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Nach der langwierigen Debatte hat der akademische Senat der Universität vor wenigen Minuten eine finale Entscheidung in der Causa „Ernst Moritz Arndt“ getroffen.

In den vergangenen Wochen wurde man in Greifswald eher mit dem Namen der Universität konfrontiert als mit den Gremienwahlen, die ja auch waren. Das Thema spaltet die Greifswalder, die Studierenden sowie die Mitarbeiter und Professoren der Universität in Arndtgegner und Arndtbefürworter. Heute hat die Debatte bis auf weiteres ein Ende gefunden. Vor wenigen Minuten hat der Senat in einer geheimen Abstimmung über die Satzung zur Änderung der Grundordnung entschieden. Diese Änderung hat mehrere Punkte und zum Inhalt, in der Grundordnung der Universität den Namen „Ernst-Moritz-Arndt Universität Greifswald“ in „Universität Greifswald“ zu ändern. Um die Streichung des Namens wirksam zu machen, wäre eine 2/3 Mehrheit, also 24 der 36 Stimmen nötig.

Stimmt ein Mitglied des akademischen Senates mit Ja, so stimmt er diesen Änderungen zu. 

Die Senatoren haben wie folgt abgestimmt:

24 Ja-Stimmen zu 11 Nein-Stimmen zu 1 Enthaltung.

 

Nach über 84 Jahren hat die Universität also keinen Namenspatron mehr und heißt nur noch „Universität Greifswald“. Diese Änderungssatzung tritt nach der Genehmigung durch das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur am Tage nach der hochschulöffentlichen Bekanntmachung in Kraft. Wie die Abwicklung zur Ablegung des Namens von statten geht, wird sich zeigen. Der Kanzler der Universität, Dr. Wolfgang Flieger, sprach aber bereits davon, die Umbenennung möglichst Kostenneutral zu vollziehen, ähnlich wie es gerade beim Studierendenwerk der Fall ist. 

Kommentare

  1. Malte    

    Diese demokratische Entscheidung sollte man natürlich akzeptieren. Aber muss dieses Bild wirklich sein? Sehr unsportlich, nochmal nachzutreten.

    1. Philipp Schulz    

      Ein wenig reißerisch und polemisch war es ja von beiden Seiten. Wäre der Name beibehalten worden, wäre das Bild tatsächlich ähnlich ausgefallen.

    2. Markus    

      Hallo? Wir hatten schon mal abgestimmt. Dieses Ergebnis wurde nicht akzeptiert. Wieso diese nun?

      1. Motscheküpchen    

        Da in diesem Land solange abgestimmt wird, bis das Ergebnis so passt, wie es vorher schon feststand.

    3. Michael Hammermeister    

      Fakenews bleiben Fakenews: Nicht nach 84 Jahren hat die Universität keinen Namenspatron mehr, sondern nach 63 Jahren. Von 1945 bis 1954 hatte die Uni keinen Namenspatron!

    4. patriot    

      Was war denn an dieser Wahl demokratisch?
      Man kann nur noch mit dem Kopf schütteln,es ist eine Schande!

  2. Klara    

    War die Abstimmung namentlich? Könnt ihr die Namen aufzählen?

    1. Philipp Schulz    

      Nein, es war eine geheime Abstimmung.

  3. Pro Arndt    

    Ich verlange eine neue Abstimmung!

  4. Erik    

    Eine gute Entscheidung. Nicht nur für das internationale Ansehen der Uni.

  5. Arne    

    Und was wird mit dem „moritz“ in den moritz.medien?

    1. Philipp Schulz    

      Laut Geschichte geht der Name Moritz auf ein kleines süßes Gespenst zurück, das in der Redaktion haust. So steht es zumindest im ersten Heft, das jemals erschienen ist.

  6. Hans    

    geld fehlt an allen enden, doch für solchen quatsch ist geld da. außerdem wurde doch schon einmal dagegen gestimmt, man fragt einfach so lange bis man sein ziel erreicht hat. sehr traurig für greifswald. jetzt können die „senatoren“ ja an die Martin Luther Uni in Halle und dort ihr „weltverschlechtbesserndes“ werk fortführen. idioten.

    1. Tin    

      Immer der gleiche gequirlte Dünnsinn. Sorry, aber fällt den Arndt-friends nichts besseres ein, als das Geld als Argument ins Feld zu führen? Oder dass ja irgendwann schonmal abgestimmt wurde.
      In grauer Vorzeit hat auch ma jemand ein Wagenrad aus Holz geschnitzt, warum heute noch in Forschung investieren, rollt ja auch so?
      Eine Auseinandersetzung mit Luthers Antisemitismus unterstütze ich natürlich, insbesondere im „Lutherjahr 2017“ wäre dafür ein guter Zeitpunkt. Das mit dem Hochschulpatronat ist aber Angelegenheit Uni-Angehörigen in Halle. (Tut mir leid, wenn das dein Märchen von herumziehenden Bilderstürmern und Traditionsauslöschern – natürlich finanziert vom linksgrünen Staat und gepusht vom Antifa e.V. – jetzt irgendwie beschädigt.)

      Get over it, Idiot. :-*

      1. Hans    

        ich erinnere mich, dass studierende einen zB einen erotikkalender entwarfen um auf die schlechten zustände mancher gebäude der UNI aufmerksam zu machen. für die gewächshäuser muss geld gesammelt werden um die gebäude zu sanieren. dafür ist kein geld da. nicht in forschung zu investieren, habe ich nie gesgat. du drehst mir die worte im mund um. ich finde das argument des geldes ist dennoch das treffendste. allerdings sehe ich auch, dass wir deutschen nicht in der lage sind, uns mit unserer vergangenheit konstruktiv auseinanderzusetzen. den namen abzulegen ist ein kniefall vor dem aktuellen zeitgeist in dem die antisemitenkeule wunder wirkt. sprichst du dich zB für die palestinenser aus: antisemit! das ist meinungsmache und ist meines erachtens gift für freies denken. wahrscheinlich bin ich jetzt auch schon antisemit für leute wie dich. von antifa, linksgrünem staat usw. hab ich nie was gesagt. allerdings glaube ich schon, dass sich es einige wenige leute vorgenommen haben dieses ziel, die namensänderung, zu erreichen und bald weg vom fenster sind. aus welchem „lager“ die sind, ist mir da schnurz.

        1. Tin    

          Du erzählst was von „Antisemitenkeule“, die „Wunder bewirkt“ und „Kniefall vor dem Zeitgeist“ – aber als Antisemit willst du nicht bezeichnet werden, das ist dann schon wieder Hetze oder so. Freies Denken will überhaupt niemand verbieten oder vergiften, das sind paranoide Hirngespinste von Leuten, denen fortwährende Auseinandersetzungen weh tun oder die das Gefühl haben, nicht mehr ganz mitzukommen. Wo war denn die kritische Auseinandersetzung mit Arndt, die so vollmundig bei der letzten Senatsentscheidung versprochen wurde? Nichts kam da, gar nichts. Eine Historikerkommission, die aus guten Gründen einen weiten weiten Bogen um das Namenspatronat und die Umstände der Verleihung gemacht hat. Die heutige Entscheidung ist die logische Konsequenz. Ich kann verstehen, dass es manch einen schmerzt, aber so ist es leider.

          Zu welchen ethnischen Gruppen sprichst du dich noch so aus, wenns nicht grad die Palästinenser sind? Oder ist Israel da schon ein besonderes Anliegen für dich? Wenn ja, warum?

        2. Elli    

          Wer sammelt Geld für die Sanierung der Gewächshäuser?

        3. Hans    

          hier wurde mal für das gewächshaus gesammelt: https://www.kulturkalender.greifswald.de/events/35224?start_on=2015-06-12

          ansonstens schließe ich jetzt diese diskussion für mich. man kommt vom hundertsten ins tausendste. jetzt ist es nun mal so. gut finde ich es trotzdem nicht. ciao

    2. Kirsten Senz    

      Das Gespenst „Moritz“ ist gelöscht, der alte Geist verweht.. könnte Assoziationen zu „Max und Moritz“ bieten, nicht schlecht, aber zu populärgeschwächt, regional trotz schon plattdeutscher Auflage kaum vertretbar… „uni_chen“ vielleicht… süß, gespenstisch, wenig schlimm konnotiert… Greifswaldbezug nicht zwangsläufig… alles gut!

  7. Elli    

    Ich stimme dem Hans zu, jetzt können die Senatoren an die Marin-Luther-Universität zu Halle gehen, und da Unfrieden stiften.
    Liebe Senatoren, wer bezahlt denn diesen Irrsinn? Bleibt das auch geheim?
    In den Krankenhäusern der Uni fehlt das Geld, überall muß eingespart werden, vor allem am Patienten, aber für diesen Schwachsinn, dafür habt ihr Geld.

    1. Tin    

      Also man kann ja mal ganz nüchtern festhalten, dass das Stiften von Unfrieden in einer ziemlich eindeutigen Verteilung hauptsächlich von denen ausgeht, die Arndt behalten wollten. Da wird diffamiert, verdreht, verwechselt, gemeckert, gespalten, relativiert. Es gibt ja nicht mal den Hauch eines Anflugs eines Versuchs, sich der Debatte zu stellen. Lieber drauf hauen, lieber pöbeln, lieber Rechte absprechen und sich in der Opferrolle einrichten. Ist ja auch viel leichter und kommt dem aktuellen Zeitgeist entgegen.
      Es ist so arm und billig, sorry.

    2. Maike    

      oh, hier wird aber einiges durcheinander geworfen!

      die gelder für die LEHRE sind gänzlich andere, als jene für die PATIENTEN! sprich hier bekommt nicht prof. xy seine stelle gestrichen, damit patient yx eine neue teure op erhält.

      außerdem steht gerade die medizin in greifswald gegenüber beispielsweise der phil.-fak. doch mehr als gut da!

  8. Michael    

    Mal eine Frage, bringt diese Entscheidung die Universität überhaupt einen Schritt voran? Greifswald wird erhebliche Probleme in der Zukunft haben. Dies liegt daran, dass Greifswald weit ab von Berlin oder Hamburg ist. Mehr als 3 Stunden brauchen Studierende und Professoren, um nach Greifswald zu gelangen. Dies wird dafür sorgen, dass die Qualität der Neuberufungen nachlassen wird. Dies wird Auswirkung auf die Lehre und damit den Ruf haben. Die Umbenennung wird daran nichts ändern.
    Bei diesen Problemen Geld für eine Umbenennung zu verschwenden ist bezeichnen, dass die Studierenden die Zukunft der Uni egal ist.

    1. Daniel    

      Ich verstehe diesen Argumentationspunkt nicht. Warum zählt ausgerechnet jetzt die geographische Entfernung zu Berlin oder Hamburg mehr als vorher? Zudem gilt Greifswald doch schon seit je her als Berliner Vorort. Verstehe das Argument also nicht und befasst sich nicht mit der Auseinandersetzung um den Namen dieser Universität

    2. NiewiederArndt    

      Oder dass die Student_innen keinen Bock haben, dass ihre Uni den Namen eines glühenden Antisemiten und Nationalisten trägt.

      1. U. Wachtel    

        Da müsste aber viel in Deutschland geändert werden.

    3. Xyz    

      Sollte das Geld benutzt werden, um Greifswald näher an Berlin zu rücken?

  9. Wunderer    

    Solche hektischen Beschwerden machen den Eindruck, dass auch hier die Lesefähigkeiten nur auf die Überschriften angewendet wurden.
    Es ist klar im Text ausgedrückt, dass die Hochschulverantwortlichen den Prozess so kostenneutral wie möglich vollziehen werden. Was anderes ist vmtl. auch gar nicht möglich, kann man doch aus bereits festgelegten Haushaltplänen nicht einfach irgendwelche Summen herauspressen, um ad hoc neues Briefpapier zu drucken…
    Und bevor man sich über den Vorgang an sich echauffiert, wäre es doch ratsam gewesen, die Erläuterung des Ganzen auf der Uni-Homepage selbst anzuschauen. Dort wird gut begründet das demokratisch und rechtlich ordentliche Vorgehen dokumentiert.
    Es gehört eben zu denkenden und sich entwickelnden Menschen und Institutionen dazu, Dinge die vor ein paar Jahren noch gerade so OK waren (damals waren es 2 Ja-Stimmen weniger), heute ändern zu können und zu wollen.

    Allein weil EMA ein ideologisch und politisch so aufgeladenes Sujet geworden ist, ist es meiner Ansicht nach eine sinnvolle Entscheidung, ihn als Namenspatron abzulegen. Eine freie Universität will und sollte sich als Bildungseinrichtung nach Möglichkeit nicht als ideologisch gefärbt darstellen. Es wurde aber auch durch die neue Diskussion deutlicher, dass das mit diesem Namen immer mehr der Fall war.

    Schade ist, dass der Name nun aber auf das völlig bezugärmste und klangloseste herabgesetzt wurde. Ein_e namhafte_r und anerkannte_r Wissenschaftler_in als Patron wäre in jedem Fall eine bessere Wahl gewesen, finde ich.

    1. Rabindranath    

      Fragt sich, wer hier an mangelnder Lesefähigkeit leidet: Bei der damaligen Abstimmung waren es nicht zwei Ja-Stimmen weniger, sondern es votierten nur 14 von 36 für die Ablegung des Namens (und 22, also fast zwei Drittel, waren für die Beibehaltung).

      Vermutlich hätte es auch diesmal ein ähnliches Ergebnis gegeben, wenn eine ähnlich intensive Befassung mit dem Patronat stattgefunden hätte. Stattdessen wurde versucht, eine intensive Auseinandersetzung sowohl innerhalb der Hochschule als auch (und erst recht) mit den Bürgern soweit wie möglich zu vermeiden. Die heutige Senatsentscheidung scheint mir mehr eine Abstimmung im Affekt zu sein, als dass man davon sprechen könnte, dass diesem Senatsbeschluss Rang und Prädikat einer demokratischen Mehrheitsentscheidung zukomme. Das Verfahren, welches hierzu führte, war antitransparent, exklusiv, undemokratisch und unsachlich.

  10. Joachim    

    Wird s in nähere Zukunft einen neuen Namenspatron geben?

    1. Wunderer    

      Da ist mir tatsächlich ein Fehler beim wiedergeben unterlaufen. Trottelig von mir. Meinem Argument der Entwicklung tut das dennoch keinen Abbruch.

      Der Senat ist demokratisch gewählt und hat sein, vom Gesetzgeber erteiltes, Recht wahrgenommen, diese Abstimmung durchzuführen. Demzufolge ist es zwangsweise relativ exklusiv, aber bei weitem nicht undemokratisch.
      Auch würde ich den Angehörigen des Senats durchaus unterstellen, dass sie mit der Materie vertraut sind und sowohl die aktuelle als auch die vergangene Diskussion zumindest mitverfolgt haben. Sie haben aber ebenso den Blick für die Rolle und die Wirkung der Universität. Eine gewisse Sachlichkeit ist also anzunehmen. Sie ist auch allein durch den Tatbestand, dass eine Abstimmung stattgefunden hat (und keine Weisung vom Bildungsminister oder sowas) gegeben.
      Ich kann deine Kritikpunkte also in keiner Form nachvollziehen.

      Hätte stattsdessen ein Volksentscheid der Greifswalder Bürger stattfinden soll? Auf welcher Basis wäre das sinnvoll?

  11. Anni    

    Ich verstehe die Diskussion darüber nicht und kann auch nicht nachvollziehen, warum da laufend drüber diskutiert wird und jetzt so entschieden wurde. Ihr müsst Euch mal vorstellen, wann Arndt gelebt hat. Das war vor mehr als 160 Jahren! Wer keine Ahnung hat, wie lange das her ist, dem sei hier mitgeteilt, die Leute hatten damals noch nicht mal ein Fahrrad. Nur um mal deutlich zu machen, dass damals das Leben anders war. Da waren sämtliche Wissenschaftler der Ansicht, dass man Nationen nicht vermischen könnte. Wenn Ernst Moritz Arndt tatsächlich ein Nazi gewesen sein soll, dann müssten jetzt alle Schulen und Gymnasien, alle Straßen und Häuser in der Republik, die diesen Namen tragen, umbekannt werden und nicht nur die Uni. Also was soll bitte der Quatsch? Und wenn ich die Begründungen lese, dann wird mir ganz übel: „Die Antragsteller begründeten ihren Antrag damit, dass das Festhalten am umstrittenen Namenspatron Arndt die Gewinnung internationaler Studierender und Wissenschaftler sowie die Darstellung der Universität als ein Ort fortschrittlicher Wissenschaft erschwert.“ Wie bitte, was erschwert? Die internationalen Studenten, ach ne Studierenden, und Wissenschaftler wissen doch größtenteils nicht mal, wer Arndt war. Das wissen ja die meisten hier nicht mal. Und ich wusste es auch nicht, als ich angefangen habe, hier zu studieren (ist schon zwanzig Jahre her). Das ist also sowas von egal. Und die Wissenschaftler die interessiert doch auch nur das Geld, sind doch nur wenige, die echt nicht aufs Geld schauen und noch gemeinnützige Interessen haben.
    Also wo wir schon dabei sind, ich fordere eine Abstimmung zum Abriss des Rubenow-Denkmals, was zwar teuer saniert wurde, aber den Arndt mit drauf hat. Das schreckt die ganzen Studenten, ach ne Studierenden, total ab und von daher muss das jetzt weg. Und die Arndt-Schule gleich mit, da versteht man, wieso einige Kinder schon nicht zur Schule wollen, die haben so viel schlechtes von Arndt gehört.

    1. Tin    

      Irgendwie peilen die Arndt-Fans nicht, dass es hier eben und gerade nur um das Patronat der Hochschule ging und nicht darum, Arndt aus den Geschichtsbüchern zu streichen oder aus dem kollektiven Gedächtnis der Vorpommern zu eliminieren? Wie kann man nur so verbohrt und – tschuldigung – kleingeistig sein, diesen Unterschied nicht zu verstehen oder verstehen zu wollen. Gern verweise ich auf den etwas älteren, aber klugen Gastbeitrag, der eben genau die Funktion von Arndt als Gallionsfigur der Uni in den Blick nimmt: http://webmoritz.de/2010/03/15/gastkommentar-der-kernlose-mythos-ernst-moritz-arndt/

      Aber bitte, wenn es dich glücklich macht, reiß doch das unter bitteren Tränen Rubenow-Denkmal ab, körperliche Aktivitäten bringen auch die grauen Zellen in Schwung.

      Es ist wirklich unfassbar, dass man sich nach vier öffentlichen Debatten und 20 Jahren Namensstreit immer noch die gleichen, bescheuerten und inhaltslosen Gegenpolemiken anhören/durchlesen muss.

      1. Anni    

        > Irgendwie peilen die Arndt-Fans nicht

        Ja, die Arndt-Fans peilen es nicht, alles klar.

        > dass es hier eben und gerade nur um das Patronat der Hochschule ging

        Aha. Für die Hochschule passt es nicht, mit der Begründung, dass er ein Nazi war, für alles andere aber schon? Sorry, da tue ich mich schwer mit. Entweder oder. Halbe Sachen konnte ich noch nie leiden.

        > Gern verweise ich auf den etwas älteren, aber klugen Gastbeitrag, der eben genau die Funktion von Arndt als Gallionsfigur der Uni in den Blick nimmt

        Ich habe ihn gelesen – kannte ich noch nicht. Aber irgendwie kommt meiner Meinung nach in dem Beitrag rum, dass man kein Bock auf Auseinandersetzungen mit dem Namen hat. Wenn man keinen Namen hat, braucht man keine Diskussionen zu befürchten… Manche kluge Sätze sind ja drin in dem Gastbeitrag – er hat einen Tag wie heute ja vorausgesagt.

        > immer noch die gleichen, bescheuerten und inhaltslosen Gegenpolemiken anhören/durchlesen muss.

        Na Du musst es ja wissen!

  12. fucki    

    Idioten an die Macht! Ähmmm….uppssss…..sind sie ja schon.

    1. Tin    

      Und was machst du dann noch hier?

    2. fucki    

      Wie kann man so dumm sein stets weiterführend in dieser Diskussion seinen dummheitlichen meinungsdünnschiss weiterzugeben? Ich empfehle inkontinenzwindeln!

      1. Tin    

        mimimi. Erregt dich schon sehr, wenn Leute eine Meinung haben und diese auch vertreten, ne? Tut mir leid für dich, aber das Sandmännchen ist ja gleich durch. Gute Nacht

  13. Genervter Studierender    

    Wenn man für den webmoritz schreibt und „das“ von „dass“ nicht unterscheiden kann

    Walk of shame in shamewood
    ____________________________________

  14. fucki    

    Was für eine Meinung denn? Grad aus dem Ei geschlüpft und schon das Korn aus der Flasche gepickt….

    1. Tin    

      Du peilst es nicht mal, die „Antworten“-Funktion so verwenden und willst hier anderen irgendwie Mangel an irgendwas vorwerfen…
      Ich weiß, es ist nicht einfach, andere Standpunkte anzuerkennen und in einer Debatte auch mal zurückzustecken. Irgendwann wirst du vielleicht begreifen, dass der Austausch von Meinungen wichtig ist und man dann auch mit überspitzten Aussagen der Gegenseite umgehen, ja, ihr sogar etwas abgewinnen kann.
      Wann dieser Zeitpunkt der Reife gekommen ist, hängt davon ab, wann du eingeschult wirst.

  15. fucki    

    Hab deiner Mama die antwortfunktion schon rein geschoben.

  16. Mathias Schröder    

    Wie ist der Greifswalder Bürgerentscheid zu dem Thema ausgefallen? Es gab doch sicher einen, in einer Stadt, die – da nicht sonderlich groß – wesentlich mit der Uni und ihren Einrichtungen verbandelt ist? Außerdem haben wir ja nicht erst seit der heutigen Rede unseres Bundespräsidenten gelernt, wie wichtig Demokratie und Teilhabe an öffentlichen Themen ist. Also – was sagen die Bürger Greifswalds?

    1. Fritzi    

      Welche Rolle spielt, was die Greifswalder Bürger zu einer hochschulinternen Entscheidung sagen?
      Klar, die Uni prägt die Stadt und ist ihr wichtigster Motor. Die Leute haben sich an die ein oder andere Sache gewöhnt oder freuen sich an Überbleibseln aus früheren Tage. Alles verständlich, alles emotional einigermaßen nachzuvollziehen. Aber wieso wird gerade bei diesem Thema immer wieder die Meinung der Stadtbevölkerung ins Feld geführt? Weil absehbar ist, dass schon aus Trotz für Arndt gestimmt werden würde?
      Nochmal: hier geht es um eine Entscheidung, die die Universitätsangehörigen betrifft. Man kann als Bürger dazu ja eine Meinung haben, aber doch bitte kein Stimmrecht. Oder sollen dann auch Bürgerentscheide durchgeführt werden, wenn beschlossen wird, dass die und die Bibliothek erneuert werden soll? Oder die Bürgerschaft für die Berufung von Lehrkräften mitentscheiden? Vielleicht jedes mal ’ne Straßenumfrage, wenn es um den Aus- oder Abbau von Studiengängen geht?
      Wie gesagt, es ist nachvollziehbar, wenn da manch einer ein gefühltes Mitspracherecht hat. Ist aber nicht so, sind zwei verschiedene Paar Schuhe.

  17. Nina    

    Dieses Stadt bzw. ganz MV ist schon viel zu weit rechts. Bemerkbar vermehrt, seit die Flüchtlinge da sind. Zusätzlich eine Uni zu haben, die den Namen eines glühenden Nationalisten trägt, finde ich äußerst bedenklich. Schon allein um ein Zeichen zu setzen, finde ich es richtig und wichtig, dass der Name nun endlich gestrichen wird.
    Klar, Arndt lebte in einer anderen Zeit. Ihm ist nichts „vorzuwerfen“. Es geht aber nicht um Arndt als Person, sondern um die Instrumentslisierung seines Namens.
    Ich möchte mich gerne mit meiner Uni identifizieren. Als ich hier mein Studium begann, musste ich Arndt auch erstmal googeln… und war dann irritiert. Man kann die deutsche Geschichte und die deutliche Rechtsgesinnung, die man in Greifswald v.a. in Schönwalde spürt, nicht einfach ignorieren. Dazu ein Namenspatron, dessen Überzeugungen (zufällig) in die gleiche Richtung gehen – das ist schon gruselig, beunruhigend, unangenehm.
    Lieber gar kein Name als einer mit fahlem Beigeschmack.
    Was das Geld betrifft: wie teuer wird denn die Umbenennung werden, weiß das schon jemand?

    1. EMAU Absolvent    

      Wer weiß denn welcher Überzeugung Arndt in der Zeit des Nationalsozialismus gewesen wäre, oder welche er heute hätte? Würde er Flüchtlinge egal ob aus Kriegsgründen, aus politischen oder wirtschaftlichen Gründen ablehnen? Er wurde politisch verfolgt, er wusste um die wirtschaftliche Lage leibeigener Bauern, er wusste um die Not in französisch besetzten Gebieten. Er wusste nicht um die Not in einer globalisierten Welt. Für Arndt (und viele andere) war ein deutscher Nationalstaat (nicht nationalistischer Staat) das höchst erreichbare. Ideen eines (vereinten) Europa, ohne Kriege im 19. Jahrhundert? Das ist doch selbst heute fast noch Utopie und eher Wunsch als Wirklichkeit.
      Wessen Name wurde und wird nicht instrumentalisiert? Luther, Bach, Wagner, Humboldt, Blücher, Bismarck, Marx… Die Aufzählung geht ins unendliche (ich habe mal welche ausgesucht, die ohne Google und Wikipedia bekannt sein müssten).
      Übrigens ich, immatrikuliert 1989, kannte Arndt aus meiner Schulzeit, das ist aber eher Deinen Lehrern, bzw. dem Schulsystem, als Dir vorzuwerfen.

  18. EMAU Absolvent    

    Ich bin stolz darauf, dass in der Kopfzeile meiner Diplomurkunde aus dem Jahr 1997 der Name „Ernst-Moritz-Arndt Universität Greifswald“ steht. Es war eine schöne, lehrreiche, auch gut als Student gelebte Zeit, die ich nicht missen möchte.
    Keine Ahnung ob heute noch der Spruch gilt „Der Greifswalder Student weint zweimal. Das erste Mal wenn er kommt und das zweite Mal wenn er wieder gehen muss.“ Auch „damals“ wurde sich seitens der Studis, unter denen ich mich bewegt habe, eingebracht. Zum Erhalt studentischer Clubkultur, bei Demos gegen Rechts oder Atommüll. Ich habe jedoch keine Erinnerung daran, dass unter Studenten eine Namensdiskussion jemals eine, auch nur ansatzweise relevante, Rolle spielte. Ist das heute außerhalb des Stupa anders?
    Ansonsten Trauer, Unverständnis, Fassungslosigkeit ob dieser Entscheidung.

    1. Pierre Nathan    

      Der letzte Satz lässt ja auf eine große persönliche Identifikation mit dem Uninamen schließen. Klingt wie die Beerdigungsformel für einen nahen Verwandten. Wird das der Thematik eines Universitätsnamens wirklich noch gerecht, oder stellt diese Institution eine Ersatzfamilie für Sie dar? Es gibt viele lebende Menschen auf der ganzen Welt, die Ihre warmen Gefühle gern erwiedern würden – nehmen Sie mich in den Arm! Ich knuddel zurück!

      1. EMAU Absolvent    

        Genau, siehe auch Re-Kommentar unten. Pluralistische Gesellschaft… Sicher kann und muss die Entscheidung der, mehr oder weniger repräsentativ, gewählten Vertreter der Uni akzeptiert werden. Akzeptieren muss in einer pluralistischen Gesellschaft nicht heißen, dass die Entscheidung auch verstanden wird. Was der Thematik eines Universitätsnamens gerecht wird kann in einer pluralistischen Gesellschaft wohl jeder mit sich selbst ausmachen und wenn die Möglichkeit dazu besteht auch öffentlich äußern.
        Und danke, dass der Ausdruck dessen, was bei der Kenntnisnahme über die Namensablegung in mir vorging so menschlich aufgenommen wird.

  19. reinhard hinze    

    ,hallo in Greifswald ! ich schäme mich für die umbenenner . e.m.arndt war viel mehr als ein „nazi“ . m.f.g.

    1. Pierre Nathan    

      Das bestreitet ja niemand. Nur leider stehen seine Errungenschaften nicht alleine da, sondern sind in einen Kontext eingebettet, den die Uni nicht mehr bereit ist zu tragen. Das sehe ich als eine reflektierte Auseinandersetzung mit den Widersprüchen und eine konsequenten Umgang mit den daraus gezogenen Schlüssen. Feiert euer Gespenst doch gerne weiter – die Uni hat sich anders entschieden. Called Pluralistische Gesellschaft…

  20. Thomas H    

    Um die Person Ernst Moritz Arndt geht es meiner Ansicht nach wenn dann nur noch ganz am Rande – der Ex-Namensstifter der Universität ist nicht viel mehr als eine Chiffre, eine Projektionsfläche, ein dankbares Mittel zum Zweck. Wie aus den meisten Kommentaren hier oder an anderen Stellen hervorgeht, fühlen sich die Leute um ihre Erinnerung betrogen, sorgen sich, dass die Hochschule ohne diesen Namen nicht mehr den gleichen Wert hat oder wüten darüber, dass ihnen ein Stück ihrer eigenen Identität geraubt wurde. Die angebliche „Marke“ Arndt, die eigentlich nie eine Marke war, sondern immer eher ein stückweit Makel, wird völlig überhöht und vom eigentlich Wirken Arndts und der vorgesehenen Funktion eines Patrons abgelöst. Man versteigt sich in Prinzipiendiskussionen, die Befürworter einer Namensänderung oder -ablegung werden aufs übelste beschimpft, jungen Menschen, die hier her kommen und die Stadt am Leben halten werden gleich mal die Grundrechte abgesprochen – einfach so, selbst schuld, hätten sie mal schön die Klappe gehalten. Auf facebook und anderswo versteigen sich die Arndt-Bewahrer in die wildesten Theorien, die teilweise beim jüdischen Großkapital, seinem globalen Einfluss und der Ausrottung deutscher Kultur oder gleich des ganzen Volkes enden. Geht’s vielleicht auch noch eine Nummer kleiner? Und haben die vorherigen Entscheidungen auf der Gegenseite auch solche Blüten getragen? Es zeigt sich, dass diese Debatte(n) und ihr gestriger Ausgang schlichtweg wieder ein geeignetes Ventil für den kollektiven und wahnhaften Wutrausch sind, der sich derzeit an allen möglichen Stellen in diesem Land und Teilen Europas offenbart. Es regiert die Lust an der Verschärfung und Eskalation, in der auch Träume über das an-die-Wand-stellen politischer Gegner wieder geträumt werden dürfen, in der jede noch so verblödete Verschwörungstheorie dankbare Abnehmer findet, in der das Suchen und Finden von Sündenböcken wieder ein probates Mittel der Bewältigung von Ängsten zu sein scheint. Es ist furchterregend, es ist unwürdig. Aber wer legt schon noch Wert auf Würde, Achtsamkeit, Respekt und Menschenrechte, wenn man genauso gut den eigenen Emotionen folgend herumkreischen kann und die Nachbarn stimmen mit ein.
    Gerade vor diesem Hintergrund finde ich die gestrige Senatsentscheidung ungeheuer mutig und richtig.

  21. Thomas H    

    Sollte die Entscheidung – aus welchen Gründen auch immer – vom Bildungsministerium revidiert werden, kann ich schon jetzt einen riesigen Schwall ungezügelter Häme und entgrenzter Verspottung voraussagen.

    Sollte die Entscheidung durchgehen, wird auf die korrupte und volksfeindliche Regierung geschimpft.

    Im Umgang mit dieser Entscheidung zeigt sich so vieles. Vor allem aber, dass weite Teile der Gesellschaft sich scheinbar in eine Zeit weit vor der Aufklärung zurückentwickelt haben (bzw. im Heute nie angekommen waren). Statt Pluralismus, Diskussion und Kompromissbereitschaft anzunehmen, wie man es von erwachsenen Leuten im Jahr 2017 erwarten könnte, regiert vielmehr das Streben nach vollkommener Überlegenheit, Unterwerfung, Rache.
    Wie unter solchen Umständen eine friedliche Gesellschaft noch zu machen sein soll, ist für mich dieser Tage immer häufiger fraglich.

  22. Mario    

    Ich bin für eine Umbenennung in Axel-Stoll-Universität der vereinten Planeten des Imperiums Aldebaran.

  23. Jan    

    Ich hatte es ja schon einmal geschrieben, dass ich es äußerst anmaßend finde, mit der Ablegung des Namens auch eine Namenslosigkeit festzulegen die für immer gilt. Sicher, die eigentliche Tradition der Uni ist es keinen Namen zu haben – wenn Arndt Unterstützer rumheulen dass durch Namensabschaffung eine Tradition zerstört wird, kann ich nur lachen. Schließlich hatte die Uni von ihrer Gründung bis 1933 keinen spezifischen Namen, sondern nur Bezeichnungen die an die jeweiligen Umstände angepasst wurde.

    Doch in Betracht der Tatsache, dass sich einige Einheimische als Namenspatronen anbieten, halte ich die Forderung nach einer Namenslosigkeit schon für zeimlich arrogant. Vor allem weil sie häufig von Personen gäußert wird, die überhaupt nicht mit dieser Stadt verbunden sind und nach ihrem Studium reißaus suchen.

  24. Malte    

    Warum wurde mein Kommentar denn gelöscht?
    Ihr hattet doch sogar darauf geantwortet.

    1. Malte    

      Ups, doch nicht. Wurde mir nur falsch angezeigt.

  25. Ecky    

    Ich bin für eine Umverlegung der Uni Greifswald nach Templin. Dort soll diese dann den Namen Angela Merkel erhalten.

  26. sascha    

    haben sich die Entscheidungsträger in irgendeiner Form, öffentlich zu diesen Vorgängen geäußert?

  27. ecky    

    Diese“Entscheidungsträger“ sind aalglatte Menschlein, die es bisher in jedem politischen System gab und wahrscheinlich auch immer geben wird. Ďabei spielt es keine Rolle, ob sie Professor oder Studentenvertreter sind.

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