Alle Artikel von Oliver Wunder

Drei Möglichkeiten zur Querung der Europakreuzung

Geschrieben von | Veröffentlicht am 5. Dezember 2009 um 02:33 Uhr

Am vergangenen Mittwoch hatte die Stadt zur zweiten Bürgerkonferenz ins Rathaus geladen. Schwerpunkt des Zusammekommens war der Radverkehr in Greifswald. Die Stühle im Rathaussaal waren gut besetzt, nur wenige (vor allem Politikersessel) blieben leer. Das Thema der zweiten Bürgerkonferenz zum kommunalen Klimaschutz stieß quer durch alle Bevölkerungsgruppen auf viel Interesse. Sowohl Studierende als auch Senioren hörten den Ausführungen des Verkehrsplanungsbüros Dr.-Ing. Ditmar Hunger aus Dresden zu.

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Variante 1 der Diagonalquerung der Europakreuzung. (Klicken zum Vergrößern)

In der ersten Bürgerkonferenz im Oktober waren die Ergebnisse der Verkehrsbefragung vorgestellt worden. Zudem hatte die Stadtverwaltung Greifswald zur Fahrradhauptstadt Deutschlands erklärt. Anhand mehrerer Karten konnten die BürgerInnen anschließend Forderungen und Verbesserungsvorschläge für den Verkehr in Greifswald äußern. Diese flossen nun zusammen mit den Ergebnissen der Verkehrsbefragung, der Fahrradzählung 2008 und Verbesserungsvorschlägen, die die Grüne Hochschulgruppe vor wenigen Wochen gesammelt hat, in die Analyse des Planungsbüros mit ein.

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Literatur-Recherche im Internet: Fachbücher online lesen

Geschrieben von | Veröffentlicht am 2. Dezember 2009 um 11:15 Uhr

Viele Studierende haben dieses Problem. Es steht wieder ein Referat, Haus- oder Seminararbeit an und die Bibliothek hat die Bücher entweder nicht, sie sind bereits ausgeliehen oder dürfen nicht ausgeliehen werden. Wem die für Monographien noch recht übersichtlichen digitalen Bestände der Bibliotheken nicht weiterhelfen können, ist oft aufgeschmissen. Doch inzwischen gibt es auch eine Reihe von Angeboten im Internet, etwa das Unternehmen  PaperC.

Das junge Unternehmen aus Berlin wurde am Montag von der Website “deutsche-startups.de” zum Start-up des Jahres 2009 gewählt. PaperC ist eine legale Online-Bibliothek für Fachbücher aller Fachrichtungen. Das Unternehmen kooperiert mit den Fachverlagen und stellt deren Bücher online verfügbar. Nach einer kostenlosen Anmeldung kann jede Seite jedes Buches umsonst online gelesen werden. Gegen Bezahlung einer Gebühr von 10 Cent können weitere Funktionen, wie etwa ein PDF-Ausdruck genutzt werden. Auch können mehrere Seiten oder das komplette Buch erworben werden. Für das Titelblatt oder Inhaltsverzeichnis fallen keine Kosten an.

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Bestellvorgang einer Seite bei PaperC (für großes Bild klicken).

Eine gekaufte Seite kann ausgedruckt oder online bearbeitet werden, so ist es möglich Notizen einzufügen oder Textstellen einfach zu kopieren.  Bei einer Aufladung für 250 Seiten gibt es Rabatte bei der Preisstaffelung.

Aktuell sind zwar erst 1.443 Fachbücher online, aber Fachleute sehen hinter dem Konzept offenbar Potential, wie die Preisverleihung zeigt. Ist PaperC die Antwort auf die Frage, wie sich Internet und traditionelle Buchbranche miteinander vereinbaren lassen? Das, was die Musikindustrie zu spät gefunden hat? Ähnliche Angebote, die allerdings kein Bezahlmodell und daher auch deutlich weniger Funktionen beinhalten, gibt es bereits – etwa mit dem Klassiker Google Books und der zugehörigen Suchmaschine Google Scholar. Gegen diese Angebote des Internet-Giganten hatten in der Vergangenheit zahlreiche Verleger Kritik geäußert, daher sind dort viele aktuelle Bücher nicht zu finden.

Die große Aufmerksamkeit wird dem Unternehmen PaperC hoffentlich gut tun, denn die bisher vorhandenen Bücher sind natürlich noch viel zu wenig. Eine Suche nach “Geographie”, dem Studienfach des Textautors, führte beispielsweise zu keinem geographischen Fachbuch. Leider gibt es auch noch keine erweiterte Suchfunktion oder eine Einordnung der Bücher nach Fachgebieten. Um ein digitales Alexandria zu werden, bedarf es also noch viel Arbeit.

Dieser Beitrag wurde aus dem privaten Blog von webMoritz-Autor Oliver Wunder übernommen. Der Originalbeitrag erschien hier.

Bild: Screenshot

Neue Mensa am Beitz-Platz kommt erst 2011

Geschrieben von | Veröffentlicht am 22. November 2009 um 12:13 Uhr

Die Eröffnung der neuen Mensa am Campus Beitz-Platz verschiebt sich vorraussichtlich auf das Jahr 2011. Eigentlich war der Baubeginn schon für Anfang 2009 und die Eröffnung für 2010 angedacht. Doch wo nach dem ursprünglichen Zeitplan längst Bagger und Betonmischer rollen müssten, stehen aktuell nur ein kleines Wäldchen und Baracken.

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Noch stehen hier Bäume, bald (?) die neue Mensa.

Dass es zu erheblichen Verzögerungen beim Bau kommt, weil das Land als Eigentümerin des Grundstücks bürokratische Hürden aufgebaut hatte, war bereits im September bekannt geworden – wie es konkret weitergehen soll, wusste aber niemand so recht. Inzwischen gibt es aber zumindest Hoffnung, dass es bald losgeht: “Die Ausschreibungen für den Bau sind in Vorbereitung”, sagt Andreas Haaren von der Stabsstelle Klinikumsbau des Universitätsklinikums Greifswald. In diesem Jahr könne dann noch gerodet und eventuell der Grundstein gelegt werden. Bauherr der neuen Mensa ist nicht das Studentenwerk, sondern das Klinikum, dass auch die Baukosten aufbringt .

Im November 2008 setzte sich das Architekturbüro MGF aus Stuttgart mit seinem Entwurf gegen die internationalen Mitbewerber erfolgreich durch. 17 Millionen Euro soll der Neubau kosten. Die neue Mensa soll einen 1.200 Quadratmeter großen Speisesaal bekommen. Außerdem soll es eine Cafeteria mit 150 Sitzplätzen und ein öffentliches Restaurant mit 50 Plätzen geben. Nicht nur die  Studierenden, sondern auch die Mitarbeiter und Patienten des Uniklinukums sollen von der Mensa versorgt werden. Dazu ist ein Tunnel geplant, auf dem automatisch Essen und Geschirr zum und vom Klinikum transportiert werden sollen.

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Geplanter Mensa-Neubau am Beitz-Platz. Entwurf der MGF Architekten

Neben rechtlichen Problemen bei Grund und Boden und den Dimensionen des geplanten Neubaus bei der Ausschreibung erklärt Andreas Haaren die Verzögerung beim Baubeginn auch so: “Es mussten viele Bodenmessungen durchgeführt werden, da auf dem Gelände alte Leitungen verlegt sind, diese aber in keiner Karte eingezeichnet sind”.

Der Abriss der Baracken solle im Februar beginnen. Dort wird Asbest vermutet, weswegen die Abrissarbeiten länger dauern werden. Im Sommer 2010 kann dann nach aktuellem Planungsstand mit dem eigentlichen Bau der neuen Mensa begonnen werden. Mit der Fertigstellung wird 2011 gerechnet – auf ein genaueres Datum will sich lieber niemand festlegen.

Foto: Oliver Wunder (Bauort), Luisa Wetzel (Entwurf, abfotografiert)

Uni-Verwaltung toleriert Hörsaal-Besetzung *update*

Geschrieben von | Veröffentlicht am 9. November 2009 um 20:04 Uhr

webMoritz-Autor Oliver Wunder schrieb direkt aus dem Audimax für den webMoritz.

19:40

Nach Hörsälen und Instituten in den deutschen Städten Münster, Heidelberg, München und Potsdam, sowie Wien und vielen anderen Städten in Österreich gibt es nun auch in Greisfwald eine Gruppierung, die einen Hörsaal des Audimax in der Rubenow-Straße besetzt hat. So hiess es zumindest bei Twitter in der digitalen Welt. Von Besetzung wollte im Audimax aber noch niemand offiziell sprechen. Richtig sicher waren sich die Organisatoren nicht.

Für 16 Uhr hatte es einen über Mundpropaganda verteilten Aufruf für eine Besetzung gegeben – die offensichtlich ihren Weg an die Öffentlichkeit gefunden hatte. Und das, obwohl auf die Mobilisierung über das Internet also die einschlägigen Greifswalder Blogs oder Twitter explizit verzichtet bzw. die Verbreitung sogar verboten wurde. Dabei zeigte sich vor wenigen Wochen die Mobilisierungskraft über Twitter an Hand des NPD-Infostandes am Fischmarkt. Es waren dann aber nicht nur Vertreter der studentischen Presse anwesend, sondern auch Redakteur und Fotograf von der Ostsee-Zeitung, ein Redakteur von Greifswald TV, Uni-Pressesprecher Meßerschmidt und Kanzler Flieger.

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Ist Greifswald Deutschlands neue Fahrradhauptstadt?

Geschrieben von | Veröffentlicht am 21. Oktober 2009 um 17:38 Uhr

Letzte Woche schlug eine Pressemitteilung der Stadt Greifswald mit der Einladung zur ersten Bürgerversammlung zum kommunalen Klimaschutz in der ganzen Republik hohe Wellen und in Münster ein wie eine Bombe. Greifswald stieß in dieser kurzen Einladung Münster vom Thron und gab sich selber den Titel “Fahrradhauptstadt”.

Fahrradfahrer auf dem Wall, Foto Torsten Krüger

Die Stadt nennt dieses Bild "Fahrradfahrer auf dem Wall". Tatsächlich ist aber wohl eher am neuen Campus...

Unglücklich, aber sehr provokativ wurde darin die Information gestreut, dass Greifswald einen Anteil von 44 Prozent Fahrradfahrern am Gesamtverkehr hat, Münster dagegen nur 38 Prozent. Die Stadt mit einem König als Bürgermeister verlieh sich nun noch den Hauptstadtstatus. Fahrradhauptstadt Greifswald!

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Dong kippt Kraftwerksbauvorhaben – aber nicht in Lubmin

Geschrieben von | Veröffentlicht am 12. Oktober 2009 um 19:22 Uhr

Der dänische Energiekonzern Dong Energy verzichtet auf den Bau eines Kohlekraftwerkes in Emden sowie einer geplanten Anlage in Schottland. Damit plant das Unternehmen nur noch in Lubmin den Bau eines Kohlekraftwerkes im Ausland. In einem Artikel auf dem Online-Portal www.wir-klimaretter.de heißt es dazu:

“Jetzt wird offenbar umgedacht in Dongs Chefetagen: Bis 2040 sollen die Kohlendioxid-Emissionen pro produzierter Kilowattstunde deutlich gesenkt werden, sagt am Montag Dong-Chef Anders Eltrup in der dänischen Presse. Das Unternehmen werde sich hauptsächtich auf Windenergie, Biomasse und Biogas konzentrieren. „Wenn wir langfristig noch weiter auf Kohle setzen, dann nur mit CCS“, sagt Eldrup.”

Derzeit wartet das Unternehmen auf die Baugenehmigung. Die Prognosen, wie wahrscheinlich die Erteilung  einer solchen Genehmigung ist, sind abhängig vom Standpunkt ihrer Urheber sehr unterschiedlich.

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Computersimulation des Bauvorhabens

An dem Kraftwerksbauvorhaben in Lubmin hält das dänische Unternehmen aber  weiterhin fest, berichten Narichtenagenturen. Im Online-Portal der Ostsee-Zeitung heißt es zu dem Thema:

“Der dänische Energiekonzern Dong Energy [...] hält aber an seinem Vorhaben zum Bau eines 1600-Megawatt-Kraftwerks in Lubmin (Ostvorpommern) weiter fest. «Wir rechnen im Laufe des Jahres 2010 mit einer Genehmigung», sagte Projektleiter Peter Gedbjerg am Montag.Die Absage der Pläne für Emden habe keine Auswirkungen auf das Lubminer Projekt. Als Hauptgrund für den Rückzug aus Emden nannte das Unternehmen die Wirtschafts- und Finanzkrise.”

Ein Grund, an dem Kraftwerksbau in Lubmin festzuhalten, ist möglicherweise auch, dort die CCS-Technologie zu erproben und weiter zu verkaufen.

Bild: Dong Energy

Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag des Blogs “daburna”.

Greifswalder rund um den Globus: Exkursion nach Vietnam

Geschrieben von | Veröffentlicht am 10. Oktober 2009 um 13:16 Uhr

Im Rahmen unserer Serie “Greifswalder rund um den Globus” erscheinen in loser Abfolge Berichte von Kommilitonen, die Teile ihres Studiums im Ausland verbracht haben. Dieses Mal berichtet webMoritz-Autor und Blogger Oliver Wunder über seine Exkursion nach Vietnam.

Cat Ba - Vietnam

Halong Bucht, Vietnam.

Wir saßen hier fest. Langsam bewahrheitete sich diese, erst scherzhaft geäußerte, Aussage. Die letzte Fähre Richtung Festland wurde wegen des herannahenden Taifuns Mujigae gestrichen. Schon seit Stunden prasselte der Regen gegen die Fensterscheiben unseres Busses. Nur während des Ausflugs auf einem Boot zwischen den eindrucksvollen Karstinseln der Halong Bucht zeigte sich das Wetter gnädig und schenkte uns eine regenfreie Stunde.

Da saßen wir also auf Cat Ba, der größten Insel der Halong Bucht im Norden Vietnams fest. 17 Studierende, zwei Dozenten und zwei vietnamesische Begleiter im Angesicht eines nahenden tropischen Wirbelsturms. Noch kein ausgewachsener Taifun wie Ketsana, der wenigen Wochen später Vietnam und die Philippinen heimsuchen sollte, doch mit genug Power, um die Überfahrt mit der rostigen Fähre ans Festland, zu einer zu gefährlichen Tour zu machen.

2:30 Uhr: ein lautes Knallen und das Splittern von Glas weckten mich auf. Der Sturm war auf seinem Höhepunkt angelangt, das Auge nicht weit entfernt. Überall pfiff der Wind und Regen prasselte lautstark gegen Fenster, Wände und Dach des Hotels.

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Fähre von Cat Ba nach Cat Hai.

Doch am nächsten Morgen waren nur wenig Auswirkungen zu sehen, selbst die zerborstene Glasscheibe war nirgends zu finden. Als sturmerprobter Norddeutscher war es interessant mal einen tropischen Wirbelsturm zu erleben und nicht nur in der Klimatologie/Meteorologie-Vorlesung davon zu hören.

Fast drei Wochen dauerte die Auslandsexkursion der Geographie in die Sozialistische Republik Vietnam. Das war sicherlich der teuerste und angenehmste Teil des Studiums. Doch eine Exkursion ist keine Klassenfahrt, auch wenn es von außen teilweise so scheint und es auch sicher einige Momente gibt, die schon Klassenfahrtfeeling haben. Hauptsächlich geht es darum eine Region oder ein Land kennenzulernen und das eigene Wissen im Studienfach zu vertiefen. Dazu werden neben touristischen Zielen auch Termine bei Verwaltung, Staat oder Firmen gemacht und z.B. über die Vereinbarkeit von Tourismus und Naturschutz geredet. Doch selbst touristische Destinationen wie die Halong Bucht werden wissenschaftlich beleuchtet.

Kulturschock und Klischee-Deutsche

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Verkehr in Hanoi, Vietnam

Es ist enorm, wie anders das Leben in Vietnam ist. Die Unterschiede zwischen Vietnam und Deutschland zeigen sich an den kleinsten und alltäglichsten Dingen. Findet man eines der wenigen Geschäfte, die unserer Definition von Supermarkt am meisten ähneln, dann kann selbst da schwer Wechselgeld rausgegeben werden. Eine 1, 5 l-Flasche Wasser für 11.000 Dong mit einem 50.000 Dong-Schein (etwas weniger als 2 €) zu bezahlen, geht oft nicht. So sinkt dann der Preis auf die verfügbaren kleinen Scheine im Portemonnaie, in diesem Fall 7.000 Dong. In Deutschland undenkbar, doch hier Alltag.

Der erlebte Kulturschock ist groß. Besonders bemerkbar macht er sich, wenn man wieder zurückkommt nach Deutschland. Angekommen in der boomenden Hauptstadt Hanoi im Norden des Landes sorgte der Anblick des Straßenverkehrs erst für Fassungslosigkeit, faszinierte dann aber tagelang. Auf 100 m Straße kamen in der 6 Millionen-Einwohner-Stadt subjektiv gefühlte 1.000 Roller und vier Autos. Wildes Hupen und dann ging es links, rechts oder gar in der Mitte zwischen den anderen Verkehrsteilnehmern durch. Als Fußgänger kam man trotzdem vollkommen unbeschadet über die Straße, da die Rollerfahrer perfekt auf einen achteten. Einfach gehen, lautete die Devise. Da merkt man dann erst, wie sehr man doch dem Klischeedeutschen ähnelt.

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Zubereitung eines Pfeilschwanzkrebses auf dem Boden eines Restaurants.

Aus jeder Ecke kamen andere exotische Gerüche. Mal roch es nach asiatischen Gewürzen, mal nach Reis und mal einfach nur nach Fäkalien. Ein Geruchsoverkill machte sich breit. Die Leute kochen und essen auf der Straße. Von Kobra, Bambus, Wasserspinat über Hund bis Pfeilschwanzkrebs gibt es hier fast alles zu essen, was Flora und Fauna zu bieten haben. Französische Einflüsse aus der Kolonialzeit sorgen sogar für Brötchen und Wurst. Sicherlich nicht alles ohne schlechtes Gewissen essbar, aber doch sehr exotisch und vielfältig.

Von Norden aus kommend bewegten wir uns immer weiter gen Süden. Die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit auf der Hauptstrecke zwischen Hanoi und Ho Chi Minh Stadt (ehemals Saigon) beträgt 50 km/h. So wurde selbst die Entfernung Berlin Greifswald (ca. 240 km) zu einer vier- bis fünfstündigen Busfahrt. Alle 200 bis 300 km machten wir ein bis zwei Tage halt. Stationen der Exkursion waren neben dem bereits erwähnten Hanoi und Cat Ba auch Ninh Binh, Phong Nha-Ke Bang, Hue und Hoi An.

Nach der Exkursion: Privat weitergereist

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Cua Dai Strand in Hoi An

Als die Exkursion zu Ende war, blieb ich mit fünf meiner Freunde noch 10 Tage länger und sah mir den Südteil Vietnams an. Nha Trang, die Insel Phu Quoc, das Mekong Delta und Ho Chi Minh Stadt standen bei uns noch auf dem Programm. Auch ein paar Tage in der heissen Sonne am Strand waren drin.

Die in Vietnam gesammelten Eindrücke lassen sich nicht in einem Artikel zusammenfassen. Wir haben soviele Sachen gesehen und erlebt – da braucht es noch einige Zeit, alles zu verarbeiten. Mit Sicherheit betrachten die meisten von uns Deutschland nun mit anderen Augen. So lernt man doch die Vorzüge und Nachteile der eigenen Gesellschaft viel besser durch das Erleben eines weit entfernten Landes kennen. Wir haben nicht nur Vietnam kennengelernt, sondern auch viel über uns selber herausgefunden.

Fotos: Oliver Wunder

Mehr Fotos gibt es im privaten Blog des Autors.

Vergewaltigungsfall aus Greifswald bei “Aktenzeichen XY … ungelöst”

Geschrieben von | Veröffentlicht am 7. August 2009 um 17:35 Uhr

Vor fast genau einem Jahr, am 29. August 2008, kam es in Greifswald in der Bleichstraße um 1 Uhr nachts zu der Vergewaltigung einer 31-jährigen Frau.

Phantombild des Täters. Bild: PD Anklam

Phantombild des Täters. Bild: PD Anklam

Bereits am 24. März 2008, gegen 02:45 Uhr, kam es in der Vulkanstraße zur sexuellen Belästigung einer ebenfalls 31-jährigen Studentin. Diese wehrte sich, auch in dem sie den Täter in die Hand biss und ihn anschrie: “Hau ab!” Nur durch ihre vehemente Gegenwehr liess der Täter von ihr ab.

Die Polizei geht davon aus, dass es sich bei beiden Fällen um den selben Täter handelt. Trotz 300 Hinweisen war keine heiße Spur dabei. Eine DNA-Spur konnte zwar gesichert werden, diese Probe ist aber bisher noch nicht in einer DNA-Datenbanken erfasst.

Bisher ist der Täter also nicht gefasst worden. Daher gelangte der Fall am 5. August in die TV-Sendung Aktenzeichen XY … ungelöst im ZDF. In der Sendung werden begangene Straftaten vorgestellt und die Bevölkerung um Mithilfe bei der Aufklärung gebeten.

Die Sendung gibt es hier als Mitschnitt zu sehen:

Nach der Sendung gingen neun neue Hinweise bei der Polizei ein. Darunter auch eine mögliche heiße Spur.  Ein früher in Greiswald wohnhafter Mann soll auf dem Phantombild erkannt worden sein. Dieser Mann soll sogar polizeilich bekannt sein, bisher aber nicht wegen Sexualdelikten aufgefallen sein.

Der Täter soll zwischen 20 und 30 Jahre alt, ca. 1,80 bis 1,90 m groß und schlank sein und eine athletische Figur haben. Zur Tatzeit im März trug er vermutlich Sport-/Freizeitschuhe und ein dunklen Kapuzenpullover. Sachdienliche Hinweise nimmt die Polizeidirektion Anklam entgegen. Telefon: 03971 – 2510.

Foto Titelseite: Logo der Fernsehsendung “Aktenzeichen XY” – ZDF

Von völkischen und neurechten Jugendgruppen

Geschrieben von | Veröffentlicht am 16. Juli 2009 um 09:04 Uhr

Der Artikel vom 7. April zum Verbot der rechtsextremen Organisation “Heimattreue Deutsche Jugend – Bund zum Schutz für Umwelt, Mitwelt und Heimat e.V.” (HDJ) stieß bereits auf hohe Resonanz. Auch in der breiten Öffentlichkeit gibt es, spätestens seit dem Verbot großes Interesse an der Thematik völkischer Jugendgruppen.

Inzwischen gibt es eine Publikation und ein Internet-Blog die sich damit beschäftigen. Grund genug das Thema hier erneut aufzugreifen.

BUCH ÜBER VÖLKISCHE UND NEURECHTE JUGENDGRUPPEN

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Mit dem Thema “rechte Jugendgruppen” haben sich der Berliner Journalist Maik Baumgärtner und der Diplom-Sozialpädagoge Jesko Wrede aus dem Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder e.V. (BdP) beschäftigt. Mehrere Jahre recherchierten beide zu völkischen und neurechten Jugendbünde und trugen dabei viel Material zusammen. Auf 212 Seiten präsentieren sie nun ihre Zwischenergebnisse.

Die Publikation “Wer trägt die schwarze Fahne dort…” erschien Anfang Juni bei der Arbeitsstelle Rechtsextremismus und Gewalt (ARUG) und war nach zwei Wochen bereits vergriffen.

Für Nichtkenner der deutschen Jugendbewegung wird als Einstieg die historische Entwicklung der Jugendbewegung Anfang des 20. Jahrhunderts nachgezeichnet. Weiter geht es mit der Neugründung nationalistischer Jugendbünde in den 1950er und 1960er Jahren. Kurz werden dabei einige nicht mehr existierende Dachverbände, sowie Gruppen vorgestellt.

Doch gerade die aktuelle Situation ist sehr interessant. Völkische und neurechte Gruppen geben sich nach außen harmlos. Sie kleiden sich wie Jugendbewegte, singen die selben Lieder und gehen teilweise auf Fahrt. So sind sie schwer von Pfadfindern, Bündischen und Wandervögeln zu unterscheiden. Damit versuchen sie an die “normale” Jugendbewegung anzuschliessen, was ihnen teilweise gelingt. Nach Innen legen sie jedoch ihren Schafspelz ab, vertreten teilweise Blut-und-Boden-Ideologie und idealisieren das Volkstum.

Daher widmen sich Baumgärtner und Wrede vor allem noch existierenden, aktiven Gruppen und stellen diese vor. Dabei wird auf die Geschichte der Gruppen, deren Auftreten, Publikationen, Mitglieder, Kontakte ins rechte Milieu und ihre programmatischen Schwerpunkten eingegangen.

Dabei werden die Gruppen “Der Freibund – Bund Heimattreuer Jugend e.V.”, “Sturmvogel – Deutscher Jugendbund”, “Fahrende Gesellen – Bund für deutsches Leben und Wandern e.V.”, “Deutscher Mädelwanderbund”, “Überbündischer Kreis”, “Freundeskreis der Artamanen” und “Deutsche Gildenschaft“ vorgestellt und besprochen.

Auch Aktionen wie das sogenannte “überbündische Burgfest”, sowie die “Aktion Gedenkzug” finden Erwähnung. Die Haltung von Pfadfindern, Wandervögeln und der bündischen Rechten zwischen Abgrenzung und Annäherungsversuchen findet in einem extra Kapitel Platz.

Im Anhang werden “Die Ludendorffer – Bund für Gotterkenntnis (Ludendorff) e.V.” und “Sturmadler – Jugendbund für Fahrt und Lager” behandelt. Es gibt ebenso ein Personen- und Sachregister zur Recherche.

Baumgärtner und Wrede untermauern ihre Ausführungen durch viele Zitate aus Publikationen der besprochenen Gruppen und Personen. Sie schaffen so ein ziemlich bedrückendes Bild eines neurechten Netzwerkes.

VERFLECHTUNGEN ZWISCHEN GRUPPEN UND NEURECHTEN INSTITUTIONEN

2 Fahrende Gesellen 1988 auf Jahrestreffen des "Freundeskreis Ulrich von Hutten". Foto: Rolf Boehm

Mind. ein Fahrender Gesell 1988 auf dem Jahrestreffen des rechtsextremen Vereins "Freundeskreis Ulrich von Hutten". Foto: Rolf Boehm

Einige der genannten Bünde haben zahlreiche personelle Verflechtungen mit der rechten Szene in Deutschland und gestalten einen großen Anteil eines neurechten Netzwerkes. Dies lässt sich am Beispiel der “Deutschen Gildenschaft” (DG) besonders gut zeigen. Mitglieder der DG waren maßgeblich daran beteiligt umstrittene und neurechte Institutionen wie die Wochenzeitung „Junge Freiheit“, das „Institut für Staatspolitik“ (IfS), sowie den „Verlag Edition Antaios“ zu gründen.

Auch Andreas Molau, ehemaliges Mitglied im Bundesvorstand der NPD und jetziger Bundespressesprecher der DVU, war bis zum April 2009 Mitglied der DG. Des Weiteren erschienen z.B. Werbeanzeigen von rechten Verlagen in Publikationen der Gruppen oder Mitglieder schrieben Artikel für rechte Zeitschriften.

Felix Menzel, Mitglied im Freibund, war 2008 nicht nur Kontaktperson für die Sonnenwendfeier, sondern auch für die Kontoführung des Freibundes zuständig. Darüber hinaus betreibt er das neurechte Schülerzeitungsprojekt “Blaue Narzisse” und trat 2008 auch als Referent für das IfS auf. Er selber äusserte sich in einem Interview der Zeitschrift “Sezession” des IfS, Ausg. 21 Dezember 2007, zum Zweck der “Blauen Narzisse” so:

“Zuerst einmal wollen wir an einer rechten Milieubildung mitarbeiten. Aufgrund der eigenen Interessenlage und der eigenen Fähigkeiten haben wir dafür das journalistische Betätigungsfeld gewählt. Für eine Milieubildung reicht dies natürlich nicht aus. Deshalb engagieren sich viele unserer Autoren und Redakteure zusätzlich in Schüler- und Studentenverbindungen oder in der Bündischen Jugend.”

Zahlreiche weitere Verflechtungen werden durch Baumgärtner und Wrede aufgedeckt und beschrieben.

REVISIONISTISCHES WELTBILD

Einige Gruppen vertreten ein geschichts- und gebietsrevisionistisches Weltbild. Die beiden Weltkriege werden verklärt und das deutsche Volk als Opfer dargestellt. Die aktuelle Grenzziehung wird nicht akzeptiert. Dies zeigt sich z.B. an einem Zitat aus der Mitgliederzeitschrift der “Fahrenden Gesellen”. In “Der Fahrende Gesell”, Folge 2 / 2006, schreibt Gunthart H. A. Stübiger im “Fahrtenbericht: Wie oft sind wir geschritten auf schmalem Negerpfad…”:

Was ist Deutschlands höchster Berg? Wer auf diese Frage statt der erwarteten Antwort  “die Zugspitze“ die Antwort “der Kilimandscharo” bekommt, schaut erst einmal verblüfft.

AKTIVITÄTEN IN MECKLENBURG-VORPOMMERN

Von den besprochenen Gruppen sind nur wenige Aktivitäten in Mecklenburg-Vorpommern bekannt. Ganz im Gegensatz zur HDJ, die hier eine ihrer mitgliederstärksten Regionen in Deutschland hatte.

In Koppelow und Klaber (zwischen Teterow und Güstrow) soll es ein Siedlungsprojekt der “Neo-Artamanen” geben. Die “Neo-Artamanen” bewegen sich, so die Autoren, in der Nähe der “Artamanen”, die 1926 gegründet wurden und eine radikal-völkische Siedlungspolitik im Stil der Blut-und-Boden-Ideologie betrieben. Prominenteste Mitglieder der Artamanen waren Ausschwitz-Kommandant Rudolf Höß und Reichsführer-SS Heinrich Himmler.

In den 1990er Jahren sollen, so die Autoren, die “Neo-Artamanen” vor allem von Mitgliedern aus dem “Freibund” gegründet worden sein. In ihrem Siedlungsprojekt sollen sie u.a. Ökolandbau und einen Öko-Baustoffhandel betreiben. Als externer Fachmann trat einer der Öko-Landwirte 2007 im Schweriner Landtag für die NPD auf.

WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN

Da das Buch schnell vergriffen war und auch wegen des Auffindens neuen Materials haben Baumgärtner und Wrede einen Blog zum Thema völkische und neurechte Jugendgruppen (www.rechte-jugendbuende.de) gestartet.

Maik Baumgärtner, Jesko Wrede: “Wer trägt die schwarze Fahne dort…”
Reihe “Kompetente Konzepte für Demokratie und Toleranz”, Band 2
Bildungsvereinigung ARBEIT UND LEBEN
Braunschweig 2009
ISBN 978-3-932082-35-1

www.rechte-jugendbuende.de

Fotos mit freundlicher Genehmigung von Rolf Boehm. Übernommen aus Rechte Jugendbünde: Fundstücke von 1988 .

UniSolar AG eingerichtet

Geschrieben von | Veröffentlicht am 12. Juli 2009 um 18:54 Uhr

Wird die Idee von Juliane Hille wahr, dann produziert in spätestens zwei Jahren eine Photovoltaikanlage Solarstrom auf dem Dach der Mensa am Schießwall.

Juliane Hille

Juliane Hille - AStA-Referentin für Nachhaltigkeit und Ökologie

Die Referentin für Nachhaltigkeit und Ökologie des AStA, Juliane Hille, brachte in das StuPa einen Antrag auf Einrichtung einer Arbeitsgruppe UniSolar ein. In der StuPa-Sitzung vom 1. Juli wurde über den Antrag abgestimmt und dieser angenommen.

Im Februar berichtete der webMoritz über UniSolar. UniSolar ist ein Projekt, das an anderen Unis in Deutschland erdacht und ausprobiert wurde. Das Ziel von UniSolar ist es, durch studentische Projekte aktiven Klimaschutz an den Hochschulen zu betreiben. Zentraler Punkt dabei ist die Errichtung einer Solaranlage auf einem Unigebäude. Die Anlage wird dabei durch Mikrodarlehen der Studierenden finanziert.

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