Alle Artikel von Moritz-Magazin

moritz 98 – Mai 2012 – Raus aus der Stadt

Geschrieben von | Veröffentlicht am 21. Mai 2012 um 19:30 Uhr

Trau dich raus!

Mit dem Sommer kam ein wenig Umbruchstimmung nach Greifswald. Das Studierendenparlamant (StuPa) hat mit Milos Rodatos einen neuen Präsidenten gewählt und auch gleich eine neue Struktur für den Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) beschlossen. Ebenso wurde der Vorsitz in eben diesem Organ nach einem Jahr wieder besetzt. In Zukunft wird Felix Pawlowski den AStA zusammenhalten. Auch in der Universitätsmedizin sind die letzten Umzüge der Kliniken fast abgeschlossen und im Hafen in der Innenstadt arbeitet man an der Sanierung der Museumswerft.

Beim moritz hatten wir auch Lust auf etwas Frühjahrsputz.

Im Layout haben wir spontan einige Änderungen vorgenommen. Zum Beispiel wurden mal schnell die Kurznachrichten gestrichen und durch eine Open-Space-Seite ersetzt, die jeder Ressortleiter individuell befüllen kann. Zudem haben wir kurz vor Druck noch einen Posten neu vergeben. Unter anderem gibt es endlich wieder eine stellvertretende Chefredakteurin für das Magazin: In der Sitzung des Studierendenparlamentes am 8. Mai wurde Katrin Haubold, ihrerseits Covergirl auf moritz-Heft Nummer 94, gewählt. Sie leitet das Magazin jetzt auch offiziell zusammen mit Johannes Köpcke. Mit dieser Aufbruchstimmung haben wir auch das Zitat auf dieser Seite eingeführt. Noch im letzten Heft wurde an dieser Stelle der Arndt des Monats beerdigt, ab sofort wird statt ihm ein erfundenes Zitat der Redaktion die erste Seite schmücken. Den Anfang macht – wie sollte es anders sein – unser Rektor Rainer Westermann, der sein letztes Amtsjahr bestreitet.

Apropos Um- und Aufbruchstimmung zum Sommerbeginn – geht doch mal wieder raus! Natürlich wollen wir damit nicht an die Kleinstadtflüchtlinge appellieren, sondern zum Hierbleiben anregen. Dafür haben wir für euch im Titel-Thema Ausflugsziele innerhalb und außerhalb Greifswalds geprüft. Naturliebhaber finden unter anderem Ideen für eine Radtour zur Insel Riems und Umgebung. Außerdem haben die moritz-Redakteure verschiedene Boddenstrände auf ihren Entspannungsfaktor getestet und einen regionalen Wanderführer auf seine Regentauglichkeit. Wer sich eher für Kultur begeistern kann, findet Anregungen im Museumsratgeber, der euch einige Museen der Region Vorpommern vorstellt, natürlich gleich mit Karte. Karten jeglicher Art bilden im Übrigen auch das heimliche Titel-Thema dieser Ausgabe, denn jeder Ausflugstipp ist mit einem passenden Plan ausgestattet, um euch das Orientieren zu erleichtern.

Stefanie Pätzold

Das komplette Heft könnt ihr hier als pdf runterladen, einzelne Artikel könnt ihr auch direkt online lesen und kommentieren

» Jung und wild « – Milos Rodatos im Interview

Geschrieben von | Veröffentlicht am 21. Mai 2012 um 19:21 Uhr

Mit 16 Stimmen wurde Milos Rodatos am 17. April zum neuen Präsidenten des Studierendenparlaments gewählt. Der Hochschulpirat sprach mit moritz über Transparenz, biedere Satzungsrealitäten und die Macht des Einzelnen.

Milos, die Außenwirkung einer politischen Institution trägt viel zu ihrem Image bei. Siehst du dich in deinem neuen Amt als „Verkäufer“ der Greifswalder Hochschulpolitik ?
Nein, nicht als Verkäufer. Ich bin der Bote (lacht).

Und was bringst du uns?

Milos Rodatos

Hochschulpolitik.

In Reinform oder auch mit Inhalten?

Der Begriff „Hochschulpolitik“ schließt Inhalte doch schon ein (lacht). Na ja, wahrscheinlich trifft es Öffentlichkeitsarbeit für das Studiernendenparlament (StuPa) am besten. Auch dieses Interview ist letztendlich Öffentlichkeitsarbeit für das StuPa und die Hochschulpolitik und weniger Information über meine Person. Dementsprechend fühle ich mich gerade eher als Präsident denn als Student Milos Rodatos. Das Studierendenparlament steht, wie ich finde völlig zu Unrecht, in der Öffentlichkeit unglaublich schlecht da. Natürlich macht es einen großen Unterschied, ob ich Sitzungen als Außenstehender wahrnehme oder als aktiv Beteiligter. Sinn oder Unsinn einer hitzigen Debatte werden dann ganz anders beurteilt. Ich denke, dass wir als StuPisten ganz deutlich sagen müssen: Hey, wir sind die Leute, die eure acht Euro verwalten und ihr könnt mitbestimmen, was mit dem Geld passiert. Aktuell arbeite ich mich gerade in die Materie ein, aber mittelfristig ist geplant, die Arbeit des Präsidiums auf einer eigenen Internetseite transparent und nachvollziehbar darzulegen. Einfach um zu zeigen, womit wir uns wann beschäftigen und für welche Themen und Inhalte wir eintreten.

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Großer Aufwand kleine Wirkung

Geschrieben von | Veröffentlicht am 21. Mai 2012 um 19:16 Uhr

In einer langwierigen Debatte entschied das Studierendenparlament über die neue Struktur des Allgemeinen Studierendenausschusses. Mit leicht verändertem Aufbau sollen die Aufgaben nun bewältigt werden.

Felix Pawlowski

Nach 110 Minuten und drei internen Wahlgängen war es geschafft: Mit neun Ja- und acht Nein-Stimmen bewilligte das Studierendenparlament (StuPa) die neue Struktur des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA). In der ersten außerordentlichen Sitzung der neuen Legislaturperiode entschied das StuPa über die Organisationsform und sorgt somit für einen minimalen Wandel im AStA. „An sich hat sich die alte Struktur bewährt“, findet Felix Pawlowski, ehemaliger Referent für Fachschaften und Gremien. Weiter sagt er: „Damit meine ich das Modell mit einem Vorsitzenden und den Hauptreferenten.“ Auch die geringe Anzahl an Referaten ist ein Vorteil im Alltag des studentischen Lebens. Die wenigen Mitarbeiter kommunizieren besser miteinander und eine Zusammenarbeit der unterschiedlichen Abteilungen ist produktiver.

„Aus rein politischer Sicht ist das knappe Ergebnis bei der StuPa-Sitzung für uns irrelevant“, sagt Timo Schönfeldt, ehemaliger Referent für Soziales, Wohnen und Studienfinanzierung, der kurzzeitig auch den kommisarischen Vorsitz des AStA übernahm. „Wir werden jetzt mit dieser Struktur arbeiten müssen.“ Kurz nach dem Beschluss der Struktur merkte das Justitiariat der Universität dass es Unklarheiten gebe: Es wurde die Frage aufgeworfen, ob eine Änderung der AStA-Struktur ein einfacher Beschluss oder eine Änderung der bestehenden Anlage ist. Je nach Auslegung der vorhandenen Satzung reiche eine einfache Mehrheit aus oder es sei eine absolute Mehrheit von Nöten. Bei einem einfachen Beschluss könne der AStA mit der Struktur arbeiten, ist es aber kein Beschluss müsse das Ergebnis revidiert werden. Am 8. Mai entschied das StuPa, dass die Änderung ein einfacher Beschluss sei und man somit mit der Struktur weiterarbeiten könne.

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TITEL Baden im Bodden

Geschrieben von | Veröffentlicht am 21. Mai 2012 um 19:10 Uhr

Ein Vorteil der maritimen Lage Greifswalds ist, im Sommer kostenlosen Badespaß genießen zu können. Aber an welchen Strand soll man fahren? Um euch die Entscheidung zu erleichtern, hat moritz Boddenstrände unter die Lupe genommen.

Kartenmaterial von openstreetmap.org; CC by SA

Die Strände am Bodden lassen sich in zwei Kategorien einteilen: Zum einen gibt es die bekannten, gepflegten Strände in Lubmin und Eldena, die im Sommer aber auch oft überlaufen sind. Zum anderen gibt es abgelegene Strände bei Wampen, Loissin und Vierow. Hier gibt es statt touristischer Angebote Ruhe, dafür aber auch ab und zu Seegrashaufen am Strand. Im folgenden werden euch die Strände von West nach Ost vorgestellt. Eine tabellarische Übersicht findet ihr auf der nächsten Seite.

Die Vorteile des Wampener Strands sind ganz klar seine Abgeschiedenheit und die relative Nähe zur Stadt. Wer per Rad den Weg am Rande des Naturschutzgebietes entlang gefunden hat, darf sich über einen knapp 300 Meter langen und zehn Meter breiten Strand freuen, der durch Naturbelassenheit besticht. Die Brandungszone wird von Kieseln gesäumt, der Spülsaum von Muscheln und Seegrashaufen. Einen Imbiss und Toiletten sucht man hier vergebens. Direkt an den Strand kommt man nur mit dem Rad oder zur Fuß, Autofahrer müssen im Ort parken und mehrere Hundert Meter laufen.

Wenn der Wind die Wellen auf den Strand in Eldena trägt, wirkt dieser auf den ersten Blick wie ein richtiger Ostseestrand. Er ist auf 600 Metern Länge und circa 50 Metern Breite mit schönem weißen Sand bedeckt, dazu gibt es einige Buden und Volleyballfelder. Geht man ins Wasser, wird jedoch sofort klar, dass man nur in der Dänischen Wiek ist. Der Grund ist immer schlammig, oft voller Seegras und dazu sehr lange sehr nah an der Wasseroberfläche. Der Strand in Eldena ist ein städtisches Strandbad und kostet in der Sommersaison tagsüber Eintritt.

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» Nicht mit Technik im Bett liegen « – Ernst-Jürgen Wallberg im Interview

Geschrieben von | Veröffentlicht am 21. Mai 2012 um 19:03 Uhr

Am 13. April besuchte der Journalist Ernst-Jürgen Walberg das Koeppenhaus, um Bücher aus dem Fokus der diesjährigen Leipziger Buchmesse vorzustellen.
moritz sprach mit ihm über die Messe, seine Arbeit und die Lust am Lesen.

Was sind Ihre Eindrücke der diesjährigen Leipziger Buchmesse?
Das ist eine gewaltige Lesemesse. Es ist keine Geschäftsmesse, sondern eine Lesemesse und das ist einfach eindrucksvoll. Man läuft Autoren über den Weg, man sieht, wie Leute am Stand, neben dem Stand und auf irgendwelchen Gängen lesen – es macht einfach Spaß, da zu sein, wenn man ein bisschen Zeit hat.

Wie beurteilen Sie denn die Verlagslandschaft und die Veränderungen der letzten Jahre?
Das ist ja ein schleichender Prozess. Es gibt eine ganze Reihe von sogenannten unabhängigen, kleinen Verlagen. Diese sind eigentlich die interessantesten für mich, weil das die sind, die gute Autoren, gute Autorinnen weltweit ausgraben. Die dann ihre erste, zweite Veröffentlichung machen. Wenn es ein Erfolg wird, dann greifen die großen Verlage zu und machen das große Geschäft. Random House und ähnliche haben so viele Verlage inzwischen, dass man den Überblick verliert, wohin wer jetzt gehört. Das kriegt man manchmal durch eine Pressemitteilung mit, aber so ganz genau weiß man das auch nicht. Und die Konzentration nimmt weiter zu. Trotzdem gibt es immer wieder neue Kleinverlage und das macht eigentlich Mut. Die kleinen Verlage halten sich manchmal wirklich sehr lange, zum Beispiel der Wagenbach-Verlag, der hat viele Jahre überlebt.

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Kultur Ahoi

Geschrieben von | Veröffentlicht am 21. Mai 2012 um 18:59 Uhr

Frühlingsluft um die Nase, Wind in den Ohren, Wellen kabbeln gegen Schiffe. Menschen arbeiten emsig oder sitzen vor Kaffetassen, Kinder spielen. Es riecht nach Leim, Holz und Aufbruchstimmung. Zu Besuch auf der Greifswalder Museumswerft.

Der Greifswalder Museumshafen. Im Sommer ein Ort des lebendigen Umtrunks und der Entspannung. Zwei Restaurantschiffe, ein Ruderbootshaus, Fluten von glitzernden Yachten aus örtlicher Produktion, dahinter ein heimeliges Üferchen voll skandinavischer Ferienbuden. Und doch versteckt sich, zwischen dem Ruderclub Hilda und dem wirtschaftlichen Zugpferd „Hanse-Yachten“ ein wahrhaftes Greifswalder Kleinod, oft in Bewegung, doch hinter alten Masten und Bordwänden gut getarnt.

„Werft mit Kultur“ schallt es daher nun auf Postkarten aus der Greifswalder Museumwerft e.V.; Sommer, Sonne und maritime Aktivität stehen an und man hofft auf zahlreiche Zuflüsse, auch aus ryckfernen Gegenden der Stadt.

Die Aktivitäten des seit 2001 bestehenden Vereins sind mindestens so abwechslungsreich wie die Geschichte seines Geländes typisch für Vorpommern, hat doch der Schiffsbau und Werftbetrieb in der Greifswalder Salinenstraße eine lange Tradition. Einst war das nördliche Ryckufer gesäumt von Holzschiffwerften, jedoch der Niedergang der Segelschiffahrt machte vielen Betrieben den Garaus. Verschont blieb lediglich das jetzt noch genutzte Grundstück, im Volksmund alte Buchholz‘sche Werft genannt. Im Jahre 1911 hatte Richard Buchholz das Grundstück erhalten und den Betrieb in den Folgejahren stetig ausgebaut. Übrig geblieben sind aus dieser Blütezeit einige Gebäude sowie Maschinen.

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Der Traum vom Verlag

Geschrieben von | Veröffentlicht am 21. Mai 2012 um 18:52 Uhr

Seit Gutenberg Mitte des 15. Jahrhunderts den Buchdruck in Europa revolutionierte, boomt das Verlagswesen. Neben Berlin und Leipzig darf sich nun auch Greifswald aufgrund eines studentischen Traums über einen stadteigenen Verlag freuen.

Erik Münnich

Viele Kinder wollen in ihren ersten Lebensjahren Pilot, Astronaut oder Polizist werden. Auch Erik Münnich hatte einen Traum, aber nicht mit fünf Jahren, sondern während seiner Studienzeit. Vor gut anderthalb Jahren entstand der Wunsch des Germanistikstudenten einen eigenen Verlag zu gründen um bekannten wie unbekannten Autoren die Möglichkeit zu geben von ihrer Arbeit zu leben und unabhängig von großen Verlagshäusern arbeiten zu können.

Am 1. Januar 2012 war es dann soweit: der freiraum-verlag erblickte hier in Greifswald das Licht der Welt. Mittlerweile hat das Unternehmen seine ersten Schritte gemacht und zwei Bücher herausgebracht, fünf weitere sollen im Laufe des Jahres folgen. Bisher können sich die Kunden des Verlags über die „Memoiren eines Münsterländer Mastschweins“ von Jürgen Buchmann und Kurzgeschichten von Jürgen Landt mit dem Titel „Alles ist noch zu begreifen“ erfreuen (Rezensionen findet ihr in diesem und dem nächsten moritz).

Doch neben den gängigen Verlagstätigkeiten des Vervielfältigens und Verbreitens von Literatur haben sich Erik und seine zwei Gesellschafter Raimund Nitzsche und Andreas Kaufeldt ein besonderes Verlagsprofil in den Kopf gesetzt. Das Unternehmen möchte „die Interessen und Vorlieben des Publikums komplett abbilden“ und sich so von dem tendenziell elitären Kreis der großen Verlagshäuser abwenden. Die Publikationen sollen in den Formaten vom klassischen Buch über das E-Book bis hin zum Hörbuch für jeden attraktiv sein.

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moritz 97 – April 2012 – Die Wächter des Waldes

Geschrieben von | Veröffentlicht am 1. April 2012 um 20:22 Uhr

Der Arndt ist tot!

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Trauernde,
Das Sommersemester steht vor der Tür. Das allseits bekannte Spektakel in der Stadt beginnt wieder mit der Rückkehr der Studenten.
Auch moritz ist zurück und berichtet pünktlich zum Semesterbeginn über die finanziellen Probleme des Hochschulsports. Dabei nehmen wir das Bootshaus und dessen Zustand besonders unter die Lupe. Ferner erwartet euch Leser eine aufdeckende Reise durch die Historie der bisher eher unbekannten Ländereien der Universität. Zudem zeigen wir euch, wie und wo ihr die letzten Paar Handschuhe nähen oder euch bereits mit sommerlicher Kleidung eindecken könnt.

Daraus folgt: In Greifswald ist alles beim Alten!
Doch der Schein trügt. Obschon bekannter und stets wiederkehrender Phänomene, hat moritz eine tragische und demnach folgenreiche Nachricht zu verkünden: Der Arndt des Monats ist tot! Im Mai 2006 geboren, begleitete er uns über sechs Jahre hinweg und gewährte uns einen tiefgehenden und oftmals erschreckenden Einblick in die Gedankenwelt. Eingeleitet wurde er damals mit den Worten: „Der Name ‚Ernst-Moritz-Arndt-Universität‘ ist den einen ein Dorn im Auge, den anderen eine Ehre. Als großer Staatsmann, der die Freiheit von der Leibeigenschaft bedeutend vorangebracht habe, sei er ein ehrenvoller Namensgeber für unsere Universität. da es jedoch auch eine andere Seite von Herrn Arndt gibt, die selbst über das hinausgeht, was in national gesinnten Kreisen jener Zeit üblich war, wollen wir das Thema ein weiteres Mal aufgreifen.“

Ein unbeschriebenes Blatt war er nun wirklich nicht. Der Eindruck, er habe es faustdick hinter den Ohren, entstand bereits als er noch in den Kinderschuhen steckte. Der demzufolge oftmals und durchaus berechtigt kritisierte Arndt des Monats offenbarte sich innerhalb der letzten Jahre als wahrer Überlebenskünstler. Von klein auf unterhielt und schockierte er ein jeden mit seinen Meinungsäußerungen. Ebenso die Debatte um den Namenspatron der Universität Greifswald im Jahr 2010 konnte ihm nicht zu Leibe rücken. Nun ist der Arndt des Monats an Altersschwäche verstorben. Es ist an der Zeit Abschied zu nehmen und ihn zu Grabe zu tragen. Unser Mitgefühl gilt all seinen Angehörigen.

Folglich lässt sich sagen: In Greifswald ist doch nicht alles beim Alten! moritz reicht allen Trauernden ein Taschentuch und bedankt sich sowohl für die Anteilnahme als auch für die herzlichen Beileidsbekundungen eurerseits.

Wir wünschen euch einen guten Start in das neue Semester.

Natascha Gieseler

Das komplette Heft als pdf könnt ihr hier herunterladen, ausgewählte Artikel auch direkt online lesen und kommentieren.

TITEL Der Notgroschen unserer Universität

Geschrieben von | Veröffentlicht am 1. April 2012 um 20:15 Uhr

Eine der reichsten Universitäten Deutschlands. Auf den ersten Blick eine Beschreibung, die man unserer Alma Mater gar nicht zutraut. Doch die Ländereien und der gleichzeitige Notgroschen haben zahlreiche Bauprojekte ermöglicht.

Wolfgang von Diest

Die Universität Greifswald verlor im Laufe der Geschichte viele ihrer Besitztümer, doch noch heute kann sie 8 700 Hektar Wald- und Ackerflächen, sowie zahlreiche Immobilien ihr Eigen nennen. Genug um mit dem erwirtschafteten Gewinn, neben dem steuerfinanzierten Haushalt, einen zweiten sogenannten Körperschaftshaushalt aufzustellen.

Doch wie wurde unsere Universität zur Gutsherrin? Mit Gründung der Alma Mater Gryphiswaldensis im Jahre 1456 wurden ihr bereits großzügige Ländereien zu eigen. Der Großteil ihres Besitzes war jedoch Teil einer Schenkung des Pommernherzogs Bogislaw XIV. Dieser war Patron der hohen Schule und damit der Universität finanziell verpflichtet. So war er nicht nur zuständig für die Einberufung von Rektoren, sondern auch maßgeblich für ihre Bezahlung.

In der Zeit um den 30-jährigen Krieg kamen die Herzöge ihren Verpflichtungen jedoch nur schleppend nach. So wuchsen die Forderungen der Universität auf 4 000 Gulden an. Den angehäuften Schuldenberg vor Augen, erinnerte man sich der Säkularisierung des Klosters Eldena, dessen Ländereien sich die Fürsten nach der Reformation einverleibten. Am 28. März 1634 überließ man das fürstliche Amt Eldena der Universität per Schenkungsurkunde. Der Herzog behielt sich allerdings Rechte, wie die Steuererhebung für die Ländereien, vor. Denn neben Wäldern, Äckern und Wiesen erhielt die Universität zahlreiche Dörfer wie Schönenwalde, Newenkirchen oder Wyke. Insgesamt besaß die Universität 14 500 Hektar, eine Fläche fast dreimal so groß wie das damalige Greifswald. Ziel der Schenkung war, dass die Universität sich aus den Liegenschaften selbst finanzieren kann, was nach Tilgung aller Schulden bis Ende des 19. Jahrhunderts der Fall war.

Mit der Bodenreform in der ehemaligen DDR wurde das Land Volkseigentum und im Zuge der Flüchtlingswelle großflächig aufgesiedelt. Während private Großgrundbesitzer und Kriegsverbrecher enteignet wurden, stellten Gemeinden, Kirchen und die Universität das Land entschädigungslos zur Verfügung. Durch diesen rechtlichen Unterschied war es nach der Wende möglich, Rückübertragungsanträge zu stellen.

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»Wasser marsch!« in Greifswald – Viva con Agua

Geschrieben von | Veröffentlicht am 1. April 2012 um 20:08 Uhr

Weltweit haben fast eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser. Seit sieben Jahren setzt sich Viva con Agua im Rahmen der Welthungerhilfe für diese Problematik ein. Nun haben auch einige Greifswalder Wasser geleckt.

Die Flaschen von VcA

Zu dem Buchstabendschungel der Abkürzungen in unserer Hansestadt ist eine neue hinzugekommen. Neben GreiMUN, HKS und AStA gesellt sich nun auch VcA. Viva con Agua (VcA) ist eine Bewegung des Hamburger Fußballvereins St. Pauli, die durch lustige Aktionen versucht, Geld zu sammeln um in Entwicklungsländern Wasser- und Hygieneprojekte verwirklichen zu können. Zusätzlich wollen die Mitglieder ein Bewusstsein für die steigende Wasserproblematik schaffen.

VcA setzt sich seit Mai 2005 für alle Wasserprojekte der Welthungerhilfe ein und lässt sämtliche Einnahmen dem großen Partner als Spende zukommen. Der 28-jährige Medizinstudent und Begründer der Greifswalder Regionalcrew Hannes Schuler, kam auf die Idee, dieses innovative Projekt nun auch bei uns zu verwirklichen. Regionalcrew bedeutet, dass die Greifswalder weitestgehend unabhängig von der Kopforganisation arbeiten und eigenständig Aktionen rund um das Thema Wasserarmut organisieren. Es begann 2011 mit einem Flohmarktstand in der Fleischervorstadt unter dem Motto „Krempel und Co für H₂O“ und hat sich mittlerweile zu einer Gruppe von ungefähr zehn festen Mitgliedern entwickelt. Hannes erklärt: „Ich hab an dem Tag zig E-Mail-Adressen gesammelt und aufgrund dieses E-Mail-Verteilers kam es dann zum ersten Plenum.“ Mitmachen kann jeder, der Lust hat. Ob jung, ob alt, Zugezogener oder Original-Greifswalder, es sind alle herzlich willkommen.

Jährlich begeht die UN-Water als Sonderausschuss der Vereinten Nationen für das Erreichen der Millennium-Entwicklungsziele am 22. März den Weltwassertag, um auf die steigende Wasserarmut der Weltbevölkerung aufmerksam zu machen. In diesem Jahr gibt es überall auf der Erde große Aktionen zu dem Thema: „Die Welt ist durstig, weil wir hungrig sind“. Im Rahmen dieses Tages wird die ganze Welt und vor allem die Industrienationen dafür sensibilisiert, dass täglich Menschen an Wasserarmut sterben, während die großen Fabriken mehrere Millionen Kubikmeter von dem kühlen Nass verwenden um die stetig wachsende Nahrungsmittelindustrie zu sättigen.

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