Alle Artikel der Kategorie Uni.versum

Ohrstöpsel-Automaten und andere Raritäten

Geschrieben von | Veröffentlicht am 30. Januar 2012 um 23:03 Uhr

Zurzeit stürmen Studenten wieder die Universitätsibliotheken um sich auf die Prüfungen vorzubereiten. Während andere Büchereien Sofas zum Entspannen bieten, müssen sich die Benutzer in Greifswald ihre Isomatten selbst mitbringen.

Faul, ständig auf Achse, aber selten in der Uni: So in etwa sieht das Leben eines Klischeestudenten aus. Ende des Semesters jedoch zieht es die Studierenden in Strömen zur Zentralen Universitätsbibliothek, der Bereichsbibliothek Am Schießwall oder eine der zehn Fachbibliotheken. Dicht an dicht drängen sie sich, um noch einen der begehrten Arbeitsplätze zu erhaschen.

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TITEL » Zehn Prozent sind homosexuell «

Geschrieben von | Veröffentlicht am 18. Dezember 2011 um 21:57 Uhr

Die Gleichstellungsreferentin des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA), Lisa Brokmöller, ist für Studierende mit Kind sowie für die Gleichberechtigung von Homosexuellen verantwortlich. moritz sprach mit ihr über ihre Arbeit.

Lisa Brokmüller

Fühlst du dich als Referentin für Gleichstellung beim AStA von der Stadt Greifswald und deren Verwaltung unterstützt?
Es ist schwierig. Durch häufige Wechsel der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt – vertretungsbedingt – kam es leider noch nicht zu einer Zusammenarbeit. Aber wichtiger war mir im Moment auch erstmal uniintern meine Arbeit ordentlich zu machen. Aber es gab vor einem halben Jahr die Aktion mit der Fahne an der Alten Post. Und da war die Stadtverwaltung sehr engagiert und hilfsbereit.

 

Ist es richtig, dass es in Greifswald keine Aids-Hilfe gibt?
Beim Gesundheitsamt kannst du einen Test machen, aber der kostet dann auch 23 Euro. In Rostock ist die nächste Aids-Beratungsstelle. Das ist dann zwar Beratung, aber keine wirkliche Aids-Hilfe. Bei der ist der Test dann bei Vorzeigen des Studentenausweises auch kostenlos. Aber das ist in jeder Stadt leider anders.

Gibt es noch andere Möglichkeiten, einen Test zu machen, außer nach Rostock zu fahren?
Grundsätzlich wird bei einer Blutspende immer das Blut auf den HI-Virus getestet, aber es ist beispielsweise so, dass Homosexuelle überhaupt kein Blut spenden dürfen und viele verschweigen dann ihre Homosexualität. Es ist ja auch ein gängiges Klischee, dass Homosexuelle mehr von Aids betroffen seien als andere Bevölkerungsgruppen.

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» Hier bin ich fast der Einzige «

Geschrieben von | Veröffentlicht am 18. Dezember 2011 um 21:52 Uhr

Mit Daniel Stein Kokins Professur zählt nun ein Amerikaner mit hohem Bildungshintergrund zu den Uni-Mitarbeitern. Er ist einer der wenigen jüdischen Forscher, der in Deutschland eine Professur an einer Theologischen Fakultät übernimmt.

Daniel Stein Kokin

Los Angeles – Harvard – Yale – Jerusalem: Wie passt Greifswald in die Reihe?
Ich hatte schon seit langem Interesse daran, einige Zeit in Europa zu verbringen, denn hier wird im Moment sehr viel interessante Forschung zur jüdischen Geschichte betrieben. Außerdem stehen hier zahlreiche Quellen zur Verfügung, besonders für meinen Fachbereich der frühneuzeitlichen jüdischen Geschichte. Dann habe ich ein Angebot von der Universität Greifswald bekommen und dachte, das könnte interessant sein. Ich hoffe, dass ist jetzt nicht zu enttäuschend für Sie. (lacht)
Und haben sich Ihre Erwartungen an die Stelle erfüllt?

Ja, ich habe an der Theologischen Fakultät ein sehr forschungsorientiertes Umfeld. Die Kollegen bieten mir ständig Möglichkeiten zum Mitwirken an und unterstützen mich in meiner Arbeit. Ich hatte noch nie so viele Forschungskooperationen innerhalb meines Fachbereiches wie hier in Greifswald. Im Moment arbeiten wir an einem Sammelband über die Geschichte von Johann Friedrich Mayer, der Professor an der Theologischen Fakultät war und im Jahr 1700 in seinem eigenen Haus eine Synagoge für seine Studenten errichtete.

Wie sieht es mit dem Forschungsmaterial aus? Ist da die Situation ähnlich gut?
Das ist ein bisschen problematisch. Unsere UB ist kleiner als andere Universitätsbibliotheken. Dafür haben wir aber zum Beispiel die Dalman-Sammlung und die vielleicht größte Sammlung der Welt an frühen Fotos und Dias aus Palästina. Ich würde aber gern dafür sorgen, dass noch mehr Leute über Greifswald und die Sammlung Bescheid wissen.

Es gibt keine jüdische Gemeinde in Greifswald. Stellt das ein Problem für Sie dar?
Das stimmt, es gibt keine Synagoge in Greifswald. Dafür muss ich schon woanders hingehen. Inzwischen kenne ich die Berliner Gemeinde sehr gut. Ich habe aber gemerkt, dass es in Greifswald ein sehr großes Interesse für jüdisches Leben gibt. Die Menschen wollen einen Zugang zum Judentum bekommen, vielleicht gerade weil es hier keine eigene Gemeinde gibt. Es ist also nicht problematisch, in Greifswald jüdisch zu sein. Ich habe hier außerdem eine ganz andere, aber auch wichtige Perspektive auf die jüdische Geschichte bekommen. Ich bin es ja gewohnt, in einer größeren Gemeinde zu leben. Immerhin bin ich in Los Angeles aufgewachsen, wo es etwa 700 000 Juden gibt. Hier bin ich fast der einzige. Ich kann jetzt etwas besser verstehen, wie sich die Leute im Mittelalter fühlten, als die Gemeinden sehr klein waren und oft nur aus ein paar wenigen Mitgliedern bestanden.

Kann man in der Universitäts- und Hansestadt Greifswald überhaupt koscher leben?
Wenn man die Regeln streng befolgt, kann man in manchen Restaurants vielleicht nur einen Salat essen. Koscheres Fleisch gibt es hier gar nicht zu kaufen. Für mich ist das aber nicht so schlimm, denn ich lebe vegetarisch und esse sehr gerne Fisch. Überraschend fand ich, dass es hier im Supermarkt Matzen gibt, also ungesäuertes Brot, das wir zum Pessachfest essen. Insgesamt sind hier die Möglichkeiten, koscher zu leben, zwar begrenzt, aber woanders wäre es schwieriger.

Das Interview führte Stefanie Pätzold und Lea Runge, das Foto schoss Lea Runge

Chicago – Jerusalem – Harvard – Greifswald

Geschrieben von | Veröffentlicht am 18. Dezember 2011 um 21:51 Uhr

Seit Oktober 2010 hat die Theologische Fakultät der Universität Greifswald einen Juniorprofessor für Jüdische Literatur und Kultur. Daniel Stein Kokin kommt ursprünglich aus Los Angeles und beeindruckt mit einem siebenseitigen Lebenslauf.

Normalerweise müsste man für die Professur dem christlichen Glauben angehören, aber mit einer bischöflichen Genehmigung konnte die Juniorprofessur an der Universität trotzdem an den Amerikaner Daniel Stein Kokin vergeben werden. In der Theologischen Fakultät scheinen die Regeln und Gepflogenheiten, die die Konfession betreffen, kompliziert zu sein. Das Dekanat wollte darüber jedenfalls keine konkrete Erklärung abgeben.

Der sympathische Professor aus Amerika war unter anderem schon in Harvard und Yale tätig und verbrachte mehrere Forschungsaufenthalte in Jerusalem, Rom und Paris. Dabei halfen ihm auch seine fundierten Sprachkenntnisse. Neben seiner Muttersprache Englisch beherrscht er außerdem Hebräisch, Latein und Italienisch. An der Universität Greifswald schätzt er vor allem die Zusammenarbeit mit den Kollegen aus seinem Bereich. Außerdem böten sich ihm hier viele Möglichkeiten zur Forschung, wie die international bekannten Realia- und Dia-Sammlungen aus Palästina. Das sind vor allem Gegenstände des täglichen Bedarfs, darunter befinden sich aber auch Hölzer, Steine oder sogar ein Hochzeitskleid aus Bethlehem. Über diese sagt er selbst: „Die Leute sollen über die Sammlungen in Greifswald Bescheid wissen!“ Dazu möchte er auch seinen Teil beitragen, indem er zum Beispiel im nächsten Sommer eine Tagung plant, zu der er europäische Wissenschaftler und seine Kollegen aus den Vereinigten Staaten an die Greifswalder Universität holen will.

Stolpersteine die vor den Häusern von Juden liegen, die im 3. Reich ermordet wurden

Stein Kokin liegen aber auch die Kontakte am Herzen, die er außerhalb der Universität pflegt. So besuchte er vor kurzem zusammen mit dem Landesrabbiner von Mecklenburg-Vorpommern eine Grundschule in Greifswald und stellte das Pessachfest vor. Bei diesem Fest erinnern die Juden an den Auszug aus Ägypten. Die Vorgeschichte über die Versklavung der Israeliten steht im Alten Testament. In Greifswald ist er als Jude allerdings fast allein. Wenn er also den Sabbat oder andere jüdische Feiertage begehen will, muss er in andere Städte fahren, denn Greifswald hat seit dem Zweiten Weltkrieg keine jüdische Gemeinde mehr. Zwar gab es im Jahr 1868 noch eine Synagoge mit 120 Mitgliedern, spätestens nach der öffentlichen Bücherverbrennung auf dem Markt 1933 und der Reichspogromnacht verließen jedoch fast alle Juden die Stadt. Diejenigen, die sich nicht ins Exil retten konnten, wurden 1940 deportiert und starben im Konzentrationslager. Zum Ende des Krieges gab es in Greifswald keine jüdischen Einwohner mehr. Ähnlich verlief es in umliegenden Städten: Im gesamten Bundesland überlebten von den ehemals 1 200 pommerschen Juden nur zwölf den Holocaust, womit keine der 47 jüdischen Gemeinden das Dritte Reich überdauerte.

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TITEL „Ein Löffelchen voll Zucker“

Geschrieben von | Veröffentlicht am 7. November 2011 um 22:23 Uhr

Um fünf Uhr aufstehen, die Kochjacke überwerfen und einen Tag lang das Selbstexperiment wagen. Als moritz-Redakteurin mache ich mich auf, um herauszufinden, was im Hintergrund unserer Mensa passiert, wenn keiner hinschaut.

Mẹn|sa, die;-, Plur.-s u. …sen ‹lat.› (restaurantähnliche Einrichtung an Universitäten [für die Studierenden]“, so schreibt es der Duden.

Unsere Redakteurin bei der Arbeit

Soweit kann jeder Studierende die Institution Mensa definieren. Man schwingt sich ja schließlich häufig genug nach Vorlesungen aufs Fahrrad um in Richtung Mensa am Schießwall oder Berthold-Beitz-Platz zu radeln, manchmal öfter in der Woche als man vielleicht möchte. Die Treppen hoch, noch einmal auf den Plan geschaut, vielleicht einen unschönen Blick auf das Essen in der Vitrine geworfen und dann ist die Entscheidung meistens auch schon gefallen. Also stellt man sich an, hofft auf eine möglichst kurze Wartezeit und bezahlt anschließend. Manchmal hört man noch die Worte: „ich hätte gern“, oder „schönen Tag noch“. Diese Szene bedeutet Routine für viele Studierende unserer Universität und auch für mich ist sie Alltag. Doch als ich vor einiger Zeit vor meinem vegetarischen Essen saß, fiel mir auf, dass die Wenigsten wissen, was hinter den Theken geschieht und welchen Weg die Lebensmittel täglich gehen, bevor sie auf den Tellern landen.

 

Ich mache mich auf, es herauszufinden und wage das Selbstexperiment: ein Tag als Mensamitarbeiterin. Es wird ein spannender, anstrengender und aufschlussreicher Tag, der den Sonnenaufgang nicht abwarten kann. Während so ziemlich jeder Student noch in den Betten liegt, beginnt für die Mitarbeiterinnen der Mensa um 6.30 Uhr schon der Arbeitstag. So früh bin ich noch nie aufgestanden, um zu arbeiten. Bevor es in die Küche geht, muss aber zunächst die Umkleide aufgesucht werden. Straßenkleidung ist an den Herden nicht erwünscht, wird mir vom Chefkoch, Herrn Woryna, erklärt. Also pelle ich mich aus der Kleidung, die mich am Morgen beim müden Anziehen so viel Mühe gekostet hat und nehme vorlieb mit karierten Hosen, einem weißen Poloshirt und einer kompliziert geknöpften Kochjacke. Ich sehe wahrscheinlich ziemlich albern aus, aber plötzlich bin ich ein Teil des Kollegiums und werde mit freundlichen Augen gemustert.

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144 Stufen zu den Sternen

Geschrieben von | Veröffentlicht am 7. November 2011 um 22:18 Uhr

Stufe für Stufe: 35 Meter steigt man zur Greifswalder Sternwarte hinauf. Deren Trägerverein blickt zuversichtlich in die Zukunft. Nach zweijähriger Sperrung gibt es dort nun wieder Führungen. Künftig will man mehr Besucher anlocken.

Dr. Tobias Röwf, Vorstandsmitglied des Vereins „Greifswalder Sternwarte e.V.“

Bis zum Jahr 2010 waren Führungen aufgrund verschiedener Reparatur- und Sanierungsarbeiten nicht möglich. Neben brandschutztechnischen Baumaßnahmen musste ebenso giftiges Quecksilber entfernt werden. Diplomphysiker Dr. Tobias Röwf, ehemaliger Student der Universität Greifswald und derzeitig als Vorstandsmitglied des Vereins „Greifswalder Sternwarte e.V.“ tätig, ist dankbar für die Unterstützung der Universität. Nach langwidrigen, jedoch erfolgreichen Verhandlungen, könne sich der Verein neben dem Erhalt der Sternwarte, nun auch wieder der „astronomischen Bildung der breiten Öffentlichkeit“ widmen, so Röwf.

Anlässlich der Ersti-Woche gab es zwei zusätzliche Führungen. Unter den Teilnehmern befand sich Mara Nothers. Für die Studentin war es nicht der erste Besuch in einer Sternwarte. Neu war für sie die antike Atmosphäre von Räumlichkeiten und Instrumenten.
Historisch gesehen hatte die Greifswalder Sternwarte ob einiger Höhepunkte zahlreiche Rückschläge zu bewältigen. Der Ursprung der Sternwarte beziehungsweise der wissenschaftlichen Astronomie an der Greifswalder Universität lässt sich bereits vor über 230 Jahren datieren. Durch die Errichtung des Universitätshauptgebäudes bekannt, zeichnete sich der Baumeister Andreas Mayer zudem durch seine Tätigkeit als Lehrkraft für Kosmologie, Mathematik und Physik aus.

Begeistert von der Sternkunde, veranlasste er 1775 den Umbau des ehemaligen, am Ryck gelegenen Festungsturms, auch „Pulverturm“ genannt. Somit entstand die erste Sternwarte der Hansestadt Greifswald. Verstärkt durch die Vergabe der ersten Astronomieprofessur der Universität an Lambert Heinrich Röhl, wuchs eine „Ausbildungsstätte“ sowie ein „Ort der wissenschaftlichen Forschung“ heran. In den folgenden Jahrzehnten hatte die Greifswalder Himmelskunde mehrere Schwierigkeiten zu überwinden: Neben der französischen Besetzung im Jahre 1807 und der einhergehenden Nutzung des „Pulverturms“ für militärische Zwecke kam es zum Verlust diverser Instrumente. Bereits drei Jahre später begann ein jahrelanger Streit zwischen der Stadt und der Universität, der 1826 mit der Übergabe des Turms an die hansestadt endete.

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Wege ins Ausland

Geschrieben von | Veröffentlicht am 8. Oktober 2011 um 17:24 Uhr

Auslandsaufenthalte sollten heutzutage zum Lebenslauf eines Studenten gehören. Wer mehr will als die klassichen Erasmus-Länder, dem bieten staatlich subventionierte Freiwilligendienste vielfältige Möglichkeiten.

Untericht an Grundschulen - Beliebte Tätigkeit für weltwärts-Freiwillige

Es war ein Paukenschlag, der viele Akteure der interkulturellen Jugendbildung aus heiterem Himmel traf. Das Bundeministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) stellt im September 2007 ein neuartiges Programm mit dem klangvollen Namen „weltwärts“ vor. Dieser entwicklungspolitische Freiwilligendienst bietet jungen Menschen zwischen 18 und 28 Jahren die Möglichkeit, ein Jahr in einem südlichen Land. Die offizielle Umschreibung: Entwicklungsland nach Definition der Organisation for Economic Co-operation and Development (OECD), zu verbringen. Arbeit vor Ort in einem Entwicklungsprojekt, kultureller Austausch, Horizonterweiterung. Soweit, so bekannt.

Neu war, dass die Freiwilligen diesen Aufenthalt, statt wie bisher aus eigener Tasche, nun aus Haushaltsmitteln finanzieren konnten. Bis zu 580 Euro pro Kopf und Monat erhalten die Entsendeorganisationen laut „weltwärts“ Richtlinien vom BMZ. Das sind rund 75 Prozent der Kosten einer durchschnittlichen Freiwilligenstelle für ein Jahr. Die Begeisterung war vielerorts groß, war doch die Finanzierung zuvor für viele interessierte Vereine, Verbände und Jugendliche schwierig gewesen.

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Alt und jung im Hörsaal

Geschrieben von | Veröffentlicht am 8. Oktober 2011 um 17:16 Uhr

Auch Menschen im Rentnerdasein entscheiden sich für ein Studium, unter anderem auch in Greifswald. Was motiviert die Senioren? Was unterscheidet junge von alten Studenten? Welche Perspektiven haben die Älteren an der Universität?

Die meisten Studenten, so unterschiedlich sie von ihrem Hintergrund, ihrem Interesse und ihrem Studiengang auch sein mögen, teilen in der Regel dennoch eines: Sie erleben ihr Studium aus der Perspektive eines jungen Menschen. Seit mehreren Jahren halten Senioren sowohl als Gasthörer als auch als eingeschriebene Studenten Einzug in deutsche Hörsäle, die nach ihrer Zeit im Beruf noch einmal die intellektuelle Herausforderung auf dem Campus suchen. Wie erleben die Älteren die Universität und den Umgang mit Jüngeren? Inwiefern unterscheiden sich die Perspektiven zwischen Menschen, die in ihrer Rolle als Student mehr als eine Generation trennt?

Margitta Hoth ist eine von ihnen. Vorher im Lehrerdienst tätig, unterrichtete sie seit den 70ern Gymnasiasten in Deutsch und Geschichte. Nun ist sie 63 Jahre alt und studiert seit vier Jahren Germanistik und Kunstgeschichte mit ihren vierzig Jahre jüngeren Kommilitonen an der Universität Greifswald.

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TITEL Schlaflos in Greifswald

Geschrieben von | Veröffentlicht am 28. Juni 2011 um 23:14 Uhr

Trotz anfänglicher Schwierigkeiten konnte auch dieses Jahr vom 08. bis zum 26. Juni zum elften Mal die „Insomnale“ in Greifswald stattfinden. moritz blickte hinter die Kulissen der Größten Schau junger Kunst Mecklenburg-Vorpommerns.

Die Tatsache, dass die „Insomnale“ auch in diesem Jahr wieder stattfinden konnte, stand zu Beginn des Jahres noch in den Sternen. Wir berichteten im April (moritz 90) über den Wust von Problemen, der sich im Zusammenhang mit der studentischen Kunstausstellung zunächst anhäufte. So gab es am 16. März beispielsweise eine Krisensitzung, um die „Insomnale“ in letzter Sekunde zu retten und Studierende des Caspar-David-Friedrich-Instituts zur Organisation zu motivieren. Die Rettungsaktion des Fachschaftsrates hat tatsächlich Früchte getragen, die „Insomnale“ präsentierte sich zur Sommersonnenwende in vollem Glanz dem Greifswalder Publikum.

Doch der Weg zur fulminanten Eröffnungsfeier am 08. Juni mit über 600 Besuchern war nicht nicht leicht zu händeln für die studentischen Organisatoren. Karolin Schwab war selbst aktiver Teil des Insomnale-Teams und erlebte den Stress am eigenen Leib mit. „Ich habe versucht alles unter einen Hut zu bringen während dieser Zeit und das hat auch fast geklappt. Ich bin trotz des Schlafdefizits nach nur zwei Stunden Schlaf zur Uni gegangen, habe Vorträge gehalten und bin auch noch meinem Nebenjob nachgegangen“, so die Kunststudentin. Die „Insomnale“ machte ihrer lateinischen Übersetzung, der Schlaflosigkeit, tatsächlich alle Ehre. Nachdem das Projekt Ende März in PR-Arbeit, Programmplanung, Führungskonzeption, Finanzierung und Raumteam aufgesplittet wurde, ging die Arbeit erst so richtig los.

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Täubchen du hast Recht

Geschrieben von | Veröffentlicht am 24. Mai 2011 um 23:39 Uhr

Paris und Ich. Dies ist keine Geschichte einer Romanze. Diese Geschichte erzählt vom Anfang meines Auslandsaufenthalts in Paris, den ich mir regelrecht erst erkämpfen musste und von meinem unfreiwilligen dreiwöchigen Nomadenleben.

Obdachlos und ohne Universitätszusage stand ich abends an der Gepäckausgabe des Flughafens Orly und starrte auf das Laufband. „Und was machst du, wenn das alles nicht klappt?“, wurde ich vor der Abreise für mein Erasmussemester häufig gefragt. „Ganz ehrlich? Ich habe nicht die leiseste Ahnung!“ Das war die Wahrheit. Als ich Anfang September letzten Jahres aus dem Flugzeug in Paris ausstieg, war ich mit der Klärung meines Problems auch nicht viel weiter. Wie naiv muss man eigentlich sein, hörte ich meine innere Stimme sagen, doch eine Lösung konnte sie mir auch nicht liefern. Ich war auf mich allein gestellt. In meiner Tasche verbarg sich eine Liste mit etlichen Hosteladressen. Doch innerlich sträubte ich mich gegen die bloße Geldverschwendung, da musste es doch noch einen anderen Weg geben.

Den Anfang machte der Optimismus. Drei jüngere Männer neben mir. Wenigstens sie schienen einen Plan zu haben. „Und was treibt euch so in die Stadt der Liebe?“, fragte ich sie mit einem hoffnungsvollen Blick, welcher mich prompt zum Ersatzmann des ursprünglichen Vierergespanns machte und demnach auch Gast für zwei Nächte im dekadenten Hilton Hotel. Dann bringt dieses „Denke Positives und dir wird Positives widerfahren“ ja doch etwas. Fantastisch. Ich gönnte mir das Wochenende um die Stadt, die ich schon ein wenig kannte, näher zu erkunden und mich auf sie einzulassen. Da sich sonst keiner mit mir unterhielt, übte ich meine bisherigen Französischkenntnisse an den Clochards (Obdachlose), die, wie man sich denken kann, allerhand zu erzählen hatten.

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