Alle Artikel mit dem Tag: Blog

Von Bettvorlegern und Hetzern: Ein Abgesang auf den Wahlkampf

Geschrieben von | Veröffentlicht am 12. Juni 2009 um 01:21 Uhr

Ein Kommentar von Gabriel Kords

Ach, was hatten wir uns alle doch auf die Zeit nach den Wahlen gefreut! Da würden die CDU-Politiker endlich wieder tun und lassen können, was sie wollten, ohne dass es jemand interessiert, könnte die OZ endlich wieder in Ruhe über Großmutters Gemüsebeet berichten, anstatt an investigativem Polit-Journalismus zu scheitern und die Grünen hätten sich in Ruhe dem Natur- und Umweltschutz widmen können, anstatt mit haarsträubender Wahlkampf-Rhetorik ihre  politische Umwelt zu be- und verschmutzen. Auch der webMoritz, hatten wir naiv gehofft, könne sich endlich wieder der Hochschulpolitik zuwenden. O, welch trügerischer Irrtum!

Denn es kam anders: Der Wahlkampf ging zu Wochenbeginn einfach weiter. Da ätzten die Grünen in Person von Michael Steiger Ulrich Rose am Montag in altbekannter Weise über die Ostsee-Zeitung, deren Wahlberichterstattung vom selben Tag in der Tat nicht gerade ein Glanzstück war. Das Lokalblättchen hatte nämlich eine äußerst unpräzise Hochrechnung von 22:17 Uhr unter dem Titel “So hat Greifswald gewählt” veröffentlicht und überdies eine reichlich unrefklektierte Analyse des CDU-Ergebnisses produziert.

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Redaktionsgebäude der Ostseezeitung in der Joh.-Seb.-Bach-Straße

So weit, so normal. Was aber nicht normal war, war die Reaktion des OZ-Lokalchefs Reinhard Amler, der postwendend am Dienstag in der Kolummne “Guten Tag, liebe Leser!” zurückschoss. Die Grünen könnten wohl nicht verlieren, spöttelte er, und bezichtigte sie gleich zwei Mal der “Hetze” gegen CDU und Ostsee-Zeitung. Amlers Kommentar war gleich mehrfach verwerflich – warum, erläutert (wenn auch parteiisch) der Fleischervorstadtblog. Hinzu kommt noch: Der Terminus der “Hetze” zählt nicht unbedingt zu dem Vokabular, dass man unbedarft verwenden sollte. Für den medieninteressierten Greifswalder dürfte Amlers Reaktion jedenfalls ein Novum gewesen sein, denn bis dato saß die OZ die meisten ihrer redaktionellen und journalistischen Fehler einfach aus, die Korrektur übernehmen schon seit langer Zeit andere für sie. So wurde auch das falsche “Wahlergebnis” aus der Montags-Ausgabe in den Folgeausgaben nicht adäquat korrigiert. Auch die Grünen waren sichtlich verwundert über Amlers Reaktion und erwiderten sie dann gleich zweimal.

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Grüner Wahlkampf wird noch lustvoller

Geschrieben von | Veröffentlicht am 16. März 2009 um 14:32 Uhr

greifwald wird grünEin Kommentar von Jockel Schmidt:

Seit einigen Wochen betreiben die Grünen in modernster Wahlkampfmanier einen Blog und schaffen sich so ihre eigene (Teil-)Öffentlichkeit – ein Schritt in Richtung Emanzipation vom lokalen, für grüne Ideen eher unempfänglichen, Medienmonopol Ostsee Zeitung.

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OZ kommentiert Blogschließung durch Uni-Leitung

Geschrieben von | Veröffentlicht am 8. Mai 2008 um 12:04 Uhr

OZ Logo

Die Abmahnung gegen unsere Website durch die Leitung der Universität (wir berichteten) ist heute Thema auf der Landeshochschulseite der Ostsee-Zeitung. Neben einem informativen Artikel kommentiert Herr Schmidtbauer die Schließung des Uni-Greifswald-Blogs. Diesen Kommentar wollen wir Euch nicht vorenthalten:

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Was will dieser Blog erreichen? Unser Selbstverständnis

Geschrieben von | Veröffentlicht am 7. Mai 2008 um 22:54 Uhr

In den letzten Tagen schlug dieser Blog in den Medien große Wellen. Viele Professoren und Studenten wissen noch nicht richtig, wo wir hier eigentlich hin wollen.

Im folgenden Video wird erklärt, wie der Journalismus des 21. Jahrhunderts aussehen kann und wie und warum er sich vom klassischen Print-Journalismus fundamental unterscheidet. Im Video wird der amerikanische Journalist Jeff Jarvis interviewt, der früher für Zeitungen arbeitete und Zeitschriften entwickelte.

Seine Ideen entsprechen zu einem hohen Anteil dem, was mit diesem Blog betreiben bzw. teils noch anstreben. Zum besseren Verständnis bietet es sich an die ersten fünf Minuten dieses Videos anschauen.

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Geheim-Protokoll der Dienstberatung durchgesickert

Geschrieben von | Veröffentlicht am 5. Mai 2008 um 23:20 Uhr

Gestern Abend kam es zu einer interessanten Zusammenkunft zwischen Prof. Joecks und meiner Wenigkeit auf der Fachschaftsrätekonferenz (FSK), wo ich den Uni-Greifswald-Blog Ryck-Blick.de vorstellte.

Auf dieser Konferenz unterstrich Joecks, auf die Frage eines Mitglieds des Fachschaftsrates Politikwissenschaft, noch einmal mit Nachdruck, dass die Entscheidung zur Abmahnung (vgl. Archiv) absolut “nichts” mit den Inhalten der Website zu tun habe.

Ob dies wirklich stimmt, ist jedoch höchst zweifelhaft. Als Indiz kann ein vertrauliches Dokument gelten, dass dem Ryck-Blog zugespielt wurde. Es ist der “Entwurf des Ergebnisprotokolls der Dienstberatung vom 29.4.2008″. An der Dienstberatung des Rektorats nehmen neben dem Rektor und Prorektoren, Kanzler auch der AStA-Vorsitzende, der Senatsvorsitzende und die Dekane der Fakultäten teil.

Im mir zugespielten Protokoll-Entwurf gibt es unter “TOP 6: Sonstiges” einen Kurzabriss einer Diskussion über den Uni-Blog, die ich hier mal zitieren will:

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Die kritische Masse – Blogs heute

Geschrieben von | Veröffentlicht am 11. April 2008 um 11:23 Uhr

Welche Bedeutung haben die neuen unabhänigen Internetmedien, also Blogs, Podcasts, und Youtube-Videos heute? Haben sie die “kritische Masse” bereits erreicht oder nur die “kritische” Masse? Dazu gibt es eine sehr hörenswerten Beitrag; ein Gespräch zwischen Tim Pritlove vom Chaos Radio (Chaos Computer Club) und dem Schriftsteller Peter Glaser – live von der “re:publica”. Sie entführen euch auf eine Zeitreise, die vor 30 Jahren beginnt. Die zweite Dimension der Frage ist natürlich auch: Wird die Masse kritisch(er)?

Im Mittelpunkt: Die Magie des Wortes und seine Demokratisierung durch das Internet. Besonderer Fokus liegt natürlich auf den letzten 15 Jahren seit der Erfindung des ersten Internet-Browser.

Klickt einfach auf “Play” um Euch den Podcast anzuhören:

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Ein Demagoge wird zum Messias

Geschrieben von | Veröffentlicht am 14. Februar 2008 um 19:26 Uhr

Ein Kommentar von Florian Bonn

Der 6. Januar dieses Jahres brachte nicht nur (mal wieder) meinen Geburtstag, sondern auch den Auftakt zum persönlichsten und intensivsten Wahlkampf rund um die StuPa- und Gremienwahlen, an den ich mich erinnern kann. Das StuPa Info Blog ging online und der Wahlmoritz erschien.

Letzterer brachte eigentlich wenig interessantes, mein persönliches Highlight war der Kandidat, der sich für bessere Radwege einsetzen wollte. Gut, dass Leute mit Themen werben, die nichts mit dem StuPa zu tun haben ist normal, aber eine völlige Abkehr von der Uni ist… kreativ. Ein anderer Kandidat (Sebastian Jabbusch) stellte sich hingegen als “Anwalt der kleinen Leute” dar, der die Geldverschwendung des StuPas stoppen und die verwurzelten Strukturen aufbrechen will. Gewisse Vergleiche mit Parteien am Rand des politischen Spektrums, die auch primär gegen “die da oben” sind, drängen sich auf.

(Da)gegen war auch eines der Hauptthemen dieses Blogs. Gegen Verschwendung, gegen den konservativen Block, gegen Berufshochschulpolitiker, gegen den Schmusekurs der Senatoren mit dem Rektor usw. Da sich in den folgenden Tagen und Wochen so ziemlich jeder, der noch eine Rechnung mit irgendwem offen hatte, in den Kommentaren des Blogs einfand entwickelte sich eine wunderschöne “Alles Scheiße außer Mu.. äh, Sebastian” Stimmung.

Nicht fehlen dürfte hier natürlich Ulli K., der Kai Diekmann HGWs, der rein zufällig zur richtigen Zeit einen Artikel schrieb, der hier veröffentlich wurde. Der Artikel bot zwar wenig Wahres, aber er passte super zur allgemeinen Stimmung. Da sich kaum einer der Angesprochenen mit einbrachte war die allgemeine Stimmung eher einheitlich, aber immer emotional.

Nur was genau so schlimm sein sollte kam nie ganz raus. Am Anfang war es “der Verantwortliche für Wissen rockt 2006, der noch immer unser Geld kassiert”, irgendwann erfuhr auch der langjährige Beobachter des StuPas, dass die betreffende Person den AStA bereits im Herbst verlassen hatte, im Herbst 2006 um genau zu sein.

Daraufhin kam dieses Thema aus der Mode und der konservative Block rund um den RCDS, der das StuPa seit Jahren niederhält und progressive Ideen (absoluter Killer beim Bullshit Bingo spielen für Hochschulpolitiker) unterdrückt rückte in den Mittelpunkt. Aber wer ist dieser alles beherrschende Block eigentlich? Der RCDS mit seinen 3-4 Abgeordneten oder gehört auch die Liberale Hochschulgruppe zum konservativen Block. Zusammen hatten diese zwar gegen Ende der Legislatur eine Mehrheit, die Realität zeigt aber, dass diese nicht sonderlich effektiv genutzt wurde. (Schon scheiße, wenn die eigenen Leute kurz vor der Schlussabstimmung nach Hause gehen, nicht?) Auch hier fehlten wirklich stichhaltige Argumente, davon unbeeindruckt gewann Sebastian immer mehr Unterstützer und die StuPa-Wahl und zog in den erweiterten Senat ein, den Fakultätsrat verpasste er nur durch einen Trick der Konkurrenz.

Ich persönlich hatte die stille Hoffnung, dass nun nach dem Ende des stürmischen Wahlkampfes der neue “Hoffnungsträger” der Greifswalder Hochschulpolitik auch mal wirklich erklären würde, was genau er nun besser machen will. Meine Hoffnungen wurden nicht erfüllt, was folgte waren Artikel gegen Thomas Schattscheider und Christian Bäz, die ultimativ machtgeilen Dauerpolitiker, die ganz nebenbei beide für eine Trennung von AStA-Amt und StuPa-Mandat gestimmt haben. Kritische Nachfragen wurden meist ignoriert oder eher unzureichend beantwortet, so hatten von 6 Stichpunkten zum Haushalt nur 2 etwas mit dem Haushalt zu tun.

Wenn sich diese Entwicklung fortzieht und die öffentliche Aufmerksamkeit anhält (die ich persönlich sehr schätze) werden sich vermutlich viele fragen, wieso sie eigentlich ihr Kreuz vor Sebastians Namen gemacht haben.

[Update von Sebastian Jabbusch: Lesbarkeit wurde verbessert, keine inhaltliche Veränderung]

Neulich in meinem Postfach…

Geschrieben von | Veröffentlicht am 10. Januar 2008 um 21:53 Uhr

Offenbar genießt mein Blog in gewissen Kreisen derzeit eine hohe Beliebtheit. Vorhin bekam ich wieder eine erheiternde E-Mail:

Hallo Sebastian,
ich wurde darauf hingewiesen, dass du das Titelbild des Wahlmoritz auf deiner Homepage veröffentlicht hast. Bitte nimm das Bild aus dem Netz, der Asta hat die Verwertungsrechte daran. Über den Link zum Wahlmoritz freue ich mich allerdings. Viele Grüße von,
Dominik
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>> STUPA-WAHLLEITUNG

Da will man die Verbreitung des Wahlmoritz befördern und was kommt von der Wahlleitung? Ein Copyright-Hinweis! Und das bei diesem zweifelhaften Motiv, welches nun wirklich nicht restlos gelungen ist…