Theater-und Improfreunde aufgepasst! Am 05.06. und 19.06. finden zwei Improvisationstheater-Auftritte im Botanischen Garten Greifswald statt. Beim ersten Auftritt „Sommerspiele“ (05.06.) dreht sich alles um das Thema Sommer. Beim „Krimi“-Format (19.06.) entwickeln und lösen die Spieler*innen gemeinsam mit dem Publikum einen improvisierten Kriminalfall. Beginn ist jeweils um 19 Uhr.
Veranstalter und Künstler*innen
Veranstalter des Events ist das „StuThe“ (Kurzform für StudentenTheater). Das Studententheater der Universität Greifswald (e.V.) ist bereits seit über 20 Jahren die Anlaufstelle für Student*innen, die sich im Theaterspielen ausprobieren möchten. Im Verein werden viele verschiedene Veranstaltungen und Workshops angeboten, durch die Student*innen ihr persönliches „Theatergen“ entdecken und ausleben können. Die beiden Impro-Auftritte werden von “Ma’Ma Ernst”, der Improvisationstheatergruppe des StudentenTheaters, gespielt. Ohne festgelegtes Drehbuch werden die Auftritte von Impulsen aus dem Publikum gelenkt. Dabei reichen bereits einzelne Worte oder Emotionen, die einen unvergesslichen und einzigartigen Abend entstehen lassen. Weitere Infos findet ihr hier: StudentenTheater der Universität Greifswald e.V. – Theater ist eine menschliche Eigenschaft
Location
Der Botanische Garten Greifswald wurde bereits im Jahre 1763 als Arzneipflanzengarten der Universität Greifswald gegründet. Seit 1886 befindet er sich vor den Toren der Altstadt in der Münsterstraße. Er umfasst eine Gewächshausanlage, in der frostempfindliche Pflanzen untergebracht sind, sowie einige Tropenhäuser in denen eine Vielzahl tropischer Nutzpflanzen gedeiht. Von Kakteen über Wasserpflanzen bis hin zu Tierfallenblumen ist alles in dem historischen Garten vertreten. Neben Veranstaltungen wie dem Improvisationstheater werden ebenfalls regelmäßige Führungen durch den Garten angeboten. Hier sind die Öffnungszeiten der Gewächshausanlage und des Freilandbereichs:
Montag bis Freitag ganzjährig | 09:00 bis 15:45 Uhr Feiertag, Samstag und Sonntag Dezember bis Februar | 13:00 bis 15:00 Uhr März, April, Oktober, November | 13:00 bis 16:00 Uhr Mai bis September | 13:00 bis 18:00 Uhr
Kurz & knapp
Wann? 05.06. mit „Sommerspiele“ & 19.06. mit „Krimi“; jeweils um 19Uhr Wo? Botanischer Garten; Münterstraße 2, 17489 Greifswald Wer? Improvisationstheatergruppe “Ma’Ma Ernst” des StudentenTheaters der Uni Greifswald Eintritt auf Spendenbasis Veranstalter: StuThe Greifswald e.V Hier geht es zur StuThe-Webseite Hier geht es zum Instagram-Ankündiger
Bildnachweis: Eric Recknagel
Im Web Weekly stellen wir euch jede Woche ein neues Kultur-Ereignis in Greifswald und Umgebung vor. Wir wünschen viel Spaß bei allen Veranstaltungen!
Der Nordische Klang hat wieder in Greifswald stattgefunden. Für das diesjährige Fest übernahm Estland die Schirmherrschaft. Das Event, welches nun schon zum 33. Mal in Deutschland stattfand, war voller fantastischer und wunderbarer Eindrücke, die man nicht so schnell vergisst; egal ob Ausstellungen, Vorträge, Filme oder musikalische Darbietungen.
Letztes Jahr haben sich zwei webmoritz.Redakeurinnen für euch aufgemacht, um ein paar der musikalischen Eindrücke zu erlangen. Part 1 und Part 2 könnt ihr dazu noch einmal nachlesen. Auch dieses Jahr waren sie für euch unterwegs und haben sich diverse musikalische Darbietungen zu Gemüte geführt.
YrrY: Experimentell, Ehrlich, Erstaunlich
Am 07. Mai trat das Quartett YrrY auf, bestehend aus Carmen Bóveda (Cello), Mari Garcés (Gesang), Håkon Skjæret (Schlagzeug, Xylophon), und Owen Weaver (Schlagzeug). Die Band aus Norwegen verbindet ihre Liebe für neue Musik und ungewöhnliche Instrumente. Damit geht auch ein sehr ungewöhnlicher Sound einher, denn die jungen Musiker*innen begannen ihre Darbietung auf ganz andere Art und Weise: sie setzten den Fokus auf genau die Dinge, die bei einer guten Performance eigentlich vermieden werden sollten. Über fünf Minuten lang lauschten wir den Klängen von Räuspern, Stühleschaben, Feedback des Mikrofons, Quietschen eines Ständers, oder ungewollten Tönen eines Instruments.
Ein weiteres Stück der Band wird mir lange noch im Gedächtnis bleiben. Hintergrund dazu war die Geschichte eines Mannes, der über das Meer flüchtet, und genauso klang das Stück auch. Schweres Atmen ins Mikrofon simulierte die Brandung, Xylofon und Cello ahmten das Quietschen und Ächzen eines großen Frachtschiffes nach, und das Schlagzeug erzeugte einen sich tadellos einfügenden metallenen Sound dazu. Hört gern einmal in den Musikclip hinein und schließt dabei eure Augen. Ich ertappte mich dabei, wie ich angestrengt lauschte, um auch ja jeden Ton herauszuhören.
Zum Ende zeigten sich YrrY noch von ihrer schauspielerischen Seite. Zur Frage, was Musikalität eigentlich bedeutet, liefen sie auf der Bühne herum, schwenkten ihre Instrumente umher, tauschten sie auch mal untereinander aus, oder bauten alles komplett ab und dann wieder auf. Zum Schluss standen sie vor ihren zu einem Berg aufgestapelten Musikinstrumenten, rezitierten ein Gedicht und sangen dann a capella dazu, was es heißt, Musikalität zu besitzen.
Dieser einprägsame Abend traf sicherlich nicht den Geschmack von Allen – direkt neben uns saß jemand, der sich im Anschluss bei seiner Begleitung über die Band beschwerte, und gerade den letzten Akt schrecklich fand. Ich kann mir vorstellen, dass ein paar der Zuschauenden diese Meinung teilten (ich selbst fand das letzte Stück ebenfalls ungewohnt und etwas zu lang), aber grundsätzlich ist so eine Darbietung doch total spannend, gerade weil sie so anders und kontrovers ist. Eine angenehme Unterhaltung zum Zurücklehnen war es sicher nicht – doch das soll sie gar nicht sein.
Die dänische Band Kalaha trat am selben Abend auf. Niclas Knudsen (Gitarre & Talk Box), Emil de Waal (Drums & Percussion), Jens ‘Rumpistol’ Christiansen (Synths & Gesang), und Anders Stig Møller (Bass & Laptop) spielten energiegeladene Lieder und sorgten für einen angeregten Abend, an den ich gern zurückdenke.
Hier ging es um einiges rockiger zu, und schon bald schwangen die Ersten ausgelassen das Tanzbein. Die 2014 gegründete Band verbindet verschiedene Genres, von Acid Rock und improvisiertem Jazz bis hin zu anatolischem Funk und Acid Techno, was ihnen bereits einen Danish Music Award, einen Carl Award und zahlreiche Nominierungen einbrachte.
Auf der Bühne spielten sie ausgelassen und wild. Gerade der Schlagzeuger tobte sich richtig aus und steckte uns mit seiner Begeisterung an. Man merkte den Musikern das jahrelange Zusammenspiel und den Spaß auf der Bühne sehr an. Die türkische Sängerin Hilal Kaya, mit der die Band kollaborierte, kam ebenfalls für ein paar Lieder auf die Bühne. Mit klarer Stimme sang sie auf türkisch, was sich unerwartet gut mit dem rockigen Sound der Band verbinden ließ.
Hier findet ihr Kalaha feat. Hilal Kaya zum selbst Reinschnuppern.
Maja Mannila Trio: Fusion Jazz, der belebt
Am 08.05. trat das Maja Mannila Trio im St. Spiritus zur Jazznacht auf. Die finnische Band der Soul/Jazz-Sängerin hat bereits einen beträchtlichen Stein im Brett der europäischen Jazz-Szene. Zusammen mit Johannes Granroth (Bass) und Severi Sorjonen (Schlagzeug) performte Maja Mannila ihre selbst geschriebenen Lieder auf Englisch. Einflüsse des Jazz, Gospel und R’n’B finden sich in ihrem Stil wieder und machten auch diesen Abend zu einer musikalischen Delikatesse.
Letztes Jahr gehörte die Jazznacht zu einem meiner liebsten Abende des Nordischen Klangs, und auch dieses Mal wurde ich nicht enttäuscht. Mal langsam und nur mit Bass begleitend, mal laut, rhythmisch und kühn verzauberte das Trio die Gäste. Unter anderem wurden Songs wie „With you“, „Daydream“ oder „Fly“ gespielt – letzteren schrieb Maja Manilla mit gerade mal 16 Jahren. Besonders die verschiedenen Soli von Schlagzeug, Bass und Gesang, die nochmal die individuelle Stärke der Künster*innen zeigten, haben es mir angetan.
Rahel Talts Quartet: Zusammenspiel der feinsten Art
Der Jazzabend ging weiter mit der Band der estnischen Pianistin Rahel Talt. Sie performten ihre Stücke, welche akustischen Jazz mit Einflüssen aus dem Bebop und der Tradition fusionierten. Mit Mariusz Praśniewski (Polen) am Bass, Jesper Lørup Christensen (Dänemark) am Schlagzeug, Donatas Petreikis (Litauen) am Saxophon und Rahel Talts (Estland) am Klavier sorgte die Band für einen klangvollen, energetischen Abend.
Rahel Talt verbindet in ihrer Jazzmusik alte mit neuen Zeiten, was an Stücken wie „Present Moment“ oder „Russel“ gut zur Geltung kommt. Besonders beeindruckend war das Zusammenspiel der Vier. Das Saxofon fügte sich nahtlos mit dem Kontrabass und dem Klavier ein, und zwischenzeitlich muteten Rahel Talts Finger an, als flögen sie über die Pianotasten. Zwischenzeitlich hatte ich das Gefühl, von einem Tornado des Jazz überrollt zu werden – ein Erlebnis, das ich jederzeit wiederholen würde.
Beendet wurde der Abend mit einer jazzigen Interpretation eines Esti Folksongs. Tänan teid väga!
Es gibt, wie letztes Jahr auch, einen zweiten Teil – also stay tuned!
Zur Person der*des Autor*in
Marthe (sie/ihr) ist den weiten Weg von Rostock nach Greifswald im WiSe 2020/21 gekommen, um Kommunikationswissenschaften und Anglistik zu studieren. Seit März 2023 ist sie bei den moritz.medien als Autorin und Lektorin dabei. Einige ihrer liebsten Dinge sind Espresso, Katzen und Filme.
Das Studententheater Stuthe wartet am Freitag dem 9. Juli gleich mit zwei Aufführungen auf. Zum einem das bereits mehrmals aufgeführte Stück „Die Grüne Gans“. Zum anderen findet in der Brasserie Hermann die Premiere von „Homo Pillicrepus – ein Fußballspiel“ statt. Am Sonnabend geht’s dann im IKuWo weiter: Das Improvisationstheater „Ma’Ma Ernst“ wird dann nach den Wünschen des Publikums spielen.
Am 9. Mai führt das Stuthe die "Grüne Gans" erneut auf. Zum ersten mal im Rubenowsaal.
Bei der „Grünen Gans“ handelt es sich um ein humoristisch-absurdes Theaterstück, welches aus einer Sammlung von Texten des polnischen Literaten Konstanty Idelfons Gałczyñski besteht. Die Greifswalder Studierenden des Stuthe haben unter Leitung des Schauspielers Lukas Goldbach Gałczyñskis Texte, welche auf die alltäglichen Absurditäten im damaligen sozialistischen Polen hinweisen, in Bezug auf ihren eigenen Alltag gelesen. Das Stück wird am Freitag um 20 Uhr im Rubenowsaal der Stadthalle aufgeführt. Der Eintritt beträgt 13 Euro, für Studenten 8 Euro.
Bei „Homo Pillicrepus- ein Fußballstück“ handelt es sich um das „Spiel der Spiele“: „WIR“ gegen „DIE“. Mit „Die“ sind nach Aussagen des Studententheaters die anderen gemeint: die Wissenschaftler, welche meinen, der Mensch sei ein homo sapiens, die Philosophen, welche meinen, der Mensch sei ein homo faber. Doch „Wir“ – also die Darsteller auf der Bühne – meinen, dass der Mensch ein „Homo Pillicrepus“ sei, ein ballspielender Mensch. Das Spiel beginnt am Freitag um 20 Uhr in der Brasserie Hermann. Der Eintritt beträgt sechs Euro beziehungsweise vier Euro für Studierende.
Wer bis dahin noch nicht genug vom Schauspiel hat, kann sich einen Tag später, am 10. Juli ins IKuWo begeben. Hier wird die Improvisationstheatergruppe „Ma‘ Ma ernst!“ auftreten. Und wie es beim Improvisationstheater so üblich ist, kann noch nichts darüber gesagt oder geschrieben werden, worum es sich bei dem Stück drehen wird. Denn das wird alles spontan entschieden. „Deine Vorgabe entscheidet zwischen Müllabfuhr und Mondlandung“, heißt es am Sonnabend ab 21 Uhr im IKuWo. Der Eintritt beträgt 3 Euro.