Alle Artikel mit dem Tag: Fahrrad

AntiAtomAktion: Fahrrad-Trek vom 25.04.

Geschrieben von | Veröffentlicht am 5. Mai 2011 um 22:19 Uhr

Am Ostermontag, dem 25. April, veranstaltete das Anti-Atom-Bündnis NordOst einen Fahrrad-Trek von Schwerin bis Lubmin. Insgesamt 2000 Teilnehmer beteiligten sich an der Tour. Auch die Meinungen der umliegenden Dorfbewohner zum Thema Atomkraft kommen hier nicht zu kurz.


“Zahl der Fahrraddiebstähle halbiert”: Interview mit Polizeihauptkommissar

Geschrieben von | Veröffentlicht am 28. Oktober 2010 um 10:00 Uhr

Über Diebstähle, Unfälle und die Sicherheit von Fahrrädern stand Polizeihauptkommissar Volker Mehl dem webmoritz Rede und Antwort.

webMoritz Herr Polizeihauptkommissar Mehl, es heißt, dass jeder Student mehrere Fahrräder während seines Studiums braucht. Wie viele Fahrräder werden gestohlen und wie hoch ist die Aufklärungsquote?

Volker Mehl Zwar gab es im letzten Jahr elf Fahrraddiebstähle mehr als im letzten Jahr, aber in den letzten zehn Jahren ist die Zahl von 2.400 auf 1.200 zurückgegangen. Ursache ist dafür, dass wir in Greifswald als einzige Polizeiinspektion ein Sachgebiet „Operative Maßnahmen“ haben. Die Beamten kümmern sich um Straßenkriminalität: Fahrraddiebstähle, Kfz-Diebstähle, Kfz-Sachschaden. Die Aufklärungsquote der Fahrraddiebstähle lag mal bei ein Prozent, jetzt sind wir bei etwa 20 Prozent angelangt. Die Dunkelziffer ist relativ niedrig, weil viele Geschädigte aus Versicherungsgründen Anzeige erstatten.

Polizeihauptkommissar Volker Mehl

Polizeihauptkommissar Volker Mehl

webMoritz Sind Studenten eher die Verkehrssünder oder geht dies quer durch die Greifswalder Bevölkerung?

Mehl Überwiegend entfallen die meisten Fahrradunfälle auf die Gruppe der 15- bis 30-jährigen. Das heißt aber nicht automatisch, dass dies Studenten sind.

webMoritz Wie viele Unfälle passieren mit Radfahrern in Greifswald? Wann kommen diese hauptsächlich vor?

Mehl Im Jahr 2009 haben wir 243 Fahrradunfälle verzeichnet. Das sind etwa Prozent aller Verkehrsunfälle.  Erstaunlicherweise passieren die meisten Unfälle nicht abends, sondern zwischen mittags und abends. Im Jahr 2009 passierten die meisten Fahrradunfälle im Juni und Juli.

webMoritz Es ist Herbst und abends wird es immer eher dunkler. Begegnen Ihnen oft Räder ohne Licht? Wie teuer würde dies für den Radfahrer werden?

Mehl Ja, das kommt oft vor. Dafür sind dann laut Bußgeldkatalog 10 Euro fällig. Teurer wird es, wenn es zu einem Unfall oder einer Gefährdung kommt.

webMoritz Was benötigt ein Fahrrad, um als sicher zu gelten?

Mehl Der Hauptpunkt ist die Beleuchtung. Beleuchtung heißt natürlich vorne Scheinwerfer mit weißem Rückstrahler und hinten entsprechend rotes Rücklicht mit Rückstrahler. Die Rückstrahler sind meistens darin eingebaut. Außerdem sind zwei unabhängig voneinander funktionierende Bremsen Pflicht. Notwendig sind auch gelbe Pedalrückstrahler und Speichenreflektoren beziehungsweise Räder mit einem weißen reflektierenden Rand. Die Klingel darf auch nicht fehlen.

webMoritz Dürfen Räder unter 11 Kilogramm (Sporträder) mit batteriebetriebenen Lichtern ausgestattet sein?

Mehl Es handelt sich laut Straßenordnung um Rennräder und da können auch batteriebetriebene Lichter genutzt werden. An einem normalen Fahrrad ist aber Dynamobetrieb für die Beleuchtung vorgeschrieben.

webMoritz Danke für das Gespräch.

Das Interview führte David Vössing.

Verteilung der Fahrradunfälle im Tagesverlauf

Verteilung der Fahrradunfälle im Tagesverlauf

Fahrradunfälle 2009 in den einzelnen Monaten

Fahrradunfälle 2009 in den einzelnen Monaten

Fotos: David Vössing

Grafiken: Jakob Pallus

Radwege werden weiter ausgebaut

Geschrieben von | Veröffentlicht am 26. Juni 2010 um 11:37 Uhr

Immer wieder beschweren sich Radfahrer und Fußgänger über die Wege in der Anklamer Straße. Zu schmal sind die Wege, als dass für beide genug Platz wäre. Nachdem nun die Winterschäden an den Straßen beseitigt worden sind, soll nun die Fuß- und Radwegsituation in der Anklamer Straße in Angriff genommen werden.

Die Radfahrstreifen sollen Unfallschwerpunkte wie hier entschärfen.

Bisher mussten Radfahrer auf dem Bürgersteig fahren und sich diesen mit Fußgängern teilen. Wirklich schnell kam man als Radler nicht voran. Dies soll sich nun ändern. Die Stadt will die die sogenannte Radwegenutzungspflicht auf der Verkehrsachse aufheben. Im Klartext bedeutet das: Radfahrern wird in Zukunft erlaubt werden, auf der Straße zu fahren. Wem das allerdings unangenehm ist, darf weiterhin den Bürgersteig benutzen.

Zu diesem Zweck werden auf der Fahrbahn Markierungen für einen Radschutzstreifen angebracht werden. Geplant ist diese Maßnahme auf dem Abschnitt Nexöplatz-Europahotel stadtauswärts, sowie in der Gegenrichtung von der Bugenhagenstraße bis zur Stadthalle. Ab der Stadthalle wird dann, wie bisher, ein kombinierter Rad-Fußweg beibehalten.

Ziel des Vorhabens ist es, Unfallschwerpunkte zu entschärfen, wie beispielsweise die Parkplatzeinfahrt am Nexöplatz. Laut Statistik ist das Fahren auf solchen Streifen im fließenden Verkehr sehr sicher. Es gibt kaum Unfälle. Nach wie vor gilt auf der Anklamer Straße übrigens, dass Radfahren auf dem Bürgersteig nur in Fahrtrichtung erlaubt ist. Radfahrer in Gegenrichtung erzeugen dort regelmäßig Unfälle mit Fußgängern, entgegenkommenden Radfahrern und Autofahrern.

Dennoch sind diese Maßnahmen keine endgültige Lösung. Langfristig ist ein Ausbau der Anklamer Straße geplant. Wann es allerdings so weit ist, steht noch in den Sternen.

Stadt plant weitere Maßnahmen

Der Gehweg im Karl-Liebknecht-Ring ist ab sofort zwischen Hans-Beimler-Straße und Lomonossowallee auch für Fahrradfahrer frei. Zudem wird in der zweiten Jahreshälfte in der Franz-Mehring-Straße ein Radfahrstreifen auf der Fahrbahn markiert werden. Dieser hat im Gegensatz zu den geplanten Streifen in der Anklamer Straße eine durchgezogene Linie und darf nicht von Autos überfahren werden. Die Verlängerte Scharnhorststraße wird auf dem Abschnitt zwischen Osnabrücker Straße und Loitzer Landstraße zur Fahrradstraße umgewandelt werden. Außerdem werden die Bürgersteige in der Gützkower Landstraße instand gesetzt werden. Bisher waren hier teilweise nur Betonplatten verlegt.

Diagonalquerung der Europakreuzung nun doch nicht mehr?

Der Bau der Diagonalquerung steht wieder in den Sternen.

Wie mit der Diagonalquerung der Europakreuzung verfahren wird, bleibt nach Angaben der Ostsee-Zeitung bis auf Weiteres unklar.  Nachdem die Pläne Anfang des Jahres angenommen worden sind, regt sich nun doch Widerstand in der Bürgerschaft. Grund: Statt der geplanten 100.000 Euro belaufen sich die Kosten für die Querung nach neuesten Informationen auf 205.000 Euro. Davon entfallen allerdings nur 30.000 Euro auf die eigentliche Querung. Den Rest verschlingt eine neue Ampelanlage mit moderner Steuerung – 90.000 Euro – und der Ausbau der Kreuzung – 70.000 Euro. Nach diesen Umbaumaßnahmen fiele eine der beiden Linksabbiegerspuren im Hansering weg.

Das und die Mehrkosten sind Grund für die CDU-Bürgerschaftsfraktion und die Mitglieder der Bürgerliste, sich nun gegen die Diagonalquerung auszusprechen. Peter Multhauf, Linke, fordert, das Projekt erst einmal zu verschieben und die dafür geplanten 100.000 Euro in die Verbesserung der Radwege zu investieren. Der Ortsrat Innenstadt sieht das ähnlich und stimmte auf seiner letzten Sitzung mit 5:2 für Multhaufs Vorschlag. Auch die FDP-Fraktion schränkt ihre Befürwortung ein. Man unterstütze das Projekt nur, wenn es verkehrstechnisch nötig sei. Einzig SPD und Grüne sprechen sich weiterhin für die Diagonalquerung aus.

Inwieweit sich diese Auffassungen mit denen der Bürger decken, wollte die Ostsee-Zeitung erfahren. Dazu sie führte auf ihrer Webpräsenz eine Umfrage durch. Interessante Informationen zur Repräsentativität dieser Befragung sind auf dem Fleischervorstadtblog nachzulesen.

Bilder: Peter Rieck (kein CC!), Stadtverwaltung (kein CC!), Gabriel Kords/webMoritz-Archiv (Startseite)

Ordnungsamt: Fundsachen kommen unter den Hammer

Geschrieben von | Veröffentlicht am 22. Juni 2010 um 12:56 Uhr

In etwas besserem Zustand dürften die angebotenen Fahrräder wohl sein.

Im Ordnungsamt kommen am Mittwoch, dem 23. Juni, wieder einmal Fundsachen unter den Hammer. Die Versteigerung findet im Ordnungsamt in der Spiegelsdorfer Wende in Schönwalde I statt.

Wie die Stadt mitteilt, kommen dieses Jahr auch Gegenstände aus Zwangsvollstreckungen unter den Hammer. Was dem einen traurig stimmt, freut so womöglich den anderen. Denn es gibt einige Digitalkammeras, Spielkonsolen, DVDs und Bücher zu ersteigern.

Den größten Posten unter den Versteigerungsobjekten, die sich aus Fundsachen und Pfandsachen zusammensetzen, machen aber alljährlich die Fahrräder aus. Dieses Jahr kommen über 70 davon unter den Hammer. Aus der Ankündigung der Stadt geht hervor, dass hauptsächlich Damen- und Herrenräder versteigert werden, aber auch BMX-Räder, Mountain-Bikes sowie ein Kinderfahrrad.

In welchem Zustand die Versteigerungsobjekte sind, gab die Stadt nicht bekannt. Die Gegenstände können am Versteigerungstag zwischen 9 Uhr und 11 Uhr begutachtet werden. Die Versteigerung beginnt dann ab 11 Uhr. Die Erlöse der Versteigerung kommen der Stadtkasse zugute.

Motivbild: Cornelia Bertram via jugendfotos.de

Grüne gegen Parkhaus an der Mensa

Geschrieben von | Veröffentlicht am 1. Februar 2010 um 16:01 Uhr

Die Greifswalder Grünen kündigen Widerstand gegen das geplante Parkhaus an der Mensa an. In ihrer Pressemitteilung ließen sie verlauten, dass sie keinen Bedarf für ein Parkhaus sähen. Zuallererst müsse eine Überlastung der anderen Parkmöglichkeiten in Greifswald nachgewiesen werden.

Die OZ berichtete vergangene Woche über die Pläne der Greifswalder Parkraumbewirtschaftungsgesellschaft (GPG) für ein neues  Parkhaus neben der Mensa mit 200 Stellplätzen. Begründet wurde dies von den Geschäftsführern der GPG Detlef Borchert und Fred Wixforth mit erhöhten Bedarf.


Parkhaus an der Mensa auf einer größeren Karte anzeigen

Dies sehen die Grünen anders und schreiben in ihrer Stellungnahme;

Das für viel Geld eingerichtete Parkleitsystem zeigt eigentlich immer und zu jeder Tageszeit freie Plätze an. Zu allererst müssten belastbare Zahlen zur Auslastung der bestehenden Parkmöglichkeiten vorgelegt werden, die eine wirkliche Überlastung anzeigen.

Zudem weisen sie darauf hin, dass es auch bei erhöhtem Bedarf mögliche Alternativen für das Mensa Parkhaus gäbe. Die Grünen führten hier den Nexö-Platz an. Desweiteren argumentieren sie, dass das derzeitige Parkkonzept vorsieht den Autoverkehr möglichst außerhalb der Wallanlagen zu halten. Daran solle man sich halten.

In einer Stellungnahme nachzulesen auf dem Grünen-Blog sammelt Hans-Georg Wenghoefer etwaige Argumente gegen den Bau. Er weist auf die historische Bedeutung des stadtwalls hin, die man respektieren müsse. Die geplanten Steckdosen für Elektroautos ließen sich auch ohne Parkhaus realisieren.

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Hier könnte das Fahrradparkhaus entstehen

In den Leserbriefen der OZ spiegelt sich ebenfalls die Ablehnung der Bürger gegen den geplanten Bau wider. Robert Krowas findet, dass man den alten Wall wiederherstellen sollte und zusätzliche Parkmöglichkeiten für Fahrräder schaffen könne statt Bäume zu fällen. Diese Idee dürfte bei vielen Studenten Anklang finden, da die mangelnden Parkmöglichkeiten für Fahrräder schon lange für chaotische Zustände zu Stoßzeiten sorgten.

Über ein Fahrradparkhaus wird auch im Radverkehrskonzept nachgedacht. Hier böte sich eine Baulücke in der Domstr. an. Vor allem Touristen und Verwaltungsmitarbeiter könnten dort ihr Rad abstellen. Vorgesehen sind auch ein Infoladen, Schließfächer sowie eine Selbsthilfewerkstatt.

Bilder

Startseite – “martinroell” via flickr

Foto Baulücke – Stadt Greifswald

Dritte Bürgerkonferenz: Neue Ideen für den Radverkehr

Geschrieben von | Veröffentlicht am 29. Januar 2010 um 13:12 Uhr

Auf der dritten Bürgerversammlung zum Kommunalen Klimaschutz, in der es um das Radverkehrskonzept der Hansestadt Greifswald ging, gab es eine lebhafte Debatte zwischen Befürwortern und Gegnern über den Ausbau des Radverkehrs. Eine Vielzahl von Freunden des Radverkehrs sprach sich für den Ausbau aus, woraufhin Kritiker erwiderten, dass es nicht zu unsinnigen Verkehrsführungen für Autofahrer kommen dürfe. Insgesamt nahmen etwa siebzig Bürger teil und brachten ihre Meinung in den Radverkehrsplan ein.

In der Veranstaltungsreihe, die sich mit dem übergeordneten Ziel beschäftigt, den Ausstoß an CO2 zu senken, wurde im ersten Teil das Radverkehrskonzept durch die Stadt und die Planungsbüros Dr.-Ing. Ditmar Hunger aus Dresden vorgestellt und im Anschluss in drei getrennten Arbeitsgruppen diskutiert.

Bürger diskutieren über Möglichkeiten der Verbesserung

Bürger diskutieren über Möglichkeiten der Verbesserung

Bei der allgemeinen Debatte nach der Vorstellung des Planes entflammten kurzzeitig einige Emotionen. Einige Radverkehrsbefürworter hatten die Finger in die Wunde gelegt und die Schwachstellen der Verkehrspolitik angesprochen, wie z.B. die fehlende Diagonalquerung der Europakreuzung. Dies rief unter anderen einen Busfahrer aufs Tableau, der es für unverständlich hielt, warum für eine Diagonalkreuzung 100.000€ im Haushalt bereitgestellt würden, wenn für Busverkehr nicht einmal Geld für defekte Bus-Ampeln bereitstehe.

In den drei Arbeitsgruppen “Radroutenführung”, “Attraktivität der Radwege” und “Schwerpunkte” äußerten sich alle Bürger sehr positiv gegenüber den vorgestellten Projekten. Vor allem die Diagonalquerung und die Freigabe der Anklamer Straße sowie Domstraße gefielen. Auch die Erweiterung der Fahrradstraße begrüßten die Bürger.

Gerhard Imhorst im Gespräch mit einer Bürgerin

Gerhard Imhorst im Gespräch mit einer Bürgerin

Einige Punkte konnte die Teilnehmer den Planern noch mit auf den Weg geben. Zum einen müsse die Öffentlichkeitsarbeit intensiviert werden. Hier sahen viele Radfahrer Nachholbedarf vor allem in der Aufklärung der Autofahrer. Viele fühlten sich bedrängt vom motorisierten Verkehr und forderten teilweise sogar Kontrollen an gefährlichen Stellen. Auch an der Europakreuzung sehen die Einwohner Greifswalds noch Nachholbedarf. Es wurden die Vergrößerung der mittleren Insel angemahnt und auch die Ampelschaltungen müssten an die Fußgänger- und Fahrradströme angepasst werden.

Ein weiterer wichtiger Kritikpunkt betrifft die Radabstellmöglichkeiten. Hier sei Greifswald eindeutig unterentwickelt und müsse nachbessern. Auch die in Aussicht gestellten 16 Fahrradboxen am Bahnhof konnten die Bürger kaum zufriedenstellen.

Als aktueller und derzeit brennendster Punkt wurde die nicht vorhandene Räumung der Rad- und Fußwege kritisiert. Dies sei eine massive Benachteiligung des unmotorisierten Verkehrs und nicht hinnehmbar für die Bürger der Stadt.

Der verantwortlicher Planer Gerhard Imhorst zeigte sich zufrieden mit den Rückmeldungen und gab an, die Einwände in einen aktualisierten Radverkehrsplan bis März integrieren zu wollen. Dieser neue Plan wird dann im Frühjahr in den politischen Gremien besprochen. Wichtig sei es, so Imhorst, die Akzeptanz des Radverkehrs gegenüber den Autofahrern zu erhöhen. Dies benötige Zeit, was eben auch einen gewissen Lernprozess für alle Verkehrsteilnehmer beinhalte.

Winter in der Fahrradstadt

Geschrieben von | Veröffentlicht am 21. Januar 2010 um 07:30 Uhr

Ein Kommentar von Julia Löcherbach

Die selbst ernannte Fahrradhauptsstadt, die wir alle unser mehr oder weniger freiwilliges Zuhause nennen, versinkt im Schneechaos! Zumindest für Radfahrer und zu einem geringeren Teil für Fußgänger ist ordentliches Durchkommen in den letzten Tagen unmöglich. Die Straßen sind nicht geräumt, weil die Stadt kein Salz hat und aus diesem Grund sogar empfiehlt, aufs Rad zu verzichten. Diese Forderung ist aber in den Augen der meisten Studenten mehr als lächerlich. Denn wer früh morgens eine Veranstaltung am anderen Ende der Stadt besuchen möchte, der nimmt nicht einen dreiviertelstündigen Fußmarsch in Kauf. Gleiches gilt für das Erreichen von Vorlesungen tagsüber, wo die halbe Stunde Pause den Rest des Jahres sogar noch knapp für einen Zwischenstop in der Mensa reicht.

Schnee in der Langen Straße

Schnee in der Langen Straße

Das Problem, dass man sich auf den Drahtesel verlassen muss und damit auch auf befahrbare Straßen und Radwege, bleibt also bestehen. Die Eisflächen auf den Straßen, die oft unsichtbar unter dem dreckigen Schnee verborgen sind, machen das unfallfreie Fahren zur Unmöglichkeit. Selbst die berühmte Fahrradstraße Petershagenallee ist von solchen Gletscherspalten überzogen. Wenn das Eis einmal kein Problem darstellt, so liegt zentimeterdicker Schnee, der das Fortkommen stark erschwert und auch wenn sportliche Betätigung nach dem Weihnachtsfest gesund ist, so kann man sich angenehmere Formen vorstellen. Eine weitere Erschwernis sind die Autofahrer, die es nicht einzusehen scheinen, dass man bei so ein bisschen “Wasser” auf der Straße die Geschwindigkeit merklich unter 50 km/h reduzieren und/oder Rücksicht auf die schlitternden Radfahrer mitten auf der Straße nehmen sollte. Den gegenteiligen Exemplaren, die Schrittgeschwindigkeit auch außerhalb von Spielstraßen fahren, begegnet man nur, wenn man eine Straße queren möchte und sich die kalten Beine in den Bauch steht.

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Schein-Debatte über Strafen für Fahrradfahrer

Geschrieben von | Veröffentlicht am 12. Januar 2010 um 16:14 Uhr

In einem Artikel der Ostsee-Zeitung hat der Chef des Greifswalder Amtgerichts, Rudolf Kirchner, vor einigen Tagen Geldstrafen für “Radler-Rowdys” gefordert. Er sagte dem Lokalblatt: “Studenten verstehen nur die Sprache des Geldes.” Die Polizei solle besser eine Gebühr von 10 Euro erheben, anstatt nur zu ermahnen. Dem Artikel schloss die Ostsee-Zeitung sich auch gleich eine Online-Umfrage zu diesem Thema an, die zurzeit noch läuft und in der ein Großteil der Teilnehmenden eben diese Geldbußen befürworteten.

Fahrradfahrer auf dem Wall Foto: Torsten Krüger

Fahrradfahrer = Rowdys?

Der Artikel scheint viele Greifswalder an einem wunden Punkt zu treffen, wie es den eingesandten Leserbriefen zu entnehmen ist. Bodo Müller aus Potthagen schreibt, dass Einbahnstraßen und rote Ampeln  diese “Klientel” nicht interessierten. Noch einen drauf setzt der heute veröffentlichte Brief von Claudia Voß aus Greifswald. Für sie sind Radfahrer  “wirklich mehr als ignorant und denken offenbar, sie könnten sich alles erlauben.”

Was dem Herrn des Amtsgerichtes aber offenbar noch nicht aufgefallen ist und auch von den Journalisten der Ostsee-Zeitung nicht beachtet wurde: Die Polizei verteit bereits eifrig Bußgelder an Fahrradfahrer. Der webMoritz hatte bereits im Dezember über die Radkontrollen der Polizei berichtet und auch Greifswald-Blogger Oliver Wunder berichtete in seinem Blog darüber, für eine Ordnungswidrigkeit auf dem Fahrrad zur Kasse gebeten worden zu sein. Für den aktuellen Artikel verlieh er der Ostsee-Zeitung auch gleich noch einen “Populismuspreis”.

Foto: Torsten Krüger

Was sonst noch war: webMoritz kompakt

Geschrieben von | Veröffentlicht am 3. Januar 2010 um 13:53 Uhr

In den vergangenen Wochen hat sich weihnachtsbedingt nicht so viel wie sonst in der Hansestadt ereignet und der webMoritz ist für ein paar Tage in den Winterschlaf gefallen. Ein paar Nachrichten waren zwar nicht groß genug für einen eigenen Artikel, verdienen aber im Rahmen einer Presseschau ihre Erwähnung. Wir stellen im Folgenden zusammen, was sich in den letzten Wochen ereignet hat und bisher noch keinen Eingang auf den webMoritz fand:

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Jahreswechsel: Oberbürgermeister zieht Bilanz

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Das Denkmal für Caspar David Friedrich befindet sich noch in der Fertigstellung. Foto: privat

In einem Interview mit dem Nordkurier zieht Oberbürgermeister Dr. Arthur König eine kurze Bilanz des abgelaufenen Jahres. Der Originaltext des Interviews war nur am Erscheinungstag nachzulesen. In dem Interview nennt König die Eröffnung der Bahnparallele und die der sanierten Stadthalle als bauliche Höhepunkte des Jahres und gibt die Absicht der Stadt zu Protokoll, künftig mehr für Caspar David Friedrich zu tun. Neben dem Friedrich-Denkmal soll im kommenden Jahr auch das Caspar-David-Friedrich-Zentrum eröffnet werden. Außerdem ist ein Friedrich-Anbau an das pommersche Landesmuseum geplant. Die wirtschaftliche Situation der Greifswalder Unternehmen hält der OB trotz der Krise für stabil.

Städtischer Haushalt verabschiedet

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Drei Möglichkeiten zur Querung der Europakreuzung

Geschrieben von | Veröffentlicht am 5. Dezember 2009 um 02:33 Uhr

Am vergangenen Mittwoch hatte die Stadt zur zweiten Bürgerkonferenz ins Rathaus geladen. Schwerpunkt des Zusammekommens war der Radverkehr in Greifswald. Die Stühle im Rathaussaal waren gut besetzt, nur wenige (vor allem Politikersessel) blieben leer. Das Thema der zweiten Bürgerkonferenz zum kommunalen Klimaschutz stieß quer durch alle Bevölkerungsgruppen auf viel Interesse. Sowohl Studierende als auch Senioren hörten den Ausführungen des Verkehrsplanungsbüros Dr.-Ing. Ditmar Hunger aus Dresden zu.

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Variante 1 der Diagonalquerung der Europakreuzung. (Klicken zum Vergrößern)

In der ersten Bürgerkonferenz im Oktober waren die Ergebnisse der Verkehrsbefragung vorgestellt worden. Zudem hatte die Stadtverwaltung Greifswald zur Fahrradhauptstadt Deutschlands erklärt. Anhand mehrerer Karten konnten die BürgerInnen anschließend Forderungen und Verbesserungsvorschläge für den Verkehr in Greifswald äußern. Diese flossen nun zusammen mit den Ergebnissen der Verkehrsbefragung, der Fahrradzählung 2008 und Verbesserungsvorschlägen, die die Grüne Hochschulgruppe vor wenigen Wochen gesammelt hat, in die Analyse des Planungsbüros mit ein.

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