Alle Artikel der Kategorie Hochschulpolitik

TITEL Uni im Aufruhr: Psychologie will Fakultät wechseln

Geschrieben von | Veröffentlicht am 23. November 2009 um 17:01 Uhr

Aus dem moritz-Magazin November 2009 (80)

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“Wir verhandeln nicht”

Einer nach dem anderen strömen sie in den Saal, ein unruhiges Murmeln liegt in der Luft. In getrennten Blöcken nehmen sie Platz. In einem Teil des Raumes sitzen überwiegend Männer mit Anzügen und grau melierten Haaren, man kann ihnen den Wissenschaftler ansehen. Ihnen gegenüber sitzen gut gekleidete junge Menschen, überwiegend Frauen, sie unterhalten sich angespannt. In der ersten Reihe: Professorin Hannelore Weber, die geschäftsführende Direktorin des Instituts für Psychologie. Unter den Blicken der alten Preußenkönige auf den Gemälden an den Wänden entwickelt sich ein Bild, das die Vorgänge um das Psychologische Institut in den letzten Wochen und Monaten gar nicht besser beschreiben könnte.

Es ist der 27. Oktober, Konferenzsaal des Universitätshauptgebäudes, Fakultätsratssitzung der Philosophischen Fakultät. An diesem Tag berät das Gremium über die Zukunft des eigenen Hauses. Es berät darüber, wie es zu der Absicht der Psychologie steht, die Fakultät in Richtung des Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Nachbarn zu verlassen. Sie werden ein Papier verabschieden, welches den Wechsel strikt ablehnt, natürlich ohne die Stimmen der Psychologen. Es ist eine Abrechnung mit dem Institut für Psychologie. Es zeigt, in welcher verzweifelten Lage sich die Fakultät seit Jahren befindet und wie abhängig ihr Fortbestand von dem wechselwilligen Fach ist. Eins wurde schon während der Sitzung klar – egal wie der Streit ausgeht, danach wird nichts mehr so sein, wie es vorher war.

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TITEL Uni Greifswald bald Uni Solar

Geschrieben von | Veröffentlicht am 22. November 2009 um 23:00 Uhr

Mit der Gründung der AG Uni Solar soll ein Schritt in Richtung Nachhaltigkeit gemacht werden

Energiepolitik im 21. Jahrhundert, Diskussionen über die Laufzeitverlängerungen von Atomkraftwerken, unsichere Atommülldeponien, Kohlekraftwerke, Umweltzonen in den deutschen Großstädten, Verhandlungen über die Nachfolge von Kyoto, man könnte die Liste endlos fortsetzen.

Schon heute an Morgen denken, dachte sich die Grüne Hochschulgruppe, dessen Mitglied Juliane Hille die AG Uni Solar ins Leben rief. Am 1. Juli 2009 wurde sie offiziell durch das Studierendenparlament eingerichtet, mit dem Vorsitz wurde Juliane beauftragt. Bis spätestens 2011 soll eine Photovoltaik-Anlage, möglichst vom Studentenwerk betrieben und beispielsweise auf dem Dach der Universitätsbibliothek, gebaut werden. Finanziert durch studentische und private Darlehen, Mikrokredite genannt, sollen mit vier bis sechs Prozent Zinsen eine gesicherte Rendite einbringen. Gleichzeitig liefern sie einen Beitrag gegen den Klimawandel, weg von fossilen, hin zu alternativen Energienutzung.

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Mit dem Latein am Ende

Geschrieben von | Veröffentlicht am 22. November 2009 um 22:59 Uhr

Spätsommer 2009: Mitten in der nahezu unbeschwerten vorlesungsfreien Zeit wird sie ausgehängt – die Absturzliste: bedrückte Gesichter, Tränen und die neidvollen Blicke zu jenen, die es geschafft haben. Das Latinum.

Sarah P.* begleitete zwei Freundinnen, um die Ergebnisse der Latinumsprüfung einzusehen: „Christin und Julia* waren vollends überzeugt, diesmal bestanden zu haben, jedoch wurden sie enttäuscht. Die Stimmung war einfach total bedrückend, eine Studentin saß neben ihrem Kind auf der Treppe, weinte fürchterlich und erklärte, dass dies für sie der letzte Versuch war und sich das Studium damit jetzt erledigt hätte.“

An der Philosophischen Fakultät sind in einigen Fächern, unter anderem Geschichte auf Lehramt, Theologie und Philosophie Master, nicht nur Lateinkenntnisse, sondern das Latinum obligatorisch. Entweder kann das Latinum zu Beginn des Studiums aus Schulzeiten eingereicht oder während des Studiums an der Universität erworben werden.

Prüfungsangst_LateinEs ist erstaunlich, dass trotz drei Prüfungsversuchen die Quote der Zulassung zum mündlichen Examen, die nur dann erfolgt, wenn man die schriftliche Prüfung bestanden hat, nur knapp über 50 Prozent liegt, wie Herr Metz berichtet, der das Lektorat Latein innehat. Im vergangenen Prüfungssemester konnten ein Dutzend Lehramtsstudierende auf Grund eines nicht bestandenen Latinums die Abschlussprüfungen nicht antreten. Durchstöbert man die Listen der Eingeschriebenen für die Lateinkurse im jetzigen Wintersemester, fällt auf, dass erstaunlich viele der Studierenden ihre Regelstudienzeit bereits überschritten haben.

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TITEL Ende der Diskussion? – Arndt reloaded

Geschrieben von | Veröffentlicht am 13. Oktober 2009 um 23:50 Uhr

Ein großer Mann mit roter Robe und schwarzem Zylinder steht hinter seinem Rednerpult und liest aus einem düsteren Werk vor. „Ich will den Hass gegen die Franzosen, nicht bloß für diesen Krieg, ich will ihn für immer“, schallt es um ein vielfaches verstärkt aus den schwarzen Boxen. „Dieser Hass glühe als die Religion des deutschen Volkes, als ein heiliger Wahn in allen Herzen und erhalte uns immer in unsrer Treue, Redlichkeit und Tapferkeit.“ Um den Redner sammelt sich ein Pulk von Menschen, der ungläubig zuhört. Es sind Zitate aus den Werken Ernst Moritz Arndts, die dort vorgetragen werden. Doch er ist es nicht selbst, der spricht, denn wir befinden uns in der Gegenwart. Wir schreiben den 15. Juni 2009 und die Szene spielt auf dem Vorplatz der Mensa in Greifswald. Es ist der Student Sebastian Jabbusch, der, als Arndt verkleidet, auf die problematischen Texte des Namenspatrons unserer Universität hinweisen möchte. Der Spuk nimmt erst ein Ende, als einige Bürger wegen Volksverhetzung die Polizei rufen. Sie konnten nicht glauben, dass jemand in unserer Demokratie noch solche Reden öffentlich ausruft. Und dennoch trägt die Universität Greifswald bis zum heutigen Tag den Namen des Autors dieser Texte. Doch die Diskussion um den Namenspatron ist bei weitem nicht neu, seit elf Jahren spaltet sie Greifswald in Arndtgegner und Befürworter.

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Kampf um Kompetenzen – AStA, StuPa und die Erstiwoche

Geschrieben von | Veröffentlicht am 13. Oktober 2009 um 23:44 Uhr

Frühstücken und Grillen mit den Fachschaften, Führungen über den Campus, Ausflüge nach Hiddensee und Usedom sowie verschiedene Parties – das und mehr bietet das diesjährige Programm der Erstsemester-Woche. Sie hat Tradition und soll den Studierenden einen angenehmen Start ins Studium bieten. Doch diesmal war die Organisation alles andere als eine leichte Geburt. Erschwert wurde sie durch einen Kompetenzstreit zwischen dem Studierendenparlament (StuPa) und dem Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA), Rücktritten und den damit verbundenen Veränderungen im Ausschuss und Parlament, sowie durch eine fehlende Vorplanung seitens des verantwortlichen Referenten. Dies alles lässt uns unsere studentische Selbstverwaltung hinterfragen.

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TITEL Fusion oder Extraktion – Die Zukunft der Greifswalder Universitätsmedizin

Geschrieben von | Veröffentlicht am 13. Oktober 2009 um 23:29 Uhr

Die Universität Greifswald bekommt knapp 4000 neue Mitarbeiter. Was normalerweise Anlass zu großem Jubel und der Aussicht auf perfekte Betreuung geben würde, wird in diesem Fall von einigen Senatoren eher kritisch gesehen. Bei den 4000 neuen Mitarbeitern handelt es sich nämlich nicht etwa um neu eingestelltes Lehrpersonal, sondern um die Mitarbeiter des Universitätsklinikums. Das Klinikum wurde 2002 aus der Universität herausgelöst und existierte seitdem als „Universitätsklinikum Greifswald“, Anstalt des öffentlichen Rechts. Jetzt soll das Klinikum wieder in die Universität integriert werden. Sagt zumindest eine Fraktion der politischen Diskussion, die an der Universität im Wesentlichen durch die Medizin und das Rektorat gebildet wird. Die Gegenseite um den ehemaligen Senatsvorsitzenden Professor Matschke sagt hingegen, dass die Medizinische Fakultät durch diesen Prozess aus der Universität herausgelöst werde, um zusammen mit dem Klinikum eine de facto eigenständige Medizinische Hochschule zu bilden.

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TITEL Vom Meister zum Master – Studieren ohne Abi

Geschrieben von | Veröffentlicht am 13. Oktober 2009 um 23:23 Uhr

In den Köpfen vieler Menschen ist der Gedanke, ein Studium sei nur durch Abitur oder Fachabitur zu erreichen, tief verwurzelt. Auch Melanie Amberg, 25 Jahre, aus Würselen an der deutsch-niederländischen Grenze war hiervon fest überzeugt. Für sie war klar, dass sie erst ihr Abitur macht, um dann studieren gehen zu können. Doch eine schwere Krankheit verhinderte dies und Melanie musste das Gymnasium verlassen. Sie begann nun eine Ausbildung zur Ergotherapeutin, hatte den Traum vom Studium schon fast aufgegeben. Durch einen Freund erfuhr sie dann, dass es auch möglich ist, ohne das klassische Abitur zu studieren.

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TITEL Profil der Hochschulgruppen

Geschrieben von | Veröffentlicht am 20. Juli 2009 um 23:59 Uhr

Betrachtung von Alexander Müller und Arik Platzek

Ist rot wirklich rot und wie sieht eigentlich grün aus?
K(l)eine Profilneurotiker im StuPa?
moritz über die hochschulpolitischen Gruppen an der Uni

„Man müsste mal wissen, was die überhaupt wollen“, sagte Marsetto Bonitz, Student für Kunstgeschichte und Germanistik im moritz 74 zur Wahlumfrage: „Warum warst du nicht wählen?“ „Die“, damit sind unsere Interessenvertreter im StuPa gemeint. Und „man“, das sind die Studenten unserer Universität, die von den aktuell 29 Verantwortungsträgern im StuPa „repräsentiert“ werden. Soweit, das Prädikat der Interessenvertretung zu verleihen, wollte moritz diesmal nicht gehen. Denn moritz hat herausgefunden, dass „die“ es erschreckend oft selber nicht wissen, was sie genau wollen. Und es auch nicht immer genau wissen wollen. Woran das liegt? Weil Standpunkte angreifbar sind und man bei konkreten Zielen den Erfolg messen kann. Prägt deshalb Profillosigkeit die studentische Parteienlandschaft? moritz nahm das Profil der StuPa-Gruppen unter die Lupe.

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TITEL Kein Krawall, nur Remmidemmi – Bildungsstreik in Greifswald

Geschrieben von | Veröffentlicht am 20. Juli 2009 um 23:59 Uhr

Feature von Alexander Müller

Es war eine bunt gemischte Masse aus jungen Menschen, die sich von der Unibibliothek aus durch Greifswald bewegte. Ihren Unmut hatten sie auf Transparente geschrieben, in den Augen war die Wut und Enttäuschung deutlich zu sehen. „Arbeit nervt“, schallte es aus den bunt verzierten Boxen; die Parole einer Generation, der oft Desinteresse und Identitätslosigkeit vorgeworfen wurde. Die Ironie versteht, wer sie verstehen will. Denn wenn junge Menschen eins wollen, dann ist es eine Zukunft mit der Aussicht auf Arbeit.

„Bildung für alle“, das ist die Forderung mit der das bundesweite Aktionssbündnis „Bildungsstreik 2009“ Schüler und Studenten aus der ganzen Republik dazu aufforderte, am 17. Juni ihre Klassenräume und Vorlesungssäle zu verlassen, um gegen die Bildungspolitik von Bund und Ländern zu demonstrieren. Über hunderttausend junge Leute gingen bundesweit auf die Straße. Der Moment dafür, konnte gar nicht besser gewählt worden sein. Die Zeitungen waren voll in den letzten Wochen mit Leitartikeln, in denen sich darüber gewundert wurde, wie ruhig und gelassen die Deutschen in der Krise doch blieben. Was für ein Glück sei es doch, dass soziale Unruhen bislang ausgeblieben sind, weil nur so vernünftig Politik gemacht werden könne. Das mag nicht ganz falsch sein. Doch ist es ein nicht hoch genug einzuschätzendes Zeichen, dass sich nun genau die erheben, deren Zukunft momentan aufs Spiel gesetzt wird. Jene Generation, die bislang hilflos mit ansehen musste, wie das Geld ihrer Zukunft in die Rettung von Banken fließt, während die eigenen Schulen und Hochschulen zerfallen und beim Lehrpersonal weiter gespart und gekürzt wird. Dass aber die Zukunftsaussichten möglicherweise noch viel schlechter wären, wenn der Staat nicht massiv in die Wirtschaft eingreifen würde, ging in Parolen wie „Die Commerzbank hat deine Studiengebühren“, welche als Ankündigung des Streiks in einem Youtube-Video verkündet wurden, etwas unter.

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TITEL Wunsch nach Veränderung – Die Vollversammlung der Studierendenschaft

Geschrieben von | Veröffentlicht am 20. Juli 2009 um 23:59 Uhr

Alles schien wie an einem gewöhnlichen Sommertag. Der Innenhof der Universität lag friedlich und verlassen vor den altehrwürdigen Gebäuden. Doch das ferne Grollen tiefer Bässe ließ schon vermuten, was hier in wenigen Minuten los sein würde. Der Bildungsstreik schwappte in Richtung Rubenowplatz und vor den Schranken zum Hof sammelten sich die ersten Studenten. Es war der hochschulpolitische Höhepunkt dieses Semesters. Am 17. Juni fand die in jedem Semester einberufene Vollversammlung der Studierendenschaft statt, veranstaltet und beworben vom Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA). Über 1.300 Studentinnen und Studenten ergiffen die Initiative, um ihr demokratisches Recht wahrzunehmen. Eine Rekordbeteiligung, im letzten Semester fanden sich nur 170 Kommilitonen in der Mensa ein. „Es war ein großartiges Engagement der Studierenden“, sagte Fabian Freiberger, AStA-Referent für Hochschulpolitik dem moritz, „wir sehen uns in unserem Konzept, die Vollversammlung unter freiem Himmel und im größeren Rahmen zu veranstalten, bestätigt.“ Freiberger selber nahm an der Veranstaltung allerdings nicht teil. Nach eigenen Angaben konnte er aus persönlichen Gründen nicht in Greifswald sein.

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