mindestens 32500 Euro kosten. Über ein Drittel der jährlichen Ausgaben würden dabei auf den Betrieb der Unterkunft fallen, so das Konzept weiter. Gut die Hälfte der Ausgaben seien laut Finanzentwurf aus eigenen Mitteln zu stemmen. Der Rest muss aus dem Studierendenparlament, Studentenwerk, Kulturamt und Stiftungen zusammen getragen werden. „Avisiert wird eine Nutzungsvereinbarung für vorerst fünf Jahre“, so weiter im Entwurf.
Auch die SPD-Bürgerschaftsfraktion unterstützt das Studententheater in seinen Bemühungen, die Frage der Räumlichkeiten befriedigend zu lösen. „Das StudentenTheater ist ein wichtiger regionaler Kulturträger und trägt zur kulturellen Vielfalt in unserer Stadt bei“, so Christian Pegel, Vorsitzender des städtischen Bildungs- und Kulturausschusses. „Dies setzt allerdings befriedigende Arbeitsbedingungen voraus.“ Pegel weist darauf hin, dass eine Lösung eher im Zuständigkeitsbereich des Bildungsministeriums und des Betriebs für Bau und Liegenschaften liegt. „Allerdings ist es in dieser Situation wichtig, dass die Studierenden den politischen Rückenwind der Bürgerschaft bekommen.“
Schon viermal musste das StuThe in der Vergangenheit umziehen. Es war unter anderem in den Räumen der Makarenkostraße, sowie in der Stralsunder Straße 10 bis hin zur jetzigen Probestätte in der Hans-Fallada-Straße untergebracht. Letzteres Haus gehört noch der Universität. Allerdings wird das Gebäude im Januar 2011 an das Land Mecklenburg-Vorpommern, genauer gesagt an den Betrieb für Bau und Liegenschaften (BBL), zurückgeben. Somit wird die Raumthematik wieder aktuell. Das Studententheater gibt es seit 1995 und entstand in Folge der Einstellung des Modellstudiengangs „Darstellendes Spiel“.
Fotos: Torsten Heil
Zahlreiche Filme, die man garantiert noch nicht gesehen hat, bietet die Greifswalder Kurzfilmnacht. Bereits zum sechsten Mal findet die Kurzfilmnacht (KuFiNa) statt. Wie in den vergangenen Jahren ist der Ausstrahlungsort des Filmfestivals die Räumlichkeiten der Medienwerkstatt in der Bahnhofstraße 50. Neu ist, dass die Nacht an zwei Abenden ausgerichtet wird: am 2. und 3. Dezember. In der Vergangenheit mussten die Interessierten rechtzeitig kommen, um einen der heiß begehrten Plätze zu ergattern. Viele mussten daher am Einlass abgewiesen werden. Daraus lernten die Veranstalter rund um die KuFiNa.
Festlich wird es aber bereits am ersten Abend. Ab 19 Uhr ist hier Einlass, eine halbe Stunde später geht es los. Durch den Abend führt das Mitglied des Organisationsteams Jens Leuteritz. In zwei Blöcken je 45 Minuten werden die Kurzfilme gezeigt, in der Pause gibt es ein Buffet. Am Abend des 2. Dezembers wird dann eine Preisverleihung stattfinden. Der Gewinner des Publikumpreises erhält 150 Euro.
Was es für Filme zu sehen gibt, möchte Organisator Jens Leuteritz noch nicht verraten. Beiträge wurden auch aus Österreich und der Schweiz eingesendet, außerdem sei die Qualität der Kurzfilme sehr gut. „Es gibt auf jeden Fall Real- und Animationsfilme, Action und Grusel, Melancholie und Witz“, gibt Jens preis.
Einen Tag später, am 3. Dezember, können noch einmal alle Filme gesehen werden – allerdings dann ohne Preisverleihung und Buffet. Der Eintritt für die Veranstaltung beträgt zwei Euro.
Flyer: Veranstalter
Es war ein wenig ruhig geworden. Doch das Studententheater StuThe hat viel vor im neuen Semester, wie Erstsemester und Neugierige am vergangenen Dienstag in den StuThe-Räumen bei einer Aufführung erfahren konnten: Bekannte Stücke, wie “Homo Pilicrepus – der ballspielende Mensch” werden wieder aufgeführt und neue Produktionen sind angedacht. Doch erneut drängen sich Raumprobleme in den Theaterbetrieb.
Seit der 15-jährigen Vereinsgeschichte musste das StuThe oft umziehen: Von der Stralsunder Straße 10, über die Soldmannstraße bis zur Falladastraße. Ende 2009 ereilte das Studententheater die plötzliche Nachricht, dass sie ihre bisherige Stätte in der Soldmannstraße innerhalb von zwei Wochen verlassen sollten. Seither sind sie in Räumlichkeiten der Falladastraße 2 untergekommen, teilweise wurde das Theatermaterial in der Mensa zwischengelagert. Dass das alte Institut für Sportwissenschaften in der Falladastraße aber nur eine Übergangslösung darstellte, war von Anfang an klar. Bald sollten die Mitglieder des Studententheaters neue Räume in der Soldmannstraße, dem Kinderpavillon, übergangsweise beziehen. Hier wurde bereits renoviert – bis vor Kurzem Schimmel hinter den Möbeln entdeckt wurde und nun der angedachte Umzug gekippt wurde. Die Renovierung würde zu teuer. „Das Problem ist, dass uns aber auch keine Alternative zum Kinderpavillon angeboten wurde“, erklärt Vorstandsvorsitzender des Studententheaters Jens Leuteritz. Nun befünde sich das Studententheater in einem Schwebestatus.

Vorstandsvorsitzender Jens Leuteritz im Interview mit dem webMoritz. "Wir wollen eine feste Spielstätte."
Jens verrät, dass es die Grundbestrebung des StuThe sei, das Haus in der Falladastraße 2 zu behalten: „Eigentlich sollten wir hier nicht mehr sein, aber wir wollen hier bleiben.“ Doch dies sei derzeit nicht so einfach: Mit dem Betrieb für Bau- und Liegenschaften gebe es Querelen und das Gebäude ist stark baufällig. Es gibt Risse in den Wänden und nicht angestellte Heizkörper, was Vorstandsmitglied Sven Laude, der durch das Programm am Abend führte, dem Publikum charmant beibringt: „Eine gute Nachricht habe ich. Heute Abend haben wir eine Heizung. Nämlich euch!“ Doch die Sanierungsarbeiten am Haus in der Falladastraße werden gescheut – bald werde es eine Baubegehung von Seiten der Universität geben. Die Mitglieder des StuThe selbst werden zunächst am Haus arbeiten und zeigen, dass sie hier bleiben wollen. „Wir wollen eine feste Spielstätte und sind auf einen intakten Probebetrieb angewiesen“, erläutert Vorstandsvorsitzender Jens. Nun werden Partner gesucht, „die das Haus mit uns gemeinsam tragen“, sagt Sven Laude, der seit 15 Jahren Mitglied beim StuThe ist. Die Verhandlungen mit der Universität seien schwierig, so Laude. „Sie wollen uns schon fördern, können es aber nicht in den Maßen.“
Neue Projekte sind für die kommende Zeit angedacht: So wird das Stück „Stalker“ in Zusammenarbeit mit dem Theater Vorpommern bald auf die Bühne gebracht und auch die Probearbeiten zum neuen Stück „Das Phantom“, aus dem einige Szenen am vergangenen Dienstag zu sehen waren, werden voraussichtlich im November abgeschlossen sein. Bei der Aufführung am Dienstag sollte ein Querschnitt der Arbeit präsentiert werden und es wurden Szenen aus den bekannten Produktionen „Die Grüne Gans“ und „Homo Pilicrepus – der ballspielende Mensch”, welches am 18. Oktober in der Brasserie Hermann wieder aufgeführt wird, gezeigt. Begeistert sahen die Zuschauer weiterhin kurze Szenen der Improvisationsgruppe Ma´ma ernst. Zwei Ausschnitte zeigen das Genrespiel: Die gleiche Szene wird einmal als Bollywoodfilm, einmal als Bestandteil der Sendung Musikantenstadl improvisiert aufgeführt.
Ein wenig Bewegung kam bereits in den Prozess: Zumindest wurden die Heizungen nun angestellt. Wo das StuThe aber genau unter kommen wird, ist zunächst ungewiss. Optimistisch bleibt Vorstandsmitglied Sven Laude trotzdem: „Egal, wie die Rahmenbedingungen sind, es kommt immer was dabei raus.“
Fotos und Videos: Patrice Wangen