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Aufgrund des Pokal-Wochenendes waren viele auf der Kreisebene spielenden Mannschaften spielfrei. Neben den am Samstag spielenden Landesklasse-Teams durften am Sonntag auch die Frauen ran. Die Erste des GFC empfing im Verfolger-Duell den SV Hafen Rostock, die Zweite spielte gegen Usedom.

Um 11 Uhr war es noch ziemlich still auf dem Jugend-Platz, wo eigentlich die Verbandsliga-Mannschaft des GFC antreten sollte. Mit einer Viertelstunde Verspätung wurde dann schließlich begonnen. Das Spiel der Zweiten bot daher eine optimale Zeitüberbrückung. Ohne großes Abtasten ging es gleich zur Sache. Keine drei Minuten waren gespielt, da hat Nicole Möller einfach mal abgezogen. Und dann regte sich was auf dem anderen Platz. Greifswald und Rostock liefen endlich auf. Der Platz war heute etwas kleiner. Es ist kein Geheimnis, dass einige Mannschaften personelle Sorgen haben, und so wird einfach 9 gegen 9 gespielt. Es nennt sich Norweger Modell und wird wahrscheinlich mehr an Bedeutung gewinnen, wenn sich die Situation nicht in naher Zukunft verbessern sollte. Die Ursachen sind komplexer Natur. So ist auch ein möglicher Aufstieg kein Thema in Greifswald, auch wenn die eine oder andere Spielerin sicherlich gerne in der nächsthöheren Liga spielen würde. Über der Verbandsliga steht die Regionalliga, die Entfernungen bis ins Erzgebirge bedeutet. Wenn es keine Kostengründe sind, dann geht es oftmals arbeitstechnisch und/oder aus familiären Gründen nicht. Und natürlich spielen auch demographische Gründe eine Rolle. Es besteht ein Ungleichgewicht in der Zusammensetzung der Bevölkerung. Die Männer überwiegen. „Unter gut 797000 Frauen wird es doch genug geben, die gegen den Ball treten können“, überlegt sich derjenige, der mit der Sache nichts zu tun hat. Doch schon seit vielen Jahren haben auch einige Herrenteams personelle Sorgen oder mussten schon schließen.

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Die Motivation, sich Fußballvereinen anzuschließen sinkt. Dann kommen noch die aufgezählten Gründe wie Arbeit, Mobilität und Familie dazu, sodass der Kreis der aktiven Spieler unter dem Strich doch ziemlich gering ist. Und beim Frauenfußball erleben wir sogar die extreme Ausprägung mit Kreisligen über die Bundeslandgrenzen hinaus. Der Frauenfußball hat es trotz den Erfolgen der Nationalmannschaft in der Akzeptanz dennoch nicht leicht, auch wenn es heute auf dem Platz nicht so aussieht. Beide Mannschaften kämpfen verbissen. Das Spiel ist schnell. Ein atmosphärischer Unterschied zum Kreisoberliga-Spiel ist nicht zu übersehen bzw. zu überhören. Versteckte kleine Fouls und Motzereien, mal lauter, mal leiser. In der 8. Minute stochert die Rostockerin Sandy Düwel den Ball über die Linie. Der Punkte-Unterschied zwischen beiden Mannschaften lag bei nur 5 Punkten. Die Rostockerinnen gingen dennoch als Favorit ins Spiel. Es war ein Spiel auf Augenhöhe, da Rostock den Vorteil ihrer im Sprint starken Spielerinnen aufgrund des engen Platzes nicht richtig nutzen konnte. Halbzeitpause. Auf dem vorderen Platz steht es inzwischen 3:0 (Lisowski und Peck erhöhten). Usedom kommt zum Anschluss. Die Trainerbank ruft zum Aufwachen auf. Innerhalb von vier Minuten (51. Bis 55.)holt Usedom den Rückstand auf (2x Goersch, 1x Werner). Noch 25 Minuten sind zu spielen. Nun geht es auf dem hinten Kunstrasenplatz weiter. Greifswalds Svenja Richter zieht nach einer gespielten Stunde aus halblinker Position ab, und die Rostockerin im Tor kann den Ball nicht festhalten. Es sah ungünstig aus, aber passiert. Danach ist das Spiel offen. Greifswald hat sogar die besseren Chancen. Am Ende kann Rostock mit dem Punkt zufrieden sein. Zwischendurch ist noch ein lauter Jubelschrei hörbar. Die „Insulanerinnen“ feiern ihren Punkt wie einen Sieg. In der Verbandsliga bleibt alles, wie gehabt: 1. RFC, 2. Hafen, 3. Greifswald. In der KOL klettern beide einen Platz nach oben – Greifswald 3. Und Usedom dahinter. Aufgrund der wenigen Mannschaften befindet sich GFC II nun schon in der Winterpause.

 

Greifswalder FC I: Förster, Richter, Ebermann, Blietz, Wichers, Moualhi, Irsinghausen (61. Cziborra), Ringwald

Hafen Rostock: Dräger, Gaede, Hiller, Huth-Planeth, Haase, Düwel, Geß, Scheller, Wendt (46. Hinrichs)

 

Greifswalder FC II: Schig, Busacker, Torres, Möller, Rienow, Lisowski, Peck, Kuphal, Ebel, Döbbert, Gutjahr

GW Usedom: Mülling, Oesterheld, Zekai, Palesch, Goersch, Watzke, Kinzel, Werner, Krause

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