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Schon seit sechs Jahren bemüht sich der Fachschaftsrat der Medizin dem Publikum ein ansprechendes Musikprogramm innerhalb eines Konzertes zu bieten. Und ihnen ist es auch in diesem Jahr wieder gelungen. Die vorherigen Konzerte fanden allesamt im Lutherhof statt, der in diesem Jahr jedoch nicht zur Verfügung stand.

Also wurde sich auf die Suche nach einem „Ausweichquartier“ gemacht, das schließlich mit dem Gewächshaus gefunden werden konnte. Im Gewächshaus werden dem Greifswalder Publikum auch schon über Jahre im Sommer Konzerte geboten. So passte es also ganz gut, fanden auch die Organisatoren und Musiker, die sich über den ungewöhnlichen Ort freuten. Die Pflanzen wurden nach hinten gebracht, der „Saal“ geschmückt und am Eingang ein Kuchenbasar aufgebaut – total gemütlich! Die Veranstaltung war natürlich innen komplett ausverkauft. Eintritt wurde nicht verlangt, aber eine Spende für das kulinarische Angebot, das dort bestand aus: Melonen, Äpfeln, Kuchen, mediterranen und orientalischen Teigtaschen.

Das Konzert des FSR Medizin gestalten Musiker, die sich eigentlich eher „im eigenen Wohnzimmer“ an ihren Instrumenten austoben. Das Angebot war vielfältig – eine Mischung aus bekannten Liedern, eigenen Werken und traditionellen Stücken der Volksmusik. Den Laden zum Rocken brachte dabei der österreichische Gast mit seiner Steirischen Harmonika. Skandinavien wurde durch eine junge Finnin repräsentiert, die aber die englische Sprache wählte. Exotische Klänge kamen dagegen aus dem benachbarten Gewächshaus, in dem Früchte und andere Nutzpflanzen wachsen, denn dort pfeifen kleine Fröschlein. Im ersten Moment sucht man die Alarmanlage, aber die Töne kommen von irgendwoher aus dem Grün. Die lange Pause nutzten viele für eine Exkursion über das Gelände. Leider können aktuell das Palmenhaus, das Cycadeenhaus und das Tropenhaus nicht genutzt werden. Schon ein Bruchteil einer Ablösesumme eines Bundesligaprofis würde reichen, um die genannten Gebäude wieder öffentlich zu machen. Das Interesse der Gesellschaft am Objekt, das ungefähr so alt ist wie der Eiffelturm, hält sich sehr in Grenzen. Scheinbar ist die Vielzahl an dort gezeigten Pflanzen so uninteressant, dass die Summe von 3,9 Millionen Euro irgendwie nicht zusammenkommen will. Ein weiterer nicht zu vernachlässigender Faktor ist, dass auch relativ wenig Werbung für das Gewächshaus gemacht wird, sodass es gar nicht verwundert, dass Studenten am Ende des zweiten Semesters noch nie von den zwei Gärten in Greifswald gehört haben. Das Problem ist nicht einmal komplex. Aber mit der Zeit, die verstreicht, wird die Stahlkonstruktion nicht sicherer.

[Aktualisierung: Der aktuelle Stand sieht so aus, dass die Finanzierung der Gewächshäuser steht. Die Sanierungsarbeiten könnenten ab nächstem Jahr beginnen. In Zahlen: Insgesamt soll es 3,9 Mio kosten, bisher hat die Studierendenschaft in Form von irgendwie erbrachten Spenden (z.B. Tanzen fürs Gewächshäusle) 13.000€ gezahlt, 15.000 € kamen vom Freundeskreis des botanischen Gartens, 21.000€ von Besuchern, 60.000 € von der Hoffmann Stiftung, 350.000€ von der Universität,  1,36 Mio von der Bundesministerin für Kultur und Medien. Zusammen sind das also schon 1.819 Mio Euro, die restlichen 2.081 Mio Euro werden vom Land kommen, aber unter der Bedingung, dass sich der botanische Garten immernoch darum bemüht weiter das Geld zusammenzubekommen und weiterhin den Rückhalt bei den Bürgern und der Uni hat. Deshalb gibt es jetzt auch einen neuen StuPa Beschluss, dass es sich nachdrücklich für den Erhalt der Gewächshäuser ausspricht.Stand: 13.7.2017.]

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