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Die Bachwoche ist aus dem kulturellen Angebot Greifswalds gar nicht mehr wegzudenken. Der Zuspruch beim Publikum ist aufgrund eines vielfältigen Programms weiterhin immens. Am Freitag vor dem Finale standen noch zwei der Highlights dieser Festtage zu Ehren Johann Sebastian Bachs auf der Agenda.

Die Aula bzw. die ganz alte Bibliothek der Ernst-Moritz-Arndt-Universität bot für das Klavierkonzert von Olga Gollej und Frank-Immo Zichner unter dem Titel „Alles, alles verdanke ich Bach!“ die beste Kulisse, die die Hansestadt bieten kann. Die Fenster wurden verdunkelt und der Leuchter strahlte das zahlreiche Rot des feierlichen Raumes so effektvoll an, sodass es eine unverwechselbare angenehme Atmosphäre ergab. Als Frank-Immo Zichner und Olga Gollej die Bühne betraten wurde es sehr still. Olga Gollej verfügt trotz ihres jungen Alters bereits über eine große Erfahrung. Die gebürtige Kasachin ist u.a. die Geschäftsführerin der internationalen Gluck Opern Festspiele in Nürnberg. Eine besondere Herausforderung ist das vierhändige Spielen des Klaviers. Konzentration und Präzision sind gefragt. Nach einem meditativen Einstieg folgte das wohl bekannteste Werk Bachs – das Brandenburgische Konzert Nr. 3. Später wurde auch noch das Brandenburgische Konzert Nr. 5 präsentiert. Der meditative Einstieg und der Übergang zwischen den beiden Bach-Werken stammten aus baltischen Federn von Arvo Pärt bzw. Vytautas Barkauskas, da das Thema der diesjährigen Festwoche „baltisch“ heißt. Das Publikum war begeistert. Es ist interessant zu beobachten, wie die Leute die Musik aufnehmen. Viele Augenpaare blicken gebannt auf die Künstler. Einige lassen die Musik voll und ganz durch geschlossene Augen auf sich wirken. Wiederum andere lassen die Blicke durch die Räumlichkeit wandern.

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Am Abend sollte das große Chorfest als Open-Air-Veranstaltung am Museumshafen stattfinden. Das Wetter meinte es nicht gut und so fand das Konzert kurzfristig in der Kirche St. Marien „Zuflucht“. Aufgrund der Umbaumaßnahmen war der Anblick nicht so feierlich, wie man es sich gewünscht hatte. Der Vorteil war nun mal das Dach und die Entfernung zum Hafen. Sieben Chöre unterhielten das Publikum bestens. Die Sprachen variierten. Freunde der lateinischen Sprache kamen ganz auf ihre Kosten. Traditionelle deutsche Stücke wurden ebenfalls vorgetragen. Die polnischen Gäste aus Szczecin präsentierten sich u.a. in ihrer Landessprache. Das Gospelkombinat Nordost brachte afrikanische Exotik mit ins Programm. Nach zweieinhalb Stunden des Gesangs bildete ein gemeinsamer riesiger Chor den Abschluss mit dem Lied „Der Mond ist aufgegangen“ – passend zur bereits angebrochenen Nacht.

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