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Pünktlichkeit ist die Höflichkeit der Könige. So stand eine ich gute Viertelstunde vor der Garage.

Die Garage ist die Galerie des Caspar-David-Friedrich-Instituts, die aber erst mit dem Beginn der Vernissage geöffnet werden sollte, da der gesamte Raum das Kunstwerk bildet, was aber noch durch die Dunkelheit verhüllt schien. Nebenan ist gleich die dazugehörige Werkstatt, welche mir ihre Wärme anbot.
In ihr riecht es nach Holzverarbeitung, und eine Studentin war schwer in ihre Tätigkeit vertieft. Der Zeiger wanderte zur Fünf, und das Tor öffnete sich. Es öffnete sich damit eine künstlerische Landschaft. Die Greifswalder Studentin Nadine Wittke gab ihrer Ausstellung den Namen „l-a-n-d-s-c-r-a-p-e“. Es ging ihr dabei um „Kratzer, Risse und Flecken auf Mauern und Wänden in einem Raum“. Dieser Raum bot die Obhut für eine Darstellung einer abstrakten Landschaft – landscape + scrape = landscrape. Die Anordnung der Objekte klingt wie eine eigene Sprache für sich – nicht zu vergleichen mit der Schrift oder dem Bild. Die Perspektive bestimmt der Betrachter selbst, da er von fast allen Standorten den Raum betrachten kann, weshalb sich immer wieder neue Blickwinkel ergeben.  Selbst mit den verwendeten Objekten können gemäß einer realen Landschaft Höhen, Weite, Tiefe und auch Leere dargestellt werden. Circa eine Woche lang schuf die Künstlerin diese Landschaft. Die Kulisse bildeten dabei die Wände, die mit Arcyl und Abtönfarbe bearbeitet wurden. Danach fügte sie ihr unzählige Kratzer und Risse zu. Einen Riss, der durch die ganze Garage verläuft zeichnete sie mit Kreide nach. Die Ähnlichkeit mit einem realen Flussverlauf ist verblüffend. Der Blickfang ist zweifelsfrei der Squashschläger, der durch besonders geformte Steine ummantelt wurde. Ihm zu Füßen liegen Schuttreste. Zusammen mit den Gips-Objekten ergeben sich unter spezieller Beleuchtung daraus besondere Linien. Die Art dieser ganzheitlichen Kunstform nennt sich Rauminstallation.

 

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Wer die Ausstellung erleben möchte, kann dies noch bis Dienstag tun, da bis Mittwoch der Urzustand der Garage wieder hergestellt worden sein muss.

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