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	<title>webMoritz.de</title>
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	<description>webMoritz.de ist das studentische Onlineportal für und von Studenten der Universität Greifswald. Hier erfahrt ihr täglich Infos über Greifswald, Kultur, Uni und Politik. Unser podcast hält Euch auf dem Laufenden. Jede Folge könnt ihr natürlich auch online kommentieren.. Mitmachen ist erwünscht... Viel Spaß!!</description>
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		<title>Wer sind Sie? Mutter ich bin es. &#8211; Rezension zu &#8220;Das Blaue vom Himmel&#8221;</title>
		<link>http://webmoritz.de/2012/02/03/wer-sind-sie-mutter-ich-bin-es-rezension-zu-das-blaue-im-himmel/</link>
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		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 16:40:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gastautor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Das Blaue vom Himmel]]></category>
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		<category><![CDATA[Lettland]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer bin ich eigentlich? Wo komme ich her? Doch was macht man, wenn es keine älteren Familienmitglieder gibt oder sie die Geschichten nicht erzählen wollen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der Film "Das Blaue Vom Himmel"]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: right;"><em><a href="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2012/02/DBVH_DVD_3D.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-70156" style="margin: 5px;" title="DBVH_DVD_3D" src="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2012/02/DBVH_DVD_3D-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Eine Rezension von Franziska Vopel</em></p>
<p>Wer bin ich eigentlich? Wo komme ich her? Diese Fragen hat sich wohl jeder schon gestellt. Dabei helfen einem oft Geschichten von älteren Familienmitgliedern. Doch was macht man, wenn es keine gibt oder sie die Geschichten nicht erzählen wollen.<span id="more-70148"></span></p>
<p>Deutschland 1991: Sofia ist Journalistin und arbeitet gerade an einem Beitrag zur Unabhängigkeit Lettlands. Marga ist aus dem Altersheim geflohen und bewirft einen Taxifahrer mit Geschirr. Diese zwei Frauen, deren Beziehung nie sonderlich herzlich war, sind Mutter und Tochter. Die, an Alzheimer erkrankte Marga spottet beim ersten Wiedersehen über den Namen ihrer Tochter, die sie nun nicht mehr erkennt. Sofia nimmt sich ihrer Mutter an und erfährt bruchstückhaft von der Vergangenheit Margas. Sie ahnt, dass auch sie ihre Wurzeln in dieser Geschichte finden kann. Mutter und Tochter reisen gemeinsam nach Lettland, wo Marga vor dem Krieg lebte. Auf dieser Reise erkennt Sofia, dass Marga ihr häufig nur <a title="Promo-Seite zum Film" href="http://www.dasblauevomhimmel-derfilm.de/" target="_blank">„das Blaue vom Himmel“</a> erzählt hat.</p>
<div id="attachment_70155" class="wp-caption alignright" style="width: 260px"><a href="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2012/02/Das_Blaue_vom_Himmel_01.jpg"><img class="size-medium wp-image-70155" title="Das_Blaue_vom_Himmel_01" src="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2012/02/Das_Blaue_vom_Himmel_01-250x166.jpg" alt="" width="250" height="166" /></a><p class="wp-caption-text">Sophia (Juliane Köhler) und Marga (Hannelore Elsner) unterhalten sich am Strand © Jürgen Olczyk - die film gmbh</p></div>
<p>Hans Steinbichler (Regisseur) behandelt in seinem Film eine weitere Geschichte, die einer jungen liebenden Marga, deren Fanatismus sie bis ans Ende ihrer abscheulichen Grenzen stoßen lässt. Durch die Krankheit Margas wird der Zuschauer immer wieder in die Vergangenheit versetzt, in der sie eine glückliche und verliebte Frau ist. Im gesamten Film springt die Handlung zwischen der Zeit von 1990 und den dreißiger Jahren. Die gut ausgestattete Kulisse der dreißiger Jahre vereinfacht den Wechsel zwischen den Epochen für den Zuschauer. Die Szenen wirken nicht inszeniert. Hingegen sieht die Wohnung der Sofia 1990 zu stark nach Drehort aus. Zu große Zimmer, zu viel Stuck und zu steril. Der Sprung zwischen dem Jetzt und Damals lässt das Werk dynamisch werden und erzeugt Spannung. Der Zuschauer stellt sich die Frage, welches Geheimnis Marga in ihrer Vergangenheit verbirgt. Die kraftvollen Bilder sind ferner auch der Kamerafrau Bella Halben zu zuordnen, die durch wendige Kamerafahrten die Landschaften einfängt. Sie begleitet mit der Kamera das Geschehen, dass sich der Zuschauer fühlt als wäre er dabei. Durch lange Standbilder in der Totalen können die Schauspieler ihre Emotionen im ganzen Körper spielen lassen, das erhöht die Glaubwürdigkeit. Die malerischen Bilder Lettlands sind eindrucksvoll und lassen jede Szene erstrahlen. Aufgenommen wurden diese jedoch an der deutschen Ostseeküste, in Heiligendamm. Die Aufnahmen sind ein gelungener Kontrast zu der sonstigen Traurigkeit des Dramas.</p>
<p>Ebenso glänzt der Film durch seine Darsteller. Selbst die kleinste Rolle wurde mit hochkarätigen Schauspielern besetzt, so hat beispielsweise Fritzi Haberlandt nur einen Auftritt. Das sonst vielleicht überzogene Spiel von Hannelore Elsner lässt die Figur der alten Marga real erscheinen. Die von der Krankheit gezeichnete Marga verfällt von kindischer Unwissenheit in Schuldgefühle bis hin zu starker Aggressivität. Jede Phase wird von Elsner überzeugend und mitreißend gespielt. Gegen diese  extrovertierte Dame hat es Juliane Köhler nicht leicht. Sie spielt an ihrer Seite die Tochter, die völlig aus der Bahn geworfen wird, als Bruchstücke ihrer Vergangenheit an die Oberfläche gelangen. Ihr Spiel wird durch eine ständige Ruhe begleitet und bildet so den perfekten Gegenpol zu Elsner. Die Jungdarsteller Karoline Herfurth und David Kross verleihen der Vergangenheit Leben. Hierbei kommt Kross ein wenig zu kurz und fällt kaum ins Gewicht. Das kann man ihm vielleicht nicht übel nehmen, wenn man bedenkt, dass er sich das Bild mit Karoline Herfurth teilt. Mit der Rolle der jungen Marga stellt sie wieder ihr schauspielerisches Können unter Beweis und dass sie zu Recht zu den besten Schauspielerinnen unserer Generation zählt. Zunächst ist man bezaubert von dem Mädchen Marga, dass glücklich und so voller Hoffnung ist. Herfurth strahlt und strahlt und strahlt. Sie vermittelt dem Zuschauer jene Leichtigkeit, die frisch Verliebte vermitteln. Der Wandel von dem verliebten Mädchen hin zu einer Frau, die durch eine fanatische Liebe zum Monster wird, gelingt Herfurth durch ihr leidenschaftliches Spiel. Sie stellt „die größte Liebende der Welt“, die betrogene und die Rache nehmende dar. Dabei ist sie kompromisslos.</p>
<p>Am Ende geht eine Beziehung zu Ende und eine andere beginnt. Hans Steinbichler arbeitet mit schweren Emotionen, eindrucksvollen szenischen Bildern und eindringlichen Klavierklängen. Der Film wirkt jedoch nie kitschig oder aufgesetzt. Dies ist kein Hollywooddrama mit glatten Darstellern und unnötigen Schmalz. Es wird einfach eine Geschichte erzählt, die zum Hinterfragen der eigenen Identität anregt.</p>
<p><iframe src="http://www.youtube.com/embed/2k4T-iLQCBM" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p>Länge: 100 Min<br />
Zusatzmaterial: Kinotrailer, Bayrischer Filmpreis (Clip), Programmvorschau<br />
Erscheinungsdatum der DVD: 13.01.2012</p>
<p>Foto und Plakat:  die film GmbH, NFP*-Verleih</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Caros Kulturbeutel Februar</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 12:02:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MoritzTV</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Februar ist Prüfungszeit. Doch stehen diesen Monat auch einige kulturelle Leckerbiss an, unter anderem ein Auftritt von Tom Lüneburger, wie Caro euch in dieser Ausgabe vom Kulturbeutel präsentieren wird.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Februar ist Prüfungszeit. Doch stehen diesen Monat auch einige kulturelle Leckerbiss an, unter anderem ein Auftritt von Tom Lüneburger, wie Caro euch in dieser Ausgabe vom Kulturbeutel präsentieren wird.</p>
<p></p>
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		<title>Ohrstöpsel-Automaten und andere Raritäten</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Jan 2012 22:03:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Moritz-Magazin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Moritz Magazin]]></category>
		<category><![CDATA[Uni.versum]]></category>
		<category><![CDATA[Universitätsbibliothek]]></category>

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		<description><![CDATA[Zurzeit stürmen Studenten wieder die Universitätsibliotheken um sich auf die Prüfungen vorzubereiten. Während andere Büchereien Sofas zum Entspannen bieten, müssen sich die Benutzer in Greifswald ihre Isomatten selbst mitbringen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Zurzeit stürmen Studenten wieder die Universitätsibliotheken um sich auf die Prüfungen vorzubereiten. Während andere Büchereien Sofas zum Entspannen bieten, müssen sich die Benutzer in Greifswald ihre Isomatten selbst mitbringen.</strong></p>
<p><a href="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2012/01/mm96_Universum_18_UB_DanielFocke.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-70097" title="mm96_Universum_18_UB_DanielFocke" src="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2012/01/mm96_Universum_18_UB_DanielFocke-250x55.jpg" alt="" width="250" height="55" /></a>Faul, ständig auf Achse, aber selten in der Uni: So in etwa sieht das Leben eines Klischeestudenten aus. Ende des Semesters jedoch zieht es die Studierenden in Strömen zur Zentralen Universitätsbibliothek, der Bereichsbibliothek Am Schießwall oder eine der zehn Fachbibliotheken. Dicht an dicht drängen sie sich, um noch einen der begehrten Arbeitsplätze zu erhaschen.<span id="more-70096"></span></p>
<p>Die Greifswalder UB wurde schon 1604 gegründet und ist damit einer der ältesten in Deutschland. Vor zehn Jahren zog die Bibliothek in das Gebäude der Felix-Hausdorff-Straße 10 und gilt seither als eine der modernsten. Die Studenten können das Angebot 110 Stunden in der Woche nutzen. Es gibt nur wenige UBs, die länger geöffnet sind, etwa die der Universitäten Konstanz oder Leipzig. Dort kann man 24 Stunden am Tag über den Büchern verbringen. Während man in Leipzig in den Lernpausen Postkarten, DVDs und CDs im hauseigenen Shop kaufen kann, bietet Konstanz einen anderen besonderen Service: Sie hat einen Automaten, an dem man sich für einen Euro Ohrstöpsel kaufen kann. Auch in Greifswald gibt es mit dem Pfandautomaten ein Kuriosum. Für Studierende mit Kind gibt es in Dresden eine Besonderheit: Der Eltern-Kind-Arbeitsraum, der laut Homepage enthält „Spielsachen für die Kleinen sowie einen PC für die Großen.“ In der Regensburger Universitätsbücherei hingegen haben die Studenten die Möglichkeit, sich zum Lernen auf die Leseterrasse in die Sonne zu setzen.</p>
<p>S<a href="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2012/01/mm96_Universum_18_KaputterStudent_FelixNorenz.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-70098" style="margin-left: 10px; margin-right: 10px;" title="mm96_Universum_18_KaputterStudent_FelixNorenz" src="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2012/01/mm96_Universum_18_KaputterStudent_FelixNorenz-250x166.jpg" alt="" width="250" height="166" /></a>owohl in der ZUB als auch in der Bereichsbibliothek Am Schießwall wird der Dienst in der Woche ab 16 Uhr und am Wochenende von studentischen Hilfskräften und Wachmännern übernommen. Viel ist am Donnerstagabend Mitte Januar nicht los, nur fünf oder sechs Studenten sitzen an den Arbeitsplätzen. „Richtig los geht es auch erst Ende Januar, Anfang Februar“, erzählt die studentische Hilfskraft, die an dem Abend Dienst hat. Sie ist gerade vom Aufräumen aus dem oberen Stockwerk zurückgekommen. Anderthalb Stunden habe sie Bücher wieder weggeräumt, die die Besucher einfach in die Regale gelegt und nicht an den ursprünglichen Platz gebracht hatten.</p>
<p>Anekdoten können sie und der Wachmann einige erzählen: So gab es eine Studentin, die zum Lernen immer in der Ecke gesessen habe. Sie konnte oder wollte nicht am Tisch sitzen. Eine Andere sei in den Zimmern der Bereichsbibliothek auf und ab getigert. Ab und an sähen sie Leute, die zum Ausruhen den Kopf auf der Tischplatte haben. „Da gehe ich schon hin und frage nach, ob alles okay ist“, so der Wachmann. Oder die Studenten machen es sich für ein paar Minuten draußen auf der Sitzbank bequem. Wecken habe er aber noch nie jemanden müssen, geschnarcht habe auch keiner.</p>
<p><a href="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2012/01/mm96_Universum_19_UB_Unscharf_FelixNorenz.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-70099" style="margin-left: 10px; margin-right: 10px;" title="mm96_Universum_19_UB_Unscharf_FelixNorenz" src="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2012/01/mm96_Universum_19_UB_Unscharf_FelixNorenz-174x250.jpg" alt="" width="174" height="250" /></a>Häufig lassen die Studenten etwas in den Bibliotheken liegen. Meist vergessen sie USB-Sticks, Schlösser, die Ladekabel der Laptops; je nach Jahreszeit kommen Handschuhe oder Regenschirme dazu. Im Sommer liegen auf der Freitreppe vor der Bibliothek am Schießwall oft Schlüssel und Portmonees. Seit über einem dreiviertel Jahr steht dort auch eine Isomatte. Der Student, der sie vergaß, rief zwar an, um sich nach ihr zu erkundigen. „Aber er hat sie nie abgeholt und seitdem steht sie hier in der Ecke“, so der Wachmann.</p>
<p>Wie ihr ergeht es vielen Fundstücken: Die meisten Sachen werden nicht abgeholt, sondern verbleiben erst einmal in der Bibliothek und landen irgendwann im Fundbüro der Universität. Mit den kommenden Prüfungen wird sich der Bestand an Fundsachen noch einmal um einige Stücke erweitern.</p>
<p><em>Ein Bericht von Katrin Haubold und Stefanie Pätzold mit einer Grafik von Daniel Focke und Fotos von Felix Norenz</em></p>
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		</item>
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		<title>moritz 96 &#8211; Januar &#8211; Wir haben nicht gewählt!</title>
		<link>http://webmoritz.de/2012/01/30/moritz-96-januar-wir-haben-nicht-gewahlt/</link>
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		<pubDate>Mon, 30 Jan 2012 21:59:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Moritz-Magazin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles Magazin]]></category>
		<category><![CDATA[Moritz Magazin]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Semester ist fast zu Ende, die Gremienwahlen sind es schon seit einigen Wochen und wieder haben über 80% der Studierenden ihr aktives Wahlrecht nicht wahrgenommen. Neben den Gremienwahlen berichten wir euch in diesem Heft über das Greifswalder Obdachlosenheim und die Notwendigkeit von Filmremakes.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Neues Jahr, alte Leier</strong></p>
<p><a href="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2012/01/mm96_Editorial_3_Gjorgi_JohannesKöpcke.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-70117" title="mm96_Editorial_3_Gjorgi_JohannesKöpcke" src="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2012/01/mm96_Editorial_3_Gjorgi_JohannesKöpcke-250x166.jpg" alt="" width="250" height="166" /></a>Liebe moritz-Leserinnen und Leser,</p>
<p>der Volksmund sagt: „Früher war alles besser‘‘. Ob das vergangene Jahr besser war als das Neue? Es ist auf jeden Fall noch viel zu früh um das zu beantworten. Was aber sicher ist: Egal wie es ausgeht, die meisten Menschen werden von dem Spruch Gebrauch machen. Während die Nostalgiker unter uns auch im Jahr 2012 versuchen werden die unverständlich wahrgenommene Gegenwart zu verstehen, packen die Anderen die Tatsachen und Herausforderungen an. So auch die neugewählten Studenten in die verschiedenen Gremien.</p>
<p>In diesem Sinne mögen wir doch alle hoffen, dass wir durch unsere Stimmeabgabe bei den Gremienwahlen in eine schönere Zukunft der Universität investiert haben. Und wie es üblich ist für das neue Jahr, sich gute Vorsätze und Versprechen zu geben, planen dies auch die Gewählten für ihre Legislatur. Hoffen wir, dass sie ihre Ziele nicht aus den Augen verlieren. Und zum Beispiel die Salattheke in der Mensa bis zum bitteren Ende gefüllt halten oder das Wasserschmuggeln in die Bibliotheken legalisieren. Erwähnens- und bewundernswert ist unter anderem das Ziel die ganze Stadt mit einem WLAN-Netz abzudecken. Ja, die Gremienwahlen 2012 stehen beim moritz im Fokus.</p>
<p>Angesichts der Wahlbeteiligung in diesem Jahr ist es offensichtlich, dass sich viele Studierende auf ihr negatives Wahlrecht berufen haben. Stellt sich die Frage, wie großen Anteil daran die Dauerlerner hatten? Eben diese hat moritz in ihrem ‚Wissenstempel‘ besucht. In der Rubrik Uni.versum lest ihr, was dabei alles liegen bleibt. Während sie einen sicheren Platz in der Bibliothek haben, haben einige Andere einen sicheren Platz am Telefon. Es handelt sich um studentisches Engagement. Telefonseelsorge – von Studenten für Studenten. Vermutlich können auch die extremsten Nostalgiker dort einen Rat bekommen.</p>
<p>Aber gewiss ist nur die Qualität der Universitätsveranstaltungen. Traditionsgemäß ist die Qualitätssicherung durchgeführt worden und somit können einige Institute und Professoren neue Vorsätze für das kommende Semester einplanen. Wenn es eine Rangliste für in Vergessenheit geratene Vorsätze gäbe, würden sie dann nicht auf einem der obersten Plätze stehen? Apropos Qualität: moritz hat einen Dönertest durchgeführt. Eine interessante Bewertung ist daraus entstanden.</p>
<p>Im Sinne von Georg C. Lichtenberg kann man freilich nicht sagen, ob nach den vielen Qualitätssicherungen, den Hilfsangeboten, mit den neuen Gremien an der Universität oder den Vorsätzen für das neue Jahr, die nächsten 366 Tage auf der Erde besser werden. Aber so viel kann man sagen: Es muss anders werden, wenn es gut werden soll.</p>
<p>Macht es gut und bis zum nächsten Semester.</p>
<p>Gjorgi Bedzovski</p>
<p>Ausgewählte Artikel könnt ihr wie immer direkt online lesen und kommentieren, das komplette Heft als pdf gibts<a href="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/magazin/heft/mm96_web.pdf"> hier</a>.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>TITEL Warst du wählen?</title>
		<link>http://webmoritz.de/2012/01/30/titel-warst-du-wahlen/</link>
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		<pubDate>Mon, 30 Jan 2012 21:50:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Moritz-Magazin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hochschulpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Moritz Magazin]]></category>
		<category><![CDATA[Gremienwahlen 2012]]></category>
		<category><![CDATA[StuPa-Wahl]]></category>

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		<description><![CDATA[Über zehn Prozent der Greifswalder Studierendenschaft könnten diese Frage mit „Ja“ beantworten. Denn sie haben vom 9. bis 13. Januar 2012 sowohl das Studierendenparlament (StuPa) als auch den Senat und die Fakultätsräte gewählt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Über zehn Prozent der Greifswalder Studierendenschaft könnten diese Frage mit „Ja“ beantworten. Denn sie haben vom 9. bis 13. Januar 2012 sowohl das Studierendenparlament (StuPa) als auch den Senat und die Fakultätsräte gewählt. </strong></p>
<p>Gähnende Leere erstreckte sich am Dienstag gegen neun Uhr an den Wahltischen des Studierendenparlaments in der Mensa am Wall. Zwei Stunden später sah das ganz anders aus: Die ersten Schlangen bildeten sich an den Wahlkabinen. Auch in der Universitätsbibliothek sammelten sich die Studierenden an den Wahltischen des Senats und der Fakultätsräte.</p>
<p><a href="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2012/01/mm96_Hopo_12_Wegweiser.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-70107" style="margin-left: 10px; margin-right: 10px;" title="mm96_Hopo_12_Wegweiser" src="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2012/01/mm96_Hopo_12_Wegweiser-205x250.jpg" alt="" width="205" height="250" /></a>Einen Erfolg konnte das StuPa verzeichnen, das mit einer Wahlbeteiligung von 14,4 Prozent im Gegensatz zum letzten Jahr die Zehn-Prozent-Marke knackte. Das lag unter anderem an den Öffnungszeiten und Standorten der Wahllokale: 96 Stunden lang hatten die Studenten an vier verschiedenen Plätzen die Möglichkeit, ihre Stimmen abzugeben. Der StuPa-Wahlleiter Henri Tatschner und sein Stellvertreter Kay Nitsch zeigten sich erleichtert: „Wir sind mit der Wahlbeteiligung im Großen und Ganzen zufrieden, zumal wir froh waren, schon am Mittwoch die Zehn-Prozent-Wahlbeteiligung erreicht zu haben, was unser Anspruch für die Wahlwoche war.“<span id="more-70106"></span></p>
<p>Wahlsiegerin Jasmin Dinter entschied die Wahl mit 539 Stimmen für sich. Sie lag damit vor Henrike Förster und der kommissarischen Vorsitzenden des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA), Anne Lorentzen. Um ihren Platz im StuPa wahrnehmen zu können, wird Anne ihre Postion im AStA aufgeben müssen. Es kandidierten 32 Studenten für die 27 Sitze im StuPa. Diejenigen, die jetzt noch keinen Sitz innehaben, werden wahrscheinlich im Laufe des Jahres nachrücken, da es immer wieder vorkommt, dass StuPisten ihren Sitz aufgeben. So verkündete Henrike kurz nach ihrem Wahlerfolg den Verzicht auf ihren Sitz im StuPa, da sie auch in den Senat gewählt wurde: „Es ist mir lieber, mich zu 100 Prozent im Senat und als Geschäftsführerin im Humanbiologie e.V. zu engagieren, als jede Arbeit nur mit halber Kraft anzugehen“, so die Studentin.</p>
<p>Mit 647 Stimmen erreichte Henrike die meisten Stimmen bei der Senatswahl. Insgesamt bewarben sich 52 Kandidaten auf zwölf Plätze. Auch bei dieser Wahl ist ein Anstieg der Wahlbeteiligung zu vermerken. Betrug diese bei den Studierenden letztes Jahr nicht einmal zehn Prozent, konnten dieses Jahr immerhin 12,2 Prozent verbucht werden. Bei den akademischen und sonstigen Mitarbeitern der Universität lag sie bei 22,2 und 13,4 Prozent. Dagegen nahmen 76,7 Prozent der Professoren ihr Wahlrecht wahr.</p>
<p><a href="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2012/01/mm96_Hopo_12_DieheißePhase.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-70108" style="margin-left: 10px; margin-right: 10px;" title="mm96_Hopo_12_DieheißePhase" src="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2012/01/mm96_Hopo_12_DieheißePhase-205x250.jpg" alt="" width="205" height="250" /></a>Auch bei den Fakultätsräten sind variierende Ergebnisse zu verzeichnen. Die studentische Beteiligung reichte von nur fünf Prozent bei der Rechts- und Staatswissenschaftlichen bis hin zu 17,6 Prozent bei der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät. Auf die Frage, warum sich viele Studierende nicht an der Wahl beteiligten, antworteten Kommilitonen zumeist: „Das bringt doch sowieso nichts.“ Dennoch ist die allgemeine Wahlbeteiligung gestiegen, was sich vermutlich auf die bevorstehenden Rektorwahlen im Oktober zurückführen lässt. Zudem scheint im Vergleich zum Vorjahr wesentlich mehr Werbeaufwand betrieben worden zu sein. Neben Plakaten und Flyern warb der AStA mit Rundmails für den Gang zum Wahllokal.</p>
<p>Außerdem ergänzt der StuPa-Wahlleiter, dass „es sich definitiv lohnt, mit den anderen Gremien zusammen zu wählen.“ Dieses Jahr wurden nämlich auch zahlreiche Fachschaften neu gewählt, wenn auch an anderen Orten. So erfüllte die zentrale Wahlwoche ihren Zweck, mehr Studierende zu den Wahlurnen zu locken.</p>
<p>Doch wenn man bedenkt, dass bei weitem nicht mal 20 Prozent der Studierendenschaft ihre Stimme abgegeben haben, fragt man sich, was die restlichen 80 bis 90 Prozent in dieser Woche so machten.</p>
<p><em>Ein Bericht von Melanie Fuchs und Luna Kovac</em></p>
<blockquote><p><strong>Applaus, Applaus, Applaus</strong></p>
<p style="text-align: right;"><em>Ein Kommentar von Johannes Köpcke</em></p>
<p><a href="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2012/01/mm96_Hopo_12_HinterdenKabinen.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-70109" style="margin-left: 10px; margin-right: 10px;" title="mm96_Hopo_12_HinterdenKabinen" src="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2012/01/mm96_Hopo_12_HinterdenKabinen-205x250.jpg" alt="" width="205" height="250" /></a>Die ganze Wahlwoche hindurch begleitete mich ständige Euphorie. Zumindest von Seiten vieler meiner Kommilitonen. Nach der schlechten Beteiligung bei der Wahl zum Studierendenparlament (StuPa) im letzten Jahr, als nicht mal die zweistellige Prozentzahl geknackt wurde, tut das ja auch mal gut. Erste Jubelstürme schon am Mittwoch, als die ominöse Zehn-Prozent-Hürde – pardon, die Prozent-Marke – erreicht und sogar überboten wurde.</p>
<p>Aber halten wir uns doch mal vor Augen, was dieses Ergebnis überhaupt heißt. 14,4 Prozent der Studierendenschaft waren wählen. Gut soweit. Bei einer Gesamtzahl von etwa 12 600 Studenten nahmen letztendlich trotzdem gerade einmal 1 852 ihr Wahlrecht wahr. Warum also dieser Jubel? Können oder müssen wir uns sogar schon mit solch einem Ergebnis zufrieden geben? Nein. Da muss doch mehr möglich sein.</p>
<p>Das Parlament ist gewählt, aber als wirklich legitimiert kann es nicht bezeichnet werden. Das StuPa interessiert einfach niemanden. Zum Teil zu Recht, bei dem einen oder anderen Möchtegern-Politiker. Aber immerhin zahlt jeder von uns pro Semester acht Euro in die gemeinschaftliche Kasse. Offenbar ist den Leuten egal, was damit passiert. Ein anderes Problem ist die geringe Kandidatenzahl. 32 auf nur 27 zu vergebende Plätze. Was soll da schon groß schief gehen, wenn man nicht zur Wahl geht? Über das Jahr kommt eh jeder der Kandidaten ins StuPa.</p>
<p>Wen interessiert’s eigentlich? Lasst uns lieber jubeln und uns auf dem ausruhen, was wir erreicht haben, bis nächstes Jahr das Problem wieder akut wird. Nach uns die Sinnflut.</p></blockquote>
<blockquote><p><strong>Namen sind Schall und Rauch</strong></p>
<p style="text-align: right;"><em>Ein Kommentar von Johanna Düwel</em></p>
<p><a href="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2012/01/mm96_Hopo_12_NichtnurStudenten.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-70110" style="margin-left: 10px; margin-right: 10px;" title="mm96_Hopo_12_NichtnurStudenten" src="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2012/01/mm96_Hopo_12_NichtnurStudenten-205x250.jpg" alt="" width="205" height="250" /></a>So sagt es der deutsche Volksmund und behält Recht, wenn wir beim Namen der Sieger-StuPistin Jasmin Dinter stutzen, ihr zielstrebiger Blick uns jedoch von ihren Kompetenzen überzeuge. Noch bezeichnender war ein Erlebnis an der Wahlurne, bei welchem eindringlich darauf hingewiesen wurde, das besagte Wahlheft auf keinen Fall mit in die Kabine zu nehmen. Schlimm genug bei dieser undemokratischen Tat erwischt worden zu sein, steht man vor einem weiteren Problem: Wie hießen die Fratzen doch gleich noch mal, die ich wählen wollte?</p>
<p>Eine geschickte Lösung dieses Dilemmas stellt die Methode dar, in einer Liste anzutreten. Bei der Senatswahl waren es Worte, welche gehaltvoller nicht sein konnten. So konstruierte sich beim Gedanken an die „Bürgerliche Allianz“ eine Vielzahl von Bildern. Ein Bündnis vertrauenswürdiger Versicherungsvertreter zu Pferd, angetreten die Tugend und Sittlichkeit zu verteidigen. Die Bezeichnung „Solidarische Universität“ macht es einem da schon schwieriger. Zeigen sich die Kandidaten solidarisch mit unserer Universität? Sollten wir als Wähler uns ihnen und ihren Karriereplänen gegenüber solidarisch zeigen und sie deshalb wählen?<br />
Die positive Konnotation und gleichzeitige Deutungsfreiheit sind ein ausgezeichnetes Beispiel für die Missverständlichkeit politischen Sprachgebrauchs. So dürfen wir uns wohl auch in Zukunft an sinnträchtigen Listennamen und ewig gleichen Forderungen erfreuen.</p>
<p>Mein Vorschlag für die nächste Wahl: „Pro Uni“ für mehr Familie, Kultur und Blumen.</p></blockquote>
<blockquote><p><strong>Der Weg als Ziel</strong></p>
<p style="text-align: right;"><em>Ein Kommentar von Ole Schwabe</em></p>
<p><a href="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2012/01/mm96_Hopo_12_WählenmachtSpaß.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-70111" style="margin-left: 10px; margin-right: 10px;" src="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2012/01/mm96_Hopo_12_WählenmachtSpaß-205x250.jpg" alt="" width="205" height="250" /></a>Ja, die 14,4 Prozent Wahlbeteiligung bei der diesjährigen Wahl zum Studierendenparlament (StuPa) sind ein Erfolg. Das diesem bekanntermaßen viele Väter nachgesagt werden, trifft auch in diesem Fall zu. Wer sich die um knapp 5 Prozentpunkte gestiegene Partizipation im Vergleich zum Vorjahr auf die Fahnen schreiben kann, ist ebenso unklar wie unerheblich. Entscheidend ist, dass die letztjährigen 9,89 Prozent nicht unterboten wurden.</p>
<p>Wichtiger als bloße Zahlenspiele sind engagierte und geerdete Studierendenvertreter. Zwar sind ihre Einflussmöglichkeiten klein, die Symbolkraft ihrer Entscheidung steigt jedoch direkt mit ihrem professionellen Auftreten nach außen. Rufen wir uns die wirklichen Aufgaben des StuPas, nämlich Heranführung der Studierendenvertreter an politische Gremienarbeit einerseits und die sinnvolle Verteilung der Gelder der Studierendenschaft andererseits in Erinnerung, besteht Grund zur Hoffnung. Freilich müssen dafür parteipolitische Scheuklappen abgelegt, Befindlichkeiten des eigenen Egos hinten angestellt und das satzungsgemäße Arbeiten eingehalten werden.</p>
<p>Es bleibt zu hoffen, dass sich die neuen und alten StuPisten in Gänze dem Aktenstudium statt dem Pöbeln in Sitzungen widmen. Und, im Gegensatz zu den scheidenden Vertretern, diesen Kurs auch über die gesamte Legislatur beibehalten. Der Charme einer solchen Arbeitsweise besteht auch darin, dem Rektorat gegenüber mit breiter Brust entgegentreten zu können. Die 14,4 Prozent sind da, trotz allen Aufatmens, nur Vorgeplänkel.</p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<p>Fotos von Melanie Fuchs, Johannes Köpcke, Luna Kovac &amp; Simon Voigt</p>
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		<title>TITEL Alles zu (s)einer Zeit</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Jan 2012 21:38:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Moritz-Magazin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hochschulpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Moritz Magazin]]></category>
		<category><![CDATA[Fachschaftsrat]]></category>
		<category><![CDATA[Gremienwahlen]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Januar wurden einige Fachschaftsräte (FSR) mit den anderen Gremien gewählt. Zuvor mussten Wahlordnungen geändert und neue Kandidaten gefunden werden, was nicht allen FSR gelang. Die Umstrukturierung soll 2013 abgeschossen sein.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Im Januar wurden einige Fachschaftsräte (FSR) mit den anderen Gremien gewählt. Zuvor mussten Wahlordnungen geändert und neue Kandidaten gefunden werden, was nicht allen FSR gelang. Die Umstrukturierung soll 2013 abgeschossen sein.</strong></p>
<p><a href="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2012/01/mm96_HoPo_11_Luciakarte_Katrin-Haubold.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-70102" style="margin-left: 10px; margin-right: 10px;" title="mm96_HoPo_11_Luciakarte_Katrin Haubold" src="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2012/01/mm96_HoPo_11_Luciakarte_Katrin-Haubold-250x140.jpg" alt="" width="250" height="140" /></a>Da es keinen FSR mehr gibt, muss 2012 leider sowohl unsere Mittsommerfeier als auch das Luciafest ausfallen.“ Diese E-Mail verschickte der Fachschaftsrat der Nordistik Mitte Dezember, um die Studenten des Instituts wach zu rütteln. Es ließen sich zu wenig Kandidaten für die Wahl aufstellen. Nach nur einem halben Jahr sollten die Skandinavisten und Fennisten wieder an die Wahlurne. Dabei hatten sie doch erst im Sommer letzten Jahres gewählt – warum nun schon wieder?</p>
<p>Die Zusammenlegung der Fachschaftsrats- mit den anderen Gremienwahlen hatte vor allen Dingen organisatorische Gründe: Sie sollte die Beteiligten entlasten, da zum Beispiel die Wählerverzeichnisse alle mit einem Mal ausgedruckt werden können. „Zudem hatten wir uns eine Erhöhung der Wahlbeteiligung versprochen“, so Felix Pawlowski, Referent für Fachschaften und Gremien vom Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA). Insgesamt entschlossen sich 15 FSR zu einer Wahl im Januar. Vor allem an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät wählen die FSR schon seit Jahren in diesem Zeitraum. Für sie war es demnach keine Umstellung. Die anderen mussten im Vorfeld ihre Wahlordnung ändern. Einige FSR wollten jedoch ihren jetzigen Wahltermin behalten. Die Mitglieder wussten nichts davon, dass ihnen eine verkürzte Amtszeit bevorstehen sollte. Zudem hätte es Probleme für BAföG-Empfänger geben können. Wer sich zwei Semester beim FSR einsetzt, bei dem verlängert sich die Regelstudienzeit um ein Semester; mit der kürzeren Amtszeit wäre das nicht gegangen. Nach Gesprächen mit den Dekanen und dem Studentenwerk wird die verkürzte Amtszeit der ehemaligen FSR nun auch als ganze angerechnet.<span id="more-70101"></span></p>
<p>Letztendlich konnte man bei zehn FSR über die neuen Mitglieder entscheiden. Der Schwund lässt sich auch damit begründen, dass sich nicht genügend Kandidaten fanden. Dieses Schicksal ereilte den FSR Geschichte. Insgesamt müssen drei Positionen in einem FSR besetzt sein: Der Vorsitzende, der Finanzer und der Kassenwart.</p>
<p>Die Historiker hatten –trotz 1 450 Studenten – allerdings nur zwei Bewerber. Die geringe Beteiligung können sich die Mitglieder nicht erklären. „Wir hatten den Eindruck, dass gerade dieser Fachschaftsrat in den letzten Monaten viel Wind machte“, so der stellvertretende Vorsitzende Gabriel Kords. So waren sie wegen des Institutseinsturzes (moritz Magazin 87, 93) sehr präsent. Laut FSR könnte das fehlende Institut aber genau das Problem für die geringe Beteiligung sein: Der FSR mit seinem Sitz in der Soldmannstraße wird so schlechter wahrgenommen.</p>
<p>Während die einen zu wenige Kandidaten haben, stockt ein anderer FSR auf. Die Biochemiker erweiterten ihren FSR von fünf auf sieben Plätze. Dazu wurde schon vor ein paar Monaten die Wahlordnung geändert. In dem Rat sind nun fünf Studenten der Biochemie und zwei der Umweltwissenschaften vertreten. „Wir haben den FSR Biochemie aufgestockt, damit unsere Nachfolger die bisherige Arbeit entspannter weiterführen und hoffentlich um interessante Aspekte erweitern können“, so FSR-Mitglied Sven Kratochvil. Auch die Bereitschaft, im FSR mitzuwirken, ist bei den Biochemikern dieses Jahr hoch: Es hatten sich zehn Kandidaten gemeldet.</p>
<p>Im kommenden Jahr sollen die Wahlordnungen der verbliebenen FSR geändert werden, sodass auch hier die Wahlen im Januar stattfinden sollen. Senat, Studierendenparlament, Fakultäts- und Fachschaftsrat: Ab 2013 können die Stimmen dafür alle in einer Woche abgegeben werden.</p>
<p><em>Ein Bericht mit Fotomontage von Katrin Haubold</em></p>
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		<title>Die Angst allein zu sein</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Jan 2012 21:32:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Moritz-Magazin</dc:creator>
				<category><![CDATA[GreifsWelt]]></category>
		<category><![CDATA[Moritz Magazin]]></category>
		<category><![CDATA[Obdachlosenhilfe]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Tagesstätte und das Obdachlosenhaus in Greifswald unterstützen Menschen bei der Bewerkstelligung ihrer schwierigen Lebenssituation. moritz berichtet über die Einrichtungen und gibt einen Einblick in das Leben der Betroffenen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Tagesstätte und das Obdachlosenhaus in Greifswald unterstützen Menschen bei der Bewerkstelligung ihrer schwierigen Lebenssituation. moritz berichtet über die Einrichtungen und gibt einen Einblick in das Leben der Betroffenen.</strong></p>
<p><a href="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2012/01/mm96_Greifswelt_30_schlafen_unbekannt1.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-70092" style="margin-left: 10px; margin-right: 10px;" title="mm96_Greifswelt_30_schlafen_unbekannt" src="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2012/01/mm96_Greifswelt_30_schlafen_unbekannt1-250x166.jpg" alt="" width="250" height="166" /></a>Zum elften Todesstag des in Greifswald ermordeten Obdachlosen Eckhard Rütz fand am 25. November vergangenen Jahres eine Gedenkveranstaltung vor der Mensa statt. Vordergründig ging es um die rechtsextreme Problematik, hintergründig schwingt jedoch auch die in Greifswald öffentlich wenig präsente Obdachlosigkeit mit. Im Vergleich zu Großstädten, in denen Obdachlose Teil des Stadtbilds sind, rücken sie in der Universitätsstadt anscheinend aus dem Blickfeld der Bürger. Um die Belange der obdachlosen Menschen in Greifswald kümmern sich Mitarbeiter verschiedener Einrichtungen. Neben Unterkünften bieten sie Hilfestellungen, die die Selbstständigkeit fördern und somit aus der Obdachlosigkeit führen sollen.</p>
<p>Petra Werner arbeitet seit sechs Jahren in der Greifswalder Tagesstätte des Kreisdiakonischen Werks (KDW). Täglich treffen hier Menschen mit und ohne Wohnraum aufeinander. Verurteilt wird keiner. Das Ziel der Tagesstätte sei es, Beratungsmöglichkeiten für Betroffene zu schaffen und ihnen zugleich Ansprechpartner für Behördengänge zur Seite zu stellen. „Wenn man an den Rand dieser Gesellschaft gerutscht ist, fällt es schwer diese Wege alleine zu gehen oder man hat Angst davor es nicht zu schaffen und Ablehnung zu erfahren“, berichtet die stellvertretende Leiterin der Einrichtung.<span id="more-70091"></span></p>
<p>Hilfe brauchen die Klienten unter anderem nach einer Haftentlassung, bei der Suche nach neuem Wohnraum oder bei der Beantragung wesentlicher Gelder. „Oftmals ist es auch ein Stück Einsamkeit“, die die Betroffenen in die Tagesstätte führt, erläutert Werner. Die Einrichtung hat innerhalb der Woche von 8 bis 16 Uhr geöffnet und bietet neben Beratungsgesprächen einen Aufenthaltsraum, eine Küche und einen Essensraum an. Das Mittagessen wird für einen Obulus von zwei Euro angeboten, wovon sich die Besucher für abends etwas mitnehmen dürfen. Auch Frühstück und Kaffee sind erhältlich. „Aber es ist nicht so, dass sie alles geschenkt bekommen, das möchten sie in der Regel auch nicht.“ Im Keller befinden sich unter anderem eine Tischtennisplatte und eine Dartscheibe für gemeinschaftliche Aktivitäten, die laut Werner gern in Anspruch genommen werden. Für Abwechslung sorgen Fahrten nach Polen und Grillen am Strand. Vor kurzem wurde gemeinsam das Theaterstück „Woyzeck“ inszeniert und öffentlich aufgeführt. Das Projekt fand laut Werner bei den Bewohnern großen Anklang.</p>
<p>Ihre Arbeit bezeichnet sie als „ein angenehmes Miteinander mit den Klienten“ und empfindet die unvoreingenommene Annahme der Menschen als wichtig: „Einige schauen gar nicht danach, warum ein Mensch dorthin gekommen ist.“ Die Wohnungssuche stelle jedoch eine der größten Hürden auf dem Weg in ein selbstständiges Leben dar. Aufgrund der geringen Anzahl von Wohnungsgesellschaften und möglichen Vermietern in Greifswald sei es zudem schwer einen „bezahlbaren Wohnraum zu finden.“</p>
<p>Auf die Frage, was man als Außenstehender beitragen könne, antwortet die stellvertretende Leiterin: „Wohnungen vermieten“. Für Menschen, die ehemalige Mietschuldner sind, stellt dieser Status eine besonders große Herausforderung dar, die es zu bewältigen gilt. Werner sagt, dass das Konzept des Kreisdiakonischen Werks so sei, dass es Wohnungen anmiete, diese Wohnungen und das Wohnen für eine Zeit begleite und die Mietverträge dann ändere. Sie fügt hinzu, dass das Anmieten von Wohnungen ebenso für das KDW schwierig geworden ist. Nicht nur die problematische Wohnsituation fordert die obdachlosen Bürger Greifswalds. Neben häufiger Arbeitslosigkeit bestünde das Problem des Alkoholismus. „Einige haben Angst davor alleine zu leben und flüchten dann wieder in den Alkohol“, berichtet Ilona Martens, die seit 2010 die Leiterin des Obdachlosenhauses in Greifswald ist.</p>
<p><a href="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2012/01/mm96_Greifswelt_30_keller_unbekannt1.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-70093" style="margin-left: 10px; margin-right: 10px;" title="mm96_Greifswelt_30_keller_unbekannt" src="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2012/01/mm96_Greifswelt_30_keller_unbekannt1-250x166.jpg" alt="" width="250" height="166" /></a>Um gegen diese Angst vorzugehen, bemühen sich die Mitarbeiter des Obdachlosenhauses um Unterstützungsmaßnahmen für die Betroffenen. Sie bieten Anrufe bei Ämtern, Kontaktaufnahme zu den Wohnungsgesellschaften und die Organisation verschiedener Therapien an. „Die Bewohner wissen, dass sie hier einen Ansprechpartner haben“, sagt Martens. Das Obdachlosenhaus gibt es seit 1990/1991. Es stehen Zwei- oder Drei-Bett-Zimmer für rund dreißig Personen zur Verfügung. Derzeit sind zwanzig Betten belegt. Wenn sich die Menschen beim Ordnungsamt als obdachlos anmelden, bekommen sie eine Einweisung in das Obdachlosenhaus und können dort vorübergehend eine Bleibe beziehen.</p>
<p>Die Mitarbeiter bewirtschaften das Haus mit Betreuerfunktion. Alles andere müssen die Bewohner selbstständig erledigen. „Wir haben ja keinen Heimcharakter, sondern wir sind ein Obdachlosenhaus.“ Die Bewohner gehen einkaufen, kochen zusammen und halten ihre Zimmer in Ordnung. Zudem herrscht ein Alkoholverbot, „was sich nicht immer durchziehen lässt“, ergänzt Martens. Die Leiterin bemerkt, dass sie sich nach Feierabend noch viele Gedanken um Verbesserungsmöglichkeiten macht. Dennoch betont sie, dass sie diese Arbeit sehr gerne mache. „Hier spürt man auch, wenn man sich mit den Bewohnern befasst und auf sie eingeht und ihnen zuhört, dass sie dann auch Sachen erzählen, die sie sonst nicht erzählen würden. Sie wissen, dass das in dem Raum bleibt.“</p>
<p>Martens nimmt ebenso Bezug auf die partiell beschränkte Sicht der Gesellschaft gegenüber obdachlosen Bürgern. „Auch sie hatten ein Leben vor der Obdachlosigkeit.“ Das Leben nach eben dieser soll durch eine Begleitung zunächst stabilisiert werden. „Sozialarbeiter der Volkssolidarität übernehmen diese Arbeit und versuchen ihnen den Weg wieder zu ebnen und sie in die Normalität zu bewegen.“</p>
<p>Martens sagt, es sei unterschiedlich und individuell zu betrachten, wer diesen Weg schafft und wer nicht. Georg* hat es geschafft. Der gebürtige Greifswalder ist vierundzwanzig und verbringt derzeitig seine ersten Tage in seinen eigenen vier Wänden. Nach sieben Monaten Aufenthalt im Obdachlosenhaus hat er nun wieder eine Arbeitsstelle und eine neue Wohnung gefunden.</p>
<p>Als Grund für seine Obdachlosigkeit benennt Georg eine Drückerkolonne, die ihm nach seiner Kündigung im alten Betrieb neue Arbeit versprach. Nach drei Wochen erhielt er jedoch kein Gehalt mehr und schließlich nahmen sie ihm seinen Personalausweis weg. Damals habe er noch in Stralsund gewohnt. Anschließend ging er nach Niedersachsen in den Landkreis Leer. „Dort wurde ich erst recht obdachlos“, erklärt der junge Mann. „Das Ordnungsamt hat mich da in das Obdachlosenheim untergebracht – aber nur für sieben Tage.“ In Greifswald wurde alles anders. Hier bekam Georg Hilfe und Unterstützung.</p>
<p>Heute sagt er, der Gang zum hiesigen Obdachlosenhaus habe kaum Überwindung gekostet. Nach Martens sei er mit dieser Einstellung eine Ausnahme. Die Leiterin gibt zu, dass es leider nur wenige Erfolgserlebnisse wie dieses gäbe. Den jüngeren Bewohnern falle es jedoch leichter aus alten Gewohnheiten herauszuwachsen. Man brauche viel Kraft für den Weg zurück in die Selbstständigkeit. Diese Kraft bekomme Georg durch seinen acht Monate alten Sohn. „Ich hatte auch sehr große Hilfe von Frau Martens“, erklärt er. Nun wolle er im Leben ohne Betreuer zurechtfinden und Fuß in der Reinigungsbranche fassen. Seine Vergangenheit und die Obdachlosigkeit möchte der Greifswalder hinter sich lassen: „Ich freue mich auf’s neue Jahr!“</p>
<p><strong>Ein Bericht von Irene Dimitropoulos, Natascha Gieseler und Laura-Ann Schröder</strong></p>
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		<title>An der Leitung</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Jan 2012 21:29:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Moritz-Magazin</dc:creator>
				<category><![CDATA[GreifsWelt]]></category>
		<category><![CDATA[Moritz Magazin]]></category>
		<category><![CDATA[Nightline]]></category>
		<category><![CDATA[Seelsorge]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Nightline ist eine von Studenten geführte Telefonhotline, die in den nächsten Monaten den Greifswalder Studenten bereitgestellt wird. Neben dem Zuhörtelefon gibt es weitere Anlaufstellen, die psychologische Beratung anbieten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Nightline ist eine von Studenten geführte Telefonhotline, die in den nächsten Monaten den Greifswalder Studenten bereitgestellt wird. Neben dem Zuhörtelefon gibt es weitere Anlaufstellen, die psychologische Beratung anbieten.</strong></p>
<p>Laut dem Studentenwerk wurden zu Beginn des Jahres 2010 über 60 der Studenten in Greifswald psychologisch und sozial beraten. Ende 2011 waren es bereits über 300, die die Beratung aufsuchten. Immer mehr Studenten nehmen psychologische Hilfe in Anspruch und holen sich bei Bewältigung von Leistungsdruck, Prüfungsstress und Motivationsproblemen Unterstützung von außen. Ein Grund könnte unter anderem die Umstellung der Diplom- und Magister-Studiengänge auf das Bachelor- und Master-System sein. Der daraus resultierende Druck auf die Studenten, aber auch private Anliegen machen die psychologische Beratung unabdingbar. Zwei Greifswalder Studentinnen kamen daraufhin auf die Idee, eine „Nightline“ in Greifswald aufzubauen.<a href="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2012/01/mm96_Greifswelt_28_illustration_daniel_focke.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-70087" title="mm96_Greifswelt_28_illustration_daniel_focke" src="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2012/01/mm96_Greifswelt_28_illustration_daniel_focke-250x110.jpg" alt="" width="250" height="110" /></a></p>
<p>Die Idee der „Nightline“ stammt aus dem Vereinigten Königreich und kam 1994 nach Deutschland. Dabei handelt es sich um ein Zuhörtelefon von Studenten für Studenten und soll vor allem nachts die Möglichkeit bieten, seine Sorgen mit jemandem zu besprechen. Die Universität Heidelberg war die erste Universität in Deutschland, die eine „Nightline“ aufbaute und in Betrieb nahm. Nun brachte die Medizinstudentin Julia, Vorstandsvorsitzende der neugegründeten „Nightline“ Greifswald, diese Idee zu uns. Seit Oktober 2011 ist sie zusammen mit Anne, ebenfalls Vorstandsmitglied, mit dem Aufbau beschäftigt. Den Wunsch dazu bekam Julia, weil sie selbst während ihres Studiums eine Phase hatte, in der es ihr nicht gut ging.<span id="more-70084"></span></p>
<p>In Gesprächen mit Freunden stellte sie fest, dass es ihr sehr geholfen hatte, wenn andere einfach nur zugehört haben und ihr sagten, dass sie nicht mit ihren Gedanken allein sei. Wichtig war ihr auch, sich in der heutigen Ich-bezogenen Gesellschaft sozial zu engagieren: „Ich dachte mir, dass dies der erste Weg ist, auf einer anonymen Ebene zu helfen.“ Mitmachen sowie anrufen dürfen bei der „Nightline“ Studenten jeder Fachrichtung. Lediglich das Studentensein ist Voraussetzung um Gespräche zu führen, die auf gleicher Augenhöhe stattfinden sollen. Neben Hilfe durch Zuhören in emotionalen Angelegenheiten sollen auch Ratschläge das Studium betreffend erfolgen. Die beiden jungen Frauen betonen dabei, dass die Beratungsgespräche nicht auf professioneller Basis beruhen, dafür ist das Angebot niederschwelliger. Alles bleibt anonym, sowohl die Daten des Anrufers und seine Probleme als auch die Identität der „Nightliner“.</p>
<p>Der Vorstand der „Nightline“ steht auch in engem Kontakt zur seit 1994 bestehenden Ökumenischen Telefonseelsorge Vorpommern, die ihren Sitz in Greifswald hat. Dabei handelt es sich um eine Kooperation zwischen der evangelischen und der katholischen Kirche. Ihr Ziel ist es, Menschen in Krisensituationen zu unterstützen, bei Lösungsfindungen zu helfen und dies „unabhängig von Alter, Religionszugehörigkeit und Thema des akuten Problems“ zu tun. Telefondienst leisten kostenfrei und 24 Stunden lang ausschließlich ehrenamtliche Mitarbeiter an den vier Standorten Greifswald, Rostock, Neubrandenburg und Schwerin. Im Jahr 2011 sind bei der Telefonseelsorge circa 8 000 Anrufe eingegangen. Wie bei der „Nightline“ ist auch hier die Anonymität gegeben. In Kooperation mit der Telefonseelsorge sollen für Mitwirkende der „Nightline“ Schulungen organisiert werden. Des Weiteren sollen Supervisionen mit dem Studentenwerk stattfinden, um die „Nightliner“ zusätzlich zu unterstützen.</p>
<p>Auch Matthias Tuve, der seit 2009 als Studentenpfarrer in Greifswald tätig ist, versucht durch Zuhören zu helfen. Sein Angebot nehmen vor allem ausländische Studenten wahr, die sich Sorgen um die Finanzierung ihres Studiums machen. „Besonders in Prüfungszeiten ist es schwierig, weil man nicht gleichzeitig für den Lebensunterhalt arbeiten und sich gut auf eine Prüfung vorbereiten kann. Da kann ich manchmal aus einem Notfonds helfen“, berichtet Tuve. Außerdem finden jeden Montagabend im Lutherhof Treffen der Evangelischen Studentengemeinde Greifswald statt, bei denen sich die Studenten über ihre Erfahrungen während des Studiums austauschen können.</p>
<p>Das grundsätzliche Ziel des Angebots ist das Zuhören auf empathischer Ebene: „Die Leute, die ernsthafte Probleme haben oder die über unsere rein empathischen Gespräche weitere Hilfe benötigen, sollen von uns zum Beispiel auch an das Studentenwerk weitergeleitet werden.“ Dort gibt es seit 2010 die psychologische Beratung sowie die Sozialberatung, die Studenten Lösungswege bei psychischen oder sozialen Problemen aufzeigen sollen. Diese Hilfe wird über die Semesterbeiträge finanziert. Zweimal in der Woche findet eine offene Sprechzeit beim Studentenwerk statt, es können aber auch telefonisch Termine vereinbart werden.</p>
<p>Je früher man die Beratung aufsucht, desto „mehr Einflussmöglichkeiten hat man. Die Studenten sollen nicht so lange warten“, findet die Geschäftsführerin des Studentenwerks Dr. Cornelia Wolf-Körnert. Vorher fand die Beratung extern statt, doch seit April 2010 empfängt der Psychologe Josef Linus Löbke Studenten während seiner offenen Sprechzeit dienstags zwischen 14 und 16 Uhr oder nach Vermittlung durch das Studentenwerk von Montag bis Freitag nach Vereinbarung. Löbke erzählt, dass seine offene Sprechzeit in der Vorlesungszeit „stark frequentiert“ wird, aber während der vorlesungsfreien Zeit eine größere Chance auf ein längeres Beratungsgespräch bestünde. Im Schnitt beanspruchen 14 bis 15 Studenten im Monat die kostenlose psychologische Beratung bei ihm und nehmen circa sechs Gespräche wahr. „Die psychologische Beratung im Einzelkontakt ist im wesentlichen eine lösungsorientierte Kurzzeitberatung und hat von daher nicht den Anspruch, eine umfassende ambulante Psychotherapie zu ersetzen“, erzählt Löbke. Zu den häufigsten Problemen unter den Studenten zählt er Schreibblockaden oder Prüfungsangst. Zum Teil kommen die Studenten auch wegen Depressionen, Angsterkrankungen oder familiären und partnerschaftlichen Problemen zu ihm in die Beratung. Auch bei Suchtproblemen ist er als Ansprechpartner.</p>
<p>Das Angebot der „Nightline“ empfindet Löbke als eine sinnvolle Ergänzung zur „klassischen Angebotspalette“. Als Vorteile sieht er, dass die Probleme an Gleichaltrige getragen werden können, die Hemmschwelle durch die Anonymität sinkt, und dass der Zugang zur Hilfe zeitnaher, direkter und unmittelbarer auch in der Nacht möglich ist. Die Hotline soll von montags bis freitags in der Zeit von 22 bis 2 Uhr nachts in Betrieb sein. Die beiden Vorstandsmitglieder raten, dass man wegen der in die Ausbildung investierten Zeit, Geld und Aufwand mindestens ein Jahr dabei sein sollte. Wahrscheinlich wird das Zuhörtelefon ab dem Sommersemester, spätestens zum nächsten Wintersemester starten.</p>
<p>Julia und Anne denken, dass die Hotline großen Anklang finden könnte, weil der Gesamtstress für Studenten in den letzten Jahren gestiegen ist. Obwohl Greifswald mit Abstand die kleinste Universitätsstadt ist, in der eine „Nightline“ aufgebaut werden soll, finden Anne und Julia, dass ein Anrufer pro Dienst besser wäre als gar keinen Service zu haben.</p>
<p><em>Ein Bericht von Irene Dimitropoulos und Marlina Schell mit einer Grafik von Daniel Focke</em></p>
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		<title>Eiswürfel in der Hölle</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Jan 2012 21:25:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Moritz-Magazin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Postkarte, Personaldebatte, Pressemitteilung: Das ist die heilige Dreifaltigkeit des jungsozialistischen Umgangs mit den studentischen Medien in Greifswald. Eine politische Satire im Feuilleton über bedeutungstrunkene Kommilitonen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Postkarte, Personaldebatte, Pressemitteilung: Das ist die heilige Dreifaltigkeit des jungsozialistischen Umgangs mit den studentischen Medien in Greifswald. Eine politische Satire im Feuilleton über bedeutungstrunkene Kommilitonen.</strong></p>
<div id="attachment_70081" class="wp-caption alignleft" style="width: 260px"><a href="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2012/01/mm96_Feuilleton_46_Juso.jpg"><img class="size-medium wp-image-70081 " style="margin-left: 10px; margin-right: 10px;" title="mm96_Feuilleton_46_Juso" src="http://webmoritz.de/wp-content/uploads/2012/01/mm96_Feuilleton_46_Juso-250x144.jpg" alt="" width="250" height="144" /></a><p class="wp-caption-text">Lektüre vom Expräsi</p></div>
<p>„Vom Webmoritz wünschen wir uns eine Auseinandersetzung mit den politischen Inhalten der jeweiligen Gruppierungen und keine Beurteilung der künstlerischen Fähigkeiten. Dies ist keine politische Berichterstattung, sondern gehört in das Feuilleton“, schrieb der Sprecher der Hochschulgruppe der JungsozialistInnen (JUSOS) Christopher L. Riemann in einer Pressemitteilung vom 12. Januar 2012 zum webMoritz Artikels „Pac-Man auf der Flucht vorm BAföG-Amt? – Die Werbemittel der Gremienwahlen“. Christopher ist zukünftiger Abgeordneter des Studierendenparlaments, die studentischen Medien sind seinem Verständnis nach („Wir fordern den Web-Moritz zu einer differenzierteren Berichterstattung auf“) anscheinend weisungsgebunden. In der spröden Satzungsrealität ist dies freilich anders geregelt.</p>
<p>Dennoch möchte ich dem eingangs von Genosse Gernegroß geäußerten Ratschlag, sich im Feuilleton über die künstlerischen Fähigkeiten auszulassen, gerne nachkommen. Nutzen wir also die folgenden Zeilen für einen Blick zurück und zu einer ästhetischen Kritik am publizistischen Mitochondrium der JUSOS im StuPa, dem Präsi-Blog. Der Hintergrund des Blogs ist himmelblau wie Papa Schlumpf, am rechten Rand die Auswüchse einiger roter Fahnen, über denen der Allerwerteste eines Seevogels leuchtet. Die mittige Textkolonne beinhaltet allerlei Plunder, beispielsweise eine „Stachelschrift“, die genau so stachelig ist, wie man es von einer Kreuzung aus humorloser Parteiglosse und überfahrenem Igelbaby erwarten kann.<span id="more-70080"></span></p>
<p>Der Autor und Blogbetreiber, der StuPa-Präsident a.D. Eric Makswitat macht sich hier mit süffisanter Selbstherrlichkeit über die Wahlwerbung anderer hochschulpolitischer Vereinigungen lustig. Einige Tage später schickte sein Häuptling Christopher dem webMoritz wegen eines ähnlichen Artikels eine mahnende Pressemitteilung. Fairerweise muss man sagen, dass sich Eric intern postwendend gegen die Pressemitteilung aussprach. Als JUSO beleidige man keine Medien, das tue nur der Bundespräsident. Geeigneter erscheint da die Schenkung eines Malbuchs samt Postkarte an die moritz-Redaktion, so geschehen am 27. Juni 2011. Versehen mit der Bitte um mehr Bedachtsamkeit, Frontentausch, Einfühlsamkeit und Recherche.</p>
<p>Man muss das politische Dasein mit Humor nehmen, sei es als Präsi-Blog-Leser oder als StuPist. Nicht beherzigen konnte dies der Vorsitzende des StuPa-Haushaltsauschusses Michael Seifert, ebenfalls Mitglied der JUSOS. Eine redaktionelle Einschätzung im webMoritz-Ticker der StuPa-Sitzung vom 25. Oktober letzten Jahres erregte ihn derart, dass sich der verantwortliche Chefredakteur face to face mit der polternden Androhung einer Personaldebatte konfrontiert sah. Leider findet sich auf dem Präsi-Blog unter der Überschrift „Transparenz, Transparenz, Transparenz“ keine Erwähnung des Vorfalls, sondern ein kurzer Abriss der StuPa-Sitzung vom 21. November 2011. „Wir sind der festen Überzeugung, dass eine öffentliche Wahl, ein öffentliches Mandat, eine öffentliche Abstimmung auch eine öffentliche Berichterstattung benötigt.“ Auf dem Papier herrscht somit schon mal Konsens.</p>
<p>Gespannt harren wir nun der Taten und Worte der neuen JUSO-StuPisten, die Pressemitteilung ist da ein netter Aperitif.</p>
<p>Ein erfahrener JUSO riet den roten Grünschnäbeln indessen, sich über kleine webMoritz-Artikel nicht dermaßen aufzuregen. Sonst würden sie in der hiesigen Hochschulpolitik ähnliche Überlebenszeiten haben wie ein Eiswürfel in der Hölle. Es wäre wirklich schade drum. Glück auf und solidarische Grüße!</p>
<p><em>Ein Feature von Ole Schwabe</em></p>
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		<title>Clash of the titans</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Jan 2012 21:22:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Moritz-Magazin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Hollywood – Zentrum der Filmindustrie, Wahrzeichen für Filmgeschichte, Heimat großer Filmtitanen. Doch kommt es immer öfter vor, dass wir im Kino merken: Das kenne ich doch! Woran liegt es, dass Filme immer wieder neu verfilmt werden?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Hollywood – Zentrum der Filmindustrie, Wahrzeichen für Filmgeschichte, Heimat großer Filmtitanen. Doch kommt es immer öfter vor, dass wir im Kino merken: Das kenne ich doch! Woran liegt es, dass Filme immer wieder neu verfilmt werden?</strong></p>
<p>Die meisten Menschen schauen gerne Filme: gruselige, abenteuerreiche, lustige, phantasievolle. Immer wieder gibt es neue Ideen. Oft passiert es allerdings, dass sich Filmemacher für altbekannte Geschichten entscheiden und diese neu verfilmen. Meist merkt der Otto-Normal-Filmgucker nicht, dass es sich um Neuverfilmungen handelt, doch beschäftigt man sich mit dem Thema genauer, stellt man fest, dass sich viele Drehbuchautoren an bestehenden Filmen festkrallen und höchstens ihre Schwerpunkte verschieben. Plot, Charaktere und Szenerie bleiben dabei oft gleich. Durch neue Möglichkeiten gerade im Bereich der Technik, wie zum Beispiel die Computeranimation, kommen viele Regisseure in Versuchung einen Film neu aufzulegen. „Remakes sind eine generelle Praxis in Hollywood“, sagt Dr. Martin Holtz vom Institut für Anglistik/Amerikanistik, der zu einem Filmthema promovierte. Doch wann macht das Sinn und wann ist es Unsinn? Stellt sich Hollywood und die restliche Filmwelt damit neuen Herausforderungen oder ist es ideenlos?<span id="more-70077"></span></p>
<p>Es war einmal ein kleiner Junge namens Charlie, der liebte Schokolade. Eines Tages darf er das Reich des Schokoladenkönigs Willy Wonka betreten. Jeder kennt den Kinder-Fantasy-Film „Charlie und die Schokoladenfabrik“ aus dem Jahr 2005 mit Johnny Depp. Dabei gab es den Film „Willy Wonka und die Schokoladenfabrik“ bereits 1971 mit Gene Wilder in der Hauptrolle. Im Gegensatz zum Remake war das Original bei weitem kein Kassenschlager, avancierte aber einige Jahre später durch wiederholte Ausstrahlung im Fernsehen zu einem Kultfilm. Aufgrund des Kultstatus des Originals traute sich viele Jahre keiner eine Neuverfilmung zu wagen, bis sich Tim Burton der Herausforderung stellte. Dabei versuchte er den neuen Film näher an der Vorlage, dem Buchklassiker von Roald Dahl, entstehen zu lassen. Mit einer Top-Besetzung schaffte er es, das Reich Willy Wonkas imposanter und verrückter wieder aufleben zu lassen. Als man den Wonka Darsteller Gene Wilder auf die Neuverfilmung ansprach äußerte er sich enttäuscht: “It‘s all about money. I don‘t see the point of going back and doing it all over again.”</p>
<p>Man mag über Remakes denken was man will, doch oft stellt man sich die Frage: WARUM? Einer dieser Filme ist die Neuverfilmung des 80er Jahre Tanzfilms „Footloose“ mit Kevin Bacon. Die Frage, warum gerade Tanzfilme wieder aufgegriffen werden, lässt sich mit der Profitorientierung Hollywoods erklären. Da in letzter Zeit Filme des Musicalgenres einen ziemlichen Hype auslösten – denkt man nur an „High School Musical“, „Hairspray“ oder „Glee“ – scheint das Neuverfilmen alter Tanzfilme erfolgversprechend zu sein.</p>
<p>Doch wenn man sich das Remake von 2011 anguckt, wird schnell klar, dass Hollywood sich die Produktionskosten hätte sparen können. Neben einigen Schauspielern, die nicht wirklich schauspielern können, sind die Fußstapfen Kevin Bacons viel zu groß, als dass Kenny Wormald darin tanzen könnte. Der einzige Unterschied zum Original besteht vor allem in der Wahl der Musik, etwas mehr Action und kürzeren Klamotten der Mädchen. Alle, die Tanzfilme mögen und „Footloose“ sehen wollen, sollten immer auf das Original zurückgreifen, da der Auftritt des Möchtegern-Kevin Bacons eher zum Gruseln ist.</p>
<p>Apropos Gruseln: Horrorfilme stellen ein beliebtes Genre für Remakes dar. „Oftmals wird dem gleichen Stoff eine andere Facette abgewonnen, wenn man ihn in einen neuen historischen Kontext verpflanzt“, so Dr. Holtz. Ein Bespiel dafür ist der Horror-Scifi-Film „The Thing“, in dem das Misstrauen der Menschen untereinander beleuchtet wird. Dieses Motiv findet sich in jedem der drei Verfilmungen wieder und lässt Bezüge zur Realität zu. Als „The Thing“ 1951 in die Kinos kam, reflektierte es die Angst vor dem Kommunismus. Das Remake 1982 von John Carpenter könnte man als AIDS-Metapher sehen, wobei im dritten Remake (2011) die Angst vor Terrorismus thematisiert wird, erklärt Dr. Holtz weiter. So bieten Horrorfilme ein gutes Genre die Ängste der Bevölkerung filmisch umzusetzen und zu verarbeiten.</p>
<p>Doch nicht nur Horrorfilme spielen mit den Ängsten der Menschen und bieten schaurig-schöne Unterhaltung. Auch märchenhafte Abenteuerfilme schaffen es das Publikum zugleich in Staunen und Schrecken zu versetzen. Die Schöne und das Biest: Ein Märchenmotiv, das in Hollywood auf eine vollkommen neue Art aufgegriffen wurde. 1933 zum Beispiel, als „King Kong und die weiße Frau“ auf die Kinoleinwände kam. 72 Jahre später versucht sich Peter Jackson an dem Material und bringt einen neuen King Kong in die Kinos. Vor allem fällt auf, dass die Technik den großen Unterschied ausmacht. Heutzutage wird alles digitalisiert. Keine schwarz-weiß Verfilmung, keine Gorilla-Puppe, kein Discoflackern auf dem Bildschirm – 21. Jahrhundert halt. Nicht nur der einprägsame Schrei Fay Wrays macht das Original zu einem Klassiker unserer Filmkultur.</p>
<p>So scheint das Schiff „Qualität Hollywood“ immer weiter zu sinken. Wo wir gerade bei sinkenden Schiffen sind: Das Titanic-Remake schien lange Zeit unübertroffen zu sein, bis es von „Avatar“ von der Spitze des Eisbergs gestoßen wurde. Die Idee für seinen Film nahm Regisseur James Cameron vom Titanic-Original von 1953. Zwar teilen beide Filme Schauplatz und katastrophales Ende, aber die Handlung ist eine andere. Wem das Remake von Cameron zu dramatisch und schnulzig ist, könnte Gefallen am Original finden. Nichts vom ständigen Wortwechsel zwischen DiCaprio und Winslet à la „Jake! Rose! Jake! Rose! Jake!“ und wenn sie nicht gestorben sind, dann rufen sie noch heute. Keine tragische Liebesgeschichte, eher eine tragische Familiengeschichte. Dennoch schuf Cameron mit neuen Techniken und einer gigantischen Kulisse einen Film, der auf eigenen Füßen steht. Kein Versuch den alten Film nachzuahmen, eher ein Versuch die Geschichte der Titanic und ihrer Passagiere neu aufleben zu lassen. Hier und da eine traurige Passage, etwas mehr Explosion und Erotik – schon entsteht ein Kassenschlager, wie wir ihn bis dahin noch nicht erlebt hatten.</p>
<p>Nun ja, die Titanic ist gesunken – dumm gelaufen, da kann man nichts mehr machen, aber das Schiff aus dem Hollywoodhafen kann noch gerettet werden. Das beweisen Filmemacher wie die Coen-Brüder mit ihrem mehrfach Oscar nominierten Film „True Grit“. Dieser sorgte bereits 1969 dafür, dass John Wayne seinen ersten und einzigen Oscar bekam. Die Neuverfilmung (2010) weist natürlich Parallelen zum Original auf. Dennoch orientierten sich die Coen-Brüder mehr an dem Roman von Charles Portis. So sollte man diese Verfilmung nicht als Remake, eher als eine neue Adaption des Buches sehen. „Es ist zweimal dieselbe Geschichte, doch durch unterschiedliche Bilder werden andere Effekte erzeugt, sodass beide in ihrem historischem Kontext als eigenständige Filme gesehen werden sollten“, bestätigt Dr. Holtz. So steht das Remake dem Original in nichts nach, mit Ausnahme des dauer-nuschelnden Jeff Bridges, den man ruhig deutlicher hätte sprechen lassen können.</p>
<p>Es bleibt festzustellen, dass Remakes aus Profitgier und Ideenlosigkeit eher zum Scheitern verurteilt sind. Neuverfilmungen, die aus einer Motivation heraus entstanden sind, aufgrund technischer Neuerungen oder mit neuen Ideen, zeigen oftmals das Herzblut, was in die Arbeit geflossen ist, und lassen den Zuschauer dies spüren. So hängt die Wirkung eines jeden Remakes nicht nur am persönlichen Geschmack des Zuschauers, sondern auch am Grund dessen Entstehung.</p>
<p><em>Ein Essay von Melanie Fuchs und Luna Kovac</em></p>
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