Während der Weihnachtsfeiertage ist mir etwas klar geworden, das ich wohl schon immer wusste: Fünf ist das perfekte Alter. Überlegt euch mal, wie das Leben mit fünf war. Ganz genau, herrlich. Schon groß genug, um an die Süßigkeiten-Schublade zu kommen und noch klein genug um Fehler mit einem Lächeln oder unfreiwillig niedlichen Kommentaren auszugleichen. Man kann schon alleine auf die Toilette, aber die Gute-Nacht-Geschichte darf niemals fehlen. Im Kindergarten warten täglich neue Abenteuer und kein Baum ist zu hoch. Klar tut es auch manchmal weh zu fallen, aber man ist ja noch klein genug um ausreichend Trost gespendet zu bekommen. Vielleicht springt dabei ja sogar ein Lolli heraus, obwohl einen nur der Schreck zum Weinen gebracht hat. Was war eure Lieblingssorte?
Früher habe ich auf die Uni hingefiebert, es sollte ein ganz besonderer Lebensabschnitt werden. Träume sollten in Erfüllung gehen, man wäre endlich groß und unter Seinesgleichen. Doch die Aufregung hatte sich nach dem ersten Semester bereits ernüchternd gelegt. Längst war es nicht mehr spannend die Füllung des Kühlschranks selbst bestimmen zu dürfen, sondern kam einer geistigen Hochleistung nahe, und auch die Waschmaschine stellt kein Mysterium, sondern nur noch eine lästige Pflicht dar. Wo ist der Spaß geblieben, den man mit fünf am Erwachsensein-Spielen noch hatte? Er wurde von der Ernsthaftigkeit vertrieben. Gern würde ich auch heute noch sagen können „in Spiel“: In Spiel muss ich nicht lernen, in Spiel will die Telekom kein Geld haben, in Spiel darf ich so lange schlafen wie ich möchte, in Spiel…. Mir fallen zahlreiche Dinge ein, euch auch?
Klar, Zimmer aufräumen hat auch mit fünf keinen Spaß gemacht und die Bettgeh-Zeiten waren wirklich unfair, dafür musste man aber auch keine Sorgen haben, dass am nächsten Morgen keine Cornflakes auf dem Tisch stehen könnten. Auch die Wäsche landete wie von Zauberhand auf dem Stuhl bereit zum Anziehen und selbst ans Zähneputzen wurde man erinnert. Doch wie die Finanzblase zerplatzte bereits am ersten Weihnachtsfeiertag mein Traum. Fünf sein geht eben nicht ewig, aber für dieses Heft habt ihr alle die Erlaubnis dazu. Zieht euch mit eurem Teddy ins Bett oder die liebste Zimmerecke zurück, schiebt das Lego beiseite und denkt euch: „In Spiel kann ich jetzt den moritz lesen und muss überhaupt niemals wieder in die Bibliothek.“
Lisa Klauke-Kerstan
Das komplette Heft als pdf gibt es hier, einzelne Artikel können wie immer auch online gelesen und kommentiert werden.

















