Alle Artikel der Kategorie Kultur

Der Film als beobachtende Kunst: Die 18. dokumentART in Greifswald

Geschrieben von | Veröffentlicht am 31. Oktober 2009 um 20:12 Uhr

Gestern wurde die Nachspielzeit des „18. dokumentART“ Filmfests im kleinem Kreis vom Leiter Klaus Charbonnier, von Claudia Heinicke aus der Studenten-Jury Greifswald und Peter Heibing, einem Vertreter der Findlings-Jury im St. Spiritus in Greifswald eröffnet. Die “dokumentArt” ist ein deutsch-polnisches Filmfestival, bei dem vom 16.10. – 21.Oktober 54 Filme aus 11 verschiedenen Ländern parallel in Neubrandenburg und Stettin präsentiert und mit Preisen dotiert wurden. Am Samstag und Sonntag wird eine Auswahl im Greifswalder Cinestar und im St. Spiritus gezeigt.

documentart-255x88

Logo der Veranstaltung

Für einen kleinen Einblick wurden gestern drei Preisträger vorgestellt, die durch ihre Verschiedenartigkeit in Thema und Umsetzung die Vielfalt des Stilmittels Dokumentarfilm zeigten: Der Gewinner des Publikumspreis des Norddeutschen Rundfunks (NDR): „Man stirbt“ (Dtl 2009), der Favorit der des Studentenwerkes Greifswald: „Odd’s Odds“ (Norwegen 2009) und Preis des Marschalls-Gewinner, der im Zeichen der Verständigung verschiedener Völkergruppen verliehen wird: „The Tale of Nicolai and The Law of Return“ (Israel 2008).

Über den normierten Todesfall, die Einsamkeit eines Lebens und das absurde Glück des Schicksals

manstirbt-250

"Man stirbt" erhielt den Publikumspreis des NDR

„Man stirbt“ nimmt durch die Inszenierung mit Laiendarstellern einen Sonderstatus ein und zeigt vor einem weißen Hintergrund, der nur durch die Protagonisten und sparsamen Equipment gefüllt wird, den Ablauf eines durchschnittlichen Todesfalls in unserem Staat. Dabei liegt der Charme des Films in der Komik und dem Kopfschütteln, welches er durch das Aufzeigen des Umgangs mit dem Tod als Geschäftsroutine vermittelt, wenn z.B. von normierten Vollholzsärgen mit saugfähiger Matratze und vorgedruckten Trauerkarten die Rede ist.

Bezeichnend für den zweiten Film ist eine Szene, in der die schwarze Silhouette des Hauptdarstellers bei einem Nachtspaziergang, nachdem sie sich anfangs von dem weißen Schneehintergrund abgehoben hat, mit dem Dunkel der Nacht verschmilzt.

Die norwegische Dokumentation „Odd’s Odds“ über das erfolglose Leben und den ebenso erfolglosen Selbstmordversuch eines Mannes, der ein farblos gewordenes Leben in der Monotonie der Einsamkeit und des Rückzugs führt, besticht durch seine vollkommene Schlichtheit in der Umsetzung. So konzentriert sich der Film auf die bloße, unkommentierte Beobachtung des Protagonisten.

Der dritte Film „The Tale of Nicolai and The Law of Return“ zeigt die absurde Wendung im Leben des rumänischen Arbeiters Nicolai, der nach Tel Aviv auswandert, in der Hoffnung so für seine Familie Geld zu verdienen. Durch Zufall erfährt er vom „Law of Return“, das in Israel herrscht und besagt, dass jede Person, die mindestens einen Großelternteil jüdischer Abstammung hat, das Recht zur Immigration besitzt. Umgesetzt wurde das letztendlich glückliche Schicksal des bis dahin ausgenutzten und von der Familie getrennten Arbeiters in einem fremden Land durch Ausschnitte auf seinem Lebensweg unterlegt mit humoristischen Kommentar.

Das Beste des Filmfestivals heute und morgen in Greifswald

In den nächsten Tagen werden im Cinestar Greifswald vier Blöcke mit jeweils 3-5 der Dokumentarfilme für jeweils 6€ Eintritt laufen. So z.B. „Urlaub vom Frieden“, der Gewinner des Findlings-Preises und der nach Peter Heibing ein sehr streitbarer Film über einen österreichischen Söldner in Jugoslawien sei, der präzise, aber in einer beeindruckend unreflektierten Art über seine dortigen Kriegserlebnisse berichte. Der Abschluss am Sonntag wird wieder um 20 Uhr im St. Spiritus stattfinden und u.a. den den Film „fleur et couteau“ zeigen. „Das ist ein Film, der das Publikum gespalten hat“, so Klaus Charbonnier. „Für die einen ist er Meisterwerk des Dokumentarfilms, die anderen wissen mit ihm nichts anzufangen.“

Urlaub vom Frieden TRAILER from dokumentART on Vimeo.

Ein Dokumentarfilm ist kein Spielfilm, bietet aber gerade auf Grund seines Stils die Möglichkeit, sich auf die Protagonisten und ihre Geschichten einzulassen. Wer also interessiert an einem Einblick in andere Lebenswelten ist, der findet hier das Programm der dokumentART und die genauen Kinozeiten.

Mehr Infos zu den einzelnen Filmen und Preisträgern auf der Homepage der dokumentART:

http://www.dokumentart.info/de/index.php?/projects/filme/

Bilder: Veranstalter (nicht CC-Lizenziert)

Lesung: Kunsttreten mit Jürgen Landt

Geschrieben von | Veröffentlicht am 30. Oktober 2009 um 11:53 Uhr

Am 28. Oktober fand eine Lesung mit dem Greifswalder Autor Jürgen Landt statt. Doch eine gewöhnliche Lesung war das „Kunsttreten“  am vergangenen Mittwoch in der Alten Bäckerei wohl kaum.

juergen_landt_lesung-250x322-christine_fratzke

Jürgen Landt liest aus seinem Werk

Auf dem Fußboden der Galerie „Alte Bäckerei“ lagen zerstreut jede Menge beschriebene Blätter. Nebenbei las Landt aus seinen Texten.

Was die Idee hinter dieser Veranstaltung war, erklärt unser Podcast:

 

Clubs-u-night: Band-Porträt “Double OCC”

Geschrieben von | Veröffentlicht am 29. Oktober 2009 um 20:50 Uhr

Am kommenden Samstag ist es wieder soweit. Die Mensa öffnet ihre Drehtür für die 25. Greifswalder clubs-u-night. Die Idee, die dahinter steckt, mag mittlerweile bekannt sein: Jedes Semester sind alle fünf greifswalder Studentenclubs an diesem Abend in der Mensa anzutreffen, um zur größten norddeutschen Studentenparty einzuladen. Besonderes Highlight sind dabei die Live-Acts.

clubsunight-255x88Dieses Mal werden “Lex Alex Contrax“, “Budzillus“, “Miyagi” und als Lokalband aus Greifswald “Double OCC” die Bühne entern. Letztere werden den Auftakt bilden und für eine Stunde ab 20 Uhr im Mensa-Foyer laut Band-Mitlgied Wegi „mit Charme und Witz für reizvolle Unterhaltung“ sorgen.

Damit ihr wisst, wer am Samstag als erstes eure Ohren und Augen beglücken und eure Mundwinkel zum Zucken bringen wird, hat sich der webMoritz auf ein kurzes Gespräch mit den drei waschechten Greifswaldern getroffen.

OCC3-550

So sehen die selbst ernannten "Piraten der Liebe" aus, wenn sie sich Mühe geben...

Geboren wurde die Band 1997, als sich die beiden Klassenkameraden Robert (24, Lehramtsstudent) und heute zuständig für alles von Gitarre, Gesang, Mundharmonika, Ukulele bis Tamburin und der Keyboarder und Sänger Peter (25, B.A. Germanistik, Geschichte) zusammenfanden. 2002 kam dann Stefan alias Wegi (25, Master Sprache und Kommunikation) hinzu, der ebenfalls singt und Triola spielt, die er als „dieses Instrument mit den bunten Tasten“ beschreibt.

…Weiterlesen »

Kinofilm “Das weiße Band” läuft in Greifswald

Geschrieben von | Veröffentlicht am 28. Oktober 2009 um 15:33 Uhr

In Greifswald fehlt ein Programmkino. Aus diesem Grunde streifen viele interessante Filme ungesehen an Greifswald vorbei. Filme Abseits des Mainstreams bekommt man vielleicht hin und wieder mal im Mensa-Kino zu Gesicht.

dasweisseband

Filmplakat: Das weisse Band

Aber für alle Cineasten, solche, die es noch werden wollen, Michael-Haneke-Liebhaber und alle Programmkinogänger gibt es Abhilfe: Der Film “Das weiße Band” von Michael Haneke läuft ab Donnerstag ins Cinestar-Kino Greifswald in der Dompassage.

Der Österreicher Michael Haneke, der mit Filmen wie “Funny Games” oder “Die Klavierspielerin” bekannt geworden ist, beschreibt in diesem Schwarz-Weiß Film das Leben einer norddeutschen Kleinstadt am Vorabend des 1. Weltkrieges. Auf der offiziellen Website des Films heißt es: “Seltsame Unfälle passieren und nehmen nach und nach den Charakter ritueller Bestrafungen an. Wer steckt dahinter?”

Der Film, der eine Reihe exzellenter Kritiken erhalten hat und in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet wurde, läuft ab Donnerstag bis zu zwei Mal täglich im Greifswalder Cinestar!

Bild: Filmplakat/x-verleih

Am Wochenende: Best of Filmfestival “dokumentART”

Geschrieben von | Veröffentlicht am 28. Oktober 2009 um 14:26 Uhr

Ein Filmfestival – in Greifswald? Richtig gelesen. Am kommenden Wochenende wird das Beste aus der “18. dokumentART”, einem europäischen Dokumentarfilmfestival in Neubrandenburg und Stettin, gezeigt.

documentart-255x88

Logo der Veranstaltung

Das Festival wird bereits seit vier Jahren gemeinsam von Deutschen und Polen organisiert und durchgeführt. Dieses Jahr konnten die Zuschauer in Deutschland und Polen 54 Filme aus zwölf verschiedenen Ländern sehen.

Die Nachspielzeit in Greifswald wird am Freitag, dem 30. Oktober, im St. Spiritus eröffnet. Ab 20 Uhr werden dort die Preisträgerfilme präsentiert. Am Sonnabend und Sonntag wird eine Auswahl von Filmen im Cinestar Greifswald gezeigt. Es laufen bewegende, lustige und schöne Filme aus Deutschland, England, Österreich und der Schweiz. Die Abschlussveranstaltung findet am 1. November ab 20 Uhr im St. Spiritus statt.

Das Programm ist auf der Homepage des Festivals nachlesbar.

Zukunft des Festivals unklar

Dieweil wurde heute bekannt, dass der Neubrandenburger Verein “Latücht – Film und Medien” den Kinobetrieb im Kommunalen Kino in Neubrandenburg ab morgen einstellt. Damit steht auch die Zukunft des Festivals auf der Kippe. Weitere Informationen dazu gibt es hier.

Jürgen Landt lässt Kunst treten

Geschrieben von | Veröffentlicht am 26. Oktober 2009 um 21:54 Uhr

Es ist Herbst, die Blätter verfärben sich allmählich und fallen langsam zum Boden. Wie passend, dass eine Lesung am Mittwoch, dem 28. Oktober, in der Galerie der Alten Bäckerei mit diesen Assoziationen spielt. Hinter dem Titel „KUNSTTRETEN!“ verbirgt sich eine Veranstaltung, bei der das Treten auf Kunst nicht nur erlaubt, sondern sogar erwünscht ist.

alte-baeckerei

Die alte Bäckerei

Der Boden wird mit hunderten Schreibmaschinenblättern bedeckt sein, die unter Anderem Kurzgeschichten und Lyrik von Jürgen Landt (http://www.j-landt.de) enthalten. Auf diese dürfen die Gäste treten, ihre Spuren hinterlassen und neue Fährten erkunden. Weiterhin darf das Geschriebene auch mitgenommen und gelesen werden. Nebenbei wird der Autor zwei oder drei seiner Werke vortragen.

Ab 20 Uhr beginnt die Veranstaltung in der Alten Bäckerei, die sich in der Franz-Mehring-Straße befindet.

Foto: youtube-User “hrispm” (Jockel Schmidt)

Filmkritik: Männerherzen

Geschrieben von | Veröffentlicht am 24. Oktober 2009 um 12:23 Uhr

In einem Fitnessstudio in Berlin trainieren fünf verschiedene Männertypen. Jeder von ihnen lebt sein Liebesleben auf seine eigene Art. Jerome (Til Schweiger) ist der typische Macho. Als Musikproduzent des abgedrehten Schlagerstars Bruce Berger (Justus von Dohnanyi) lässt er sich keine Affäre entgehen.

Sein Nachbar Niklas, gespielt von Florian David Fitz, hat sowohl seine Karriere also auch die anstehende Hochzeit mit seiner Jugendliebe Laura (Liane Forestieri) exakt durchgeplant. Sein bester Freund Philip (Maxim Mehmet) hingegen ist beruflich eher ein Versager. Er meint er hätte den Masterplan eines Öko-Fastfood-Restaurants, stößt mit seiner Idee aber nur auf Ablehnung. Philips neue Freundin Nina (Jana Pallaske) ist schwanger und die Beziehung steht auf Grund seiner Erfolglosigkeit in Sachen Arbeit auf der Kippe.

maennerherzen2-260x179-warnerbros

Günther (Christian Ulmen), erneut kurz davor abzublitzen

Auch Single Günter, gut verkörpert von Christian Ulmen, besucht das Fitnesscenter. Er ist der Typ Mann, der durch seine sonderbare Art eine Abfuhr nach der anderen erhält. Bis er eines Tages auf Susanne (Nadja Uhl) trifft. Sie hingegen ist unglücklich mit U-Bahn-Fahrer Roland (Wotan Wilke Möhring) verheiratet. Seit einem tragischen Unfall ist dieser aggressiv und hat die Hoffnung auf Glück verloren. Als sein Vater an Demenz verstirbt, verliert er völlig die Kontrolle über sich selbst und bringt so andere in große Gefahr.

Nette Ideen, aber keine Überraschungen

Der Regisseur Simon Verhoeven zeigt in seiner Komödie, wie fünf unterschiedliche Charaktere jeweils mit der Liebe umgehen. Fünf Männer, fünf Geschichten, und doch hängen alle zusammen. Diese Verknüpfung der Personen ist zwar, abgesehen davon, dass alle in einem Center trainieren, teilweise zufällig, aber keineswegs unrealistisch oder übertrieben.

maennerherzen-260x179-warnerbros

Für Schlagerstar Bruce Berger (Justus von Dohnanyi) wurde auch ein eigenes Musikvideo gedreht (Klickt auf das Bild)

Der Inhalt des Films ist nichts Neues, aber eine unterhaltsame Idee. Die Besetzung der Rollen macht Spaß. Allerdings spielt diesmal nicht Til Schweiger, sonder Justus von Dohnanyi als Bruce Berger die sympathischste Figur. Als einzige männliche Hauptperson trainiert er nicht, sondern ist ein leicht durchgedrehter Schlagerstar, der nicht allein sein möchte und dessen größter Wunsch der Weltfrieden ist. Dies sorgt für einige Lachanfälle. Obwohl Bruce keiner menschlichen Liebe nachssehnt, passt auch seine Geschichte zum Titel des Films.

Das Darstellerensemble ist durchweg mit großer Spielfreude dabei und auch die dargestellten Charaktere sind unterhaltsam und lustig. Nur Roland, der durch Schiksalsschläge gewalttätig und emotional zurückgezogen ist, passt nicht ganz in diese heile Kömodienwelt. Leider ist der  Wechsel zwischen seiner Frustration und der seichten Gefühlsduselei der anderen, zwar mutig von Verhoeven, verwirrt den Zuschauer aber mehr, als dass es ihn zum Nachdenken anregen würde.

Spielort der Komödie ist Berlin, und jeder der einen positiven Bezug zur Hauptstadt hat, wird sich immer wieder über die verschiedenen Schauplätze freuen. Auch die Musik, welche stark an den Soundtrack von “Keinohrhasen” erinnert, passt sehr gut zum Geschehen.

Fazit: Unterhaltsam, aber kein Muss

Männerherzen ist ein unterhaltsamer Film mit tollen Schauspielern. Die Gags sind nicht die Neusten, aber durchaus intelligent eingebaut. Wer also gern Komödien wie „Keinohrhasen“ oder „Barfuß“ sieht, dem wird „Männerherzen“ auch gefallen. Für alle anderen gilt: Gesehen haben muss man ihn nicht. Aber in der kalten Jahreszeit trägt er bestimmt zu einem netten Abend bei.

Bilder:

Warner Brothers – Website des Films

Autorentagung „Junge Literatur in Europa“ im IBZ

Geschrieben von | Veröffentlicht am 21. Oktober 2009 um 19:00 Uhr

Vom 23 bis 25 Oktober 2009 findet im Internationalen Begenungszentrum der Universität Greifswald die Autorentagung „Junge Literatur in Europa“ statt. Hierbei werden Texte von Autorinnen und Autoren aus deutschsprachigen Ländern, deutsch schreibende Schriftsteller ausländischer Herkunft sowie Autorinnen und Autoren aus den Anrainerstaaten der Ostsee zu Wort und Schrift kommen.

buch_autor-220x350-Louisa_Manz_jugendfotos_deModeriert wird die Verananstaltung von Literaturwissenschaftlern der verschiedenen Institute, Lektoren und Autoren. Der Eintritt ist frei. Das Programm der Tagung findet ihr hier als PDF.

Veranstalter ist die Hans-Werner Richter-Stiftung und der Lehrstuhl für Fennistik. Neben der thematischen Ausrichtung auf Europa soll der diskursive Charakter der Tagung in der Tradition der berühmten „ Gruppe 47“ stehen. Damit ist zum einen sicherlich die Möglichkeit gemeint, noch unbekannten Jungautoren eine Plattform zu geben. Ob es darüber hinaus auch zu einer fruchtbaren, bloße Literaturkritik überschreitende Diskussion kommen wird bleibt abzuwarten.

Besondere Aufmerksamkeit dürften in diesem Jahr sowohl Verena Roßbacher mit der Lesung aus ihrem fulminanten Debüt „Verlangen nach Drachen“ als auch der in Greifswald geborene Volker H. Altwasser mit seinem historischen Roman „Letzte Haut“ auf sich ziehen.

Bild:

Louisa Manz via jugendfotos.de

“klein stadt GROSS” – Konzerte und Ausstellungen auch in dieser Woche

Geschrieben von | Veröffentlicht am 20. Oktober 2009 um 10:19 Uhr

Seit nunmehr einer Woche ist der Greifswalder Sampler „klein stadt GROSS – Schampus gibt´s woanders!“ draußen und wurde durch zahlreiche Konzerte und Ausstellungen vorgestellt. Doch damit nicht genug: Ab dem heutigen Dienstag, dem 20. Oktober, läuft die zweite „Releasewoche“ an, die ebenfalls Abwechslung verspricht.

R!O läuten die 2. Woche ein

r_o_veranstalter-200

R!O

Den Auftakt machen unter anderem R!O mit politischen Punk am Dienstag im Platten- und Veranstaltungsladen Vinylcafé. Dazu gibt es Filme von Künstlern, die am Album mitwirkten. Anschließend lädt das „klein stadt GROSS All- und Non-Stars-Team“ zum Tanzen.

Am Mittwoch kann im Klex weitergetanzt werden. Dort spielen Naked Neighbours On TV (Indierock), Pazifika (Indie und Stonerrock), sowie Kein Plan (Skatepunk). Danach gibt es Musik vom Knäcke Kollektief.

Den Höhepunkt der zweiten „Releasewoche“ gibt es am Freitag, dem 23. Oktober. Dann treten drei durchaus namhafte Bands im IKuWo auf: Saik spielen HipHop, Mexicola (Stonerrock) geben sich die Ehre und die Ska-Band KRACH tritt auf. Den Abend krönen dann abschließend die DJs Papa Joe und Rungsta.

Großer Andrang auch bei den Ausstellungen

naked_neighbours_veranstalter-250

Pazifika

Neben den 18 Bands gehören zum „klein stadt GROSS“-Projekt weiterhin neun Künstler, die ihre Werke in verschiedenen Ausstellungen präsentieren. Am Sonnabend besuchten etwa 350 Gäste die Vernissage zur „Alle in ´ner Halle“, die Ausstellung in der Bahnhofstraße 44/45 läuft noch bis zum 28. Oktober.

Alle Termine und weitere Infos zum Sampler gibt’s hier: http://www.myspace.com/kleinstadtgross oder auf der Projekt-Homepage.

Bilder: Veranstalter

Schillers “Die Räuber” im Theater Vorpommern: Flammen, Schüsse und Dramatik

Geschrieben von | Veröffentlicht am 18. Oktober 2009 um 20:13 Uhr

Gestern feierte Friedrich Schillers erstes Theaterstück “Die Räuber” im Theater Vorpommern Premiere und es gab viel loderndes Feuer, knallende Pistolen und dramatische Darbietungen. Zum 250. Geburtstag von Friedrich Schiller inszeniert Matthias Nagatis das 1782 uraufgeführte Stück über Freiheit und Individualität. Schon vor knapp 228 Jahren löste das Stück Begeisterungsstürme aus und auch die gestrige Premiere veranlasste das Publikum zu minutenlangem Beifall und über zwanzig Verbeugungsrunden der Schauspieler.

v.l.n.r. Christian Gaul, Kay Behrens, Christian Holm, Markus Voigt und Grian Duesberg

So sehen heutzutage Räuber aus (v.l.n.r. Christian Gaul, Kay Behrens, Christian Holm, Markus Voigt und Grian Duesberg)

Die meisten Studenten werden Friedrich Schiller in der Schulzeit begegnet sein, sei es mit Dramen wie “Kabale und Liebe” und “Wilhelm Tell” oder Lyrischem wie “Der Taucher” und “Das Lied von der Glocke“. Womöglich sind diese Erinnerungen nicht unbedingt positiver Natur, doch als Student hat man diese Zeit zum Glück hinter sich gelassen und kann nun die Gelegenheit nutzen, von sich aus die berühmten Stücke kennenzulernen. Eine hervorragende Möglichkeit dazu bietet die Inszenierung am Theater Vorpommern um den Konflikt der zwei Brüder Karl und Franz Moor. Die beiden rebellieren gegen den Vater und gesellschaftliche Zwänge und zeigen dabei, dass der Zweck nicht immer die Mittel heiligt, sondern ein tragisches Ende heraufbeschwören kann.

Franz Moor und Amalia (Lukas Goldbach und Anja Taschenberg)

Franz Moor und Amalia (Lukas Goldbach und Anja Taschenberg)

Räuberhauptmann Karl Moor (Hannes Rittig)

Räuberhauptmann Karl Moor (Hannes Rittig)

———-
Wer mehr über den Inhalt und Interpretation wissen möchte, sei auf die Links verwiesen oder gehe einfach in eine der nächsten Vorstellungen – es lohnt sich!

Vater und Sohn (Jörg F. Krüger und Lukas Goldbach)

Vater und Sohn (Jörg F. Krüger und Lukas Goldbach)

Greifswald:
25. Oktober (16:00 Uhr)
6. November (19:30 Uhr)
Putbus:
23. Oktober (19:30 Uhr)
22. November (17:00 Uhr)
Stralsund:
31. Oktober (19:30 Uhr)
8. November (16:00 Uhr)
14. November (19:30 Uhr)

Links:
Die Räuber beim Theater Vorpommern
Die Räuber bei Wikipedia
Die Räuber bei Wikisource (kompletter Text des Erstdrucks 1781)

Fotos: Vincent Leifer