Alle Artikel von Gabriel Kords

Bloß nicht zu gehaltvoll: Die Pressemitteilungen der Greifswalder CDU

Geschrieben von | Veröffentlicht am 13. April 2011 um 16:36 Uhr

Eine Polemik

Im Allgemeinen gilt der Verfasser dieser Zeilen nicht gerade als Freund des Blogs der Greifswalder Grünen (nachzulesen hier und hier). Aber manchmal, das muss er zugeben, sind die grünen Blogger wirklich Gold wert. Zum Beispiel heute: Da hat nämlich Gregor Kochhan dort bekanntgegeben, dass auch die Greifswalder CDU plagiiert hat. Zwar geht es nur um anderthalb Sätze in einer aktuellen Pressemitteilung – diese sind aber tatsächlich wortwörtlich aus der Wikipedia entlehnt, ohne Quellenangabe versteht sich.

Damit erreichen die Verlautbarungen, die die CDU-Parteizentrale am Greifswalder Markt verlassen, einen weiteren Tiefpunkt. Die gab es in der Vergangenheit recht regelmäßig. Man denke an ein Pamphlet zur Arndt-Debatte, an peinliche Agitation über Aufkleber oder auch an Polemik zu Radfahrern auf der Europakreuzung.  Die Struktur ist stets dieselbe: Die schwarzen Saubermänner ziehen mit scharfen Worten über ihre jeweiligen Gegner her, in der Regel (siehe oben) übrigens aufgehängt an Themen sekundärer Wichtigkeit.

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Am Montag: Juristen diskutieren über Volksentscheide

Geschrieben von | Veröffentlicht am 9. April 2011 um 12:32 Uhr
So basisdemokratisch wie bei der Uni-Vollversammlung geht es auf Bundesebene (natürlich) nicht zu.

So basisdemokratisch wie bei der Uni-Vollversammlung geht es auf Bundesebene (natürlich) nicht zu.

Am kommenden Montag, dem 11. April, lädt der Fachschaftsrat Jura zu einer Podiumsdiskussion unter dem Titel “Direkte Demokratie auf Bundesebene – Inwieweit sind Volksentscheide auch auf Bundesebene möglich?” ein. Vier renommierte Gäste diskutieren über ein grundlegendes Problem der (bundesdeutschen) Demokratie.

Alle paar Jahre ein Kreuzchen machen und den Rest machen die Politiker von selbst – so könnte man die bundesprepublikanische Demokratie polemisch zusammenfassen.

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Der Greifswald-ICE: Bequemer, aber sonst wie immer

Geschrieben von | Veröffentlicht am 31. März 2011 um 12:45 Uhr

Ein Erfahrungsbericht

Der ICE kommt jetzt auch bis Greifswald.

Der ICE kommt jetzt auch bis Greifswald.

Dienstagmittag, 12:30 Uhr, Nürnberg Hauptbahnhof, Gleis 6. Die Spannung steigt: Gleich soll er kommen, der sagenumwobene ICE nach Greifswald. Doch bevor ICE1208, der Retter der vorpommerschen Bahnanbindung, wirklich einläuft, wird es erst mal richtig spannend: Der Monitor am Gleis verkündet, der Zug fahre nur bis Berlin Gesundbrunnen. Zwar über Jena und Halle, aber eben nur bis Berlin. Dann die computergesteuerte Ansage per Blechstimme: „Auf Gleis 6 fährt ein: ICE1208 nach (Pause) über Jena, Berlin, (Pause).“ Das klingt nicht sehr verheißungsvoll. Entweder, der Zug fährt ins Nirgendwo oder der bayrische Computer kennt sich in der pommerschen Provinz nicht aus.

Als der Schnellzug dann einrollt, steht der ersehnte Zielort dann aber immerhin auf den Zugschildern: Stralsund. Auch die Reservierung zeigt: Nürnberg-Greifswald. Und der Schaffner bestätigt ebenfalls: Ja, es gehe wirklich nach Stralsund, wenn auch erst seit drei Tagen.

Express-Zug in Slow-Motion

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Rechte Schmierereien sollen Erstis begrüßen

Geschrieben von | Veröffentlicht am 30. März 2011 um 12:19 Uhr

Während sich CDU-Fraktionschef und Malermeister Axel Hochschild heute abermals per Pressemitteilung über zurückgebliebene Anti-Atomkraft-Sticker in Greifswald echauffiert, hat die Stadt anlässlich der heute beginnenden Ersti-Woche noch mit einer ganz anderen Art von Verschmutzung zu tun: In den letzten Tagen, vermutlich in der Nacht zu Mittwoch, haben mutmaßlich Rechtsextreme an verschiedenen Stellen in Greifswald einen Schriftzug mit Werbung für die rechtsextreme Plattform “Greifswald Info” angebracht. Ähnliche Vorfälle hatte es bereits zur letzten Erstiwoche im Oktober 2010 gegeben. Der Urheber damals war die selbst ernannte NS-Hochschulgruppe.

Der Schriftzug vor der Kiste

Der Schriftzug vor der Kiste

So nun vor dem Club Kiste in der Makarenkostraße: Dort wurde die Parole “Komm in die Bewegung, Ersti” sowie ein Hinweis auf die Website in schwarzen Buchstaben auf die Pflastersteine unmittelbar vor dem Eingang gesprüht. Das ist exakt derselbe Inhalt wie auch schon im Oktober an anderer Stelle. Auch an der Mensa wurde – wie im Oktober zur vergangenen Erstsemesterwoche - ein ähnlicher Schriftzug aufgebracht. Vor dem Eingang auf den Treppen werden die Erstis ebenfalls mit schwarz gesprühten Lettern aufgefordert, in die “Bewegung” zu kommen – dazu auch mit dem Verweis auf die Homepage versehen. Ein Einsatzfahrzeug der Polizei war um die Mittagszeit vor Ort.

Benjamin Kraenz vom Club Kiste sagte auf Anfrage, man habe die Schmierereien bereits bemerkt. Selbstverständlich sollten sie schnellstmöglich beseitigt werden. Das sei aber Sache des Gebäudeeigentümers, also der Uni. Kraenz erläuterte, dass nun die Polizei alarmiert wurde. Außerdem wollen die Clubmitglieder nun versuchen, den Aufruf vor dem Eingang zu beseitigen. In vergleichbaren Fällen in den letzten Jahren habe die Uni meist innerhalb weniger Tage reagiert.

Auch vor der Mensa befindet sich erneut ein Schriftzug.

Für den Club Kiste kommt die rechte Parole zeitlich sehr ungünstig: Heute Abend findet dort die große Ersti-Party statt. Man darf vermuten, dass das von den Sprayern kalkuliert wure. Ein Kalkül, dass vermutlich auch hinter den Schmiereien an der Mensa steckt. Hier werden die neuen Erstsemester um 15 Uhr feierlich begrüßt.

Fotos: Johannes Köpcke (Kiste), Christine Fratzke (Mensa)

Präsentation über Verbindungen: Viele Fakten und wenig Kritik

Geschrieben von | Veröffentlicht am 29. Januar 2011 um 14:54 Uhr

“Was weißt du eigentlich über Studierendenverbindungen?”, fragten die Kommilitoninnen Tina, Janette, Katja und Marie nicht nur die Zuhörer ihrer gleichnamigen Präsentation, sondern zuvor auch sich selbst. Die Fragestellung war Kern ihres Seminars “Performative Recherche” im Studiengang Kommunikationswissenschaft. In dem mit vier Teilnehmerinnen paradiesisch kleinen Seminar widmeten sich die Studentinnen der selbst gestellten Frage durch intensive Recherche in alle möglichen Richtungen. Am Donnerstagabend stellten sie ihre Ergebnisse vor – im bis auf den letzten Platz gefüllten Hörsaal in der Alten Augenklinik.

Viele Fakten, aber methodisch kreativ

Die vier Studentinnen versuchten, zwischen den Greifswalder Verbindungen anhand von Schlagwörtern zu differenzieren.

Die vier Studentinnen versuchten, zwischen den Greifswalder Verbindungen anhand von Schlagwörtern zu differenzieren.

Ihre Dozentin Hedwig Golpon erklärt die angewandte Technik: “Performative Recherche bedeutet, mit künstlerischen Mitteln auf Untersuchung zu gehen.” So kann bei der Recherche zur Fragestellung mit sehr viel freier gewählten Methoden gearbeitet werden als in der klassischen wissenschaftlichen Forschung und auch bei der Darstellung der Ergebnisse werden künstlerische und dramaturgische Möglichkeiten berücksichtigt. Die Forscherinnen wurden im Wortsinne zu Darstellerinnen: Durch einen Teil des Vortrags wurden die Zuschauer etwa von der als Student des 19. Jahrhunderts verkleideten Tina Winterstein geführt, immer wieder wurde die Präsentation dialogisch zwischen den vier Kommilitoninnen gehalten.

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Beitz: Spannender Lebensweg

Geschrieben von | Veröffentlicht am 28. Januar 2011 um 15:19 Uhr

In unserer Jubiläums-Reihe “555 Jahre Universität Greifswald steht dieses Mal Stifter Berthold Beitz im Mittelpunkt.

Cover des Buches

Cover des Buches

Der Greifswalder Dom, das Krupp-Kolleg und das Audimax – die jüngere Baugeschichte aller drei Gebäude ist eng mit dem Namen Berthold Beitz verknüpft. Eine deutlichte Spur findet sich auf dem neuen Campus: Tausende Studenten queren täglich den zentralen Berthold-Beitz-Platz. Wer sich hinter dem Namen verbirgt, wissen indes die wenigsten Studenten. Es ist ihnen kaum zu verübeln: Denn der Ehrendoktor, Ehrensenator und Stifter unser Alma Mater ist persönlich selten in Greifswald – und in den Medien inzwischen auch nicht mehr präsent. Wer also ist Beitz?

Berthold Beitz kam 1913 in Zemmin bei Jarmen (15 Kilometer südlich von Greifswald) als Kind einfacher Leute zur Welt, verbrachte seine Schulzeit in Greifswald und machte anschließend eine Ausbildung in Stralsund. 1939 verließ er die Stadt und begann beim Energie-Unternehmen „Royal Dutch Shell“. Im Zweiten Weltkrieg war er Manager in der kriegswichtigen Ölindustrie des Deutschen Reichs, die meiste Zeit in Boryslaw (heute Ukraine). Dass er dort mehrere hundert Juden vor der Deportation bewahrte, ist vielfach belegt, die letzten Zeitzeugen leben noch.

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Beitz-Biograph liest im Krupp-Kolleg

Geschrieben von | Veröffentlicht am 12. Januar 2011 um 12:24 Uhr

Berthold Beitz gehört zu den wichtigsten Persönlichkeiten für die Entwicklung der Uni Greifswald nach 1990. Doch obwohl der zentrale Platz des neuen Campus nach ihm benannt ist und mehrere Tafeln an Uni-Gebäuden von seinem Engagement zeugen, wissen die allermeisten Studenten nicht, um wen es sich handelt.

Buch-Cover

Buch-Cover

Beitz stand ab Mitte der 50er Jahre dem Krupp-Konzern vor und war in dieser Funktion prägend für die Wirtschaft in der jungen Bundesrepublik. Später wurde er Vorsitzender des Kuratoriums der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, die 25 Prozent der Anteile am Thyssen-Krupp-Konzern hält und die gemeinnützige Ziele hat. Beitz, der seine Jugend in Greifswald verbrachte, sorgte mehrfach für große Spenden an die Stadt und die Universität aus Mitteln der Krupp-Stiftung. So kamen unter anderem die Sanierung des Audimax oder die Ansiedlung des Krupp-Kollegs, dessen Kuratoriums-Vorsitzender Beitz ist, zu Stande. Beitz, der selbst nie studiert hat, ist zu Ehrung seiner Verdienste zum Stifter der Universität Greifswald ernannt worden und unter anderem Ehrensenator der Universität. Auch für den Neubau der Geisteswissenschaften an der Loefflerstraße hat Beitz eine finanzielle Förderung “fest in Aussicht gestellt“.

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Mit Laternen gegen den Castor

Geschrieben von | Veröffentlicht am 7. Dezember 2010 um 20:57 Uhr

Mit Lampions und guter Laune haben sich heute Abend circa 60 Greifswalder auf die bevorstehenden Proteste gegen den Transport von Castor-Behältern nach Lubmin eingestellt, der in der nächsten Woche bevorsteht. Auf Initiative des Anti-Atom-Bündnis Nordost und der Greifswalder Domgemeinde zogen die Demonstranten von der Europakreuzung zum Dom, wo man sich an einem Feuer mit Punsch wärmte.

An dem Umzug nahmen auffallend viele Kinder teil, die von ihren Eltern begleitet wurden. Viele hatten sich selbst Laternen mit einem gelben X gebastelt, dem Erkennungszeichen der örtlichen Castor-Gegner. Mit Parolen wie “Wir wollen euren Castor nicht” und “Ihr Kinderlein kommet zum Castor doch all” taten die großen und kleinen Demonstranten ihre Meinung kund.

Der Umzug war Auftakt einer Reihe von Protesten, die den Castor-Transport begleiten sollen, der unbestätigten Angaben zufolge am 16. Dezember eintreffen soll. Höhepunkt der Proteste wird am kommenden Samstag eine Demonstration in Greifswald sein, zu der mehrere Tausend Demonstranten aus der gesamten Republik erwartet werden. Näheres zu den geplanten Protesten lest ihr in Kürze auf dem webMoritz.

Fotos: Gabriel Kords, Torsten Heil (kleines Aufmacherfoto: “Atomkraft? Nein Danke!”.

Text und Fotos dieses Artikels stehen nicht unter CC-Lizenz. Alle Rechte vorbehalten!

Vorträge zu Millitärseelsorge und zur Lage in Afghanistan

Geschrieben von | Veröffentlicht am 10. November 2010 um 11:28 Uhr
ISAF-Soldaten in Afghanistan

ISAF-Soldaten in Afghanistan

Am Donnerstagabend geht es bei einer Vortragsveranstaltung mit anschließender Podiumsdiskussion um die aktuelle Lage der Bundeswehr in Afghanistan sowie um Millitärseelsorge. Veranstalterin ist die Konrad-Adenauer-Stiftung.

Wie die Stfitung mitteilt, steht die Veranstaltung unter dem Titel „Soldaten in Afghanistan – Militärseelsorge und die aktuelle Situation in Afghanistan“. Zur gegenwärtigen Situation des militärischen Einsatzes in Afghanistan referiert zunächst Oberstleutnant Uwe Kort. Er ist Leiter der Informationsarbeit des Bundeswehr-Landeskommandos Mecklenburg-Vorpommern. Anschließend spricht Helmut Jakobus, der Militärgeistlicher im Evangelischen Militärdekanat Erfurt ist, über die Militärseelsorge in Deutschland und im Einsatz.

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Bahn plant “zusätzliches” IC-Angebot ab März

Geschrieben von | Veröffentlicht am 8. November 2010 um 18:38 Uhr
Ein Intercity der deutschen Bahn

Ein Intercity der Deutschen Bahn.

Die Deutsche Bahn plant die Einrichtung eines zusätzlichen Intercity-Zugpaares für Pendler, das ab März zusätzlich zu den bisher geplanten Intercity-Zügen verkehren soll. Morgens soll ein zusätzlicher Zug nach Berlin verkehren, abends dann in Gegenrichtung.

Ab Dezember werden zunächst nur zwei bis drei Züge täglich (statt bisher fünf) auf dieser Strecke verkehren, ab Ende März werden dann an den meisten Tagen drei Zugpaare fahren. Wie Bahn-Pressesprecher Burkhard Ahlert auf Anfrage mitteilte, taucht das jetzt zusätzlich geplante Zugpaar aber noch nicht im neuen Fahrplan auf, der vor zwei Wochen veröffentlicht wurde. Insofern sind die Details der Verbindung, also insbesondere, wie häufig der neue Zug verkehren wird, noch nicht bekannt. Ahlert konnte sich dazu ebenfalls nicht äußern.

Dass die Bahn nun eine weitere Verbindung im Sommerhalbjahr plant, schreibt sich Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) auf seine Fahnen. Wie die Staatskanzlei MV heute mitteilte, sei die neue Planung das Resultat eines Telefonats, dass er mit Bahn-Chef Rüdiger Grube geführt habe.

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