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Es ist schon eine komische Zeit, in der wir leben. Und damit ist ausnahmsweise nichtmal Trumps Präsidentschaft gemeint.

Auch nicht die Tatsache, dass Teile der Linken für die selbe Sache wie die Identitäre Bewegung kämpfen – welcher der Gruppierung ist diese Allianz eigentlich peinlicher? Nein, die SPD hat es nicht nur geschafft, einen ihrer populärsten Politiker auf einem der wichtigsten Posten unterzubringen – Veronica Ferres sei Dank. Sie hat es auch geschafft, einen Kanzlerkandidaten zu finden, der ihr den so lange herbeigesehnten Aufschwung bringt. Also die SPD, nicht Ferres. Die bleibt weiterhin ihrer Branche treu und macht Filme. Zurück zur SPD: Mit Martin Schulz haben sie also jemanden, den man irgendwie als glaubwürdigen Vertreter der ehemaligen Arbeiterpartei wahrnimmt. Aber eigentlich auch gar nicht direkt mit der SPD in Verbindung bringt. Warum auch immer, schließlich ist er ja nicht erst seit seiner Nominierung Mitglied. Und den einen oder anderen Posten hatte er auch schon inne. Aber wer weiß, vielleicht macht er – sollte er Kanzler werden – ja auch mal was richtig. So wie Merkel als Kanzlerin, die sich – ganz im Gegensatz zum Großteil ihrer Partei – in den letzten Jahren einen letzten Rest Menschlichkeit bewahrte. Vielleicht haben ihr die Anfeindungen der letzten Jahre inzwischen auch so zugesetzt, dass sie ganz froh ist, wenn sie den Job nicht mehr machen muss und im Kreuzfeuer Neurechter Wertekonservativer steht, die ihr vorwerfen, die CDU sei wegen ihr zu links. Derartige Fehleinschätzungen der eigenen Partei sind ja eigentlich auch eher eine Tradition der Liberalen FDP. Die Kuriositäten hören da aber nicht auf, auch außerhalb der großen Schlagzeilen tauchen sie auf. Der ADAC – der SUV unter den Vereinen – ruft dazu auf, das Auto stehen zu lassen. Nicht, weil uns das Öl ausgeht und auch nicht, weil er um unsere Gesundheit besorgt ist. Nein, weil Autofahrer eine Gefahr für Leib und Leben darstellen. Eine völlig neue Erkenntnis, die er nicht dadurch gewonnen hat, dass er sich die Todesfälle im Straßenverkehr seit Einführung des Automobils zu Gemüte geführt hat. Sondern dadurch, dass von vielen Schulen beklagt wird, dass Eltern [sic] vor Schulen zu aggressiv fahren. Also die Eltern, die ihre Kinder zur Schule fahren, weil der Schulweg zu gefährlich ist. In Berlin hat eine Schule bereits die Schülerlotsen abgezogen, weil diese von Eltern regelmäßig ignoriert werden und die Schule nicht mehr für deren Sicherheit garantieren kann. Dafür steht jetzt die Polizei vor einer Grundschule, um den Verkehr dort zu regeln. Nochmal zum Mitschreiben: Eltern, denen der Schulweg zu gefährlich ist, als dass ihre Kinder diesen zu Fuß zurücklegen können, gefährden das Leben derer, die für die Sicherheit ihrer Kinder sorgen sollen. Eine Logik, die sich so vermutlich nur SUV-Fahrern erschließt. Aber die eigenen Kinder sind ja sicher im Fond, da brauchts keinen Schülerlotsen. In einer weit entfernten Großstadt haben sich übrigens die Schüler der fünften Klasse eines Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums (ja, wirklich) an den Oberbürgermeister gewandt, damit die Radwege der Stadt sicherer werden. Ein Thema, mit dem wir uns in Greifswald auch mehr auseinandersetzen sollten. Aber wir haben ja auch kein Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium in Greifswald.

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