Alle Artikel der Kategorie Aktuelles Magazin

moritz 98 – Mai 2012 – Raus aus der Stadt

Geschrieben von | Veröffentlicht am 21. Mai 2012 um 19:30 Uhr

Trau dich raus!

Mit dem Sommer kam ein wenig Umbruchstimmung nach Greifswald. Das Studierendenparlamant (StuPa) hat mit Milos Rodatos einen neuen Präsidenten gewählt und auch gleich eine neue Struktur für den Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) beschlossen. Ebenso wurde der Vorsitz in eben diesem Organ nach einem Jahr wieder besetzt. In Zukunft wird Felix Pawlowski den AStA zusammenhalten. Auch in der Universitätsmedizin sind die letzten Umzüge der Kliniken fast abgeschlossen und im Hafen in der Innenstadt arbeitet man an der Sanierung der Museumswerft.

Beim moritz hatten wir auch Lust auf etwas Frühjahrsputz.

Im Layout haben wir spontan einige Änderungen vorgenommen. Zum Beispiel wurden mal schnell die Kurznachrichten gestrichen und durch eine Open-Space-Seite ersetzt, die jeder Ressortleiter individuell befüllen kann. Zudem haben wir kurz vor Druck noch einen Posten neu vergeben. Unter anderem gibt es endlich wieder eine stellvertretende Chefredakteurin für das Magazin: In der Sitzung des Studierendenparlamentes am 8. Mai wurde Katrin Haubold, ihrerseits Covergirl auf moritz-Heft Nummer 94, gewählt. Sie leitet das Magazin jetzt auch offiziell zusammen mit Johannes Köpcke. Mit dieser Aufbruchstimmung haben wir auch das Zitat auf dieser Seite eingeführt. Noch im letzten Heft wurde an dieser Stelle der Arndt des Monats beerdigt, ab sofort wird statt ihm ein erfundenes Zitat der Redaktion die erste Seite schmücken. Den Anfang macht – wie sollte es anders sein – unser Rektor Rainer Westermann, der sein letztes Amtsjahr bestreitet.

Apropos Um- und Aufbruchstimmung zum Sommerbeginn – geht doch mal wieder raus! Natürlich wollen wir damit nicht an die Kleinstadtflüchtlinge appellieren, sondern zum Hierbleiben anregen. Dafür haben wir für euch im Titel-Thema Ausflugsziele innerhalb und außerhalb Greifswalds geprüft. Naturliebhaber finden unter anderem Ideen für eine Radtour zur Insel Riems und Umgebung. Außerdem haben die moritz-Redakteure verschiedene Boddenstrände auf ihren Entspannungsfaktor getestet und einen regionalen Wanderführer auf seine Regentauglichkeit. Wer sich eher für Kultur begeistern kann, findet Anregungen im Museumsratgeber, der euch einige Museen der Region Vorpommern vorstellt, natürlich gleich mit Karte. Karten jeglicher Art bilden im Übrigen auch das heimliche Titel-Thema dieser Ausgabe, denn jeder Ausflugstipp ist mit einem passenden Plan ausgestattet, um euch das Orientieren zu erleichtern.

Stefanie Pätzold

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moritz 97 – April 2012 – Die Wächter des Waldes

Geschrieben von | Veröffentlicht am 1. April 2012 um 20:22 Uhr

Der Arndt ist tot!

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Trauernde,
Das Sommersemester steht vor der Tür. Das allseits bekannte Spektakel in der Stadt beginnt wieder mit der Rückkehr der Studenten.
Auch moritz ist zurück und berichtet pünktlich zum Semesterbeginn über die finanziellen Probleme des Hochschulsports. Dabei nehmen wir das Bootshaus und dessen Zustand besonders unter die Lupe. Ferner erwartet euch Leser eine aufdeckende Reise durch die Historie der bisher eher unbekannten Ländereien der Universität. Zudem zeigen wir euch, wie und wo ihr die letzten Paar Handschuhe nähen oder euch bereits mit sommerlicher Kleidung eindecken könnt.

Daraus folgt: In Greifswald ist alles beim Alten!
Doch der Schein trügt. Obschon bekannter und stets wiederkehrender Phänomene, hat moritz eine tragische und demnach folgenreiche Nachricht zu verkünden: Der Arndt des Monats ist tot! Im Mai 2006 geboren, begleitete er uns über sechs Jahre hinweg und gewährte uns einen tiefgehenden und oftmals erschreckenden Einblick in die Gedankenwelt. Eingeleitet wurde er damals mit den Worten: „Der Name ‚Ernst-Moritz-Arndt-Universität‘ ist den einen ein Dorn im Auge, den anderen eine Ehre. Als großer Staatsmann, der die Freiheit von der Leibeigenschaft bedeutend vorangebracht habe, sei er ein ehrenvoller Namensgeber für unsere Universität. da es jedoch auch eine andere Seite von Herrn Arndt gibt, die selbst über das hinausgeht, was in national gesinnten Kreisen jener Zeit üblich war, wollen wir das Thema ein weiteres Mal aufgreifen.“

Ein unbeschriebenes Blatt war er nun wirklich nicht. Der Eindruck, er habe es faustdick hinter den Ohren, entstand bereits als er noch in den Kinderschuhen steckte. Der demzufolge oftmals und durchaus berechtigt kritisierte Arndt des Monats offenbarte sich innerhalb der letzten Jahre als wahrer Überlebenskünstler. Von klein auf unterhielt und schockierte er ein jeden mit seinen Meinungsäußerungen. Ebenso die Debatte um den Namenspatron der Universität Greifswald im Jahr 2010 konnte ihm nicht zu Leibe rücken. Nun ist der Arndt des Monats an Altersschwäche verstorben. Es ist an der Zeit Abschied zu nehmen und ihn zu Grabe zu tragen. Unser Mitgefühl gilt all seinen Angehörigen.

Folglich lässt sich sagen: In Greifswald ist doch nicht alles beim Alten! moritz reicht allen Trauernden ein Taschentuch und bedankt sich sowohl für die Anteilnahme als auch für die herzlichen Beileidsbekundungen eurerseits.

Wir wünschen euch einen guten Start in das neue Semester.

Natascha Gieseler

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moritz 96 – Januar – Wir haben nicht gewählt!

Geschrieben von | Veröffentlicht am 30. Januar 2012 um 22:59 Uhr

Neues Jahr, alte Leier

Liebe moritz-Leserinnen und Leser,

der Volksmund sagt: „Früher war alles besser‘‘. Ob das vergangene Jahr besser war als das Neue? Es ist auf jeden Fall noch viel zu früh um das zu beantworten. Was aber sicher ist: Egal wie es ausgeht, die meisten Menschen werden von dem Spruch Gebrauch machen. Während die Nostalgiker unter uns auch im Jahr 2012 versuchen werden die unverständlich wahrgenommene Gegenwart zu verstehen, packen die Anderen die Tatsachen und Herausforderungen an. So auch die neugewählten Studenten in die verschiedenen Gremien.

In diesem Sinne mögen wir doch alle hoffen, dass wir durch unsere Stimmeabgabe bei den Gremienwahlen in eine schönere Zukunft der Universität investiert haben. Und wie es üblich ist für das neue Jahr, sich gute Vorsätze und Versprechen zu geben, planen dies auch die Gewählten für ihre Legislatur. Hoffen wir, dass sie ihre Ziele nicht aus den Augen verlieren. Und zum Beispiel die Salattheke in der Mensa bis zum bitteren Ende gefüllt halten oder das Wasserschmuggeln in die Bibliotheken legalisieren. Erwähnens- und bewundernswert ist unter anderem das Ziel die ganze Stadt mit einem WLAN-Netz abzudecken. Ja, die Gremienwahlen 2012 stehen beim moritz im Fokus.

Angesichts der Wahlbeteiligung in diesem Jahr ist es offensichtlich, dass sich viele Studierende auf ihr negatives Wahlrecht berufen haben. Stellt sich die Frage, wie großen Anteil daran die Dauerlerner hatten? Eben diese hat moritz in ihrem ‚Wissenstempel‘ besucht. In der Rubrik Uni.versum lest ihr, was dabei alles liegen bleibt. Während sie einen sicheren Platz in der Bibliothek haben, haben einige Andere einen sicheren Platz am Telefon. Es handelt sich um studentisches Engagement. Telefonseelsorge – von Studenten für Studenten. Vermutlich können auch die extremsten Nostalgiker dort einen Rat bekommen.

Aber gewiss ist nur die Qualität der Universitätsveranstaltungen. Traditionsgemäß ist die Qualitätssicherung durchgeführt worden und somit können einige Institute und Professoren neue Vorsätze für das kommende Semester einplanen. Wenn es eine Rangliste für in Vergessenheit geratene Vorsätze gäbe, würden sie dann nicht auf einem der obersten Plätze stehen? Apropos Qualität: moritz hat einen Dönertest durchgeführt. Eine interessante Bewertung ist daraus entstanden.

Im Sinne von Georg C. Lichtenberg kann man freilich nicht sagen, ob nach den vielen Qualitätssicherungen, den Hilfsangeboten, mit den neuen Gremien an der Universität oder den Vorsätzen für das neue Jahr, die nächsten 366 Tage auf der Erde besser werden. Aber so viel kann man sagen: Es muss anders werden, wenn es gut werden soll.

Macht es gut und bis zum nächsten Semester.

Gjorgi Bedzovski

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moritz 95 – Dezember 2011 – Alles schwul oder wie?

Geschrieben von | Veröffentlicht am 18. Dezember 2011 um 21:57 Uhr

Jetzt aber schnell!

Lieber moritz-Leser, liebe moritz-Leserin.

Besinnlichkeit ist ein Begriff, der gerne mit der Weihnachtszeit in Verbindung gebracht wird. Auch Postkarten und Werbespots erinnern häufig an diese Verknüpfung. Anscheinend hat man pünktlich zum ersten Advent in besinnlicher Stimmung zu sein – und wehe wenn nicht. Wer jetzt, kurz vor dem großem Tag, noch nicht von sich behaupten kann diesem Zustand anzugehören, sieht zu „noch schnell in Weihnachtsstimmung zu kommen“. Mir persönlich hilft da immer ein Spaziergang über den Weihnachtsmarkt.

Aber wie kommt es, dass so viele eben noch nicht „Jingle Bells“ pfeifend durch die Stadt laufen? Man könnte natürlich meinen, es lege an den Dingen, die noch für die Uni erledigt werden müssen oder am alljährlichen Geschenkestress. Doch ich habe da eine andere Erklärung. Meiner Meinung nach liegt es ganz eindeutig an den miesen Machenschaften jener Leute, die bereits drei Tage nach Beendigung des Sommers Lebkuchenherzen und Schoko-Männer in die Supermärkte infiltrieren. Die netten Figuren aus Vollmilch sind halt nicht mehr so spannend, wenn man sie seit drei Monaten beim Einkaufen antrifft. Ginge es nach mir, hätten wir da auch schon längst ein Gesetz gegen. So bleibt einem nichts anderes übrig, als zu versuchen, die Weihnachtszeit trotz alledem in vollen Zügen zu genießen.

Was gibt es auch Schöneres als ein Stück Lebkuchen zum Glühwein, wenn es draußen so richtig kalt ist. Besonders in dieser Zeit tun mir diejenigen immer ein bisschen Leid, die diese ganze vegane oder frutarische Ernährungssache mitmachen. Mir drängt sich dann oft die Frage auf: Machen die das freiwillig? Wer will schon darüber nachdenken, ob die Trauben in seinem Glühwein gesammelt wurden, nachdem sie friedlich von den Reben gefallen sind, oder ob sie brutal aus dem Leben gepflückt wurden. Tatsächlich haben sich einige moritz-Redakteure mit diesem Thema beschäftigt. Die Idee, sich im Winter frutarisch zu ernähren, wurde allerdings wieder verworfen. Zum Glück, wie ich finde. Für einen Artikel muss auch bei uns keiner verhungern. Allerdings wagten sie sich an den veganen Selbstversuch heran und stellten dafür mitten in der süßesten Jahreszeit ihre Essgewohnheiten um. Ob dies den Redakteuren schwer gefallen ist und auf welche Dinge sie im Besonderen achten mussten, könnt ihr in diesem Heft nachlesen.

Möglicherweise wäre es auch eine Aufgabe für unseren Rektor dies zu untersuchen. Der studierte Psychologe möchte sich nämlich demnächst wieder verstärkt der Forschung widmen. Vielleicht können wir uns ab 2013 auf eine Studie zur Kompatibilität von Frutariern und Weihnachten freuen. Warum er für so etwas bald Zeit haben wird, könnt ihr im Interview mit ihm auf den kommenden Seiten genauer nachlesen.

Laura-Ann Treffenfeld

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moritz 94 – November 2011 – Lass es dir schmecken

Geschrieben von | Veröffentlicht am 7. November 2011 um 22:33 Uhr

Neu und altbekannt

Liebe moritz-Leserinnen und Leser,

herbstliche Stimmung macht sich in Greifswald breit. Nicht nur das Stadtbild verändert sich dadurch, auch der Alltag an der Universität und die abermals hohen Erwartungen an das neue Semester festigen sich oder eben nicht. Man hofft auf einen Neuanfang, der am besten mit interessanten Themen und Inspirationen verbunden sein sollte. Dieses Semester soll, wie jedes Semester, besonders werden. Gleichzeitig gelangen Nachrichten von außerhalb nach Deutschland und lassen uns in Gedanken abschweifen, inwieweit diese große Aufruhr und der Umbruchgedanke uns betreffen. Studentenaufstände und Demonstrationen gegen Banken beherrschen die Nachrichten und Köpfe der Menschen. Was bedeuten diese Nachrichten für uns und die gemütliche, abgeschiedene Hansestadt?

Veränderungen sind auch in Greifswald zu spüren. moritz berichtet über die Unsicherheiten, die durch die im September in Kraft getretene Kreisgebietsreform entstanden sind und schildert, wie sich diese auf die Zukunft der zum Stadtbild gehörenden Vereine auswirken könnte. Feste Größen der kulturellen Welt Greifswalds finden Platz im Heft, wie der polenmARkT, dessen Entstehungshintergründe näher beleuchtet werden. Die Entwicklung Proras, ein in den 1930er Jahren errichteter Gebäudekomplex auf Rügen, ist in dieser Ausgabe ebenso enthalten. Ein durch die Wirren des Zweiten Weltkriegs verkommener, dann unter Denkmalschutz gestellter und nun als Jugendherberge fungierende Einrichtung wird weiter ausgebaut und ist ein treffendes Beispiel, wie aus Altem Neues wird.

Eine feste Institution im Alltag von fast jedem Studenten ist die Mensa, die eine große Veränderung und Erweiterung durch den Neubau am Berthold-Beitz-Platz erfährt. Eine Redakteurin begab sich hinter die Ausgabetheke und berichtet nicht nur über kulinarische Fertigkeiten, sondern auch über sonstiges Erfahrenswertes aus der Küche. Um das Ankommen von Neuen soll es in unserer Fotostrecke aus der Erstsemesterwoche gehen. Zudem kommen unsere neuen Redakteure selbst zu Wort und berichten über ihre Eindrücke.

Stabilität, aber auch Veränderungen kennzeichnen unseren Alltag. Trotz Spannungen am Anfang jedes Semesters sollte man Ruhe finden und zum Wesentlichen zurückkehren. Umwälzungen können abschreckend wirken, doch hinter jedem Wandel sollte auch eine Chance auf die Entstehung von Neuem stecken. Auch die moritz-Medien begaben sich auf ein gemeinsames Workshop-Wochenende in Glashagen bei Grimmen, auf dem an bereits Erlerntem gefeilt und Neues entdeckt wurde.

Irene Dimitropoulos

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moritz 93 – Oktober 2011 – Mit Blaulicht durch Greifswald

Geschrieben von | Veröffentlicht am 8. Oktober 2011 um 17:37 Uhr

Fließender Vergleich

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Neulinge,

es hat ja fast schon Tradition, auf der ersten Seite des ersten moritz im Wintersemester das Grußwort insbesondere an die Neuen in Greifswald zu richten. Die Tradition möchte ich mit guten Gründen weiterführen, und die Betrachtung eines grundlegenden Vergleiches scheint da ein Ansatz, um niemanden übermäßig zu langweilen.

Greifswald und uns Studenten verbindet vielleicht Eines ganz besonders: das Wasser und alle damit verbundenen Ereignisse. Das liegt nicht nur daran, dass hier der Wind samt Niederschlägen grundsätzlich von vorne kommt. Ob es sich nun um nächtliche Radtouren ans Meer handelt, der tiefsinnigen Kontemplation beim Spaziergang entlang des Ryck oder ob eben jenes nasse Element Bahnunterführung und Studentenwohnheim flugs zu Außenbecken des Freibades umfunktioniert – auf neue und alte Küstenkinder und Bergexilanten warten noch viele Abenteuer mee(h)r.

Vielfältig war nicht nur der ausgehende Sommer, zumindest was das Wetter anbelangt (Hat sich dieses Jahr jemand über den Sommer-Schluss-Verkauf Anfang Juli lustig gemacht?), sondern dies gilt ebenfalls für den nahenden Herbst, was sich auch im vorliegenden Magazin widerspiegelt: eine kritische Betrachtung der Möglichkeiten, über die Ozeane weltwärts zu gehen, erwarten euch ebenso wie eine detaillierte Berichterstattung zu den politischen Belangen des Landes und der Universität. Weiterhin gibt es Informationen über die Lage des Theaters, flankiert von offenen Briefen zur kritischen Lage.

Mit den kommenden Monaten wird sich das Wasser nun in Schnee verwandeln und die Stadt damit zu einer zuckergussgetränkten Weihnachtskrippenminiatur. Das hat seine ästhetischen Reize und schafft überdies die unerlässliche Ruhe zur Konzentration auf unsere anspruchsvollen Studien. In jeder Hinsicht bleibt dieses Element also prägend.

Die angeführten Aspekte dieser Metaphorik für das Greifswalder Studentenleben dienen nicht nur zur Inspiration für Hausarbeiten und sollen auch keinesfalls bedeuten, dem un-kreativen Verfasser sei kein origineller Aufhänger für das Editorial eingefallen.
Ihr merkt schon, dass es sich beim Wasser, dem salzigen zumal, um einen bereits vorsokratisch fundierten, mithin nicht nur 2011 höchst aktuellen Vergleich handelt, also nachgerade universell einsetzbar als Sinnbild inner- und außerakademischer Greifswalder Phänomene schlechthin, um die es dem moritz in seiner Berichterstattung schließlich geht. Wenn das kein guter Start ins Semester ist!

Sandrina Kreutschmann

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moritz 92 – Juni 2011 – Todesstoss

Geschrieben von | Veröffentlicht am 28. Juni 2011 um 23:38 Uhr

Die Welt im Wandel

Die ersten warmen Tage haben wir hinter uns gebracht. Der Sommer ist endlich da! Auch wenn bald die Prüfungszeit beginnt und sich die Greifswalder Studenten wieder in den Bibliotheken und ihren Wohnungen verschanzen. Für einige sind es vielleicht die letzten Prüfungen an unserer Universität und für andere dagegen die ersten. Doch die Welt dreht sich weiter. Auch für uns sind es die ersten Monate in einem neuen Team. Denn wir sind seit dieser Ausgabe des moritz Magazins die neue Besetzung der Chefredaktion.

Alteingesessene Häsin trifft jungen Spund. Eine gute Mischung mit gleichzeitiger Gemeinsamkeit, denn wir kommen beide aus Berlin und sind doch Greifswaldliebhaber. Aber weder Berlin noch Greifswald sind der Nabel der Welt. Er wandert und das jeden Tag aufs Neue – an einem Tag ist es der Ausbruch einer Finanzkrise mit Ausgang in den Vereinigten Staaten von Amerika oder auch das Lahmlegen eines Großteils des Flugverkehrs durch den Ausbruch eines Vulkans auf Island. Am nächsten die europaweite Gefährdung durch Enterohämorrahagische Escherichia cloi (EHEC) und an wieder einem anderen waren es die Revolutionen in der arabischen

Welt. Obwohl diese Themen für uns nur an wenigen Tagen wirklich präsent sind, bevor wir uns wieder unseren alltäglichen Problemen widmen, existieren sie weiter. So auch der Umbruch in Arabien. moritz traf sich mit Greifswalder Studenten, die uns ihre Eindrücke von den Ereignissen geschildert haben und die mit ihren Familien, welche noch vor Ort sind, in engem Kontakt stehen. Aber, wie wir alle immer wieder feststellen, bleibt die Welt nicht stehen bis ein Konflikt gelöst ist. Auch in unserer Stadt passiert Einiges. Die kulturellen Einrichtungen der Studenten haben sich zu einem Aktionsbündnis zusammengeschlossen und einen offenen Brief geschrieben, der auch bei uns im Heft auf Seite 9 zu lesen ist.

Unserem Bundesland stehen wegweisende Zeiten bevor. Der Wahlkampf ist schon lange eröffnet, aber langsam rückt der Tag der Entscheidung, wie die Politik für die nächsten fünf Jahre in Mecklenburg-Vorpommern aussehen wird, näher. Nicht unwichtig für die Zukunft unserer Universität. Ebenso stehen ein ehemaliger und ein Noch-Kommilitone für Direktmandate zur Wahl. moritz führte mit ihnen ein Gespräch, um unter anderem zu erfahren, warum man mit Anfang zwanzig eventuell der bessere Politiker ist. Die Welt dreht sich also weiter und hoffentlich bleibt uns der schöne Sommer auch noch nach den Prüfungen erhalten, sodass er voll und ganz genossen werden kann.

Johannes Köpcke & Luise Röpke

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moritz 91 – Mai 2011 – Greifswald blockiert

Geschrieben von | Veröffentlicht am 14. Mai 2011 um 11:38 Uhr

Kiek mol wedder in

Wohnen, wo andere Urlaub machen – ein erholsam klingender Satz, den sich die Region rund um die Ostseeküste zum Motto gemacht hat. Für die Fahrt nach Hause zur heimischen Familie benötige ich nur eine halbe Stunde. Ein klarer Vorteil, wenn man in seiner Heimat bleibt, um zu studieren! Auch meine Heimatstadt Wolgast rühmt sich mit dem genannten Slogan. Doch jedes Semester aufs Neue haben wir Küstenmenschen mit den ewig gleichen Vorurteilen der neu Zugezogenen zu kämpfen. Ich habe mal jemanden getroffen, der sich Ostvorpommern ungefähr so vorstellte: An einer Ecke kann man Fischbrötchen käuflich erwerben und gegenüber stehen die Nazis und warten auf ihren nächsten Auftritt. Ein guter Ruf sieht doch anders aus und während einige Urlaub machen, marschieren ein paar andere zur Demonstration auf. Am ersten Mai gaben sich die Faschisten wieder die Ehre ihre Parolen zu verbreiten. moritz sprach mit engagierten Organisationen und Vereinen, die gezielt Gegenaktionen vorbereiteten. moritz-Redakteure waren zudem live vor Ort und lassen euch an ihren Eindrücken auf den Seiten 26 bis 27 teilhaben.

Eine derartige Nazidemonstration hat sich am ersten Mai hier „oben“ schon etabliert und jedes Jahr versuchen die Rechten erneut Fuß zu fassen. Doch nicht überall läuft es so wie in unserer ländlichen Region. In Berlin sind weniger derartige Demonstrationen bekannt, dafür jedoch die üblichen Maikrawalle sehr präsent. In den Medien wird der erste Mai immer als Tag der linken Unruhestifter auseinander genommen. Selten wird mit ihm etwas Positives verbunden. Doch welche Geschichte verbirgt sich hinter diesem Aufruhr erzeugenden Tag? Der Artikel auf Seite 29 soll für Aufklärung sorgen.

Ein gewisser Teil an Studierenden hat dann doch mal die Nase voll von der rauen Küstenluft oder will einfach mal andere Erlebniseindrücke gewinnen und entscheidet sich für einen Aufenthalt in der Ferne. Auslandssemester sind mittlerweile keine Seltenheit mehr, sie werden ja auch häufig für einen qualifizierten Lebenslauf erwartet. Wie man sich alleine in einem anderen Land fühlt und welchen Problemen man durchaus ausgesetzt sein kann, könnt ihr in unserer Parisreportage auf Seite 19 bis 21 verfolgen.

Wenn es dann wieder ruhiger wird in der Hansestadt, die letzten Demonstranten ihre Transparente einrollen und der alte Trott zurück kehrt, dann sorgt doch mal für neue Abwechslung und „kiekt mol wedder in“ am Dienstag um 20 Uhr bei unserer Redaktionssitzung in der Rubenowstraße 2. Wir freuen uns auf eure kreativen Köpfe!

Laura-Ann Schröder

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moritz 90 – April 2011 – Strahlende Nachbarschaft

Geschrieben von | Veröffentlicht am 1. April 2011 um 12:00 Uhr

Hinterlasst Spuren

Was, da gehst du freiwillig hin?“ Mein Gegenüber blickt mich verständnislos an. Jetzt bloß schnell und geistreich antworten. „Ja, wieso?“. Prüfende Blicke, man glaubt mir nicht, vermutlich werde ich dafür bezahlt, die nächsten drei Jahre in Greifswald zu studieren. Witzigerweise löst schon ,,Mecklenburg-Vorpommern“ in weiten Teilen meiner mittelfränkischen Heimatstadt pawlowsche Reflexe aus: Rechtsradikalismus, Arbeitslosigkeit, neue Bundesländer – Rechtsradikalismus sowie Arbeitslosigkeit, um nur einige der Assoziationen aufzuführen. Neu hinzu gekommen sind die Castor-Transporte und dort, wo sich für gewöhnlich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, mahnten und wachten im Dezember und Februar Atomkraftgegner, rundum geschützt von treusorgenden Beamten. Was die Bewohner der umliegenden Dörfer von dem ungewohnten Rabatz mitbekommen haben, versucht unsere Reportage auf Seite 26 zu ergründen.

Das Schöne an Vorurteilen oben genannter Art ist ja, sie unter „Mauer in den Köpfen“ zu archivieren und die geschmähte Stadt unbefangen und neugierig zu entdecken. Das Schöne an Greifswald wiederum ist, dass Erkundungen dieser Art meist kurz und intensiv sind und man sich danach sogleich an die Steigerung studentischer Lebensqualität wagen kann. Möglichkeiten hierzu bieten verschiedene Vereine, von denen wir euch einige auf Seite 36 vorstellen.

Wer in diesen Tagen sein Studium in Greifswald aufnimmt, kommt mit ein bisschen Glück in den Genuss erster wärmerer Tage nach einem weiteren deutschen Jahrhundertwinter. Wehret jedoch den Anfängen der Frühjahrsmüdigkeit, denn dank medial in Erscheinung getretenem „Rechtsprofessor“ und dem für Furore sorgenden Namensstreit um Ernst-Moritz brodelte es in der Vergangenheit immer wieder. Und das ist gut so. Stillstand sollte auch weiterhin anderen überlassen werden und der Horizont der Studierenden nicht an der Fassade der Bibliothek enden. Ein wichtiger Baustein ist hier die studentische Selbstverwaltung. Mit der Frage, wie das Uni leben wohl ohne sie aussähe, beschäftigt sich unser Artikel auf Seite 8.

Ein inzwischen schon ziemlich ausgelutschter Kalauer besagt, dass man in Greifswald immer zweimal, nämlich zu Beginn und Ende des Studiums, weint. Wer zwischen diesen tränenreichen Ereignissen Frohsinn, Heiterkeit und Raum zum Ausprobieren sucht, der schaue doch mal dienstags um 20 Uhr in der Rubenowstraße 2 bei der Redaktionskonferenz vorbei. Wir freuen uns auf euch und eure Ideen!

Ole Schwabe

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moritz 89 – Januar 2011 – Mietmonster sucht Greifswald heim

Geschrieben von | Veröffentlicht am 16. Februar 2011 um 12:50 Uhr

Gruß aus dem Sommer

Das Silvester mit seinen guten Vorhaben und Wünschen liegt schon ein Monat hinter uns. Kaum einer erinnert sich noch an seine guten Versprechen. Besonders jetzt nicht, wo die Stunde der Wahrheit schlägt.

Der Klausuren-Marathon hat bereits angefangen und vielleicht sollte man sich seine guten Ziele noch ein Mal vor Augen führen, um sich im Alltag des Paukens nicht zu verlieren. Das Leben in Büffeltanien ist schwer: man beneidet oft die, welchen das Wissen förmlich zufliegt und verdammt sich selbst dafür, dass man wieder so spät mit dem Lernen angefangen hat. Doch ist es wirklich für alle Büffler immer nur das Gleiche? Wie schafft diese Hürde, jemand der, zum Beispiel an Autismus leidet und mit zusätzlichen Aufgaben kämpfen muss?

In diesen Zeiten von durchzechten Nächten, Kartei-Karten-Alpträumen und eiserner Selbstdisziplin hat das moritz-Team neben dem Studium weiter Ideen gesammelt, recherchiert, geschrieben und korrigiert. Das Ergebnis dieser Arbeit liegt gerade vor Euch. Der Hochschulpolitische Teil trägt mit der Bilanz der Wahlen vom Januar in dieser Ausgabe eine ganz besondere Bedeutung. Vielleicht kennt Ihr jemanden von den letzten Studierendenparlament- und Senatswahlen, das ist in Greifswald ja sehr gut möglich. Unfassbar, aber schon im Januar herrscht Tauwetter, dieses Mal nicht nur im StuPa, sondern auch draußen.

Wenn der graue Schnee seinen Zauber verliert und als hässliches Naturwrack abtaut, entdecken viele von uns ihre leidenschaftliche Liebe zur asphaltierten Straße neu. „Auf Wiedersehen“ dicke Ski-Jacken und „Hallo“ Fahrradfahren! Dieses frühe Tauwetter ist wie ein Gruß aus dem bevorstehenden Sommersemester. Es sagt uns: „Hey, hier ist es doch ganz nett im Frühling.“ Bald füllt sich die Stadt mit neuem Leben, sie wird plötzlich grün statt grau, wird wahnsinnig lecker nach Grill riechen und wieder kurze Röcke tragen. Doch allein über der WVG sammeln sich dunkle Wolken an, obwohl es in dem Fall Rekordeinnahmen regnet, wurde bereits die nächste Mieterhöhung angekündigt. Die Kritiker stehen Schlange.

Aber erst einmal kommen die Ferien und in ein, zwei Wochen werden wir uns in Richtung Süden verabschieden und verschwinden aus Greifswald. Dann wird die Hansestadt lange Zeit leer und ruhig sein, bis sie sich mit Frühlingsgefühlen und lachenden Studenten-Scharen füllt. Sehr bald schon werden uns die Sonnenstrahlen im Unterricht stören und blenden. Das ist doch das schöne am Winter, dass nach ihm der Frühling kommt und dann werden alle Wünsche und gute Vorhaben hoffentlich in Erfüllung gehen.
Bis zum Sommersemester!

Anastasia Statsenko

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