kultur kompakt: Was ist so los am langen Wochenende?

kultur kompakt: Was ist so los am langen Wochenende?

Das erste von zwei verlängerten Wochenenden steht mit Himmelfahrt vor der Tür. Oder auch Herren-, Männer-, Vatertag genannt. Wer sich nicht der fragwürdigen Tradition hingibt, viel Alkohol zu konsumieren und danach die restlichen Tage zum Ausnüchtern im Bett zu verbringen, kann das Kulturangebot nutzen. Lernen kommt später. (mehr …)

„Welt Macht Geld“ – Entwicklungspolitische Tage in Greifswald

Am Dienstag, dem zweiten November beginnen die Entwicklungspolitischen Tage.

„Geld ist … der Geburtshelfer beinahe allen Fortschritts in der Geschichte“, schwärmt Niall Ferguson, Historiker der Harvard Universität. „Die erfolgreichste Erfindung der Menschheit erweist sich als ebenso genial wie zerstörerisch“, heißt es hingegen im Film „Der Schein trügt“ von Claus Strigel. „Welt Macht Geld“ ist das Motto der diesjährigen Entwicklungspolitischen Tage (EP-Tage) Mecklenburg-Vorpommerns, die bereits zum zehnten Mal in Greifswald und Rostock stattfinden und am Dienstag, dem 2. November im Pommerschen Landesmuseum feierlich eröffnet werden. Bis zum 13. November finden zahlreiche Veranstaltungen rund um das Thema Geld statt. Im Mittelpunkt stehen dabei die aktuelle Finanzkrise und deren Ursachen. In der Pressemitteilung der Organisatoren heißt es unter anderem:

„Die aktuelle Finanzkrise ist nicht aus heiterem Himmel gefallen. Vielmehr ist ihr Ablauf typisch für viele zurückliegende Krisen. Warum ziehen wir so wenig Lehren aus der Geschichte? Mit dem heutigen Geldsystem werden wir die Probleme unserer Zeit nicht lösen: Armut und Hunger, Konflikte um Ressourcen, Umweltzerstörung und Klimawandel. Liegt es in der Natur des Geldes, dass die Mehrheit der Weltbevölkerung den Preis für den Reichtum Weniger bezahlt? Kann die Macht des Geldes über die Menschheit wieder abgelöst werden von der Macht der Menschen über das Geld?“

Mit diesen Problemen und Fragen beschäftigen sich die Veranstaltungen der Entwicklungspolitischen Tage. In diesem Zusammenhang soll aus unterschiedlichen Perspektiven an das Thema Geld heran gegangen werden. Es sollen Möglichkeiten alternativen Wirtschaftens aufgezeigt und der Versuch unternommen werden, diese gemeinsam mit den Teilnehmern weiter zu entwickeln.

Zur Einführung in das komplexe Thema zeigen die Veranstalter in Kooperation mit dem Filmclub Casablanca den Streifen „Let’s make Money“ während der Eröffnungszeremonie am Dienstag, dem zweiten November um 19 Uhr im Pommerschen Landesmuseum. Anschließend gibt es einen kleinen Empfang mit Buffet.

Seit 2001 findet die sich an gesellschaftlichen, von globaler Relevanz orientierende Veranstaltungsreihe regelmäßig einmal im Jahr statt und wird vom Eine- Welt- Landesnetzwerk in Zusammenarbeit mit dem Greifswalder Weltladen organisiert. Beteiligt sind unter anderem die Greifswalder Ortsgruppe von Amnesty International oder die Vereine „Kultur- und Initiativenhaus Greifswald e.V.“ und „DAZ e.V.“.

Das Programm2010 der diesjährigen EP-Tage gibt es hier.

Bildnachweis: Veranstalter (Flyer Welt Macht Geld, keine CC-Lizenz)

Die Kunst des negativen Denkens im Theater

Ein schwerer Unfall. Geirr sitzt von diesem Zeitpunkt an im Rollstuhl, sieht die Welt in schwärzesten Farben, hört Johnny Cash, hat eine Vorliebe für Joints und steht auf Weltuntergangs-Kino. Ingvild hält die schlechte Laune ihres 33-jährigen Freundes kaum noch aus und lädt die Gruppentherapeutin Tori mit ihrer Gruppe „vorbildlich Behinderter“ ein, die verpflichtet sind, ihr Schicksal ausschließlich positiv zu sehen und immer zu lächeln.

Doch Geirr hält nichts von heuchelndem, zwangsverordneten Optimismus. Und so dreht er den Spieß um, kontert mit Sarkasmus und schlagenden Argumenten. Das Ergebnis des von Bard Breien gedrehten Filmes ist eine „schonungslose, konsequente“ und durch „radikalen Witz“ geprägte „Feelbad-Komödie“. Als der Film vor zwei Jahren der Öffentlichkeit präsentiert wurde, erhielt er bei den Nordischen Filmtagen in Bonn den Publikumspreis und wurde ein Jahr zuvor in Lübeck zum Besten Film gekürt. Darüber hinaus erhielt der skandinavische Streifen den Filmpreis des Norddeutschen Rundfunks (NDR).

In Kooperation mit dem Greifswalder Filmclub Casablanca e.V. zeigt das Theater Vorpommern am 18. Oktober um 21 Uhr im Saal des Theaters den Streifen. Karten sind nur an der Abendkasse erhältlich. Der Filmclub Casablanca zeigt bereits seit mehreren Jahren im Theater Vorpommern preisgekrönte Filme, für die es in den großen Kinopalästen keinen Platz gibt.

Bild: Filmclub Casablanca (Filmclub Casablanca)