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Unileitung macht aus GrIStuF e.V. eine Karawane

Geschrieben von | Veröffentlicht am 17. April 2011 um 23:58 Uhr
Letzter Sitz des GrIStuF e.V. in der Wollweberstraße 4

Letzter Sitz des GrIStuF e.V. in der Wollweberstraße 4

Ein Beitrag von Monika Tauber, Mitglied des GrIStuF e.V.

„Kette bilden!“ – eine Aufforderung, der inzwischen alle GrIStuF-Mitglieder im Schlaf nachkommen können. Immerhin gehört Umziehen mittlerweile mit zu den Hauptaufgaben des Vereins, neben der Organisation des Greifswalder internationalen Studierendenfestivals (GrIStuF), der Fête de la Musique, diversen Filmabenden oder des Running Dinners. Vor die Tore der Stadt, genauer gesagt in die Makarenkostraße, soll diesmal der Umzugswagen rollen, nachdem GrIStuF bereits in der Kapaunenstaße, der Stralsunder Straße und der Wollweberstraße seine Zelte aufgeschlagen hatte. Seit Januar dieses Jahres hat der Verein sein Lager im Dachgeschoss der alten Kinderklinik in der Soldmannstraße 15 eingerichtet.

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Mehrere Kandidaten für den AStA-Vorsitz

Geschrieben von | Veröffentlicht am 1. April 2011 um 01:58 Uhr

Ein investigatives Recherchestück von Gabriel Kords und Carsten Schönebeck

In diesen Tagen startet nicht nur das Sommersemester sondern auch eine neue Legislatur von Greifswalds beliebtester Soap. Das neue Studierendenparlament tritt am 12. April zusammen.

Der damalige StuPa-Präsident Korbinian Geiger bei der Wahl im Sommer 2010

Alt-StuPa-Präsident Korbinian Geiger bei der Wahl 2010

Die wohl vornehmste Aufgaben des Gremiums ist die Wahl der bzw. des AStA-Vorsitzenden. Das die derzeitige Amtsinhaberin Daniela Gleich nicht für eine zweite Amtszeit zur Verfügung steht, gilt als offenes Geheimnis. Grund genug für den webMoritz, über die Neubesetzung dieses höchsten Amtes der Studierendenschaft zu spekulieren investigativ zu recherchieren.

Wahlberechtigt für die Wahl des AStA-Voristzes sind alle Mitglieder des Studierendenparlaments, die sich traditionsgemäß zu diesem Zweck unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Hauptgebäude der Universität, im Volksmund auch “Affenkäfig” genannt, versammeln. Das etwas angestaubte Ritual wird vom Vorsitzenden des Kollegiums, dem sogenannten „StuPa-Präsidenten“ geleitet. Wichtiger Bestandteil der Zusammenkunft ist das „inkompetente Durcheinandergerede“, das nach jahrhundertealtem Ritus abläuft. Nach erfolgreicher Wahl verbrennen die StuPisten die eigene Satzung und tanzen im Kreis um das Feuer. Der aufsteigende Rauch ist auch Zeichen für die auf dem Rubenowplatz versammelte Studierendenschaft, dass ein neuer Anführer gewählt wurde.

Heißer Kandidat: Sebastian Ratjen, hier beim Schmusen mit Ernst Moritz Arndt.

Ein “heißer” Kandidat für das begehrte Amt ist der Greifswalder FDP-Guru Sebastian Ratjen. Der Vollblut-Politiker wird bei den nächsten Wahlen im September aus dem Landtag ausscheiden, denn er versucht es gar nicht erst nochmal. Schon im Mai hatte er dem webMoritz im Interview verraten, ihm sei es im Landtag zu anstrengend. Anschließend wird man Ratjen erneut als Kommilitonen an der Greifswalder Universität begrüßen dürfen, weil seine Zahnmedizin-Zulassung inzwischen futsch ist: Er hat während seiner Zeit als Abgeordneter nicht oft genug praktiziert. Um seine Wahl zu sichern soll er bereits das gesamte StuPa mit Zahnbürsten bestochen haben. Dennoch gibt es Unmut bei den konservativen Abgeordneten: Nach wiederholten Spekulationen um Ratjens Unterhosen-Marke geht das Gerücht, er trage gar keine.

Eine der wenigen weiblichen Kandidatinnen, die nach webMoritz-Informationen in Frage kommt, ist die ehemalige EKD-Vorsitzende Margot Käßmann.  Käßmann wird zugetraut, frischen Wind in das Amt zu bringen, indem sie ein Ende mit der andauernden politischen Selbstüberschätzung macht. Stattdessen könnte es künftig wieder mehr AStA-Partys geben. Die Studentenclubs, die von der Wahl der volksnahen Theologin wohl am stärksten profitieren würden, versuchen derzeit, die Kandidatin mit einer clubübergreifenden Flatrate zu locken. Käßmann erklärte gegenüber dem webMoritz, dass die Fahrradstadt Greifswald durchaus einen Reiz für sie habe: „Da kann man nachts das Auto auch mal stehen lassen.“ Konkrete Pläne für die Hochschulpolitik äußerte sie nicht, bemerkte aber zum Status Quo: „Nichts ist gut in Greifswald.“

Ein stets genannter Name in allen Zusammenhängen Greifswalder Hochschulpolitik ist der von Sebastian Jabbusch. Gerüchten zufolge könnte der ehemalige Piratenkapitän von MV aus seinem Exil in Berlin zurückkehren, „wenn die Bedingungen stimmen.“ Erst kürzlich gab er in einem Interview mit dem Greifswalder Boten zu Protokoll, dass seine „politische Mission“ in Greifswald noch nicht erfüllt sei. Ob „Jabba“ jedoch noch genügend Rückhalt in seiner Anhängerschaft hat, seit er mit einem Pullover der Marke „Ernst Moritz Arndt“ gesichtet wurde, ist fraglich. Fundstücke aus dem Internet belegen jedoch erste Vorbereitungen auf eine umfassende Social-Media-Kampagne, die seine Kandidatur unterstützen soll.

Jabbusch (rechts im Bild) war zuletzt als Hutte auf Tatooine tätig. Im Exil hat er ein bisschen zugelegt.

CDU-Wonneproppen Stefan Mappus ist ein weiterer Kandidat, der für die Nachfolge im AStA in Frage kommt. Mappus macht im Gegensatz zu den meisten anderen keinen Hehl aus seinen Ambitionen. So liegt dem webMoritz seit Sonntagabend eine umfassende Bewerbung des gemütlichen Badeners vor. Unter dem Schlagwort „Greifswald 21“ will sich Mappus unter anderem für die umstrittene Diagonalquerung an der Europakreuzung einsetzen. Die Forderung nach Anschaffung von Schlagstöcken für AStA-Referenten sowie zweier Wasserwerfer lässt auf neue Konzepte schließen, um die Studenten zur Teilnahme an den Vollversammlungen zu motivieren.

Er kann’s nicht lassen: Auch Dauerstudent Thomas Schattschneider will noch einmal ran. Er bekleidete das Amt mehrfach, zuletzt vor einigen Jahren.  Dem Lateinstudenten im 1110. Semester werden exzellente Kontakte zu allen wichtigen Persönlichkeiten der Uni nachgesagt, außerdem gilt er als Intimus von Uni-Gründer Heinrich Rubenow. Um seine Kandidatur zu untermauern, hat der Polit-Profi mit einer Expertengruppe ein 200-seitiges “Positionspapier” erarbeitet, in dem allerdings auch nichts steht, was man nicht schon wüsste. Die Presse darf aber ohnehin noch nicht darüber berichten.

Schattschneider 1456 bei der Gründung der Universität, rechts im Bild Heinrich Rubenow

Schattschneider 1456 bei der Gründung der Universität, rechts im Bild Heinrich Rubenow

Für einen Neuanfang in der studentischen Selbstverwaltung steht Erika Steinbach. Die CDU-Politikerin sucht dringend nach einem neuen Betätigungsfeld und ist dem Hörensagen nach sehr interessiert daran, mit einem Arbeitsplatz in Mecklenburg-Pommern wieder tiefer nach Mitteldeutschland vorzudringen. Der blonden Furie werden große Sympathien für Ernst Moritz Arndt nachgesagt, dessen Vertreibung aus der Uni sie unbedingt verhindern will. Falls ihr das nicht gelingt will sie ein Zentrum für vertriebene Namenspatrone einrichten. Außerdem hat sie noch ein ganz persönliches Motiv: Sie will die Mobilmachung der polnischen Armee aus nächster Nähe betrachten können.

Immer für ein Späßchen zu haben: Den alten Arndt stürzt nichts vom Sockel.

Wie Steinbach aus eher konservativen Kreisen stammend, könnte auch das Pommersche Urgestein Ernst Moritz Arndt künftig die Geschicke des Allgemeinen Studierendenauschusses lenken. Arndt gilt als Identifikationsfigur zwischen der Stadt Greifswald und ihrer Universität und ihm wird enormer Einfluss in die Uni-Leitung nachgesagt. So ist kein Fall bekannt, in dem das Rektorat seinen politischen Thesen widersprochen hätte. Gegen eine Kandidatur des Rüganers spricht jedoch eine Abstimmung 2010, bei der er von der Mehheit der Studenten als Namenspatron wiedergewählt wurde. Eine Ämterdopplung käme wohl nur in Frage, wenn sich das StuPa auf eine Doppelspitze mit Arndts altem Freund Jabbusch (s.o.) einließe. Beide hatten in den letzten Jahren mit gemeinsamen Aktionen bundesweite Bekanntheit erreicht.

Brüderle bei seiner Wahl zur Weinkönigin 1943.

Nach neuen politischen Aufgaben sucht angeblich auch FDP-Opa Rainer Brüderle. Der Pfälzer machte zuletzt besonders durch seine klaren Ansagen rund um die hiesige Hochschulpolitik auf sich aufmerksam. Aus dem Protokoll eines vertraulichen Gesprächs mit webMoritz-Redakteuren geht hervor, dass Brüderle den Erhalt der Lehramtsausbildung in Greifswald für “völlig irrational” und “ein Wahlkampfmanöver” hält. Gegen Brüderles Kanddiatur spricht allerdings der mangelnde Weinbau in Vorpommern. Dass das StuPa trotzdem eine angemessene Versorgung im AStA-Büro sicherstellen kann, ist finanziell wie logistisch kaum vorstellbar.

Der Greifswalder FDP-Hochschulpolitiker Patrick Kaatz gilt zwar als völlig chancenlos, aber das hat ihn ja noch nie von irgendwas abgehalten. Kaatz brachte im Umfeld seiner Kandidatur zahlreiche alte neue Ideen ein. So will er unter anderem regelmäßig Dosenwerfen im AStA spielen. Gegen die allgemeine Trägheit des StuPa soll der Einsatz von Paintball-Waffen helfen. Problematisch ist allerdings, dass Kaatz eigentlich nach Höherem strebt. Wegen der aktuellen Führungskrise der FDP könnte ihm das gelingen: Es ist nicht auszuschließen, dass Kaatz auch ohne den mit dem AStA-Vorsitz verbundenen Karriereschub sofort in die FDP-Spitze aufrückt und Dr. Guido Westerwelle ablöst. Aber vielleicht will der dann ja nach Greifswald kommen.

Das Polit-Sternchen Joachim Gauck ist der Überraschungskandidat dieser Wahlen: Er wurde im letzten Moment und völlig überraschend von den Jusos und den Aktiven Humanisten ins Spiel gebracht. Der Ex-Bürgerrechtler will alle Akten der Uni neu sortieren, “auch die ganz geheimen.” Programmatisch schwurbelt er eigentlich nur ein paar absurde Theorien über mehr studentische Beteiligung zusammen, aber das macht nichts, weil ihm alle gern zuhören. Problematisch könnte allerdings sein, dass er dem Vernehmen nach darauf besteht, den AStA in “Gauck-Behörde” umzubenennen.

Bevor der StuPa-Präsident der wartenden Studierendenschaft die ersehnte Floskel “Habemus Astam” verkünden kann, kommt also eine schwere Wahl auf die Stupisten zu. Wie der Wahlkampf weitergeht und ob am Ende doch ein überraschender elfter Kandidat das Rennen macht, erfahrt ihr zeitnah auf dem Fleischervorstadtblog.

Bilder:

Kardinal Gavalin, Weinkönigin – wikimedia

Jabba the Hut – San Diego Shooter via flickr

Sebastian Ratjen – Gabriel Kords

Jahrhundertfest (Schattschneider) – privat (keine CC-Lizenz)

Arndt/Rubenow-Denkmal – Ulrich Kötter

In eigener Sache: Triff die moritz-Medien in der Ersti-Woche!

Geschrieben von | Veröffentlicht am 30. März 2011 um 13:57 Uhr

Wie arbeiten die moritz-Medien, kann ich da eigentlich mitmachen und wer steckt hinter der TV-, Magazin- und Webredaktion? Diese und weitere Fragen beantworten die Mitglieder der studentischen Medien gerne. Dazu gibt es einige Gelegenheiten während der Ersti-Woche: Beim Markt der Möglichkeiten und beim Mediencafé zum Beispiel. Am Donnerstag stellen sich auf dem Markt  die drei Redaktionen von 16 bis 18 Uhr im Mensafoyer vor und beantworten gestellte Fragen.

Der Flyer zum Mediencafé verspricht Kuchen, so lange der Vorrat reicht.

Am Sonnabend, dem 2. April, laden die moritz-Medien dann zum Mediencafé in ihren neuen Räumlichkeiten in der Alten Augenklinik, Rubenowstraße 2, ein. Interessierte müssen zwar einige Stufen erklimmen, dafür gibt es aber Kaffee und Kuchen ab 10 Uhr. Außerdem sind wieder Redaktionsmitglieder von TV, dem Magazin und vom webMoritz vor Ort, um euch Fragen zu beantworten und zu zeigen, wie sie arbeiten. Dabei sind nicht nur Erstsemester herzlich willkommen, jeder kann bei uns vorbeigucken und mitmachen!

Wer vielleicht zur Erstsemesterwoche noch nicht wieder in Greifswald ist, aber sich dennoch bei den moritz-Medien einbringen möchte: Kein Problem! Wir nehmen immer gerne neue Mitglieder auf. Kommt einfach zu unseren Redaktionssitzungen, die ab der Vorlesungszeit wieder wöchentlich abgehalten werden. Die webMoritz-Redaktion trifft sich jeden Montag, das moritz Magazin hält seine Redaktionssitzung am Dienstag und moritz TV am Mittwoch. Jeweils um 20 Uhr beginnen diese in der Rubenowstraße 2.

Flyer: moritz-Medien

Live-Übertragung der Landtagswahlen

Geschrieben von | Veröffentlicht am 17. März 2011 um 12:13 Uhr

Anlässlich der bevorstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt (20. März), Rheinland-Pfalz und Baden-Würtemberg (beide 27. März) lädt der AStA an beiden Sonntagen alle Studierenden und Interessenten jeweils ab 17 Uhr ins Campo Allegre, Lange Straße 8, ein. Dort kann dem jeweiligen Wahlergebnis entgegen gefiebert werden. Wahlsiege können gefeiert und Wahlniederlagen analysiert werden.

SPD dürfte in Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt an der Regierung bleiben

In Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und Baden-Würtemberg haben am 20. bzw. 27. März die Wähler das Wort.

In Sachsen-Anhalt tritt Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU) nicht mehr an. So entscheidet sich dann das Rennen zwischen Reiner Hasselhoff (CDU) und Jens Bullerjahn(SPD) und Wulf Gallert (Die Linke.). Aktuelle Umfragen sehen die CDU bei über 30 Prozent, SPD und Linkspartei mit ihrem Spitzenkandidaten bei jeweils etwa 25 Prozent. In neun von elf durchgeführten Umfragen lag die Partei Die Linke. zum Teil bis zu neun Prozentpunkte vor der SPD. FDP und Grüne müssen ebenso wie die NPD um den Einzug in den Landtag zittern, während die CDU allen Umfragen zu Folge stärkste Partei werden wird.

Die SPD wird wohl weiterhin an der Regierung beteiligt sein. Je nachdem, ob die Linkspartei stärker wird als die Sozialdemokraten, kann es im Anschluss ein rot-rotes Bündnis oder eine Fortsetzung der Großen Koalition geben. Spitzenkandidat Jens Bullerjahn (SPD) kündigte an, keine Regierungskoalition mit der Partei Die Linke. eingehen zu wollen, solange jene Partei mehr Stimmen bei der Landtagswahl erhält, als die SPD. Da im Falle eines Einzuges der Grünen der Stimmenanteil aller Voraussicht nach nicht für eine Rot-Grüne Mehrheit reichen würde, wäre eine Fortsetzung der großen Koalition am wahrscheinlichsten.

Auch in Rheinland-Pfalz dürfte die SPD mit einer Fortsetzung als Regierungspartei rechnen. Deutschland dienstältester Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) tritt gegen Julia Klöckler (CDU) an und liegt in den Umfragen vorne. Für eine Verteidigung der absoluten Mehrheit wird es für die SPD nicht reichen, aber Rot-Grün (ca. 50 Prozent), hat eine deutliche Mehrheit vor Schwarz-Gelb (ca. 40 Prozent). Ob die FDP wie auch die Linkspartei in den Landtag kommen, wird knapp, denn beide liegen um die Fünfprozenthürde herum.

Knappes Rennen in Baden-Würtemberg erwartet

Während in Rheinland-Pfalz die Lage klar zu sein scheint, wird es in Baden-Würtemberg spannend. Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) will die schwarz-gelbe Koalition fortsetzen. Die Umfragen sagen ein knappes Rennen voraus: Die CDU liegt um die 40 Prozent, die SPD mit Nils Schmid über 20, die Grünen (Winfried Kretschmann) um 20 Prozent und die FDP über fünf Prozent. Die Linkspartei liegt in den meistern Umfragen unter der Fünfprozenthürde, könnte aber doch in den Landtag einziehen. Folglich ist erst einmal spannend, ob Schwarz-Gelb oder Rot-Grün vorne liegen und ob sie eine eigene Mehrheit haben werden.

Im Flyer des AStA heißt es: “Kuschelwahlkampf, Stuttgart 21 und„König Kurt“…

Noch beherrschen die Schlagzeilen zu drei Landtagswahlen in Deutschland die Inlandspresse nicht. Dabei folgen derer im innenpolitischen„Superwahljahr“ 2011 nach Hamburggleich drei.

Zwar überschatten bisher die Vorgänge inM erkels Kabinett und im Nahen Osten fast alle mediale Aufmerksamkeit den Wahlen  gegenüber – dabei wird aber oft auch die bundesdeutsche Relevanz solcher weit entfernt wirkenden Wahlen vergessen:

Es geht nicht nur um ein Barometer für diekommenden Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern, sondern genauso um Sitze im Bundesrat und der Bundesversammlung.

Und wer von uns kann letztendlich ausschließen, nicht schon vor Ende der kommenden Legislaturen im betreffenden Bundesland zu studieren oder zu arbeiten?

Schließlich gibt es in jedem der drei Länder eine vielzahl an Universitäten und Arbeitsstellen….was könnte dabei also besser sein als sich die Ausgänge der Wahlen bei ein oder zwei Drinks im überparteilichen Kreise live anzusehen, zu analysieren, mit zufiebern, zu feiernoder vielleicht auch das ein oder andere Mal den Verlierern zu zuprosten?

Daher möchte euch der AStA herzlich einladen.Getränke und Knabbereien wird es vor Ort geben, einer Anmeldung bedarf es natürlich nicht.Wir würden uns freuen, möglichst viele von euch begrüßen zu dürfen!

Euer AStA

P.S.: Bildet Banden, bringt Bekannte mit!”

 

Fotos: Archiv, Wahlzettel ausfüllen: sebastian2 via jugendfotos.de, Wahlliste: ridcully via flickr

Fukushima-Katastrophe bringt Bundesregierung in Zugzwang

Geschrieben von | Veröffentlicht am 16. März 2011 um 15:24 Uhr

Kinder gedenken mit Kerzen den Opfern der Fukushima-Katastrophe.

“Fukushima ist überall” war das Motto von bundesweit über 450 Mahnwachen und spontanen Versammlungen, zu denen Vertreter der Anti-Atom-Bewegung aufgerufen hatten. Auch in Greifswald fand eine Mahnwache unter diesem Motto statt. Zwischen 150 und 200 Teilnehmer versammelten sich auf dem Marktplatz und gedachten “eine Minute, nicht in Trauer, sondern in Liebe” den Opfern der mit dem Erdbeben in Japan einhergehenden Zerstörungen im Kernkraftwerk in Fukushima.

Explosionen und Brände im Kraftwerk

Nach Angaben der ARD fanden in drei von sechs Reaktoren des Kernkraftwerkes in Fukushima Explosionen statt, die jüngste ereignete sich am 15. März im Block zwei. In allen von Explosionen betroffenen Reaktorblöcken wird eine Kernschmelze befürchtet. Wie die Nachrichtenagentur dapd berichtet, liegen in den betroffenen Einheiten die Kernbrennstäbe zum Teil frei, in Reaktor 1 sind 70 Prozent der Brennstäbe beschädigt. Sebastian Pflugbeil, Präsident der Gesellschaft für Strahlenschutz teilte in der Tagesschau mit, dass von einer Kernschmelze ausgegangen werden müsse. Die zuletzt 50 verbliebenen Techniker haben inzwischen das Kraftwerk aus Sicherheitsgründen verlassen.

Während Bundeskanzlerin Angela Merkel vor zwei Tagen noch vor “Panikmache” warnte und zu beschwichtigen versuchte, reagiert sie mittlerweile auf die jüngsten Mahnungen und Proteste der Anti-Atom-Bewegung. Auf einer Pressekonferenz sagte die Bundeskanzlerin, dass die Regierung “angesichts der Lage eine Sicherheitsüberprüfung aller Kernkraftwerke” durchführen wolle. “Und zwar dergestalt, dass die Kernkraftwerke, die vor 1980 in Betrieb gegangen sind, für die Zeit des Moratoriums außer Betrieb sind”, so Merkel weiter. Zudem wolle man das Moratorium nutzen, die Energiewende zu beschleunigen. Außenminister Guido Westerwelle wollte bis vor einigen Tagen eine Abschaltung der ältesten Deutschen Reaktoren Biblis A und B nicht ausschließen.

“Bundesregierung spielt auf Zeit”

Florian Geyder

Florian Geyder von der Grünen Hochschulgruppe Greifswalds begegnet den Äußerungen der Bundesregierung mit Skepsis. “Die Regierungsparteien spielen mit dem Moratorium nur auf Zeit und wollen sich damit über die Landtagswahlen retten. Wenn Sicherheit oberste Priorität hätte, wie es Angela Merkel sagt, dann würden die Kernkraftwerke nicht mehr am Netz sein”, meinte Geyder gegenüber dem webMoritz.

“Sie müssen handeln, werden aber nur minimal einlenken, um Luft raus zu nehmen”, bewertet der Hochschulpolitiker das Verhalten der Bundesregierung. “Mit dieser Regierung wird es keine großen Veränderungen in diesem Bereich geben”, erklärte Geyder abschließend.

Merkel will Frage der Endlagerung erneut diskutieren

Zudem wolle die Regierung, so Merkel, im Rahmen des Moratoriums auch die Frage der Endlagerung neu diskutieren. Bereits im Dezember vergangenen Jahres sowie im Februar demonstrierten in Greifswald, Lubmin und Umgebung mehrere hundert Menschen gegen die Einlagerung von Castoren im Zwischenlager Lubmin. Als Grund wurden Sicherheitsbedenken sowie eine Befürwortung des Ausstiegs aus der Atomenergie genannt. In einem im Februar mit Stefanie Lemke (Bundesgeschäftsführerin von Bündnis 90/ Die Grünen) geführtem Interview erklärte sie: “Was wir brauchen ist eine ehrliche und offene Suche nach einem Endlager, dass allein wird schon schwierig genug. Vielleicht muss man auch noch hinterfragen, ob der Begriff Endlager überhaupt verwendbar oder nutzbar ist, weil keine Bundesregierung und keine Partei, keine öffentliche Institution wirklich Verantwortung dafür übernehmen kann, dass dieser Müll für Millionen von Jahren sicher gelagert werden kann. Von daher muss man generell eher sagen, dass der Müll eher zwischengelagert wird.”

Endgültige Abschaltung der Atommeiler gefordert

Jochen Stay vom Aktionsbündnis .ausgestrahlt-Gemeinsam gegen Atomenergie hält die dreimonatige Pause in einer Pressemitteilung für Wählertäuschung.  “Wir verlangen von der Bundesregierung noch vor den Landtagswahlen die endgültige Stilllegung der Atomkraftwerke. Alles andere ist unglaubwürdig. Angesichts der Ereignisse in Japan ist es nicht nachvollziehbar, wieso nur sieben Reaktoren abgeschaltet werden. Auch die anderen Kraftwerke sind 25 bis 30 Jahre alt und nicht geschützt vor einer Kernschmelze”, erläutert der Pressesprecher der Kampagne. Zudem werden weitere Proteste für die sofortige Abschaltung von Atommeilern am 26. März in Köln, Hamburg und Berlin angekündigt.

Wie von Sara Schlühr, Mitorganisatorin der Mahnwache, zu erfahren war, soll eine weitere am kommenden Montag, den 21. März um 18 Uhr auf dem Marktplatz stattfinden. Sie hebt dem webMoritz gegenüber hervor, dass die Mahnwachen nicht benutzt werden sollten, “um die schrecklichen Ereignisse in Japan für die eigene Atompolitik zu instrumentalisieren. Die Mahnwachen sollten immer im Zeichen des Gedenkens an die Katastrophe stattfinden.” Damit widerspricht sie den Vorwürfen von Kritikern der Mahnwache, die im Kommentarbereich des webMoritz den Organisatoren Eigennutz unterstellten. Angesichts der derzeitigen Ereignisse in Japan soll nun jeden Montag eine Mahnwache auf dem Greifswalder Marktplatz stattfinden.

Fotos: Christine Fratzke (Kinder mit Kerzen), Florian Geyder (Florian Geyder), KEI/ ja.wikipedia (Kraftwerk Fukushima)

Wahlfreiheit: Ist eine Quote die Endlösung?

Geschrieben von | Veröffentlicht am 8. März 2011 um 13:24 Uhr

Ein Essay von Arik Platzek

 

„Die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät gehört in Sachen Frauenförderung zu den Spitzenreitern in Deutschland. An der Fakultät sind 18 Prozent aller Lehrstühle von Professorinnen besetzt.“ Darüber freute sich Mitte letzten Novembers Professor Klaus Fesser, Leiter dieses akademischen Aushängeschilds der Universität Greifswald. Schenkt man nun weiteren Quellen Glauben, wird unser Planet heute die 100. Sonnenumkreisung beenden, nachdem Menschen zum ersten Mal einen Frauentag zelebrierten. Geboren wurde diese Idee im Kampf um das politische Stimmrecht für Frauen. Heute ist dieses fast überall Realität. Gibt es jetzt Anlass für ein euphorisches Resümee?

Unendlich viel wurde gestritten um das Thema Gleichberechtigung und Gerechtigkeit aus geschlechtsspezifischer Perspektive. Fakten wurden unzählige Male zitiert und wieder bestritten, Studien und Statistiken erstellt und wieder verrissen, Theorien entworfen und erbittert bekämpft. Vergebens?

Was bleibt nun noch Hilfreiches zur Frage beizutragen, ob und wie der Kampf um ein faires und menschenwürdiges Verhältnis zwischen Männern und Frauen, Frauen und Staat oder Frauen und weiblicher Natur heute zur Pflicht gehört oder die Kür darstellt? Auf der Suche nach einem plausiblen Standpunkt habe ich noch gestern mit einer Sozialwissenschaftlerin mit solch fachlichem Schwerpunkt (liebevoll) über die Frage gestritten, was zum Kampf um die Rechte der Frauen heute zu sagen bleibt.

Brauchen wir eine Frauenquote?

Wäre die Quote die Rolltreppe in die Chefetagen?

Ist es wahr, dass in Deutschland mittlerweile eine sich verselbstständigte Gender-, Gleichstellungs- und Gleichberechtigungsindustrie in diesem Bereich von Politik und Gesellschaft gewachsen ist, wie einige meinen? Stimmt es, dass der Streit für die Rechte von Frauen bereits vergleichbar irrationale und unhaltbare Ansichten wegen fanatisierter und verklärter Standpunkte hervorbringt, wie sie ihrer Natur nach einst Ausgangspunkt von grotesk anmutenden Herabsetzungen für die längste Zeit Teil der Menschheitsgeschichte waren – freilich regelmäßig zum Nachteil von Frauen? Ist es wahr, dass es heute Zeit für eine Debatte über Männerdiskriminierung wegen eines ausufernden und irrationalen Gleichstellungswahns wird? Nicht wenige meinen das. Und nicht wenige sind Frauen.

Brauchen wir etwa eine „Frauenquote“ in unserer Gesellschaft oder enthält schon diese Idee eine Herabsetzung beider Geschlechter? Der Frauen, weil die Quote als Testament einer sonst nicht zu kompensierenden Unfähigkeit gesehen werden kann. Der Männer, weil sie als politischer Hebel im Kampf gegen die Konsequenzen eventueller Stärken wirken kann. Ist diese Quote einer offenen Gesellschaft aus mündigen und freien Bürgern würdig oder nicht? Und warum erhalten Frauen bei Wahlen nicht einfach das doppelte Stimmrecht zur Durchsetzung ihrer Interessen gegenüber ihren männlichen Konkurrenten?

Man kann jedenfalls mit Fug und Recht behaupten, dass eine freie Gesellschaft nicht auf der drastischen Maximierung gesetzlicher Regulierungen basieren sollte – was vermutlich die Folge einer solchen „Quote“ und notwendiger Justierungen nach Klagen von Männern vor den Gerichten des Landes wäre. Die Praxis einer offenen Vernunft unter Mitgliedern unserer zweifellos vernunftbegabten Spezies sollte mit möglichst wenig und möglichst einfachen Gesetzen auskommen können, um das gerechte und friedliche Miteinander zu klären. Wo hakt es, nachdem eine streitbare und streitende Marxistin vor so langer Zeit ihre Ideen in die Welt setzte?

Denn wohin man auf der Welt schaut: Fast überall – und auch in den vermeintlich aufgeklärten Gesellschaften Europas – scheint die Existenz von einem Penis als tragfähiges Indiz für die Chance auf gesellschaftlichen und persönlichen Erfolg und vor allem auf Führungspositionen gelten zu können. Auch in der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät in Greifswald. Warum? Aber sogar die dort arbeitenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden uns nicht endgültig abschließend die Frage beantworten können, welches Set unbestreitbarer Tatsachen und Qualitäten in der menschlichen Natur die vieldiskutierten Gleichberechtigungs- und Gleichstellungsprobleme letztlich hervorruft und am stärksten bestimmt.

Wo hat die Diskriminierung ihre Wurzeln?

Es gibt Institutionen, die an den Pranger gehören. Denn dort wird die scheinbar fehlende Emanzipation und Unfreiheit nicht unablässig problematisiert, sondern propagiert. Dort ist es, wo unsere Kultur auf Basis von rationaler Kritik nicht evolviert, sondern wo man sich gegen Kritik mit allen Mitteln immunisiert. Schauen wir nicht nach Schwerin oder Berlin. Denn im Herzen von Rom und Freiburg finden sich bemerkenswertere Ansprechpartner bei der Frage, wo Diskriminierung ihre Wurzeln haben könnte. Hier in Greifswald darf man die Frage stellen, wie sich das Phänomen des Katholizismus und ihrer Verfechter im Kampf um die Emanzipation von Frauen ausgewirkt hat und weiterhin auswirkt.

Der Blick auf die historischen Ursprünge spricht zunächst für sich. Weder Clara Zetkin noch die Mehrheit der Fürstreiter von Frauenrechten in der europäischen Geschichte zeigten sich als Anhänger des Papsttums und der damit verbundenen Ideen. Das Gegenteil ist der Fall.

Man sollte sich also die Frage stellen, welche Geistes- und Denkhaltungen von einer so einflussreichen Instanz gefördert oder auch bekämpft werden. Eine Instanz, welche die Chancen auf ihre zentralsten Ämter unmittelbar nach der Geburt eines Menschen und einem kurzen Blick auf primäre Geschlechtsmerkmale beurteilen kann. Benedikt XVI., Robert Zollitsch und ihre Mitstreiter schaffen so etwas. Finden wir also hier prägende Zusammenhänge oder lediglich bloße Scheinkorrelationen?

Verbot von Burka und Co?

Man muss sich nicht groß wundern, woher verklärte Ansichten und die Unmöglichkeit in der Bewältigung von „echten“ Gerechtigkeitsdefiziten rühren, wenn mitten im angeblich aufgeklärten Europa die Differenzierung von Chancen auf höchste Ämter mit Unterscheidung nach Geschlecht millionenfach Anhänger findet. Wo vehement die Ansicht verteidigt wird, das Frauenrecht auf praktizierte Liebe zu einem liebenswerten Mann muss an der Rolle als Seelsorger und Bibelausleger scheitern.

Dass in diesen Sphären etwas anderes möglich ist, bewies Margot Käßmann. Auch wenn ihre Verteidigung von seltsamen Theologien teilweise äußerst kurios wirkt, war sie Symbol einer irgendwie progressiven Alternative. Ein Symbol des Fortschritts und der Beweis, dass man die Dinge auch anders sehen kann. Anders machen kann. Und Käßmann, die Ikone, wurde nicht zuletzt durch ihren protestantischen Mut populär, unbequeme Feststellungen zu treffen. „Nichts ist gut in Afghanistan“, hat sie berühmt gemacht. Ihre scharfe Kritik an der Verklärung des westlichen Engagements beim gescheiterten Versuch, nicht nur Wahlfreiheit und Frauenrechte in diese ferne Gegend der Welt zu tragen, veränderte unsere Gesellschaft – ein wenig. Ein in Afghanistan auffindbares Phänomen bestimmte sogar hier im letzten Jahr für einige Wochen die mediale und politische Debatte. Wird in Deutschland ein Verbot gegenüber spezifischen Formen der Verhüllung von Frauenkörpern benötigt, so lautete die Frage. Anknüpfungspunkt war hier die Überzeugung oder vielleicht auch die Tatsache, dass Kleidungsstücke wie Burka, Nikab oder Kopftuch Symbole für die systematische Unterdrückung und Benachteiligung von Frauen wären.

Aber auch diese Forderung ist ebenso fragwürdig wie der Ruf nach einer Frauenquote. In einer aufgeklärten, freien und offenen Gesellschaft sollten Frauen das Recht haben, sich zu kleiden, wie sie es wollen und als sinnvoll erachten. Die Ursache über den bis heute in einige Kreise fortwirkenden Streit lag für manch engagierte Verteidiger der Frauenrechte woanders. Denn es bleibt unklar, ob Körperverhüllungen tatsächlich als Recht oder als Pflicht praktiziert werden. Stellt man sich nun die Frage nach der Emanzipation und Freiheit von Frauen, wird klar: Solange erheblich Zweifel daran bestehen, ob die Bedeckung ihrer Körper ein Ausdruck der Selbstbestimmung oder Entmündigung und Verpflichtung ist, ist ein wichtiges Ziel im Kampf um Freiheit, Wahlfreiheit und Frauenrechte nicht erreicht.

Klein anfangen statt Quotenkeule

Der Aspekt des Rechts auf „Wahlfreiheit“ müsste daher auch noch 100 Jahre nach dem ersten „Frauentag“ im Kampf um das Wahlrecht die Debatte bestimmen. Nicht nur beim erledigten Thema des politischen Stimmrechts, auch bei Fragen über die Freiheit zur Auswahl und Gestaltung weiterer Lebensperspektiven. Etwa, ernsthaft die Lehrtätigkeit an einer Universität anzustreben oder Führungspositionen inne zu haben – und dabei nicht die Familie, sein Seelenheil oder die Liebe opfern zu müssen. Das gilt daher auch bei Erörterung der Frage, ob der geringe Anteil von Hochschullehrerinnen in manchen Fächern ein ernstes Problem für eine aufgeklärte und ihrer Vernunftfähigkeit würdigen Menschheit ist oder nicht. Es könnte sich dabei sogar herausstellen, dass mehr als 20 Prozent in speziellen Disziplinen in diesem Stadium unserer Evolution nicht vernünftigerweise zu realisieren sind – das müsste zu akzeptieren sein, will man zwischen Wunschdenken und Wirklichkeit unterscheiden. Die Notwendigkeit, im Rahmen einer entsprechenden Klärung alle eindeutig irrationalen und unhaltbaren Meinungen zu kritisieren, besteht jedenfalls.

Streichen wir also doch zunächst die offenkundig überholten Ansichten aus einer ausufernden Debatte heraus und schauen dann weiter. Schauen wir hinter die Kulissen, wenn die Parteien im Bundestag oder Landesparlamenten über die „richtige“ Familien-, Sozialpolitik oder „beste“ Frauenförderung streiten. Und über das Recht auf Geburtenkontrolle oder die aktuell brisante Frage, unter welchen Umständen sich Frauen gegen eine vermeidbare Schwangerschaft mit wahrscheinlich schwerstbehinderten Nachkommen entscheiden dürfen.

Ein Ergebnis meiner Beobachtungen ist nun, dass die hiesige Menschheit und insbesondere ihre Frauen eher von etwas mehr als einem Internationalen Frauentag, wie von den Vereinten Nationen 1977 praktisch unverbindlich anerkannt, profitieren würde. Es wäre eine sanfte und simple Regelung. Fangen wir klein an, anstatt die Quotenkeule rauszuholen.

Vergebliche Suche nach verbindlichem Frauentag

Kein verbindlicher Feiertag - der Frauentag.

Es wird so wohl Zeit, für einen in unseren Landesgesetzen festgeschriebenen und deutlich „verbindlicheren“ Frauentag einzutreten. Als Zeichen der Ernsthaftigkeit, als Zeichen des Respekts und als Ausdruck unserer Prioritäten. Als garantierte Chance zur Reflexion oder zur Feier des Erreichten. Anstatt der „Quote“ und ihren unabsehbaren Konsequenzen.

Die Hamburger Politikerin und – amüsanterweise wiederrum – bekennende Sozialistin und „Linke“-Mitglied Kersten Artus geht hier seit einiger Zeit voran. Seit Jahren plädiert sie dafür, dass in der Hanse- und Universitätsstadt der Frauentag im Feiertagsgesetz verankert wird. Ein Argument ist die Tatsache, dass entsprechende Situationen in vielen Ländern der Welt bereits Realität sind. Frauentage sind dort offizielle Feiertage. Hier seltsamerweise nicht. Einen für die Mehrheit arbeitsfreien Tag, um sich jährlich und breitenwirksam der kritischen Reflexion oder Würdigung von Frauen in unserer Gesellschaft zu erinnern und diese Debatte so gesellschaftlich zu verankern, sucht man vergebens.

Dabei wäre das, folgt man den zahllosen Kommentaren zu den Bestimmungen im Grundgesetz, auch deren vornehmste Aufgabe und kulturelle Funktion zur Sinn- und Identitätsstiftung. In der Regel, bis auf die heutige Ausnahme, huschen diese „Frauentage“ aber überwiegend unbemerkt vorüber oder werden als kommerzialisiertes Symbol praktiziert. Als ein Schatten von Zivilisation und progressivem Denken.

Die Anhänger von Martin Luther brauchen sich bei diesem kritischen Plädoyer nun nicht fürchten, denn der Aufklärung durch Bibelübersetzungen und dem Wagemut zum Einsatz für fortschrittlichere Thesen kann man sicherlich auch in Zukunft einiges abgewinnen. Trotzdem sollte die Entwicklung hier nicht verharren, wenn das Bemühen um Gleichberechtigung und eine auf breiter Front verwirklichte Chance auf Wahlfreiheit für unsere Damen, die Nachwelt und unseren eigenen Anspruch auf intellektuelle Redlichkeit plausibel wirken soll.

Das Essay wurde für den webMoritz gekürzt. Den Beitrag in voller Länge findet ihr hier.
Fotos: Miriam Pastor, Fernando Luna, Mickey Rodriguez via flickr

Die Tage des webMoritz-Offline sind gezählt

Geschrieben von | Veröffentlicht am 14. Februar 2011 um 01:14 Uhr

Liebe Leser,

am 1. Februar musste der webMoritz aufgrund technischer Probleme vorübergehend vom Netz genommen werden. Nach einer umfassenden Problemsuche- und lösung haben wir ihn nun wieder neu gestartet.Unsere Problemsuche ergab, dass es Ende Oktober Unbekannten gelang, eine Sicherheitslücke in der damaligen webMoritz-Installation im Forum auszunutzen, und einen Spam-Mailer zu installieren. Ende Januar wurde der Spammailer dann aktiv und versendete bis Anfang Februar ungefähr 8.000 Spam-Mails unter der Adresse webmoritz@webmoritz.de. Der Angriff hing nicht mit Inhalten des webMoritz zusammen. Welcher Mechanismus innerhalb unserer Installation jedoch der Auslöser für die Aktivierung des Spam-Mailers war, ist bislang noch ungeklärt.

Im Laufe der vergangenen Woche wurden sämtliche Datenbanken des webMoritz überprüft. Die Überprüfung ergab, dass die Datenbanken nicht beschädigt wurden. Da wir bereits einen Serverumzug planten, entschieden wir uns, den webMoritz auf dem neuen Server neu zu installieren, wobei wir in diesem Zusammenhang die Sicherheitsvorkehrungen verschärft haben. Für unsere Leser und Redakteure entsteht dabei jedoch kein Nachteil beim Lesen, beziehungsweise Arbeiten mit dem webMoritz. Da das Forum in den vergangenen Jahren keine besondere Beachtung von unseren Nutzern fand, wurde beschlossen, bei der Neuinstallation auf das Forum zu verzichten.

Wir möchten uns an dieser Stelle für den Zwischenfall und die damit verbundenen Erschwernisse bei allen webMoritz-Nutzern sowie dem Serverbetreiber ausdrücklich entschuldigen.

Schmink-Köfferchen war doch keine Bombe

Geschrieben von | Veröffentlicht am 7. Februar 2011 um 16:40 Uhr

In Züssow wurde ein Zug wegen einer mutmaßlichen Kofferbombe für mehrere Stunden aufgehalten.

Auf dem Weg von Binz nach Frankfurt ist am Montag aus Sicherheitsgründen ein InterCity -Zug der Deutschen Bahn aufgrund einer mutmaßlichen Kofferbombe für mehrere Stunden aufgehalten worden. Die Kofferbombe wurde in einem herrenlosen Schminkkoffer vermutet. Der Zug wurde übereinstimenden Berichten zufolge im Bahnhof Züssow für nähere Untersuchungen angehalten. Wie die Ostsee-Zeitung berichtet, habe sich jedoch herausgestellt, dass es sich bei dem Gepäckstück nicht um eine Kofferbombe handelte, sondern um einen harmlosen Schminkkoffer. Um dies herauszufinden, hatten Spezialkräfte der Polizei den Koffer erst geröntgt und dann aufgeschossen.

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Bye bye Wollweber – Ein Porträt

Geschrieben von | Veröffentlicht am 22. Januar 2011 um 13:26 Uhr

Von Christine Fratzke und Marco Wagner

Es wird sich einiges ändern für die moritz-Medien. Nun verlassen wir unser altes Domizil in der Wollweberstraße 4 und ziehen in die Rubenowstraße 2. Wir verabschieden uns von unserem langjährigen zu Hause und blicken zurück.

Ein graues Gebäude, am Rand der Innenstadt. Der Putz an der Fassade bröckelt hier und da. Maulwürfe, die auf Raketen sitzen und lächeln. Am Eingang ein altes Schild: Schwangerschaftsberatungsstelle. Die massive Holztür quietscht, die Farbe wurde schon drei oder vier mal überstrichen und blättert ab.

Es folgt eine zweite, graue Flügeltür. Rechterhand erstrecken sich die Räume des GrIStuF-Vereines. Die verfügbaren Räume sind eigentlich viel zu klein für all die Möbel, technischen Geräte und was man sonst noch zu einem Festival braucht. Doch besser wenig Raum in einem charmanten Gebäude, als gar kein Raum. Beim Durchschreiten des Erdgeschosses lassen wir die Kellertür und die einer Abstellkammer hinter uns und gehen in den Garten. Zumindest war es mal einer. Die Tür wird von wild wuchernden Büschen umrankt. Links und Rechts der Wiese erstrecken sich die vermutlich Ende des 19. Jahrhunderts entstandenen Hinterhofgebäudes.

Polizei zu Gast in der Wollweberstraße

Verlassen stehen sie da und fallen so vor sich hin, liegen in einem ewigen Dornröschenschlaf. Dennoch, das Haus war, so lange es von GrIStuF und den Moritz-Medien benutzt wurde, keine graue Maus am Straßenrand. Es war alt, verfallen, lebendig und dadurch bunt und jung. Unzählige Partys fanden statt, die Polizei recht oft zu Gast in diesem Haus: “Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass es bereits nach 22 Uhr ist und Sie bitten, leiser zu sein.” Manchmal kam es auch vor, dass sich die Polizei fast schon entschuldigte, diese Worte sagen zu müssen. Scheinbar schlug sich der morbide Charme des Gebäudes mit dem geselligen Leben auch auf die Beamten nieder, erinnerte sie vielleicht auch an ihre eigene Studienzeit – wer weiß.

Doch zurück zum Flur des Hauses, schließlich wurden ja noch gar nicht das Obergeschoss in Betracht gezogen. Die hölzerne Treppe schlängelt sich laut knarzend, manchmal recht uneben nach oben. Sie hat auch schon einmal bessere Tage gesehen, ist mittlerweile leicht abschüssig.

Betritt man die Räumlichkeiten, fallen zuerst die alten flying moritz-Ausgaben auf, mit denen der kleine Flur tapeziert wurde. Es scheint eine alte Wohnung zu sein mit drei Räumen: einem Flur, einem Bad und einer Abstellkammer. Links befindet sich das Büro von moritzTV. Eine rote Couch auf der einen Seite, auf der schon viele Redakteure schliefen, wenn sie bis Nachts arbeiteten und am nächsten Morgen eine Vorlesung hatten. Auf der anderen Seite im Raum eine lange Tischplatte, auf denen Monitore stehen und Computertastaturen mit bunten Tasten. Die Kenner wissen: Die sind zum Schneiden der Beiträge wichtig.

Rechterhand befindet sich ein großer Raum, mit einer alten Couch, die ein wenig staubig, aber nach wie vor bequem ist, ein paar Stühle, manche von ihnen fallen bereits auseinander, die um mehrere zusammengestellte Tische herumstehen. Hier finden drei Mal die Woche Redaktionssitzungen statt: Themen werden besprochen, Beiträge ausgewertet, Aufgaben verteilt. Es wurde diskutiert, manchmal auch gestritten – meist konstruktiv. Im Winter ist dieser Raum aber auch häufig Treffpunkt für gemütliche Abende bei Lebkuchen, Keksen und Glühwein gewesen. Wie es in dem Redaktionsraum aussieht und wie dort gearbeitet wird, zeigt auch die neue Studentensitcom poritzTV.

Vögel verirrten sich im Haus

Daran schließt sich das nächste Büro an, in der die Redaktionen vom moritz Magazin und webMoritz arbeiten. Auch die Geschäftsführung der moritz Medien hat hier ihren Arbeitsplatz und kümmert sich um den finanziellen und wirtschaftlichen Betrieb. Insgesamt sind die Räume alle ziemlich staubig, das Parkett zertreten, die Wände rissig.

Ab und an verirrt sich ein Spatz oder eine Amsel in die Räume, wenn mal wieder ein Fenster weit offen stand. Panisch und ängstlich flattern die Vögelchen dann durch die Räume, jedes Fenster wird geöffnet, in der Hoffnung, er findet das Licht zur Freiheit wieder. Meistens haben sie dann wieder heraus gefunden. Und es schien uns zumindest für einen kurzen Moment, dass Sie uns dankbar waren, dass wir Sie wieder in ihre Freiheit verließen. Das war Sie, die Wollweberstraße vier. Ein Haus mit einer langen, wechselvollen Geschichte. Zuletzt alt, brüchig und von Studentinnen und Studenten am leben gehalten und gestaltet, dem Gebäude den Charme eines Hausbesetzer-Hauses der 60iger Jahre verliehen.

Ende Januar geht die Ära Wollweberstraße 4 zuende. Für den GrIStuF e.V. und die Moritz-Medien. Ganz freiwillig ist dieser Abschied nicht, hängen doch viele schöne Erinnerungen an diesem alten Gemäuer. Ab nächster Woche wird dann, zumindest was die moritz-Medien betrifft, in der Alten Augenklinik in der Rubenowstraße 2 weiter gearbeitet werden.

Fotos: Marco Wagner

GrIStuF 2012 – Die Planung beginnt jetzt!

Geschrieben von | Veröffentlicht am 9. Januar 2011 um 21:11 Uhr

Es ist Sommer, der Name GrIStuF erscheint auf den verschiedensten bunten Flyern und Plakaten, eine ungewohnte Ballung an abwechslungsreichen Veranstaltungen bestimmt täglich das Kulturprogramm Greifswalds und überall sind neue Grüppchen von Menschen verschiedenster Herkunft im Stadtbild zu entdecken.Flyer Vorbereitungswochenende

…Das klingt alles sehr nach dem Greifswald International Students Festival, was alle zwei Jahre stattfindet und die große weite Welt für über eine Woche nach Greifswald holt!
Sommer und GrIStuF 2012, das klingt beides sehr weit weg. Aber dennoch beginnen die ersten Planungen schon jetzt!

Und du kannst dabei sein! Vom 14. bis 16. Januar 2011 findet das erste Vorbereitungswochenende für das nächste Festival statt!

Willst du mithelfen, Greifswald bunter zu machen und ganz aktiv dabei sein, wenn Studierende aus der ganzen Welt nach Greifswald kommen, um sich kennen zu lernen, in Workshops zu diskutieren und auf Veranstaltungen verschiedenster Art auszutauschen?

Wir suchen jede Menge Leute, die Lust haben, ihre Ideen einzubringen, mit uns neue Konzepte zu diskutieren und aktiv an der Grundsteinlegung des GrIStuF 2012 mitzuwirken!

Das Programm für das Wochenende kannst du auf unserem Flyer oder unter www.students-festival.de nachlesen. Hier die Kurzform des Ablaufs: Am Freitagabend kannst du einfach mal vorbeischauen, was das GrIStuF eigentlich ist und wie die letzten Festivals waren. Am Samstag und Sonntag werden wir dann in großen und kleinen Gruppen Ideen spinnen, diskutieren und ein erstes Konzept erarbeiten. Für Verpflegung wird gegen einen kleinen Obolus gesorgt.

Sei dabei,wenn wir den Startschuss zum GrIStuF 2012 geben und verbringe ein nettes Wochenende mit dem GrIStuF-Team!
Damit wir etwas planen können,schreib einfach an info@gristuf.org, wenn du kommen willst!

Wir freuen uns auf dich!
Das GrIStuF-Team
www.students-festival.de

Flyer: GrIStuF