Alle Artikel von Arik Platzek

„Enjoy the crowd!“ – Science Slam in Greifswald

Geschrieben von | Veröffentlicht am 17. April 2012 um 08:00 Uhr

Bühne frei für die Wissenschaft – Das ist das Motto des Science Slams, der knapp sechs Jahre nach seiner Erfindung auch endlich in Greifswald Einzug halten will. Anfang Mai sollen im Studentenclub Kiste junge Forscherinnen und Forscher ihren großen Auftritt wagen. webMoritz hat deshalb erfahrene Slammer zu ihren Motiven befragt, die eigene Wissenschaft vor Publikum zu präsentieren.

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Wahlfreiheit: Ist eine Quote die Endlösung?

Geschrieben von | Veröffentlicht am 8. März 2011 um 13:24 Uhr

Ein Essay von Arik Platzek

 

„Die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät gehört in Sachen Frauenförderung zu den Spitzenreitern in Deutschland. An der Fakultät sind 18 Prozent aller Lehrstühle von Professorinnen besetzt.“ Darüber freute sich Mitte letzten Novembers Professor Klaus Fesser, Leiter dieses akademischen Aushängeschilds der Universität Greifswald. Schenkt man nun weiteren Quellen Glauben, wird unser Planet heute die 100. Sonnenumkreisung beenden, nachdem Menschen zum ersten Mal einen Frauentag zelebrierten. Geboren wurde diese Idee im Kampf um das politische Stimmrecht für Frauen. Heute ist dieses fast überall Realität. Gibt es jetzt Anlass für ein euphorisches Resümee?

Unendlich viel wurde gestritten um das Thema Gleichberechtigung und Gerechtigkeit aus geschlechtsspezifischer Perspektive. Fakten wurden unzählige Male zitiert und wieder bestritten, Studien und Statistiken erstellt und wieder verrissen, Theorien entworfen und erbittert bekämpft. Vergebens?

Was bleibt nun noch Hilfreiches zur Frage beizutragen, ob und wie der Kampf um ein faires und menschenwürdiges Verhältnis zwischen Männern und Frauen, Frauen und Staat oder Frauen und weiblicher Natur heute zur Pflicht gehört oder die Kür darstellt? Auf der Suche nach einem plausiblen Standpunkt habe ich noch gestern mit einer Sozialwissenschaftlerin mit solch fachlichem Schwerpunkt (liebevoll) über die Frage gestritten, was zum Kampf um die Rechte der Frauen heute zu sagen bleibt.

Brauchen wir eine Frauenquote?

Wäre die Quote die Rolltreppe in die Chefetagen?

Ist es wahr, dass in Deutschland mittlerweile eine sich verselbstständigte Gender-, Gleichstellungs- und Gleichberechtigungsindustrie in diesem Bereich von Politik und Gesellschaft gewachsen ist, wie einige meinen? Stimmt es, dass der Streit für die Rechte von Frauen bereits vergleichbar irrationale und unhaltbare Ansichten wegen fanatisierter und verklärter Standpunkte hervorbringt, wie sie ihrer Natur nach einst Ausgangspunkt von grotesk anmutenden Herabsetzungen für die längste Zeit Teil der Menschheitsgeschichte waren – freilich regelmäßig zum Nachteil von Frauen? Ist es wahr, dass es heute Zeit für eine Debatte über Männerdiskriminierung wegen eines ausufernden und irrationalen Gleichstellungswahns wird? Nicht wenige meinen das. Und nicht wenige sind Frauen.

Brauchen wir etwa eine „Frauenquote“ in unserer Gesellschaft oder enthält schon diese Idee eine Herabsetzung beider Geschlechter? Der Frauen, weil die Quote als Testament einer sonst nicht zu kompensierenden Unfähigkeit gesehen werden kann. Der Männer, weil sie als politischer Hebel im Kampf gegen die Konsequenzen eventueller Stärken wirken kann. Ist diese Quote einer offenen Gesellschaft aus mündigen und freien Bürgern würdig oder nicht? Und warum erhalten Frauen bei Wahlen nicht einfach das doppelte Stimmrecht zur Durchsetzung ihrer Interessen gegenüber ihren männlichen Konkurrenten?

Man kann jedenfalls mit Fug und Recht behaupten, dass eine freie Gesellschaft nicht auf der drastischen Maximierung gesetzlicher Regulierungen basieren sollte – was vermutlich die Folge einer solchen „Quote“ und notwendiger Justierungen nach Klagen von Männern vor den Gerichten des Landes wäre. Die Praxis einer offenen Vernunft unter Mitgliedern unserer zweifellos vernunftbegabten Spezies sollte mit möglichst wenig und möglichst einfachen Gesetzen auskommen können, um das gerechte und friedliche Miteinander zu klären. Wo hakt es, nachdem eine streitbare und streitende Marxistin vor so langer Zeit ihre Ideen in die Welt setzte?

Denn wohin man auf der Welt schaut: Fast überall – und auch in den vermeintlich aufgeklärten Gesellschaften Europas – scheint die Existenz von einem Penis als tragfähiges Indiz für die Chance auf gesellschaftlichen und persönlichen Erfolg und vor allem auf Führungspositionen gelten zu können. Auch in der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät in Greifswald. Warum? Aber sogar die dort arbeitenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden uns nicht endgültig abschließend die Frage beantworten können, welches Set unbestreitbarer Tatsachen und Qualitäten in der menschlichen Natur die vieldiskutierten Gleichberechtigungs- und Gleichstellungsprobleme letztlich hervorruft und am stärksten bestimmt.

Wo hat die Diskriminierung ihre Wurzeln?

Es gibt Institutionen, die an den Pranger gehören. Denn dort wird die scheinbar fehlende Emanzipation und Unfreiheit nicht unablässig problematisiert, sondern propagiert. Dort ist es, wo unsere Kultur auf Basis von rationaler Kritik nicht evolviert, sondern wo man sich gegen Kritik mit allen Mitteln immunisiert. Schauen wir nicht nach Schwerin oder Berlin. Denn im Herzen von Rom und Freiburg finden sich bemerkenswertere Ansprechpartner bei der Frage, wo Diskriminierung ihre Wurzeln haben könnte. Hier in Greifswald darf man die Frage stellen, wie sich das Phänomen des Katholizismus und ihrer Verfechter im Kampf um die Emanzipation von Frauen ausgewirkt hat und weiterhin auswirkt.

Der Blick auf die historischen Ursprünge spricht zunächst für sich. Weder Clara Zetkin noch die Mehrheit der Fürstreiter von Frauenrechten in der europäischen Geschichte zeigten sich als Anhänger des Papsttums und der damit verbundenen Ideen. Das Gegenteil ist der Fall.

Man sollte sich also die Frage stellen, welche Geistes- und Denkhaltungen von einer so einflussreichen Instanz gefördert oder auch bekämpft werden. Eine Instanz, welche die Chancen auf ihre zentralsten Ämter unmittelbar nach der Geburt eines Menschen und einem kurzen Blick auf primäre Geschlechtsmerkmale beurteilen kann. Benedikt XVI., Robert Zollitsch und ihre Mitstreiter schaffen so etwas. Finden wir also hier prägende Zusammenhänge oder lediglich bloße Scheinkorrelationen?

Verbot von Burka und Co?

Man muss sich nicht groß wundern, woher verklärte Ansichten und die Unmöglichkeit in der Bewältigung von „echten“ Gerechtigkeitsdefiziten rühren, wenn mitten im angeblich aufgeklärten Europa die Differenzierung von Chancen auf höchste Ämter mit Unterscheidung nach Geschlecht millionenfach Anhänger findet. Wo vehement die Ansicht verteidigt wird, das Frauenrecht auf praktizierte Liebe zu einem liebenswerten Mann muss an der Rolle als Seelsorger und Bibelausleger scheitern.

Dass in diesen Sphären etwas anderes möglich ist, bewies Margot Käßmann. Auch wenn ihre Verteidigung von seltsamen Theologien teilweise äußerst kurios wirkt, war sie Symbol einer irgendwie progressiven Alternative. Ein Symbol des Fortschritts und der Beweis, dass man die Dinge auch anders sehen kann. Anders machen kann. Und Käßmann, die Ikone, wurde nicht zuletzt durch ihren protestantischen Mut populär, unbequeme Feststellungen zu treffen. „Nichts ist gut in Afghanistan“, hat sie berühmt gemacht. Ihre scharfe Kritik an der Verklärung des westlichen Engagements beim gescheiterten Versuch, nicht nur Wahlfreiheit und Frauenrechte in diese ferne Gegend der Welt zu tragen, veränderte unsere Gesellschaft – ein wenig. Ein in Afghanistan auffindbares Phänomen bestimmte sogar hier im letzten Jahr für einige Wochen die mediale und politische Debatte. Wird in Deutschland ein Verbot gegenüber spezifischen Formen der Verhüllung von Frauenkörpern benötigt, so lautete die Frage. Anknüpfungspunkt war hier die Überzeugung oder vielleicht auch die Tatsache, dass Kleidungsstücke wie Burka, Nikab oder Kopftuch Symbole für die systematische Unterdrückung und Benachteiligung von Frauen wären.

Aber auch diese Forderung ist ebenso fragwürdig wie der Ruf nach einer Frauenquote. In einer aufgeklärten, freien und offenen Gesellschaft sollten Frauen das Recht haben, sich zu kleiden, wie sie es wollen und als sinnvoll erachten. Die Ursache über den bis heute in einige Kreise fortwirkenden Streit lag für manch engagierte Verteidiger der Frauenrechte woanders. Denn es bleibt unklar, ob Körperverhüllungen tatsächlich als Recht oder als Pflicht praktiziert werden. Stellt man sich nun die Frage nach der Emanzipation und Freiheit von Frauen, wird klar: Solange erheblich Zweifel daran bestehen, ob die Bedeckung ihrer Körper ein Ausdruck der Selbstbestimmung oder Entmündigung und Verpflichtung ist, ist ein wichtiges Ziel im Kampf um Freiheit, Wahlfreiheit und Frauenrechte nicht erreicht.

Klein anfangen statt Quotenkeule

Der Aspekt des Rechts auf „Wahlfreiheit“ müsste daher auch noch 100 Jahre nach dem ersten „Frauentag“ im Kampf um das Wahlrecht die Debatte bestimmen. Nicht nur beim erledigten Thema des politischen Stimmrechts, auch bei Fragen über die Freiheit zur Auswahl und Gestaltung weiterer Lebensperspektiven. Etwa, ernsthaft die Lehrtätigkeit an einer Universität anzustreben oder Führungspositionen inne zu haben – und dabei nicht die Familie, sein Seelenheil oder die Liebe opfern zu müssen. Das gilt daher auch bei Erörterung der Frage, ob der geringe Anteil von Hochschullehrerinnen in manchen Fächern ein ernstes Problem für eine aufgeklärte und ihrer Vernunftfähigkeit würdigen Menschheit ist oder nicht. Es könnte sich dabei sogar herausstellen, dass mehr als 20 Prozent in speziellen Disziplinen in diesem Stadium unserer Evolution nicht vernünftigerweise zu realisieren sind – das müsste zu akzeptieren sein, will man zwischen Wunschdenken und Wirklichkeit unterscheiden. Die Notwendigkeit, im Rahmen einer entsprechenden Klärung alle eindeutig irrationalen und unhaltbaren Meinungen zu kritisieren, besteht jedenfalls.

Streichen wir also doch zunächst die offenkundig überholten Ansichten aus einer ausufernden Debatte heraus und schauen dann weiter. Schauen wir hinter die Kulissen, wenn die Parteien im Bundestag oder Landesparlamenten über die „richtige“ Familien-, Sozialpolitik oder „beste“ Frauenförderung streiten. Und über das Recht auf Geburtenkontrolle oder die aktuell brisante Frage, unter welchen Umständen sich Frauen gegen eine vermeidbare Schwangerschaft mit wahrscheinlich schwerstbehinderten Nachkommen entscheiden dürfen.

Ein Ergebnis meiner Beobachtungen ist nun, dass die hiesige Menschheit und insbesondere ihre Frauen eher von etwas mehr als einem Internationalen Frauentag, wie von den Vereinten Nationen 1977 praktisch unverbindlich anerkannt, profitieren würde. Es wäre eine sanfte und simple Regelung. Fangen wir klein an, anstatt die Quotenkeule rauszuholen.

Vergebliche Suche nach verbindlichem Frauentag

Kein verbindlicher Feiertag - der Frauentag.

Es wird so wohl Zeit, für einen in unseren Landesgesetzen festgeschriebenen und deutlich „verbindlicheren“ Frauentag einzutreten. Als Zeichen der Ernsthaftigkeit, als Zeichen des Respekts und als Ausdruck unserer Prioritäten. Als garantierte Chance zur Reflexion oder zur Feier des Erreichten. Anstatt der „Quote“ und ihren unabsehbaren Konsequenzen.

Die Hamburger Politikerin und – amüsanterweise wiederrum – bekennende Sozialistin und „Linke“-Mitglied Kersten Artus geht hier seit einiger Zeit voran. Seit Jahren plädiert sie dafür, dass in der Hanse- und Universitätsstadt der Frauentag im Feiertagsgesetz verankert wird. Ein Argument ist die Tatsache, dass entsprechende Situationen in vielen Ländern der Welt bereits Realität sind. Frauentage sind dort offizielle Feiertage. Hier seltsamerweise nicht. Einen für die Mehrheit arbeitsfreien Tag, um sich jährlich und breitenwirksam der kritischen Reflexion oder Würdigung von Frauen in unserer Gesellschaft zu erinnern und diese Debatte so gesellschaftlich zu verankern, sucht man vergebens.

Dabei wäre das, folgt man den zahllosen Kommentaren zu den Bestimmungen im Grundgesetz, auch deren vornehmste Aufgabe und kulturelle Funktion zur Sinn- und Identitätsstiftung. In der Regel, bis auf die heutige Ausnahme, huschen diese „Frauentage“ aber überwiegend unbemerkt vorüber oder werden als kommerzialisiertes Symbol praktiziert. Als ein Schatten von Zivilisation und progressivem Denken.

Die Anhänger von Martin Luther brauchen sich bei diesem kritischen Plädoyer nun nicht fürchten, denn der Aufklärung durch Bibelübersetzungen und dem Wagemut zum Einsatz für fortschrittlichere Thesen kann man sicherlich auch in Zukunft einiges abgewinnen. Trotzdem sollte die Entwicklung hier nicht verharren, wenn das Bemühen um Gleichberechtigung und eine auf breiter Front verwirklichte Chance auf Wahlfreiheit für unsere Damen, die Nachwelt und unseren eigenen Anspruch auf intellektuelle Redlichkeit plausibel wirken soll.

Das Essay wurde für den webMoritz gekürzt. Den Beitrag in voller Länge findet ihr hier.
Fotos: Miriam Pastor, Fernando Luna, Mickey Rodriguez via flickr

AStA-Pokerturnier am 25. Januar 2010

Geschrieben von | Veröffentlicht am 20. Januar 2010 um 15:35 Uhr

Der AStA veranstaltet am kommenden Montag, dem 25. Januar 2010, ab 18 Uhr im Mensa-Club ein Pokerturnier in Zusammenarbeit mit den Ostsee-Spielbanken.

Es ist kein Platz in Greifswalds Sporthallen

“Alle Sporthallen sind derzeit besetzt und ausgebucht. Es gibt viel zu wenig Sporthallen in Greifswald. Die üblichen Turniere konnten wir daher knicken”, erklärt Paul Fuhrmann, AStA-Referent für Kultur, Sport und Erstsemesterwoche. Die Lösung: ein Pokerturnier für die Studierenden.

Schätzungsweise 500 000 regelmäßige Pokerspieler gibt es derzeit in Deutschland, berichtete der Tagesspiegel am 31.12.2009 in einem Bericht zum wohl beliebtesten Kartenspiel der Welt. Genaue Zahlen sind schwer zu erfassen, denn beim Poker kämpft stets jeder für sich allein, die Zahl der Vereine ist verschwindend gering. Auf die Frage, woher das Spiel kommt, das die Menschen so begeistert, sagt Pokerlehrbuch-Autor und Jurist Jan Meinert: “Manche sagen, direkt aus der Hölle.”

Alfred Alvarez (Foto: Daniel Case, wikimedia)

Alfred Alvarez (Foto: Daniel Case, wikimedia)

“Poker is generally reckoned to be America’s second most popular after-dark activity. Sex is good, they say, but poker lasts longer.”

Al Alvarez, englischer Pokerspieler, Lyriker, Schriftsteller und Literaturkritiker.

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“Das linke Korrektiv der SPD” – Stephan Schumann neuer Juso-Vorsitzender

Geschrieben von | Veröffentlicht am 16. Dezember 2009 um 18:29 Uhr

Auf der Kreisvollversammlung der „Jungen SozialistInnen in der SPD“ (Jusos) wurde Stephan Schumann am 12. Dezember 2009  zum neuen Vorsitzenden des Kreisverbandes gewählt. Der 21-Jährige ist gebürtiger Dresdner und studiert in Greifswald seit dem Wintersemester 2007. SPD- und damit auch Juso-Mitglied ist er seit 2005.
Der bisherige Vorsitzende Eric Hartmann trat nicht noch einmal an. Der einzige Nachfolgekandidat Stephan Schumann selbst hatte in der Woche zuvor den Mitgliedern des Kreisverbandes auf einer eigenen Veranstaltung die Möglichkeit gegeben, ihn mit Fragen zu seiner Kandidatur anzusprechen. Er selber war wegen eines wichtigen Jubiläums in der Familie am Samstag nicht in Greifswald und wurde in Abwesenheit gewählt.

webMoritz Muss man dich jetzt „großer Vorsitzender“ nennen?
Stephan Schumann (lacht) Natürlich nicht. Mir liegt zwar auch sehr viel an Selbstironie, aber ich bitte darum, dass mich niemand so auf der Straße anspricht. Es könnten Menschen denken, dass ich das gerne hören oder es ernst nehmen würde.

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Der neue und der alte Juso-Vorsitzende: Stephan Schumann (l.) und Eric Hartmann verzweifeln im StuPa

webMoritz War das Jahr 2009 im StuPa ein Debakel für die Jusos?
Stephan In Hinsicht auf das StuPa war es das definitiv. Wir sind mit einem relativ guten Wahlergebnis gestartet und haben anfangs im StuPa sehr gute Arbeit gemacht. Als sich der Streit zwischen AStA und StuPa entspann, habe ich festgestellt, dass man mit Worten dort nicht mehr weiterkommt. Wir haben versucht, zwischen den Parteien zu vermitteln aber alle Richtungen hatten kein Verständnis mehr für einander. Daraus haben einige von uns einen entscheidenden Schluss gezogen und die Arbeit im StuPa niedergelegt.
Ich finde, das war eine gute Entscheidung, denn wir konnten unsere Kraft und Zeit danach gewinnbringender einsetzen. Und Erik von Malottki und David Stoffel sind ja im Parlament verblieben. Was die konstruktive Zusammenarbeit zwischen Parlament und AStA anbelangt, scheint sich dort die Situation mittlerweile verändert zu haben.

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In die Enge getrieben – ist der Dom ein Ausweg?

Geschrieben von | Veröffentlicht am 11. Dezember 2009 um 06:01 Uhr

Ein Kommentar zur Vollversammlung 2009

Immerhin 350 Studierende wollten gestern hören, sprechen, mitbestimmen. Darunter auch viele, die zum ersten Mal eine Vollversammlung besuchten – sowohl aus höheren Semestern wie auch als „Erstis“. Es galt deshalb, diese auch für die nächste Vollversammlung zu gewinnen. Mehr noch als bei der großen Versammlung im Sommer kann man guten Mutes sein, dass das gelungen ist aber ein beklemmendes Gefühl war trotzdem da.

Das Gute vorweg: Mehr als auf vorangegangenen Versammlungen gab es viele Anträge von den Interessenvertretern aus dem StuPa, die schließlich teils sehr kontrovers diskutiert wurden. Und man langweilte sich weniger über improvisierte Schnellschüsse, deren Inhalt das Interesse von Mehrheiten nicht mitzuziehen gelang. Wo früher langwierig über die Beschaffenheit von Unversitäts-Toilettenpapier gestritten wurde, hatten viele Themen nun breiteren Bezug. Es zeigte sich, dass es für aktive, lebhafte und mitreißende Debatten auf Vollversammlungen hilfreich ist, wenn politische Gruppen oder einzelne Studierendenvertreter die Anliegen ihrer alten und vielleicht neuen Wähler selber in diese Veranstaltung einbringen – und ihre ureigenste Aufgabe nicht vielbeschäftigten AStA-Referenten aufbürden, wie es früher oft geschah. Dass an der Debattenkultur zu feilen ist und auch dem AStA das Recht zu eigenen Anträgen nicht abgesprochen werden soll, bleibt gleichwohl unbestritten.

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Erst kurz vor Beginn der Vollversammlung wurden Stühle im Saal erlaubt, gereicht hätte der Platz auch anders nicht.

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webMoritz fragt: Wie war die Vollversammlung?

Geschrieben von | Veröffentlicht am 10. Dezember 2009 um 18:14 Uhr

Unmittelbar nach der Vollversammlung hat sich webMoritz-Autor Arik Platzek unter einigen Besuchern umgehört und die Stimmung nach der dreieinhalbstündigen Versammlung eingefangen. Er fragte: “Was ist dein Eindruck von der Vollversammlung?”

Judith Lübke (20), Psychologie (Diplom) im dritten Semester

„Ich fand es wieder sehr beeindruckend, wieviele Studierende gekommen sind. Leider hat diese Versammlung keine so große Wirkung, weil wir trotzdem nicht beschlussfähig waren. Die Themen, über die wir informiert wurden, fand ich relevant – gerade auch bei dem Antrag der Jusos zu den finanziellen Rücklagen. Denn es geht uns alle etwas an, was mit unserem Geld passiert. Für die Vollversammlung müsste mehr Werbung gemacht und gerade für Bachelorstudierende finde ich wichtig, dass während Vollversammlung keine Vorlesungen stattfinden.“

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vlnr: Judith Lübke, Christoph Henke, Thorben Vierkant

Christoph Henke (21), Psychologie (Diplom) im dritten Semester

„Ich vermute, die Länge der Vollversammlung schreckt viele ab. Dieses Hin und Her wollen sich viele nicht antun. Die Themen sind teilweise nicht nachvollziehbar, es wird etwas zu wenig aufgeklärt. Auch die Tagesordnung war zu unverständlich formuliert. In Verlauf der Vollversammlung war mein Eindruck, dass es hier weniger um die Studierenden, sondern eher um gegenseitiges „Köpfe einhauen“ der studentischen Parlamentarier ging. Ob man das Prozedere verändern kann, weiß ich nicht. Und irgendwie muss es aber wohl auch so laufen, denn das ist Politik.“

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webMoritz fragt: Gehst du zur Vollversammlung?

Geschrieben von | Veröffentlicht am 8. Dezember 2009 um 15:44 Uhr

Am morgigen Mittwoch findet im kleinen Saal der Mensa ab 17 Uhr die diesjährige Vollversammlung der Greifswalder Studierendenschaft statt. webMoritz-Autor Arik Platzek hat unter den Greifswalder Studenten nachgefragt, wie ihr Verhältnis zur Vollversammlung ist. Habt ihr vor, hinzugehen? Wart ihr beim letzten Mal dabei? Wie fandet ihr es? Wie habt ihr von der Vollversammlung erfahren?

Aus gegebenem Anlass bitten wir darum, von persönlichen Kommentaren gegenüber den Befragten Abstand zu nehmen und inhaltlich zu diskutieren.

Michael Wieker (22), Skandinavistik und Anglistik/Amerikanistik (B.A.) im 1. Semester

„Von der Vollversammlung habe ich bisher kaum etwas mitbekommen. Den Banner in der Rubenowstraße habe ich gesehen, aber eher nur am Rande bemerkt, denn er ist recht unscheinbar. Mir ist nicht klar geworden, dass es sich hier um eine wichtige Veranstaltung handelt. Und um 18 Uhr habe ich ohnehin eine wichtige Vorlesung – also wird es schwierig mit der Teilnahme.“

Julia Weber (22), Jura (Staatsexamen) im 7. Semester (seit 2008) in Greifswald, vorher in Bayreuth

„ Durch ein Plakat gegenüber vom Audimax habe ich diesmal erfahren, wann und wo die Vollversammlung stattfindet und die Tagesordnung habe ich über den Uni-Mailverteiler bekommen. Ich möchte nun schauen, wie es so läuft. Ich erwarte nicht viel, denn die TOPs klingen inhaltlich nicht so spannend. Die Vollversammlungen in Bayreuth waren mir zu chaotisch und mit zu wenig sinnvollen Inhalten gefüllt und jetzt will ich hier mal hin, um es mir hier anzusehen. Vielleicht gibt es ja doch etwas Wichtiges zu erfahren.“

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Michael Wieker, Julia, Weber, Maria Friebel

Maria Friebel (22), Biologie (Diplom) im 3. Semester

„Ich war auf der letzten Vollversammlung, aber gerade der Vortrag von Professor Buchholz war viel zu langwierig. Auch am Ende war die Vollversammlung zu lang. Ich hatte das Gefühl, wir kämen nicht mehr zum Ende und da sinkt natürlich die Motivation, auch bei der nächsten Vollversammlung wieder dabei zu sein. Aber ich finde es wichtig, als Studierende an so einer Veranstaltung teilzunehmen, weil die Themen zum großen Teil uns alle angehen. Außerdem möchte ich mich unbedingt gegen ein Semesterticket aussprechen. Ich finde die Teilnahme aber trotzdem schwierig, denn bis um 18 Uhr habe ich eine sehr wichtige Vorlesung.“

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„Nichts wie weg aus Greifswald?!“ – ZEIT CAMPUS Dialog am 3. November

Geschrieben von | Veröffentlicht am 29. Oktober 2009 um 15:30 Uhr

ZEIT CAMPUS und die Universität Greifswald veranstalten am 3. November eine Podiumsdebatte zur Abwanderung von Akademikern aus strukturschwachen Landstrichen.  Dieser Artikel von Arik Platzek erschien bereits am vergangenen Mittwoch in der Ostseezeitung und wurde uns dankenswerterweise zur Verfügung gestellt.

Über zehn Prozent der Bevölkerung hat Mecklenburg-Vorpommern in weniger als 20 Jahren verloren. Zwar steigt in Greifswald die Zahl der jungen Akademiker, aber die meisten verlassen wieder die Stadt. Nun wird darum gestritten, ob und warum sich das Bleiben lohnt.

„Wenn ich hier nicht meine Familie hätte, wäre ich auch schon weg.“ So lautet das Fazit der Geographie-Absolventin Eva L. (30). Sie findet aber: „Greifswald ist kinder- und familienfreundlich.“ Mit den Krippenplätzen für ihre Kinder (3 und 1 Jahr alt) hatte sie keine Probleme und auch Großstadtluft lockt sie nicht. Bis vor kurzem hat sie an der Uni gearbeitet, aber das Projekt ist beendet und ihre Stelle damit futsch. Die gebürtige Regensburgerin schließt mit den Worten: „Die Jobsituation ist leider echt ein Problem.“

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AStA-Referent Björn Reichel: "Hier gibt es nach dem Abschluss keine Perspektive."

Den Berliner Björn Reichel (25) zieht es ebenfalls aus Greifswald fort. „Hier gibt es nach dem Abschluss keine Perspektive auf eine vernünftige Arbeitsstelle. Aus purem Idealismus bleibt niemand hier“, meint der Jura-Student. Er ist Teilnehmer des ZEIT Campus Dialogs, der am 3. November 2009 um 18 Uhr in der Aula der Universität stattfindet und ist skeptisch gegenüber einem Erfolg bei der Werbung von Absolventen für die Region.

Björn Reichel betont, dass Mecklenburg-Vorpommern eine Konvergenzregion ist. Was bedeutet, dass es auf eine hohe EU-Förderung angewiesen sei, wie sie sonst fast nur osteuropäische Staaten erhalten. Seiner Überzeugung nach wird der Bevölkerungsschwund anhalten. „Wenn Menschen in Greifswald bleiben, dann nur wegen der Universität“, meint er und bezweifelt, ob die EU-Förderung genügend Früchte trägt. Auch die A20 sei ein wirtschaftlicher Fehlschlag, denn sie hat zwar Touristen aber keine Unternehmen ins Bundesland geholt: „Von ihr profitieren vor allem Pendler, die in Hamburg oder Berlin arbeiten.“ Als Ursachen für den Weggang sieht er den schlechten Arbeitsmarkt, fehlende Tarifangleichung und eine nachteilige Infrastruktur.

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Chronik und Ausblick zu einer möglichen Urabstimmung

Geschrieben von | Veröffentlicht am 10. Juli 2009 um 12:50 Uhr

Die Enttäuschung war groß: Nach dem die Vollversammlung mit großer Mehrheit eine Urabstimmung über den Universitätsnamen forderte haben sowohl das Studierendenparlament (StuPa) als auch der Allgemeine Studierendenauschuss (AStA) diese abgelehnt. Kommen könnte sie dennoch, wenn die Aktivisten rund um die Arbeitgruppe “Umbenennung der Universität” zehn Prozent der Studenten dazu bringen dafür zu unterschreiben.

Doch warum hat das Parlament den Weg für die Urabstimmung nicht frei gemacht? RCDS und viele Burschenschafter dürften im Augenblick gut Lachen haben: Auf dem Weg zur Uni-Umbenennung sind die Arndt-Gegner in ein selbstgeschaufeltes Loch gestolpert. Eine Revision der letzten Ereignisse und ein kleiner Ausblick.

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Erste StuPa-Sitzung der neuen Legislatur am 14. April

14. April 2009 Die erste Sitzung des Studierendenparlaments (StuPa) der Uni Greifswald in der Legislatur 2009/2010 steht an.  Zentrales Thema sind mangels Kandidaten für das Präsidium die Änderungsanträge zur Geschäftsordnung (GO) des StuPa. Keine große Aussicht also, dass diese Sitzung des neugewählten Gremiums bedeutend sein könnte.

Die GO legt fest, wie debattiert und abgestimmt wird. Mit der Drucksache 19/15 stellen alle StuPa-Mitglieder der Juso HG, die Hochschulgruppe der Jungen SozialistInnen in der SPD, einen Änderungsantrag zum fünften Paragraphen dieser GO. Er wird via StuPa-Beschluss nun dahingehend geändert werden, dass der Antrag eines Parlamentsmitgliedes reicht, damit geheim abgestimmt werden muss. Weil gerade die Mitglieder der Juso HG nicht selten sogar gegensätzlich abstimmen, erklärte Juso-Stupist Stephan Schumann den Zweck dieser Änderung im moritz 77 so: Mit geheimen Abstimmungen werde der Fraktionszwang reduziert und die Stimmrechte der einzelnen Fraktionsmitglieder werden gestärkt. Tenor der Begrüdung: Nicht die Meinung der Fraktionskollegen soll über das Abstimmungsverhalten entscheiden, sondern nur das eigene Gewissen.

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