Alle Artikel mit dem Tag: Erwin Sellering

Center of Drug Absorption and Transport feierlich eröffnet

Geschrieben von | Veröffentlicht am 24. November 2011 um 23:31 Uhr

Der Neue Campus rund um den Berthold-Beitz-Platz ist um ein weiteres Gebäude reicher. Am 24. November wurde das neue Center of Drug Absorption and Transport, kurz C_DAT, mit hohem Besuch aus Landesregierung und Hochschulleitung feierlich eröffnet. In Zukunft erforschen hier die beiden Institute für Pharmazie und für Pharmakologie gemeinsam neue Medikamente und Therapien.

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Große Koalition bleibt *Update*

Geschrieben von | Veröffentlicht am 22. September 2011 um 17:19 Uhr

Zwei Wochen nach der Landtagswahl, aus der die SPD erneut als führende Partei hervor gegangen ist, sind nun die Sondierungsgespräche beendet. In je zwei Gesprächsrunden wurde mit der CDU und der Partei Die Linke. (PDL) über eine mögliche Regierungsbeteiligung diskutiert.

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CDU stürzt bei Wahlen ab, Sellering bleibt Ministerpräsident

Geschrieben von | Veröffentlicht am 5. September 2011 um 16:43 Uhr

Zwei Parteien hatten am Wahlsonntag Grund zum Feiern: SPD und Grüne. Während die Sozialdemokraten ihr Ergebnis im Vergleich zur vergangenen Landtagswahl noch mal erheblich steigern konnten, zogen die Grünen erstmals in den Schweriner Landtag ein. Ulf Dembski, Landratskandidat der SPD, bewertet das Landtagswahlergebnis als “hervorragend.” Mit 35,7 Prozent konnten die SPD 5,5 Prozentpunkte mehr holen, als bei der vergangenen Wahl.

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Was sonst noch war: webMoritz kompakt (12)

Geschrieben von | Veröffentlicht am 13. August 2011 um 14:59 Uhr

Hin und wieder gibt es Meldungen, die nicht groß genug für einen eigenen Artikel sind. Wir stellen im Folgenden zusammen, was sich in den vergangenen Tagen ereignet hat oder ereignen wird und bisher noch keinen Eingang in den webMoritz fand.

Am Freitag, dem 12. August, gab das Gesundheitsamt Greifswald bekannt, dass geringe Mengen Cyanobakterien, auch als Blaualgen bekannt, nachgewiesen wurden. An den Stränden in Eldena und auf Riems wurde das Wasser untersucht. Bislang sei keine Massenentwicklung der Blaualgen feststellbar gewesen, die Gesundheit der Badegäste sei daher nicht gefährdet, so das Gesundheitsamt. Man werde die Wasserqualität weiterhin untersuchen.

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Im Kampf ums Direktmandat: Erwin Sellering im Interview

Geschrieben von | Veröffentlicht am 18. Juli 2011 um 21:01 Uhr

Am 4. September sind Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern. Für die Journaille hat das vor allem zwei Vorteile: Zum einen gibt stets etwas zu berichten und zum anderen sind die Politiker auch noch viel gesprächiger als sonst. Vielleicht hängt es auch damit zusammen, dass Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) am vergangenen Wochenende Zeit fand, zu Besuch in die webMoritz-Redaktion zu kommen. Sellering ist Spitzenkandidat seiner Partei und tritt zudem als Direktkandidat für den Wahlkreis Greifswald an – obwohl er seit Längerem in Schwerin wohnt. Während des halbstündigen Besuchs fragte der webMoritz den Landesvater nach diesem und anderen Themen, etwa dem Theater Vorpommern, dem Status der Greifswalder Geisteswissenschaften oder der Zukunft der jungen Leute in MV.

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David Wulff will für die FDP in den Landtag ziehen

Geschrieben von | Veröffentlicht am 8. April 2011 um 12:16 Uhr

FDP-Landtagskandidat David Wulff

Als Nachfolger von Zahnarzt Sebastian Ratjen zieht es den 25-jährigen David Wulff in den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern. Vor ein paar Tagen nominierte die FDP Greifswald den gebürtigen Mecklenburger zu ihrem Kandidaten für das Schweriner Schloss. Einfach wird es für ihn nicht: “Ich muss mich bei den Landtagswahlen im September gegen zwei Präsidenten durchsetzen, zwischen denen es ein knappes Rennen geben wird”, prognostiziert David, der damit seine Chancen für das Direktmandat gering einschätzt. Mit den beiden Präsidenten ist Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) und Bürgerschaftspräsident Egbert Liskow (CDU) gemeint.

David Wulff war Stupist und spricht von einer lehrreichen Zeit

Aber wer ist David Wulff überhaupt? Höhere Semester, die sich in der Hochschulpolitik auskennen, werden sich an ihn noch als Mitglied des Studierendenparlaments erinnern. Über drei Legislaturperioden war er dort unter anderem im Haushaltsausschuss tätig und machte erste parlamentarische Erfahrungen. “Es war Parlamentsarbeit pur und eine extrem lehrreiche Zeit mit sehr lebhaften, konstruktiven Diskussionen.Wir haben auf hohem Niveau gestritten”, zieht der ehemalige Hochschulpolitiker ein positives Fazit aus seiner StuPa-Tätigkeit. Auch in der Liberalen Hochschulgruppe war er als stellvertretender Vorsitzender aktiv. In der Kommunalpolitik war David Sachkundiger Bürger im Bildungsausschuss des Parchimer Kreistages und ist momentan Stellvertreter für den Finanzausschuss der Hansestadt Greifswald.

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Studententheater übergibt Konzept an Ministerpräsidenten

Geschrieben von | Veröffentlicht am 11. Januar 2011 um 22:21 Uhr

StuThe-Chef Jens Leuteritz macht sein Problem deutlich.

Auf der Veranstaltung zur Ehrung der Ehrenamts, im Greifswalder Hotel “Mercury“”, machten der Vorsitzende des Studententheaters Greifswald (StuThe) Jens Leuteritz vor Ministerpräsident Erwin Sellering und Verkehrsminister Volker Schlotmann (beide SPD) auf die Raumproblematik des Studententheaters aufmerksam. Leuteritz skizzierte in einer kurzen Rede die Raumthematik. Im Anschluss übergab er ein Konzeptpapier an Ministerpräsident Sellering, welches die Nutzung der Fallada-Straße 2 als permanente Spielstätte vorsieht.

Schlotmann und Sellering signalisierten Hilfsbereitschaft und wollen das Raumproblem nun intensiver auf Landesebene bearbeiten. Die stellvertretende Vorsitzende des Theaters Ulrike Kurdewan zeigte sich positiv überrascht über die ambitionierte Reaktion des Ministerpräsidenten. “Ich freue mich sehr, dass die Raumproblematik des Studententheaters in der Landespolitik Gehör gefunden hat und auch ernst genommen wird”, so Kurdewan. Minister Schlotman sagte: “Das Studententheater muss sich aus der Uni herauslösen und unabhängig werden.” Dann sei nicht mehr nur die Universität verantwortlich. “Wir finden da bestimmt eine Lösung”, so Schlotman weiter.

Planungssicherheit: StuThe möchte das Haus mindestens weitere fünf Jahre nutzen

Das Nutzungskonzept sieht vor, das Haus in der Fallada-Straße zu übernehmen: “Die Auslastung des Gebäudes und der vorhandenen Räume sind nicht als visionäre Entwürfe zu lesen, sondern rahmengebend für die Arbeitsweise des Vereins und den Zuspruch und die Zusammenarbeit mit anderen Gruppen, Institutionen und dem Publikum.” Erste Berechnungen hat der Verein auch schon aufgestellt.

Verein übergibt Betreiberkonzept an Ministerpräsident Sellering (li.).

“Die Zahlen sind aber noch nicht belastbar”, sagte StuThe-Chef Leuteritz. Der Spielbetrieb und das Betreiben des Gebäudes würde im Jahr mindestens 32500 Euro kosten. Über ein Drittel der jährlichen Ausgaben würden dabei auf den Betrieb der Unterkunft fallen, so das Konzept weiter. Gut die Hälfte der Ausgaben seien laut Finanzentwurf aus eigenen Mitteln zu stemmen. Der Rest muss aus dem Studierendenparlament, Studentenwerk, Kulturamt und Stiftungen zusammen getragen werden. “Avisiert wird eine Nutzungsvereinbarung für vorerst fünf Jahre”, so weiter im Entwurf.

Auch die SPD-Bürgerschaftsfraktion unterstützt das Studententheater in seinen Bemühungen, die Frage der Räumlichkeiten befriedigend zu lösen. “Das StudentenTheater ist ein wichtiger regionaler Kulturträger und trägt zur kulturellen Vielfalt in unserer Stadt bei”, so Christian Pegel, Vorsitzender des städtischen Bildungs- und Kulturausschusses. “Dies setzt allerdings befriedigende Arbeitsbedingungen voraus.” Pegel weist darauf hin, dass eine Lösung eher im Zuständigkeitsbereich des Bildungsministeriums und des Betriebs für Bau und Liegenschaften liegt. “Allerdings ist es in dieser Situation wichtig, dass die Studierenden den politischen Rückenwind der Bürgerschaft bekommen.”

Erneute Raumprobleme für Studententheater

Schon viermal musste das StuThe in der Vergangenheit umziehen. Es war unter anderem in den Räumen der Makarenkostraße, sowie in der Stralsunder Straße 10 bis hin zur jetzigen Probestätte in der Hans-Fallada-Straße untergebracht. Letzteres Haus gehört noch der Universität. Allerdings wird das Gebäude im Januar 2011 an das Land Mecklenburg-Vorpommern, genauer gesagt an den Betrieb für Bau und Liegenschaften (BBL), zurückgeben. Somit wird die Raumthematik wieder aktuell. Das Studententheater gibt es seit 1995 und entstand in Folge der Einstellung des Modellstudiengangs “Darstellendes Spiel”.

Fotos: Torsten Heil

Drei Nachwuchswissenschaftler ausgezeichnet

Geschrieben von | Veröffentlicht am 15. Dezember 2010 um 11:10 Uhr

Die diesjährigen Ausgezeichneten des Kurt-von Fritz-Preises: Annette Holz, Christian Kobsda und Matthias Hacker (v.l.n.r.)

Für ihre hervorragenden wissenschaftlichen Arbeiten sind drei Nachwuchswissenschaftler von Ministerpräsident Erwin Sellering und der Friedrich-Ebert-Stiftung ausgezeichnet worden. Der erste Preis ging an Christian Kobsda für seine Bachelorarbeit zum Gaza-Krieg. Die anderen beiden Preise gingen an Annette Holz, die ein Hospiz für die letzten Tage eines Lebens konstruierte und Matthias Hacker, der kommunalpolitische Entscheidungen zur Einstellung von Straßenbahnen untersuchte.

“Es war schwierig, von den guten die besten Arbeiten herauszufinden”, machte Jürgen Peters (Friedrich-Ebert-Stiftung) den schwierigen Auswahlprozess deutlich. Es war erst die vierte Verleihung des Kurt-von-Fritz-Preises. Von Fritz lehrte an der Universität Rostock und verweigerte 1934 den Diensteid auf Adolf Hitler. “Das war damals lebensgefährlich”, lobte Jürgen Peters die Zivilcourage des Hochschullehrers.

Ministerpräsident Erwin Sellering: “Beitrag zur wissenschaftlichen Diskussion geleistet, von denen alle profitieren.”

Erwin Sellering: "Die ökonomische Verwertbarkeit der Hochschulen steht im Vordergrund. Wir sollten auch über Grenzen nachdenken, wo der Eigenwert der Kultur vergessen wird."

In seinem Festvortrag würdigte auch Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) Fritz’ Eintreten für die politische Freiheit: “Kurt von Fritz wollte damals ein Zeichen gegen die Nazis setzen.” Auch die Freiheit von Forschung und Lehre sei ein Bollwerk gegen totalitäre Regime, leitete Sellering auf die heutige Zeit über: “Die ökonomische Verwertbarkeit der Hochschulen steht im Vordergrund. Wir sollten auch über Grenzen nachdenken, wo der Eigenwert der Kultur vergessen wird.” Diesen anderen Blickwinkel nehme der Kurt-von-Fritz-Preis ein, der ökologische, soziale und demokratierelevante Themen betrachte. “Sie haben mit Ihren Arbeiten einen Beitrag zur wissenschaftlichen Diskussion geleistet, von denen die gesamte Gesellschaft profitiert”, gratulierte Sellering den Preisträgern. Er dankte aber nicht nur ihnen, sondern auch allgemein allen Lehrenden “für Ihren großen Einsatz”.

Christian Kobsda (Mitte) errang den ersten Platz.

Als “ein echtes Gesellenstück für philosophische Arbeit lobte Professor Thomas Stamm-Kuhlmann (Uni Greifswald) in seiner Laudatio die Bachelor-Arbeit von Christian Kobsda (Uni Rostock). Christian schrieb eine Analyse des letzten Gaza-Krieges (Operation Gegossenes Blei) unter dem Blickwinkel der Theorie des gerechten Krieges. Unter einem gerechten Krieg versteht man beispielsweise die Verhältnismäßigkeit von militärischen Mitteln oder dem Schutz von Zivilisten. Das israelische Militär sieht sich als “moralistischste Armee der Welt”, zitiert Christian die Internetseite der israelischen Streitkräfte. ” Israel bewegt sich auf gefährlichem Terrain”, lautet Christians Fazit, wenn der Schutz eigener Soldaten über dem der gegnerischen Zivilisten stehe.

Nachwuchsarbeiten als echte Gesellenstücke oder vorbildliche und mustergültige Ausarbeitungen gelobt.

Während sich Christian auch mit Krieg auseinandersetzte, ging es Annette Holz (Hochschule Wismar) hingegen um die friedliche Beendigung eines Lebens. “Bis dass der Tod uns scheidet – Umbau eines Hospizes”, lautet der Titel ihrer Diplom-Arbeit, worin Annette auf die architektonische Gestaltung eines letzten Lebensortes eingeht. “Holz hat mit Herzblut geforscht”, zeigte sich Laudator Professor Michael Großheim (Universität Rostock) zeigte beeindruckt vom “überzeugenden Umbauprojekt”. “Die Bedürfnisse der Hospizbewohner standen im Mittelpunkt”, erläuterte Annette ihr architektonisches Konzept. Als Ort von Begegnung, Austausch und Rückzug sollen Hospize einen “schmerzfreien Abschied vom Leben ermöglichen”.

Für ihre wissenschaftlichen Arbeiten wurden Matthias Hacker, Christian Kobsda und Annette Holz ausgezeichnet. Mit im Bild Thomas Stamm-Kuhlmann, Erwin Sellering und Michael Großheim (von rechts nach links).

Mit einem ganz anderen Thema befasste sich Matthias Hacker der Universität Greifswald. “Kommunalpolitische Entscheidungen über die Einstellungen des Straßenbahngeschichte in der Bundesrepublik der 1970er und 1980er Jahren am Beispiel der Städte Kiel und Wuppertal”, lautet der etwas sperrige Titel seiner Arbeit. Laudator Großheim sieht die “mustergültige wissenschaftliche Arbeit als sehr überzeugend und in vorbildlicher Weise” geschrieben an. Matthias geht auf die politischen Entscheidungsprozesse in Städten und Gemeinden ein und spricht rückwirkend von “eindeutigen Fehlentscheidungen”. Er macht eine “Beharrungskraft des Überholten” aus, sodass der Individualverkehr als Begründung für die Einstellung der Straßenbahnen herhielt, aber schon nicht mehr aktuell war.

Fotos: David Vössing

Das Magazin am Dienstag – Erwin Sellering im Interview

Geschrieben von | Veröffentlicht am 14. Dezember 2010 um 18:06 Uhr

Heute bietet euch das Magazin am Puls der Stadt wieder die neusten Nachrichten und Veranstaltungstipps aus Greifswald.

Ein ganz besonderes “Schmankerl” wartet auf euch. Das Interview mit dem Ministerpräsidenten von Mecklenburg Vorpommern Herrn Erwin Sellering. Letzte Woche war er in der Stadt und Marie Lange hat die Chance genutzt und ihn über die Hörfunklandschaft im Land ausgefragt.

Interessant wird es heute in unserer Dienstagsrubrik Kulturplausch. In der geht es um Rauhnächte. Wenn ihr auch noch nicht wisst dann schaltet um 19.00 Uhr ein und Lou Hilsbecher wird es euch erklären.

Mit dem Architekturwettbewerb zum Caspar David Friedrich Haus hat sich Josefine Kühnel auseinander gesetzt und wird euch heute Abend die Hintergründe dazu berichten.

Freut euch also auf einen abwechslungsreichen Abend auf eurem Lieblingssender radio 98eins.

3000 protestieren gegen Castor-Transport

Geschrieben von | Veröffentlicht am 11. Dezember 2010 um 23:17 Uhr

Beitrag von Marco Wagner, Simon Voigt, Thomas Grothe und Torsten Heil

Die Greifswalder Innenstadt war an diesem Samstagmorgen von der Polizei umzingelt. Vor dem Bahnhof stellte die Polizei mehr als ein Dutzend Einsatzwagen ab. Greifswald glich einer Festung. 700 Landespolizisten und 200 Bundespolizisten waren nach Angaben Axel Falkenbergs von der Polizeidirektion Anklam im Einsatz. Protest lag in der Luft. Vom Wall aus war um 13 Uhr, zu Beginn der Demonstration, ein großes rotes und grünes Fahnenmeer auszumachen. SPD, Grüne, Die Linke., DKP und MLPD, dazu noch Flaggen der jeweiligen politischen Jugendverbände. Es schien zunächst, als würde die Internationale auf dem Greifswalder Busbahnhof abgehalten werden. Doch je mehr Züge und Busse ankamen, desto mehr traten die gelb-roten “Atomkraft? Nein Danke!”- Fähnchen und Banner in den Vordergrund.

“Castor schottern!”

Die Polizei musste ihre Zahlen im Laufe des Tages immer weiter nach oben korrigieren. Während sie am Vormittag noch davon sprach, dass es kaum mehr als 1.000 Teilnehmer werden würden, waren es nach eigenen Angaben zuletzt 2.800, die Veranstalter zählten nach eigenen Twitterangaben 3.600. Als sich der Demonstrationszug auf den Weg machte, schien er kein Ende nehmen zu wollen. Er schlängelte sich nahezu unendlich durch die Bahnhofstraße, Stephanistraße, den Hansering und schließlich über die Johann-Sebastian-Bach und Löfflerstraße zurück zum Bahnhof. Die Demonstration verlief ruhig, es wurde vor allem mit Trillerpfeifen, Bannern und Trommeln auf sich aufmerksam gemacht. Hin und wieder bildeten sich kleine Sprechchöre, die “Abschalten jetzt!” oder “Castor schottern! Castor schottern!” riefen.

Ein an der Spitze fahrender und mit einem Transparent ausgeschmückter Trabant machte auf die Gefahr radioaktiver Strahlung aufmerksam: “Frank (37) starb an den Strahlen von Lubmin. In Trauer Frau und Kinder.” Das Ende des mehrere Hundert Meter langen Zuges markierte ein auf einem LKW aufgebockter Castorbehälter. Die Stimmung war ausgelassen und entspannt. Peter Madjarov, welcher vom Arbeitskreis Kritischer Juristinnen (AKJ) als Beobachter an der Demonstration teilnahm, ist ebenfalls nichts besonderes aufgefallen und mit der Arbeit der Polizisten zufrieden. Er beobachtete zusammen mit anderen Mitgliedern des AKJ, wie mögliche Konflikte zwischen Polizei und Demonstranten gelöst werden.

“Erbe einer größenwahnsinnigen Machtpolitik”

Im Laufe der sich anschließenden Abschlusskundgebung bildeten sich derweil mehrere Schlangen um die Ausgabestelle der “Volxküche”, die Kartoffel- und Erbsensuppe kochte. Kinder trommelten gut gelaunt auf die gelben Castortonnen, ein Punker diskutierte hingebungsvoll mit einer Rentnerin über die gegenwärtigen gesellschaftlichen Verhältnisse. Derweil wurden dort, wo sonst die Linie vier nach Schönwalde abfährt, kostenlos Ausgaben der linken Tageszeitung “Neues Deutschland” verschenkt. An einem weiteren Stand konnten diverse Demonstrationsutensilien käuflich erworben werden. Auf der Bühne meldeten sich während der Abschlusskundgebung mehrere Redner zu Wort. Zwischendurch wurde Musik, unter anderem vom Greifswalder Liedermacher Jan Degenhardt, gespielt. “Die Schwarz-Gelbe Regierung ist verstrahlt! Es wird nur noch an den Interessen der Bevölkerung vorbei regiert”, rief Ingo Schlüter von DGB-Nord während seiner Rede dem Publikum entgegen. Zur Atompolitik betonte er, dass sie “Erbe einer größenwahnsinnigen Machtpolitik” sei.

“2010 ist ein Katastrophenjahr! Vier Konzerne haben mit Hilfe der Regierung über die Bürger gesiegt”, kritisierte Oskar Gulla (SPD) von der Bürgerinitiative gegen das Steinkohlekraftwerk in Lubmin. “Der Kampf gegen das Steinkohlekraftwerk war umsonst, wenn der Kampf gegen das Zwischenlager verloren wird, weil es keine Garantie dafür gibt, dass aus dem Zwischenlager kein Endlager wird”, so Gulla weiter. “Das ist eure Zukunft! Es ist euer Kampf”, wendete sich der Sozialdemokrat abschließend an die zahlreich anwesenden Kinder und Jugendlichen.

“Widerstand bleibt Handarbeit”, legte Kerstin Rudeck von der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg dar. Woraufhin aus dem Publikum spontan “Schottern! Schottern! Schottern!” gerufen wurde. Professor Michael Succow, Träger des Alternativen Nobelpreises, betonte derweil: “Es reicht heute nicht mehr aus, zu Hause die Glühbirne auzuwechseln. In dieser Atomdebatte muss die ganze Führungsmannschaft ausgetauscht werden.”

Hoffnung auf irreversible Abschaltung von Atomkraftwerken

Die Veranstalterin Ulrike Berger (Bündnis 90/ Die Grünen) zeigte sich mit der Demonstration zufrieden: “Es war ein friedlicher Protest: Bunt, laut, lebendig, erfolgreich.” Angesichts des schlechten Wetters war sie auch mit der Anreise von weit über 1.000 Teilnehmern sehr erfreut und mit der Arbeit der Polizei zufrieden. “Ich bin erfreut über die Leute, die den Weg hierher gefunden haben und das mit großen Ernst verfolgen”, teilte Ministerpräsident Erwin Sellering, der ebenfalls an der Demonstration teilnahm, dem webMoritz mit. Darüber hinaus drückte er sein Bedauern darüber aus, dass die Landesregierung keine juristische Möglichkeit habe, die Castortransporte zu unterbinden.

Professor Konrad Ott, Lehrstuhlinhaber für Umweltehtik in Greifswald, kommentierte auf der Bühne die Politik der Bundesregierung: “Die Laufzeitverlängerung war ein Geschenk für Stromkonzerne wie RWE. Ich halte die Entscheidung der Regierung für einen schweren Fehler.” Eine neue Anti-Atom-Politik solle nicht mehr mit Konzernen verhandeln, sondern sie mit Anti-Atom-Politik konfrontieren. In der Vergangenheit habe es dies bereits unter dem ehemaligen Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) und Jürgen Trittin (Bündnis 90/Die Grünen), dem ehemaligen Bundesumweltminister, gegeben. Allerdings habe sich die gegenwärtige Regierung von diesem wieder abgewendet.

“Wie kommt nun die Anti-Atom-Bewegung wieder zur Anti-Atom-Politik?”, fragte der Philosoph seine Zuhörer und schlussfolgerte, dass andere Mehrheitsverhältnisse im Bundestag die Grundvoraussetzung sein müssten. Diese müsse wieder zur “Trittin-Linie” zurückkehren, könne aber “noch einen Zacken schärfer” sein. “Sofort abschalten! Das sagen sie so leicht”, griff der Philosoph eine Kernforderung der Anti-Atom-Bewegung auf und wies dabei auf ein Dilemma hin, mit dem zukünftige Grünen-Politiker zu kämpfen hätten: Mit dem Müll, der in der Zwischenzeit produziert wurde. “Es ist unser Atommüll und wir tragen die Verantwortung für diesen. Deswegen können wir ihn nicht nach Sibirien oder Australien schicken, wie es einige Politiker der FDP fordern”, ergänzte Ott. Und so ist aus seiner Sicht die Suche nach einem Endlager unausweichlich. Ungeachtet dessen hofft er, dass in naher Zukunft noch eine irreversible Abschaltung von Atomkraftwerken erfolgt.

Fotos: Torsten Heil und Marco Wagner.

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