Alle Artikel der Kategorie Feuilleton

» Nicht mit Technik im Bett liegen « – Ernst-Jürgen Walberg im Interview

Geschrieben von | Veröffentlicht am 21. Mai 2012 um 19:03 Uhr

Am 13. April besuchte der Journalist Ernst-Jürgen Walberg das Koeppenhaus, um Bücher aus dem Fokus der diesjährigen Leipziger Buchmesse vorzustellen.
moritz sprach mit ihm über die Messe, seine Arbeit und die Lust am Lesen.

Was sind Ihre Eindrücke der diesjährigen Leipziger Buchmesse?
Das ist eine gewaltige Lesemesse. Es ist keine Geschäftsmesse, sondern eine Lesemesse und das ist einfach eindrucksvoll. Man läuft Autoren über den Weg, man sieht, wie Leute am Stand, neben dem Stand und auf irgendwelchen Gängen lesen – es macht einfach Spaß, da zu sein, wenn man ein bisschen Zeit hat.

Wie beurteilen Sie denn die Verlagslandschaft und die Veränderungen der letzten Jahre?
Das ist ja ein schleichender Prozess. Es gibt eine ganze Reihe von sogenannten unabhängigen, kleinen Verlagen. Diese sind eigentlich die interessantesten für mich, weil das die sind, die gute Autoren, gute Autorinnen weltweit ausgraben. Die dann ihre erste, zweite Veröffentlichung machen. Wenn es ein Erfolg wird, dann greifen die großen Verlage zu und machen das große Geschäft. Random House und ähnliche haben so viele Verlage inzwischen, dass man den Überblick verliert, wohin wer jetzt gehört. Das kriegt man manchmal durch eine Pressemitteilung mit, aber so ganz genau weiß man das auch nicht. Und die Konzentration nimmt weiter zu. Trotzdem gibt es immer wieder neue Kleinverlage und das macht eigentlich Mut. Die kleinen Verlage halten sich manchmal wirklich sehr lange, zum Beispiel der Wagenbach-Verlag, der hat viele Jahre überlebt.

…Weiterlesen »

Kultur Ahoi

Geschrieben von | Veröffentlicht am 21. Mai 2012 um 18:59 Uhr

Frühlingsluft um die Nase, Wind in den Ohren, Wellen kabbeln gegen Schiffe. Menschen arbeiten emsig oder sitzen vor Kaffetassen, Kinder spielen. Es riecht nach Leim, Holz und Aufbruchstimmung. Zu Besuch auf der Greifswalder Museumswerft.

Der Greifswalder Museumshafen. Im Sommer ein Ort des lebendigen Umtrunks und der Entspannung. Zwei Restaurantschiffe, ein Ruderbootshaus, Fluten von glitzernden Yachten aus örtlicher Produktion, dahinter ein heimeliges Üferchen voll skandinavischer Ferienbuden. Und doch versteckt sich, zwischen dem Ruderclub Hilda und dem wirtschaftlichen Zugpferd „Hanse-Yachten“ ein wahrhaftes Greifswalder Kleinod, oft in Bewegung, doch hinter alten Masten und Bordwänden gut getarnt.

„Werft mit Kultur“ schallt es daher nun auf Postkarten aus der Greifswalder Museumwerft e.V.; Sommer, Sonne und maritime Aktivität stehen an und man hofft auf zahlreiche Zuflüsse, auch aus ryckfernen Gegenden der Stadt.

Die Aktivitäten des seit 2001 bestehenden Vereins sind mindestens so abwechslungsreich wie die Geschichte seines Geländes typisch für Vorpommern, hat doch der Schiffsbau und Werftbetrieb in der Greifswalder Salinenstraße eine lange Tradition. Einst war das nördliche Ryckufer gesäumt von Holzschiffwerften, jedoch der Niedergang der Segelschiffahrt machte vielen Betrieben den Garaus. Verschont blieb lediglich das jetzt noch genutzte Grundstück, im Volksmund alte Buchholz‘sche Werft genannt. Im Jahre 1911 hatte Richard Buchholz das Grundstück erhalten und den Betrieb in den Folgejahren stetig ausgebaut. Übrig geblieben sind aus dieser Blütezeit einige Gebäude sowie Maschinen.

…Weiterlesen »

Der Traum vom Verlag

Geschrieben von | Veröffentlicht am 21. Mai 2012 um 18:52 Uhr

Seit Gutenberg Mitte des 15. Jahrhunderts den Buchdruck in Europa revolutionierte, boomt das Verlagswesen. Neben Berlin und Leipzig darf sich nun auch Greifswald aufgrund eines studentischen Traums über einen stadteigenen Verlag freuen.

Erik Münnich

Viele Kinder wollen in ihren ersten Lebensjahren Pilot, Astronaut oder Polizist werden. Auch Erik Münnich hatte einen Traum, aber nicht mit fünf Jahren, sondern während seiner Studienzeit. Vor gut anderthalb Jahren entstand der Wunsch des Germanistikstudenten einen eigenen Verlag zu gründen um bekannten wie unbekannten Autoren die Möglichkeit zu geben von ihrer Arbeit zu leben und unabhängig von großen Verlagshäusern arbeiten zu können.

Am 1. Januar 2012 war es dann soweit: der freiraum-verlag erblickte hier in Greifswald das Licht der Welt. Mittlerweile hat das Unternehmen seine ersten Schritte gemacht und zwei Bücher herausgebracht, fünf weitere sollen im Laufe des Jahres folgen. Bisher können sich die Kunden des Verlags über die „Memoiren eines Münsterländer Mastschweins“ von Jürgen Buchmann und Kurzgeschichten von Jürgen Landt mit dem Titel „Alles ist noch zu begreifen“ erfreuen (Rezensionen findet ihr in diesem und dem nächsten moritz).

Doch neben den gängigen Verlagstätigkeiten des Vervielfältigens und Verbreitens von Literatur haben sich Erik und seine zwei Gesellschafter Raimund Nitzsche und Andreas Kaufeldt ein besonderes Verlagsprofil in den Kopf gesetzt. Das Unternehmen möchte „die Interessen und Vorlieben des Publikums komplett abbilden“ und sich so von dem tendenziell elitären Kreis der großen Verlagshäuser abwenden. Die Publikationen sollen in den Formaten vom klassischen Buch über das E-Book bis hin zum Hörbuch für jeden attraktiv sein.

…Weiterlesen »

»Ich habe nie versucht die Leute zu agitieren « – Gerhard Schöne

Geschrieben von | Veröffentlicht am 1. April 2012 um 19:43 Uhr

Seine Lieder sind für Erwachsene wie Kinder seit Jahrzehnten vertonte Grüße von nah und fern. Im Theater Vorpommern sang der Liedermacher Gerhard Schöne die „Lieder der Briefkästen“ und traf den moritz zum Gespräch.

Von www.gerhardschoene.de, keine CC-Lizenz

In Ihrem aktuellen Programm erzählen Sie Geschichten zu bestimmten Briefen. Wie sind Sie darauf gekommen?
Ich kam auf Briefe, weil ich selber gerne Briefe schreibe und weil ich Briefträger war. Ich merke, dass es eine Kultur ist, die immer mehr in Vergessenheit gerät. Briefe kann man aufheben. Mails kann man zwar ausdrucken und speichern, Briefe sind aber etwas Sinnliches, man hat Papier gewählt, man setzt sich hin, manchmal macht man sich einen Tee oder zündet ein Kerzchen an. Irgendwie zelebriert man oftmals das Briefeschreiben. Ich habe im Bekannten- und Freundeskreis eine Zeit lang gefragt, was das Briefeschreiben noch für eine Bedeutung hat. Da war zum Beispiel ein Mann, der den Krieg miterlebt hat. Ein Enkel wollte wissen, wie das war und der Mann hatte auf dem Boden einen Pappkarton mit Feldpost. Da wurde das alles wieder lebendig.

Sie machen schon seit 30 Jahren Musik. Was treibt Sie an?
Ich glaube in allen künstlerischen Berufen steckt etwas Schöpferisches, das einen beglücken kann. In der Musik gehen Intellekt und Gefühl Hand in Hand, es werden noch andere Regionen als die „Denkmaschine“ erreicht. Das Schreiben und Komponieren eines Liedes, sowie das Musizieren mit anderen Musikern, erzeugt Glücksgefühle. Der schöpferische Prozess macht mir einfach Freude. Ich habe über die Jahre gemerkt, dass ich das am besten kann. Und solange ich mich nicht wiederhole oder die Leute langweile, habe ich auch Lust weiterzumachen.

Da Sie schon so lange auf der Bühne stehen, wie hat sich denn das Publikum verändert in dieser Zeit?
Das hängt natürlich mit meinem Alter zusammen. Geschmacksfragen spielen ja auch eine Rolle, damit kann ich aber leben. Zu DDR-Zeiten war ich zum Glück zeitweise so erfolgreich, dass die Nachfrage nach solchen Konzerten so groß war, dass die Leute gar nicht hineinpassten und ich manchmal durch irgendwelche Hintertüren Leute reingeschleust habe. Zu DDR-Zeiten war nicht allzu viel los, der Hunger nach geistiger Auseinandersetzung war groß, weil das, was in den Medien stattfand, schöngefärbt war. Da waren die Leute an Kunst interessiert, die sich der Lebenswirklichkeit hier stellte.

…Weiterlesen »

Sei dein eigener Schneider!

Geschrieben von | Veröffentlicht am 1. April 2012 um 19:19 Uhr

Stoffe zuschneiden, neue Muster kombinieren und dann ab unter die Nähmaschine. Schon hat man etwas Neues aus eigener Hand geschaffen. Die offene Nähwerkschaft Kabutze bietet die Möglichkeit kreative Kleidung zu kreieren.

Den Faden in die Öse fädeln, mit Bedacht und Geduld. Leicht ist das nicht. Die Zickzack-Naht ist eingestellt und eignet sich am Besten für meinen elastischen Stoff. Einmal tief durchatmen und dann kann das Vernähen von Oberteil und Zwischenstück beginnen. So betrachtet muss es doch leicht sein, ein eigenes Kleidungsstück herzustellen. Doch welche Stoffe welche Stiche erfordern oder welche Tricks man anwenden muss, um elastische und steife Stoffe irgendwie zu vereinen, war mir nicht bewusst.

Deshalb sitze ich nun im Kapuzenkleid-Workshop in der Kabutze, eine offene Nähwerkstatt, und versuche, drei verschiedene Stoffe zu etwas Neuem zu kombinieren. In meiner Vorstellung sieht es jetzt schon umwerfend aus. Neben mir sind noch drei andere Teilnehmer da, stöbern in der Kiste für Stoffreste, betrachten alte Oberteile oder wühlen sich durch den unglaublichen Berg von Knöpfen. Uns zur Seite steht die Workshopleiterin Babett Gibb, die uns alles Nötige erklärt und der wir oft verzweifelte Blicke à la „Ich glaube, ich habe die Nähmaschine kaputt gemacht.“ zuwerfen. Fäden haben eben manchmal ein Eigenleben.

„Wir sind ja auch keine Profis. Hier kann jeder von jedem lernen. Wir freuen uns, wenn wir auch noch etwas dazu lernen. Zudem entsteht auch ein generationsübergreifender Austausch.“ Es ist jener Ansatz, berichtet Kabutzenmitglied Mel, der die Nähwerkstatt ausmacht.

Sie ist eine von denjenigen, die den Entstehungsprozess von Anfang an begleitet hat. Seit 2009 gibt es die Gruppe, doch erst ein Jahr später konnten sie sich in den derzeitigen Räumlichkeiten in der Friedrich-Loeffler-Straße 44a niederlassen. In der Zwischenzeit wurde viel geplant. Zurzeit besteht die Kabutze aus acht Mitgliedern. Der Gründerkreis bestand aus drei Leuten, die in Greifswald einen Ort des gemeinsamen Nähens etablieren wollten. Als Vorbilder dienten bereits bestehende Nähcafés in Großstädten. „Wir haben erst einmal überlegt, wie wir das Ganze gestalten wollen und ein Konzept geschrieben. Denn wir wollten eine Nähwerkstatt mit politischem Hintergrund aufbauen“, erinnert sich Mel. Gemütlich sitzt sie in der Ecke auf einem Sofa, welches wie der Rest der Einrichtung aus Spenden stammt.

Den Stoff, welchen ich mir für meinen Rock herausgesucht habe, war früher, allem Anschein nach, eine Tischdecke. Zugegeben, eine sehr hübsche Tischdecke mit blumigem Muster. Neben dem gemeinsamen Nähen und voneinander lernen gehört auch das Teilen zur Grundidee. Poltische, ökologische und soziale Komponenten bilden das Grundgerüst.

„Wir versuchen, alles mit dem Thema Kleidung zu verknüpfen“, erklärt Mel. So gibt es auch Filmabende, die zum Beispiel über Arbeitsbedingungen in der südamerikanischen Textilindustrie aufklären oder diverse Workshops zum nachhaltigen, privaten Wirtschaften. Geplant sind zum Beispiel ein Workshop zur Herstellung von Lampen oder das Basteln eines Sitzkissens aus alten Tetrapacks.

Mode ist ein sehr kurzlebiges Geschäft, was die Kleidungsstücke im Schrank schnell verblassen und altern lässt. Dabei ist es enorm, wie viele Ressourcen in der Textilproduktion ausgebeutet werden. So erzeugt die Herstellung eines einzelnen T-Shirts nach verschiedenen Berechnungen und je nach Größe, Webdichte und Herstellungsart fünf bis acht Kilogramm CO₂. Laut Statistischem Bundesamt verursacht jeder Einwohner in Deutschland 200 Kilogramm CO₂-Emissionen pro Jahr für Kleidung und Textilien. Einer World Wide Fund For Nature (WWWF)-Studie zufolge sind 2 700 Liter für die Herstellung eines einzigen T-Shirts notwendig.

Unvorstellbare Summen für einen täglichen Gebrauchsgegenstand, den man bereits für wenig Geld bei einschlägig bekannten Modeketten kaufen kann. Selber nähen bedeutet, neben der Entwicklung eines eigenen Konsumbewusstseins auch Entschleunigung vom hektischen Alltag. Eine sinnstiftende Handarbeit, die wir in globalisierten Zeiten auf unterster Ebene zurück erobern können.
In der Zwischenzeit ist die Mittagspause angebrochen. Wir haben uns in der behaglichen Sitzecke niedergelassen und genießen die eigens für uns gekochte Kartoffelsuppe. Nach der delikaten Suppenstärkung begeben wir uns alle wieder an unsere Werke, die sich nach Vollendung sehnen.

Wo bitte schön ist denn nun dieser tolle Stich, den ich an meiner gekauften Kleidung erblicke? Jener, der die Ränder so schön umnäht. Nach langem Suchen an meiner Nähmaschine Zuhause musste ich enttäuscht feststellen, dass es diesen wohl nicht gibt. „Overlockstich“ nennt sich das Ganze und dafür gibt es eine extra Nähmaschine in der Kabutze.

Doch warum überhaupt selbst nähen und nicht den Weg des geringsten Widerstandes nehmen und in Kleidungsgeschäften einkaufen? Das Nähen beansprucht, besonders am Anfang, viel Zeit. Und manchmal entspricht das Resultat dann nicht der eigenen Wunschvorstellung.

Doch eine Nähmaschine kann viel mehr, als nur Löcher in einer Hose zusammennähen. Sie haucht alten und neuen Stoffen frisches Leben ein und erschafft etwas Eigenes, in dem Herzblut, Geduld und Stolz stecken. Es formt das Individuelle. „Ich finde es spannend, wie man sich durch Kleidung ausdrücken kann“, erzählt Mel. Eileen, eine der Teilnehmerinnen ist inzwischen fertig mit ihrem Kleid.

Aus einem mitgebrachten bunt gestreiften T-Shirt hat sie ein entzückendes Kleidchen gezaubert. „Ach, das ist so schön, ich liebe es jetzt schon“, sagt sie mit einem breiten Grinsen. Am Ende des Tages werden wir entspannt und zufrieden mit unseren Werken nach Hause gehen. In Gedanken bin ich allerdings schon bei meinem nächsten, selbst genähten Kleidungsstück.

Ein Feature von Maria Strache

Eiswürfel in der Hölle

Geschrieben von | Veröffentlicht am 30. Januar 2012 um 22:25 Uhr

Postkarte, Personaldebatte, Pressemitteilung: Das ist die heilige Dreifaltigkeit des jungsozialistischen Umgangs mit den studentischen Medien in Greifswald. Eine politische Satire im Feuilleton über bedeutungstrunkene Kommilitonen.

Lektüre vom Expräsi

„Vom Webmoritz wünschen wir uns eine Auseinandersetzung mit den politischen Inhalten der jeweiligen Gruppierungen und keine Beurteilung der künstlerischen Fähigkeiten. Dies ist keine politische Berichterstattung, sondern gehört in das Feuilleton“, schrieb der Sprecher der Hochschulgruppe der JungsozialistInnen (JUSOS) Christopher L. Riemann in einer Pressemitteilung vom 12. Januar 2012 zum webMoritz Artikels „Pac-Man auf der Flucht vorm BAföG-Amt? – Die Werbemittel der Gremienwahlen“. Christopher ist zukünftiger Abgeordneter des Studierendenparlaments, die studentischen Medien sind seinem Verständnis nach („Wir fordern den Web-Moritz zu einer differenzierteren Berichterstattung auf“) anscheinend weisungsgebunden. In der spröden Satzungsrealität ist dies freilich anders geregelt.

Dennoch möchte ich dem eingangs von Genosse Gernegroß geäußerten Ratschlag, sich im Feuilleton über die künstlerischen Fähigkeiten auszulassen, gerne nachkommen. Nutzen wir also die folgenden Zeilen für einen Blick zurück und zu einer ästhetischen Kritik am publizistischen Mitochondrium der JUSOS im StuPa, dem Präsi-Blog. Der Hintergrund des Blogs ist himmelblau wie Papa Schlumpf, am rechten Rand die Auswüchse einiger roter Fahnen, über denen der Allerwerteste eines Seevogels leuchtet. Die mittige Textkolonne beinhaltet allerlei Plunder, beispielsweise eine „Stachelschrift“, die genau so stachelig ist, wie man es von einer Kreuzung aus humorloser Parteiglosse und überfahrenem Igelbaby erwarten kann.

…Weiterlesen »

Clash of the titans

Geschrieben von | Veröffentlicht am 30. Januar 2012 um 22:22 Uhr

Hollywood – Zentrum der Filmindustrie, Wahrzeichen für Filmgeschichte, Heimat großer Filmtitanen. Doch kommt es immer öfter vor, dass wir im Kino merken: Das kenne ich doch! Woran liegt es, dass Filme immer wieder neu verfilmt werden?

Die meisten Menschen schauen gerne Filme: gruselige, abenteuerreiche, lustige, phantasievolle. Immer wieder gibt es neue Ideen. Oft passiert es allerdings, dass sich Filmemacher für altbekannte Geschichten entscheiden und diese neu verfilmen. Meist merkt der Otto-Normal-Filmgucker nicht, dass es sich um Neuverfilmungen handelt, doch beschäftigt man sich mit dem Thema genauer, stellt man fest, dass sich viele Drehbuchautoren an bestehenden Filmen festkrallen und höchstens ihre Schwerpunkte verschieben. Plot, Charaktere und Szenerie bleiben dabei oft gleich. Durch neue Möglichkeiten gerade im Bereich der Technik, wie zum Beispiel die Computeranimation, kommen viele Regisseure in Versuchung einen Film neu aufzulegen. „Remakes sind eine generelle Praxis in Hollywood“, sagt Dr. Martin Holtz vom Institut für Anglistik/Amerikanistik, der zu einem Filmthema promovierte. Doch wann macht das Sinn und wann ist es Unsinn? Stellt sich Hollywood und die restliche Filmwelt damit neuen Herausforderungen oder ist es ideenlos?

…Weiterlesen »

Vegetarier sind intelligenter

Geschrieben von | Veröffentlicht am 18. Dezember 2011 um 20:46 Uhr

Freuds Erkenntnis der Mensch sei eben ein »unermüdlicher Lustsucher«, und jeder Verzicht auf eine einmal genossene Lust sei ihm sehr schwer, lerne ich erst jetzt zu verstehen. Der vegane Selbstversuch: Warum Fleisch tödlich sein kann.

Ihr esst unserem Essen das Essen weg!“ Diese mehr oder weniger qualifizierte Äußerung hört man als Vegetarier oder Veganer nur allzu häufig. Die Tatsache, dass es eigentlich die Fleischesser sind, die 70 Prozent des gesamten Getreideanbaus wegfuttern, wird häufig ignoriert. Man sollte sein Gehirn ja auch nicht zu sehr mit Informationen belasten. Nachher müsste man sich noch über seine Ernährung Gedanken machen. Umso einleuchtender erscheint die Studie der Universität Southampton, die herausgefunden haben will, dass insbesondere sich vegetarisch Ernährende überdurchschnittlich intelligent sind. Schließlich sind die Argumente, die eine vegetarische Ernährung rechtfertigen, wesentlich ausgereifter, als die bloße Behauptung: Der Mensch kann ohne Fleisch nicht leben.

…Weiterlesen »

» Die Musik ist im Grunde das Zentrale «

Geschrieben von | Veröffentlicht am 18. Dezember 2011 um 20:43 Uhr

Am ersten Novemberwochenende beehrte Moderator und Musiker Tex das Café Koeppen. Im Anschluss an das ausverkaufte Konzert ergründete moritz Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Liedermachertums.

Auffällig ist, zumindest für uns Kleinstädter, dass du deine Konzerte nicht nur in den Metropolen Deutschlands spielst, sondern auch kleine Städte wie gestern Wismar und heute Greifswald besuchst. Sind die Kleinstadtmenschen vielleicht ein dankbareres Publikum?
Wir haben eigentlich die Erfahrung gemacht, dass es leichter ist in Großstädten Konzerte zu spielen. Was sich aber in Wismar und auch hier gezeigt hat, meine Sachen funktionieren sehr gut mit Studentenpublikum. Denn Studenten haben die Zeit und den Spaß sich intensiv mit den Texten zu beschäftigen. Außerdem sind studentische Zusammenhänge auch noch mehr in solchen Blasen organisiert, also so ein Freundeskreis von acht bis fünfzehn Leuten. Und das ist auch etwas, das man spürt, dass da eben größere Gruppen gekommen sind. Und das passt irgendwie sehr gut zu dem was ich mache.

Du hast Mathematik studiert und als Programmierer gearbeitet, heute beschäftigst du dich vornehmlich mit Worten und Musik. Wo liegen da die Gemeinsamkeiten zwischen diesen beiden Welten?
Es war nicht so, dass ich eine lupenreine Karriere hatte und dann irgendwann gedacht hab, jetzt mach ich mal etwas anderes. Seit ich 14 war, ist die Musik im Grunde das Zentrale. Ich hab zwar auch mit Leidenschaft Mathe studiert und auch sehr gerne gearbeitet, aber selten ganztags. Das Neue an der Situation ist daher, dass ich das Technische vor ungefähr einem Jahr ganz aufgegeben habe. Bei TV Noir arbeite ich als Firmenchef nicht nur künstlerisch, man stellt sich das kreativer vor, als es tatsächlich ist. Ich glaube als reiner Musiker würde es mich auch nicht so glücklich machen.Du hast gefragt ob es dort nun Gemeinsamkeiten gibt – ich habe so lange Mathe studiert, dass ich egal was ich mache, das als Mathematiker tue. Im Studium ging es oftmals darum, etwas zu beweisen. Das liegt nicht immer auf der Hand, man hat aber schon einen Verdacht, man spielt ein bisschen herum und erarbeitet sich irgendwie einen Zugang. Und auf einmal „schnackelts“, wie man auf Bayrisch sagt. Dieser Prozess ist ganz ähnlich wie bei der Musik, wenn man so ein wenig auf dem Klavier rumprobiert. In der Mathematik macht man es eleganter, kürzer und bei der Musik feilt man an den Worten und bastelt an der Harmonik.

…Weiterlesen »

» Ihr könnt uns mögen «

Geschrieben von | Veröffentlicht am 18. Dezember 2011 um 20:41 Uhr

Kultur nach Greifswald bringen – ein Ziel des Café Koeppen Konzert Teams. So arbeiten Studenten mit dem Café Koeppen Team zusammen, um Konzerte zu organisieren. moritz sprach mit zwei Mitgliedern: Kristina Ewald und Jens Leuteritz.

Wie motiviert ihr euch für die vielen Stunden unentgeltlicher Arbeit?
Kristina: Mich motiviert die Liebe zur Musik, die Künstler live zu erleben. Aber vor allem dabei zu helfen Kultur nach Greifswald zu bringen.

Wie hat sich das CKKT gegründet?
Jens: Wir sind eigentlich immer noch in der Gründungsphase. Obwohl wir jetzt mit einem festen Kern aus sieben Mitgliedern eine gute Arbeitsatmosphäre haben. Wir wollen uns ja auch gegenseitig kennen, damit man weiß, wer wie tickt.
Kristina: Ich war auf dem Gregor McEwan Konzert. Am Ende hat Jens sich auf die Bühne gestellt und angesagt, dass sich Interessierte gerne anschließen können. Ich bin daraufhin zu einem Treffen gegangen und wurde gleich stark involviert.

Wie lockt ihr die Künstler nach Greifswald?
Kristina: Mit unserem Charme.
Jens: Nein, vertraglich haben wir leider nicht so viel zu bieten. Unsere Gagen liegen meist unter Bundesdurchschnitt, sowie auch unsere Ticketpreise. Ich habe das Gefühl es spricht sich in der Szene herum. Inzwischen kriegen wir mehr Anfragen, als wir Konzerte machen können. Das war nicht immer so. Wenn wir uns wirklich jemanden wünschen, dann fragen wir einfach an.

…Weiterlesen »

Seite 2 von 912345Letzte »