Alle Artikel von Sandro Teuber

Radverkehr: Stadt hat einiges vor

Geschrieben von | Veröffentlicht am 20. Januar 2010 um 01:41 Uhr

Bei einem Pressetermin informierte der Bau- und Umweltausschuss der Stadt Greifswald am Dienstag über die geplanten Maßnahmen eines Radverkehrsplanes im Rahmen des Klimaschutzkonzepts der Hansestadt. Hauptaugenmerk der Maßnahmen sei die Verbesserung der Infrastruktur des Radwegnetzes, sagte Gerhard Imhorst, Verkehrsplaner der Stadt. Die vorgestellten Maßnahmen sind aber vorerst nur Planungen, was davon umgesetzt wird, ist noch nicht entschieden.

In der Vergangenheit wurden bereits die Diagonalquerung der Europakreuzung und die Fahrradmagistrale vom Berthold-Beitz Platz über die Domstraße zum Bahnhof ins Gespräch gebracht. Ersteres soll möglichst noch in diesem Jahr umgesetzt werden.

Gerhard Imhorst und Karl Hildebrand stellen den Radverkehrsplan vor

Gerhard Imhorst und Karl Hildebrand stellen den Radverkehrsplan vor

Basierend auf den Erhebungen im Mai 2009, in deren Folge sich Greifswald selbst den Titel “Fahrradhauptstadt” verlieh, wurde ein Plan zur Verbesserung der Bedingungen des Radverkehrs erstellt.  Ziel des Radverkehrsplanes sei es, mehr Menschen aufs Rad zu bringen und so einen Teil zum Schutz des Klimas beizutragen, heißt es bei der Stadt. Neben der Infrastruktur soll auch der Service sowie die Öffentlichkeitsarbeit für den Radverkehr verbessert werden. Beim Service mangelt es derzeit wohl am meisten – zu erkennen an den ungeräumten Fahrradwegen.  Aber auch bei der Öffentlichkeitsarbeit gibt es noch Nachholbedarf: So soll hier künftig mit den Schulen zusammengearbeitet werden, um Kindern das Radfahren näher zu bringen. Die Idee wäre eine Art Mobilitätserziehung mit Kindern. “Mit dem Rad zur Schule statt mit Mama-Taxi” könnte das Motto lauten.

Die Querung der Walther-Rathenau Straße - Autofahrer mussen Vorfahrt gewähren

Die Querung der Walther-Rathenau Straße - Autofahrer müssen Vorfahrt gewähren

Anklamer Straße: Straße oder Gehweg?

Die weitreichendste Idee zur Verbesserung der Infrastruktur  ist es, die Radwegbenutzungspflicht auf der Anklamer Straße aufzuheben und Radschutzstreifen auf der Fahrbahn einzuführen. Die Radfahrer sollen dann die Wahl haben, ob sie auf der Straße fahren oder den weiter bestehenden kombinierten Rad- und Fußweg nutzen. Verkehrsplaner Imhorst ist sich bewusst, dass dies die Wahl zwischen zwei unangenehmen Alternativen ist. Auch langfristig ist aber eine Umgestaltung der Anklamer Straße wohl nicht in Sicht. Eine Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit wäre dann ebenfalls denkbar, teilte uns Imhorst auf Nachfrage mit.

Weitere Radwege in Planung

Neue Radwege oder Radfahrstreifen könnten unter anderem hier eröffnet werden:

  • beidseitige Freigabe des Hanseringes von der Europakreuzung bis zum Fangenturm, einseitig bis zur Stralsunder Straße.
  • Auf der Franz-Mehring Straße soll ein Radfahrstreifen entstehen.
  • Die Stephaniestraße soll auch in Gegenrichtung freigegeben werden.
  • Die Grimmer Str. bis zum neuer Friedhof soll ebenfalls einen Radweg oder Radfahrstreifen erhalten.
Die 14 Hauptrouten der Stadt

Die 14 Hauptrouten der Stadt

Durchgehende Fahrradmagistrale vom Neuen Campus bis in die Innenstadt

Die Mühlenstraße soll zur Errichtung der Fahrradmagistrale zur Fahrradstraße umfunktioniert werden und dann über den Markt zur Domstraße weitergeführt werden. Damit wären der Campus Berthold-Beitz-Platz und der Campus an der Rubenowstr, per Fahrrad direkt verbunden – vorausgesetzt, die Diagonalquerung an der Europakreuzung wird umgesetzt. Dies ist aber nach Angaben der Stadt inzwischen sehr wahrscheinlich, da im  Haushalt für bereits 100.000 Euro für dies Maßnahme eingestellt wurden und auch der politische Wille zur Umsetzung besteht. Wie allerdings die Walther-Rathenau-Straße gequert werden soll ist noch nicht klar. Ein erster Vorschlag vom verantwortlichen Planungsbüro aus Greifswald liegt vor.

Ein Neubau von Radwegen ist an den Hauptverkehrsstraßen Gützkower Landstraße und Stralsunder Landstraße angedacht. Vor allem an der Stralsunder Landstraße gibt es großen Nachholbedarf. So ist es derzeit nur auf der vielbefahrenen B106 möglich, das Einkaufszentrum “Marktkauf” per Rad zu erreichen.

Auch touristisch könnte die Radwege genutzt und erschlossen werden. So schwebt den Planern eine “Greifswald-Route für Touristen und Neubürger” vor.  Diese Route selbst ist zwar schon vorhanden, müsse aber noch besser vermarktet werden.

Fahrradparkhaus in der Domstraße

Neu ist der Vorschlag der Errichtung eines Fahrradparkhauses in der Domstraße. Hier sollen vor allem die Mitarbeiter der Stadtverwaltung und Fahrradtouristen die Möglichkeit erhalten, ihr Rad sicher und trocken abzustellen. Zusätzlich soll ein Infoladen, eine Selbsthilfewerkstatt und das Büro des ADFC integriert werden. Trotz des Titels “Fahrradhauptstadt” fehle es doch an einer gewissen “Radkultur”, wie man sie in Münster beispielsweise finden würde, so Imhorst. Dies könne sich nun ändern mit den angestoßenen Projekten.

Der vorgestellte Entwurf wird bei der 3. Bürgerversammlung für mehr Klimaschutz am 27. Januar um 18 Uhr im Rathaus den Greifswaldern vorgestellt und diskutiert.

Kommentar von Sandro Teuber

Der Radverkehrsplan hat viele gute Ideen zu bieten. Er verbindet, die wichtigsten Achsen der Stadt. Die Fahrradfahrer erhalten Vorfahrt und gewinnen an Bedeutung. Die Innenstadt rückt ein wenig näher an den Mediziner-Campus und umgekehrt.  Auch die Fußgänger profitieren von den Vorschlägen, da die Radler vermehrt auf die Straße geschickt werden. Das entspannt die Situation auf den Gehwegen, mussten sich doch viele Radfahrer in der letzten Zeit mit kritischen Tönen auseinandersetzen. Das gipfelte in der vergangenen Woche mit der sinnfreien Forderung von Bußgeldern für Radfahrer in der Ostseezeitung, der sich denn auch brav alle genervten Verkehrsteilnehmer anschlossen.

Was die Autofahrer davon halten, ist klar. Sie fühlen sich von allzu vielen “Verkehrshindernissen” in ihrem Bleifußgehabe gestört. Berührungsängste sollten die Radfahrer dennoch nicht haben, denn laut Verkehrsstudien ist das Fahrradfahren auf der Straße sicherer als auf Radwegen.

Nun schlägt die Stunde aller Radverkehrsbefürworter. Welchen Sinn machen überhaupt der Durchgangsverkehr in einer Stadt, in der der Großteil der Wege zu Fuß oder per Rad zurück gelegt werden? Wie sehe es denn damit aus, den Autoverkehr zumindest im Stadtkern zu sperren und den geräuschlosen Verkehr Vorrang zu gewähren?

Bilder: Sandro Teuber (Pressekonferenz), Stadtverwaltung (Sonstige)

Schein-Debatte über Strafen für Fahrradfahrer

Geschrieben von | Veröffentlicht am 12. Januar 2010 um 16:14 Uhr

In einem Artikel der Ostsee-Zeitung hat der Chef des Greifswalder Amtgerichts, Rudolf Kirchner, vor einigen Tagen Geldstrafen für “Radler-Rowdys” gefordert. Er sagte dem Lokalblatt: “Studenten verstehen nur die Sprache des Geldes.” Die Polizei solle besser eine Gebühr von 10 Euro erheben, anstatt nur zu ermahnen. Dem Artikel schloss die Ostsee-Zeitung sich auch gleich eine Online-Umfrage zu diesem Thema an, die zurzeit noch läuft und in der ein Großteil der Teilnehmenden eben diese Geldbußen befürworteten.

Fahrradfahrer auf dem Wall Foto: Torsten Krüger

Fahrradfahrer = Rowdys?

Der Artikel scheint viele Greifswalder an einem wunden Punkt zu treffen, wie es den eingesandten Leserbriefen zu entnehmen ist. Bodo Müller aus Potthagen schreibt, dass Einbahnstraßen und rote Ampeln  diese “Klientel” nicht interessierten. Noch einen drauf setzt der heute veröffentlichte Brief von Claudia Voß aus Greifswald. Für sie sind Radfahrer  “wirklich mehr als ignorant und denken offenbar, sie könnten sich alles erlauben.”

Was dem Herrn des Amtsgerichtes aber offenbar noch nicht aufgefallen ist und auch von den Journalisten der Ostsee-Zeitung nicht beachtet wurde: Die Polizei verteit bereits eifrig Bußgelder an Fahrradfahrer. Der webMoritz hatte bereits im Dezember über die Radkontrollen der Polizei berichtet und auch Greifswald-Blogger Oliver Wunder berichtete in seinem Blog darüber, für eine Ordnungswidrigkeit auf dem Fahrrad zur Kasse gebeten worden zu sein. Für den aktuellen Artikel verlieh er der Ostsee-Zeitung auch gleich noch einen “Populismuspreis”.

Foto: Torsten Krüger

“Das ist nicht unser Ernst” – Party im IKUWO

Geschrieben von | Veröffentlicht am 6. Januar 2010 um 17:10 Uhr

Die “hedonistische Internationale inna Greifswalder Hochschule” (H.I.G.H) lädt am Samstag zu einem nicht ganz “Ernst” gemeinten Tanzabend ins Internationale Kultur- und Wohnprojekt IKuWo. Thema des Abends ist die kommende Woche geplante Urabstimmung zur Ablegung des Namens “Ernst Moritz Arndt”. Als Motto des Abends geben die Veranstalter an: “HINKOMMEN! TANZEN! ARNDT WEGBASSEN!”

Flyer zur Party

Flyer zur Party

Mit ihrer Party wollen die Hedonistinnen auf die kommende Urabstimmung hinweisen und die Leute motivieren, das Kreuz an der “richtigen” Stelle zu setzen. Auf das im IKuWo übliche Einlassverbot für eine bestimmte Klientel wird im Flyer mit den Worten hingewiesen: “Rassist_innen, Sexist_innen und andere Vollpfost_ionnen bleiben natürlich zu Hause und schreiben weiter webMoritz-Kommentare.”

Musikalisch gewohnt elektrolastig geht es los mit einem Konzert vom Elektrobär. Als DJs treten NLPN und Elektro.indie.fresse in Erscheinung. Weitere Infos auf der Hedonistinnen-Seite und auf der Homepage der Initiative Uni ohne Arndt. Auch im StudiVZ wird für die Veranstaltung geworben. Einlass ist ab 22 Uhr.

Foto: Veranstalter.

Senat unterstützt Wechsel und StuThe

Geschrieben von | Veröffentlicht am 17. Dezember 2009 um 19:38 Uhr

Am vergangenen Mittwoch fand die letzte Senatssitzung in diesem Jahr statt. Zur Debatte standen unter anderem der Wechsel der Psychologie in die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät und die miserable Raumsituation des StuThe.

Eine interessante Anfrage gab es vorab an den Rektor Prof. Rainer Westermann. Es ging um die Umsetzung der Reformen die von der letzten Kultusministerkonferenz beschlossen wurden, beispielsweise die bessere Studierbarkeit von Studiengängen und die Verringerung der Prüfungslast. Henry Tesch, Bildungsminister von M-V, hatte erklärt, die Veränderungen könnten bis April umgesetzt sein. Professor Westermann und andere Mitglieder des Senats hielten das für unrealistisch und verwiesen dabei auch auf die bereits eingesetzte Kommission, die sich diesem Thema angenommen hätte.  Mit Ergebnissen wird erst Anfang nächsten Jahres gerechnet. Viel zu spät um die Studien- und Prüfungsordnungen für das kommende Semester zu ändern. Die Studenten müssen sich weiter auf überfüllte Hörsäle und hohen Prüfungsdruck einstellen.

Senat unterstützt Wechsel der Psychologie

Frau Prof. Weber unter den kritischen Blicken der studentischen Senatoren

Frau Prof. Hannelore Weber (Direktorin des Instituts für Psychologie) unter den kritischen Blicken der studentischen Senatoren

Das von vielen erwartete Thema des Wechsels der Psychologie von der Philosophischen Fakultät an die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät wurde auf der Tagesordnung vorgezogen. Sehr zum Wohlwollen einiger der Psychologieprofessoren und -studenten, die bei der Sitzung starke Präsenz zeigten. Eine Aussprache zu diesem Thema wurde von den Senatoren nicht gewünscht, das Thema war auf den letzten Sitzungen bereits erörtert worden.

Gestern ging es lediglich um die Beschlussvorlage der Senatsvorsitzenden Prof. Schafmeister. Diese hatte es allerdings in sich. In diesem Papier wird der Wechsel befürwortet, jedoch erst 2012 zur übernächsten Gremienwahl. Weiterhin sollte die Philosophische Fakultät eine neue Professur als Kompensation erhalten. Kurz flammte dann doch noch die Diskussion auf als Altrektor Prof. Jürgen Kohler, zu Bedenken gab, dass es sich bei dem Tagesordnungspunkt um eine Anhörung handelt, also der Sammlung von Argumenten diene. Kohler widersprach der Ansicht, dass das Fachverständnis der Psychologen als Begründung für einen Wechsel genüge. Prof. Hannelore Weber, Direktorin des Instituts für Psychologie, widersprach dem prompt und berief sich auf das Landeshochschulgesetz und zeigte auf, dass Stellungnahmen aller Beteiligten dem Rektor vorlägen.

In der Abstimmung herrschte kurz Verwirrung, ob der erweiterte oder der engere Senat abzustimmen habe. Am Ende durften es beide. Und so zeigten sich zwei unterschiedliche Ergebnisse. Im erweiterten Senat gab es einen Patt und so wurde der Antrag nicht angenommen, im engeren Senat und das ist entscheidend wurde der Beschluss mit großer Mehrheit angenommen. Die studentischen Senatoren stimmten fast geschlossen Gegen den Wechsel. Dem erklärten Willen der Psychologiestudierenden sahen sie sich nicht verpflichtet sondern zeigten sich als Lobby der Philosophischen Fakultät. Ein weiterer Schlag gegen die vom Wechsel direkt betroffenen Studenten, die bereits auf der Vollversammlung vergangene Woche Bezeichnungen wie “Jubelperser” von Seiten der Senatoren ertragen mussten.

Der Fachschaftsrat (FSR) Psychologie sah die Abstimmung entspannt und lobte das Papier für seine konstruktive und in die Zukunft gerichtete Artikulation. Der Beschluss sei ein guter Kompromiss zwischen allen Seiten. Einen kleinen Seitenhieb gegen die studentischen Senatoren verkniff sich der FSR jedoch nicht, als dieser zu Bedenken gab, dass die studentischen Senatoren doch alle Studenten im Senat vertreten und nicht nur eine einzelne Fakultät. Trotzdem, so betonte auch  Maik Jablonowsky vom FSR Psychologie, stehen alle Studenten ein für die Stärkung der Philosophischen Fakultät.

StuThe klärt den Senat über die aktuelle Situation auf

Länger auf seine Anhörung musste das Studententheater (StuThe) im nun fast menschenleeren Publikumsbereich warten. Auf Grund der fortgeschrittenen Zeit kürzte Jörn Sander, Vorsitzender des StuThe e.V., seinen Vortrag auf die wichtigsten Punkte. Der Rauswurf aus den Räumen in der Soldmannstr. trifft den Verein in einer denkbar ungünstigen Zeit. Derzeit befände sich das StuThe in einer mittelfristigen Wachstumsphase in der viele Projekte erstellt und umgesetzt würden.

Jörn Sanders spricht vor dem Senat

Jörn Sander spricht vor dem Senat

Dr. Wolfgang Flieger, Kanzler der Universität, verwies auf die Schadstoffbelastungen im Haus als Grund für die kurzfristige Räumung der Soldmannstraße. Weiter führte er aus, dass das Studentenwerke und nicht die Universität laut Hochschulgesetz verantwortlich sei dem StuThe passende Räume zur Verfügung zu stellen. Derzeit nutze das StuThe nur Räume, die die Uni nicht mehr benötigt und gleichzeitig noch nicht verkauft sind. In der Diskussion würdigte der Senat jedoch die Arbeit des StuThe und beauftragte das Rektorat zusammen mit dem Studentenwerk eine langfristige Lösung der Raumproblematik zu finden. Zudem deutete die Universitätsleitung an, dass der eigentliche Umzug eventuell noch etwas hinausgezögert werden könne.

Jörn Sanders zeigte sich erfreut über den Beschluss und betonte, dass dieses Papier klare langfristige Zielsetzungen beinhalte. Glücklich war er auch über die vielen unterstützenden Worte aus dem Senat. Dies kann das StuThe in dieser schweren Zeit gut gebrauchen. Für Januar ist der Umzug geplant. Eine genauer Zeitplan wird derzeit noch erarbeitet.

Bachelor schuld an Depressionen?

Geschrieben von | Veröffentlicht am 14. Dezember 2009 um 14:55 Uhr

Wie ist es um den psychischen Zustand der Studierendenschaft der Uni Greifswald bestellt? Die Antwort: Zunehmend schlechter. Wie aus den Zahlen der psychologischen Beratungsstelle des Studentenwerkes hervorgeht,nehmen immer mehr Studenten das Angebot einer Beratung wahr. So stiegen die Anzahl der Beratungsstunden von 334 im Jahr 2003 auf 731 im Jahr 2008. Im kommenden Jahr wird sogar ein eigener Psychologe eingestellt.

psychologische Beratung mit Dr. Christian Krüger

Psychologische Beratung bei Dr. Christian Krüger

Derzeit wird das Beratungsangebot nämlich von zwei externen Psychologen im Auftrag des Studentenwerks durchgeführt. Das Studentenwerk ist lediglich Vermittler. Dr. Christian Krüger, derzeitiger Ansprechpartner in Greifswald, appelliert an die Studenten,  das Angebot als Dienstleistung wahrzunehmen.

Während des Studiums gäbe es noch Zeit und Möglichkeit, sich mit persönlichen Problemen auseinanderzusetzen, sagt Krüger. Als  häufigste Gründe für das Aufsuchen der Beratung durch die Studenten nennt er Ängste und depressive Verstimmungen.  Diese Auffälligkeiten stiegen seit 2005 laut einer Statistik des Studentenwerkes explosionsartig an.

Ob das in Zusammenhang mit  der Einführung des Bachelors und des gestiegenen Lerndrucks steht, lässt sich hier nur vermuten. Möglich sei auch eine erhöhte Aufmerksamkeit für psychische Probleme oder die gestiegene Bekanntheit der Beratungsstelle.

Deutschlandweit kein einheitliches Bild

Eine Anfrage an andere Beratungsstellen hinsichtlich der Entwicklung der Beratungszahlen in anderen Studentenwerken in Deutschland ergab kein einheitliches Bild. Zumeist wird aber eine erhöhte Nachfrage in den psychologischen Beratungsstellen verzeichnet. Derzeit gibt es einige Forschungszweige, die sich intensiv mit dem Thema Gesundheit an der Hochschule beschäftigen. Allerdings sind Zahlen erst in den kommenden Jahren zu erwarten, da die Forschung der Zeit immer ein wenig hinterher hinkt und auch die Umstellung auf den Bachelor noch nicht flächendeckend durchgeführt wurde.

Laut dem  ”Deutschen Studentenwerk” (DSW) hat die Zahl der Beratungen von 2007 auf 2009 insgesamt zugenommen und zwar um 20,7% auf deutschlandweit insgesamt 79.809 Beratungskontakte. In einer Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes wird berichtet, dass etwa 11% aller Studierende unter psychischen Problemen wie Depressionen, Ängste oder Abhängigkeit von Drogen leiden.

In Greifswald nehmen aber nicht einmal 2% der Studenten eine psychologische Beratung in Anspruch. Hier zeigt sich offensichtlich ein eklatantes Missverhältnis zwischen Bedarf und Angebot. Auch die psychotherapeutischen Praxen in Greifswald sind überlastet – die Wartezeit beträgt meist ein Jahr auf eine Therapie.

Beratung kann in vielen Fällen direkt helfen

Die psychologische Beratung versucht hier entgegenzusteuern und baut ihr Angebot weiter aus. Wer Bedarf an einer psychologischen Beratung hat, kann hier telefonisch oder per E-Mail Kontakt aufnehmen. Das Gespräch ist absolut unverbindlich. Die Beratung ersetzt allerdings keine Therapie, die in einer Psychotherapeutischen Praxis oder Klinik geleistet wird, jedoch kann in einem Großteil der Fälle schon eine Beratung zum gewünschten Erfolg führen.

Bilder:

Foto Dr. Krüger – Sandro Teuber, Foto Startseite – Hanna Oehring – jugendfotos.de

Rückblick auf die Vollversammlung

Geschrieben von | Veröffentlicht am 10. Dezember 2009 um 13:34 Uhr

Am gestrigen Mittwoch fand die Vollversammlung der Studierendenschaft in der Mensa am Schießwall statt. Der AStA hatte geladen und lockte mit allerlei Schmankerln wie Glühwein oder Weihnachtsmännern. Dem Ruf folgten etwa 350 Studenten und füllten den kleinen Saal der Mensa am Schießwall zügig, doch leider reichte es nicht zur Beschlussfähigkeit – dafür hätten sich nochmal gut 300 hinzu gesellen müssen. Der AStA hatte aber offenbar von vornherein nicht mit der Beschlussfhäigkeit gerechnet – dann hätte es im kleinen Saal nämlich ein Kapazitätsproblem gegeben.

Nach der Versammlung zeigte sich die AStA-Vorsitzende Solvejg Jenssen gegenüber dem webMoritz zufrieden mit der Beteiligung, auch wenn die Beschlussfähigkeit gefehlt habe. Es hätten sich deutlich mehr Studenten beteiligt als zur letzten Wintervollversammlung. Mit der Apellhaftigkeit einiger Anträge hatte sie keine Probleme und betonte die Wichtigkeit der Beschlüsse zum Semesterticket, Masterhürde und dem Wohnraum. Diese würden gebraucht, um Druck auf die entsprechenden Gremien auszuüben.

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StuPa-Präsident Korbinian Geiger (m) und AStA-Vorsitzende Solvejg Jenssen leiteten die Sitzung.

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Stralsunder Straße 10 ist noch zu retten! – *Update* neue Galerie

Geschrieben von | Veröffentlicht am 25. November 2009 um 14:26 Uhr

Das ehemalige Gesellschaftshaus in der Stralsunder Straße 10/11 (StraZe) könnte, was die Bausubstanz angeht, derzeit noch gerettet werden. Dies wurde bei der Begehung am vergangenen Dienstag, bei der Vertreter des Eigentümers und der Stadtverwaltung anwesend waren, deutlich. Spuren der Verwüstung und Schäden an der Bausubstanz sind jedoch schon deutlich erkennbar.

Zerstörung in der StraZe

Zerstörung in der StraZe - Foto: Sandro Teuber

Das denkmalgeschützte Haus war im vergangenen Jahr von der Universität an das Petruswerk verkauft worden. Das Immobilienunternehmen plant dort den Bau von Wohnanlagen. Ob das mittlerweile stark verfallene Gebäude im Zuge dieses Vorhabens erhalten bleibt ist seitdem unklar. Der Abriss einer Remise im vergangenen Sommer hatte die öffentlichen Diskussionen weiter angeheizt. Wiederholt hatte eine Bürgerinitiative, die das Gebäude erhalten und daraus ein Kulturzentrum machen will, versucht die Immobilie vom Petruswerk zu erwerben.

Auf Grund des schlechten Baugrundes scheint es Setzungen des Hauses zu geben, was bedeutet dass das Haus vor allem im nördlichen Teil abgesunken ist. Ob diese Setzungen zum Stillstand gekommen sind ist indes unklar.

Die Bürgerinitative war scheinbar im Vorfeld schon aktiv im Haus und hatte einige Zitate von Dr. Fernando, dem Geschäftsführer des Petruswerks, und der Bürgerschaft an Wände und Böden befestigt. Hierauf konnte man nachlesen, welche Stellungnahmen es in der Vergangenheit von beiden Seiten gab.

Das Petruswerk als Eigentümer und Dr. Fernando wurden nicht müde zu betonen, dass jede Sanierung vor allem wirtschaftlich sein müsse. Zu einem Eklat kam es, nachdem auf Nachfrage der Initiative “Stralsunder Straße 10″, welche Sicherungsmaßnahmen durchgeführt wurden, Dr. Fernando sich angegriffen sah und nicht mehr bereit war, weiter Fragen zu beantworten.

Im weiteren Verlauf wurde aber auch klar, dass alle Schäden am Gebäude derzeit noch reparabel sind. Schätzungen, wie lange das noch der Fall sei, wollte jedoch niemand abgeben.

Weitere Informationen

Website der Bürerinitiative Stralsunder Straße 10

*Update* 26. November 16:44

Heute erreichten uns weitere Fotos der Begehung am vergangenen Dienstag. Alle Bilder stammen von Sandro Teuber.

“Critical Mass” – Fahrradfahrer protestieren künftig regelmäßig

Geschrieben von | Veröffentlicht am 31. Oktober 2009 um 14:35 Uhr

Warum fahren geschätzte 60 Radfahrer gemütlich durch die Innenstadt Greifswalds? Diese Frage haben sich am Freitag sicher einige Passanten gestellt, die den Pulk aus etlichen Radlern an sich vorbeizogen sahen.

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Critical Mass in der Nähe des Rathauses

An diesem Freitag trafen einige Radler, um gemeinsam die Greifswalder Radwege und Straßen zu erkunden. Sie bildeten eine sogenannte “Critical Mass” (=”kritische Masse”). Das ist die Menge an Fahrradfahrern, die man braucht, um gemeinsam auf der Straße zu fahren.

Damit ist auch schon alles zum Hintergrund erzählt. Denn die Aktionsform verzichtet auf jegliches offenkundige politische Statement. Die bloße Anwesenheit vieler Radfahrer soll verdeutlichen, dass die Radler ebenfalls zum Straßenverkehr gehören und ein Recht haben auf ebendieser sich zu bewegen.

So zogen nun die etwa 60 Pedaleros ihre Wege über die Bahnhofsstraße, Europakreuzung, Anklamer, Hans-Beimler und Wolgaster Str. um dann auf dem Marktplatz zu enden.  Die Polizei war mit von der Partie, hielt sich aber im Hintergrund und versuchte lediglich, die ungeduldigen Autofahrer etwas im Zaum zu halten.

Die Fahrt endete auf dem Marktplatz und es herrschte Einigkeit, diese Aktion künftig zu wiederholen. Ab sofort will man also jeden letzten Freitag im Monat zu zeigen, dass Farradfahrer gleichberechtige Teilnehmer am Straßenverkehr sind. Gerade in der Fahrradhauptstadt Greifswald.

SPD und Grüne wollen Diagonalquerung der Europakreuzung

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Kinofilm “Das weiße Band” läuft in Greifswald

Geschrieben von | Veröffentlicht am 28. Oktober 2009 um 15:33 Uhr

In Greifswald fehlt ein Programmkino. Aus diesem Grunde streifen viele interessante Filme ungesehen an Greifswald vorbei. Filme Abseits des Mainstreams bekommt man vielleicht hin und wieder mal im Mensa-Kino zu Gesicht.

dasweisseband

Filmplakat: Das weisse Band

Aber für alle Cineasten, solche, die es noch werden wollen, Michael-Haneke-Liebhaber und alle Programmkinogänger gibt es Abhilfe: Der Film “Das weiße Band” von Michael Haneke läuft ab Donnerstag ins Cinestar-Kino Greifswald in der Dompassage.

Der Österreicher Michael Haneke, der mit Filmen wie “Funny Games” oder “Die Klavierspielerin” bekannt geworden ist, beschreibt in diesem Schwarz-Weiß Film das Leben einer norddeutschen Kleinstadt am Vorabend des 1. Weltkrieges. Auf der offiziellen Website des Films heißt es: “Seltsame Unfälle passieren und nehmen nach und nach den Charakter ritueller Bestrafungen an. Wer steckt dahinter?”

Der Film, der eine Reihe exzellenter Kritiken erhalten hat und in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet wurde, läuft ab Donnerstag bis zu zwei Mal täglich im Greifswalder Cinestar!

Bild: Filmplakat/x-verleih

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