Senat will Studienbedingungen verbessern

Geschrieben von | Veröffentlicht am 29. Dezember 2010 um 15:14 Uhr

Pro-Rektor Michael Herbst im Amt bestätigt.

Um die Studienbedingungen von Bachelor- und Masterstudenten zu verbessern, sollen sich die Fakultäten künftig bei Erstellung und Überarbeitung von Studien- und Prüfungsordnungen an eine Richtlinie halten. Der entsprechende Senatsbeschluss sieht jedoch Abweichungen in begründeten Ausnahmefällen vor. Jedoch befasste sich der Senat in seiner letzten Sitzung nicht nur mit Bologna, sondern auch mit der Zielvereinbarung, dem Landeshochschulgesetz und Michael Herbst. Letzterer wurde bei 32 Ja-Stimmen und bei vier Gegenstimmen als Prorektor im Amt bestätigt.

Neue Bologna-Richtlinie: Keine Überschneidung mit anderen Prüfungen

Richtlinie, Gesetz oder doch nur Leitlinie: Bei der Diskussion um die Ergebnisse der Bologna-Arbeitsgruppe ging es im Senat eher um den Gesetzes- oder Empfehlungscharakter der Ergebnisse als um die Inhalte selber. Der Senat entschloss sich schließlich für eine Richtlinie, von der in Ausnahmefällen abgewichen werden kann. Die Richtlinie sieht nun im Einzelnen vor:

  • Die Klausuren sollen nicht in der Vorlesungszeit geschrieben werden und sich nicht mit anderen Prüfungen überschneiden.
  • Der Übergang zu einem Masterstudium soll schneller möglich sein und die sogenannte Master-Hürde fallen. Die Master-Hürde hat beispielsweise die Philosophische Fakultät schon abgeschafft.
  • Die neue Bologna-Richtlinie spricht sich für eine Abschaffung der Master-Hürde aus.

    Vierjährige Bachelorstudiengänge und dann einjährige Masterstudiengänge sollen möglich sein.

  • Module sollen aus mindestens fünf ECTS-Punkten bestehen, wobei ein ECTS-Punkt nicht weniger als 1,5 SWS betragen dürfe.
  • Der Freiversuch wird abgeschafft, dafür sollen grundsätzlich drei Prüfungsversuche möglich sein.
  • Zur Begrenzung der Prüfungslast sollen gerade bei General Studies die Benotung von “bestanden” oder “nicht bestanden” ausreicht. Dies wird auch für weitere Modulprüfungen erwogen.
  • Bei einem Auslandssemester sollen Prüfungsleistungen einfacher angerechnet werden und es die Einsicht geben, dass ein Auslandssemester das Studium verlängert.

Einige der Richtlinieninhalte finden sich auch im neuen Landeshochschulgesetz (LHG) wieder, zum Beispiel die Abschaffung des Freiversuches. “Es wurde gerade im Schweriner Landtag beschlossen”, berichtete Greifswalds Rektor Rainer Westermann während der Senatssitzung.

Verbindlichkeit: Richtlinie, Gesetz oder doch nur Leitlinie?

Bologna-AG: Uni-Rektor Rainer Westermann will kein Gestz.

Herbst stellte als Mitglied der Bologna-Gruppe die Empfehlungen vor: “Wir wollen die handwerklichen Umsetzungen verbessern, die Belastung der Studenten reduzieren und die Modellzuschnitte so ändern, dass die Module studierbar bleiben.” Sie sollen bei der Erstellung neuer Prüfungsordnungen berücksichtigt werden. In der AG war auch die studentische Senatorin Paula Zill vertreten. Der Präsident des Studierendenparlaments (StuPa) Erik von Malottki begrüßte die Änderungen und forderte eine zeitnahe Überarbeitung der Studiengänge. Er sprach sich für eine Verbindlichkeit der Empfehlungen aus. Dagegen regte sich Widerstand: “Die Stellungnahmen aus den Fakultäten wurden nicht berücksichtigt”, beklagte etwa Professor Klaus Fesser, Dekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät. Er habe kein Problem mit den Empfehlungen, wenn dies nur Vorschläge “ohne normativen Charakter” sind. “Wir müssen flexibel bleiben”, fuhr Fesser fort.

Fachspezifische Besonderheiten bleiben möglich

Uni-Rektor Rainer Westermann schloss sich dem an: “Eine Rahmenrichtlinie, an der man sich bei Studien- und Prüfungsordnungen entlang hangeln kann, ist sehr vernünftig. Ich will aber kein Gesetz, über das man nicht hinweg gehen kann.” Dem stimmte Herbst zu: “Es ist kein Kodex und es gibt Ausnahmen.” Am Ende wurden die Empfehlungen als Richtlinie verabschiedet. Diese soll nun als Grundlage für die neue Erstellung von Studien- und Prüfungsordnungen verwenden werden. Jedoch bleiben “fachspezifische Besonderheiten bei hinreichender Begründung” möglich, wie es im Beschluss heißt.

StuPa-Präsident Erik von Malottki begrüßt die Änderungen.

Der Senat beschäftigte sich aber nicht nur mit der Bologna-Reform und dem LHG, sondern auch mit der Zielvereinbarung.  Westermann bekräftigte in seinem Rektoratsbericht, keine Nachverhandlungen zur Lehrerbildung mit Rostock zu führen. Nach Bekanntgabe der Zielvereinbarung war teilweise die Forderung erhoben worden, dass die Uni Greifswald auf Gelder zugunsten der Rostocker Uni verzichten solle. Letztendlich gab es keine Nachverhandlungen. “Das ist akzeptiert worden”, machte der Rektor weiter deutlich.

Fotos: Arik Platzek (Westermann), Frederike Kühnel (Masterhürde), David Vössing

Der webMoritz wünscht einen guten Rutsch ins Jahr 2011

Geschrieben von | Veröffentlicht am 28. Dezember 2010 um 13:40 Uhr

Liebe Leser,

die webMoritz-Redaktion hofft, ihr und eure Familien hattet ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest. Und wünscht nun einen guten Übergang ins Jahr 2011. Die Redaktion des webMoritz blickt auf ein ereignisreiches und erfolgreiches Jahr 2010 zurück. Für das Vertrauen und die Treue unserer Leser, aber auch für deren stete konstruktive kritische Begleitung unserer Arbeit, bedanken wir uns herzlich.

Gleichzeitig bitten wir um Verständnis dafür, dass der webMoritz über die Festtage keine oder kaum neue Artikel veröffentlichen wird – wichtige und dringende Nachrichten sind davon natürlich ausgenommen. Im neuen Jahr geht es dann genauso emsig weiter wie bisher.

Euer webMoritz-Team

Foto: Katharina Lutter (Winterbild),  Tino-Höfert (Aufmacher) beide via jugendfoto.de

Wettbewerb: AStA sucht Logo für neue Ersti-Shirts

Geschrieben von | Veröffentlicht am 28. Dezember 2010 um 12:13 Uhr

Wer noch an seine Erstsemesterwoche zurückdenkt, erinnert sich bestimmt auch noch an das Ersti-Shirt. Ende März 2011 steht wieder eine Ersti-Woche an und der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) sucht noch Entwürfe für ein Logo. Dem Gewinner winkt ein Büchergutschein über 60 Euro.

Vorschlag soll etwas mit 555-jährigen Uni-Jubiläum zu tun haben

Das Uni-Logo in einem Baum. So sah das Ersti-Shirt im Jahr 2010 aus.

Bis zum 31. Januar können Studenten Vorschläge für das neue Erstsemester-Shirt an kultur@asta-greifswald.de schicken. Beim Entwurf soll auf das bevorstehende 555-jährigen Jubiläums der Universität Greifswald Bezug genommen werden. Im Übrigen weist der AStA darauf hin, dass der Entwurf dem AStA zur Nutzung und Veröffentlichung zur Verfügung gestellt werden müsste, um das Logo selbst zu erstellen.

“Früher war es üblich, dass die Ersti-Shirt-Logos von Studierenden der Uni entworfen wurden. Leider ist diese Tradition eingeschlafen. Ich möchte jedoch die Studierenden wieder mehr in die AStA-Arbeit einbinden, denn wir alle sind die Uni”, ruft Maximilian Willmann, AStA-Referent für Erstsemesterwoche, zur Teilnahme am Wettbewerb auf.

Gewinner winkt 60 Euro Büchergutschein

Beim Wettbewerb gibt es natürlich auch etwas zu gewinnen. Der beste Entwurf wird vom AStA gewählt und mit einem Büchergutschein im Wert von 60 Euro prämiert. Für den zweiten und dritten Platz gibt es einen Büchergutschein im Wert von jeweils 25  und 15 Euro. Weitere Information zum Wettbewerb gibt es hier.

Fotos: Daniel Focke

Wolgaster Straße: Dachstuhl steht in Flammen *Update*

Geschrieben von | Veröffentlicht am 25. Dezember 2010 um 21:44 Uhr

Feuer im Dachstuhl des Umsonstladens.

Im Dachstuhl über dem Umsonstladen Greifswald und dem Tattoo- & Piercingstudio “All you Need is Crazy” in der Wolgaster Straße 2 ist am Samstagabend ein Feuer ausgebrochen. Nach Informationen des webMoritz ist das Feuer im Obergeschoss des zweistöckigen Wohn- und Geschäftshauses ausgebrochen.

In dem Dachgeschoss befinden sich zwei Wohnungen. In einer der Wohnungen soll die Mutter des Umsonstladenbetreibers wohnen. Die 79-Jährige, in deren Wohnung laut Feuerwehr das Feuer ausgebrochen ist, wurde gerettet. Sie kam mit einem schweren inneren Rauchtrauma in eine Berliner Spezialklinik. Die beiden anderen männlichen Bewohner der Nachbarwohnung konnten ebenfalls gerettet werden.

Laut Ostsee-Zeitung sind die Wohnungen und die Geschäfte nicht mehr nutzbar. Tattoostudio-Besitzer Bedong und seine Freundin Nadja bedanken sich auf der Homepage des Ladens bei der Polizei und Feuerwehr für die schnelle Hilfe. Die Löscharbeiten der Freiwilligen Feuerwehr und der Berufsfeuerwehr Greifswald dauerten bis in die Mitternachtsstunden. Zur Schadenshöhe können noch keine Angaben gemacht werden. Die Brandursache ist ebenso noch unklar. Der Umsonstladens gehört seit 19. November 2004 zum Stadtbild Greifswalds.

Fotos: Torsten Heil (Handy-Kamera)

Anm. der Redaktion: Der Artikel wurde mit weiteren Informationen ergänzt und teilweise verändert.

Hinter den Kulissen von “Nacht am Meer – der Talk im Strandkorb”

Geschrieben von | Veröffentlicht am 21. Dezember 2010 um 23:04 Uhr

Daniela Buschmann und Stephan Dreyzta, die Moderatoren des Late-Night-Talks auf radio 98eins geben Einblick: Wie ist die Sendung eigenltlich aufgebaut? Was darf man im Radio nicht machen und wer gehört sonst noch zur Redaktion? Wer lädt die Gäste ein? Wie kommt man überhaupt an Gäste ran? Was hat es mit der Nacht am Meer-Geschichte auf sich und wieso hat Daniela etwas gegen Trecker, Stephan aber etwas für Katzen übrig? Und warum mögen beide s[dad]dyfaith so sehr, dass sie in der Sendung sogar zwei Lieder von ihnen spielen, obwohl man doch nie zwei Lieder von einer Band in einer Sendung spielt?

Eine gemütliche Sendung, die fröhlich und locker erklärt, wie Radio gemacht wird.  Herzliche Einladung einzuschalten.

Moderatoren Daniela Buschmann (Mitte) und Stephan Dreytza (hinten) gewähren einen Blick hinter die Kulissen

Kurz und prägnant: Dienstag, den 28.12.2010, von 22-23.00 Uhr auf der Frequenz MHz 98,1 oder im Livestream. Sollte man die Sendung aber leider doch verpasst haben, kann man sich alles am 02.01.11 um 23.00 in der Wiederholung oder sonst einfach im Podcast anhören und sich vorher bei Youtube ein Bild machen, wie es im Radio hinter den Kulissen aussieht.

Die Redaktion wünscht einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Die Arndt-Debatte als Fallbeispiel

Geschrieben von | Veröffentlicht am 18. Dezember 2010 um 21:24 Uhr

„Westprofessoren“ und gezielte Meinungsmache – eine nicht hinnehmbare Diskussionskultur für zwei Greifswalder Studenten. Sie nahmen sich der Probleme an und publizierten das Ergebniss in einem wissenschaftlichen Band.

Der 17. März dieses Jahres verlief relativ alltäglich und unscheinbar: Das Wetter in Greifswald war grau, viele Prüfungen waren erledigt, die Semesterferien näherten sich dem Ende. Was an diesem Tag hinter den Türen des Universitätshauptgebäudes passierte, in dem der akademische Senat tagte, war eine der lang erwarteten Entscheidungen. Zwei Lager haben sich beim Rubenowplatz eingefunden. Die einen sind für, die anderen gegen die Beibehaltung des Namenspatrons „Ernst Moritz Arndt“, der 1933 eingeführt wurde.

Eine fast einjährige Debatte mit vielen Höhen und Tiefen, insbesondere in der (Hochschul-)Politik, ging diesem Tag voraus. Durch eine Inszenierung Arndts von Sebastian Jabbusch und dem Vortragen von antisemitischen Zitaten wurde wieder eine ganze Welle an Streitgesprächen und manchmal auch Anfeindungen zwischen Studierenden, Bürgern der Stadt und anderen Beteiligten ausgelöst.

Bei der Vollversammlung der Studierendenschaft im Juni 2009 stimmte eine klare Mehrheit der Anwesenden dafür, dass die studentischen Gremien den Namen „Ernst Moritz Arndt“ ablegen sollten, und das Studierendenparlament (StuPa) sich dem Antrag anschließen solle. Noch dazu kam eine Entscheidung, die bisher einmalig in der 550-jährigen Geschichte der Universität war: Eine studentische Urabstimmung sollte her.

Unter anderem auf Initiative von studentischen Senatoren – darunter Fabian Freiberger und Thomas Schattschneider – gründete sich wegen der Debatte auch im akademischen Senat eine Kommission. Diese sollte erarbeiten, welche Argumente für und welche gegen Arndt als Namenspatron der Universität sprechen. Der Senat entschied sich – unabhängig vom Ergebnis der Urabstimmung – am 17. März 2010 für den Namenspatron. Die Senatsvorsitzende Maria-Theresia Schafmeister erklärte nach der Entscheidung in einem Beitrag von moritzTV: „Uns ist durch diese Entscheidung der Auftrag gegeben worden, sich kritisch mit der Person Arndt auseinanderzusetzen. Die Debatte um den Namenspatron wird nicht aufhören.“

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TITEL Mehr als Küstensand und Fisch auf´s Brot

Geschrieben von | Veröffentlicht am 18. Dezember 2010 um 21:20 Uhr

Klischees gibt es über MV reichlich: Raue Inselbewohner, ein hoher Fischbrötchenverzehr und braune Politklandschaft. Doch wer bereit ist über den Tellerrand der Vorurteile zu blicken, wird Erstaunliches entdecken können.

In wenigen Tagen ist Weihnachten und sobald man die letzte Veranstaltung vor den vorlesungsfreien Tagen hinter sich gebracht hat, werden alle sieben Sachen in einer Tasche verstaut und die Wohnung verlassen. Der Weg führt zum nächsten Bahnhof. Viele Menschen werden sich dort bereits zum Ticketautomaten vordrängelt haben, um noch schnell einen Fahrschein zu ziehen, bevor der nächste Zug kommt. Fast alle haben ein gemeinsames Ziel: Es zieht sie über die Weihnachtsfeiertage zu ihrer Familie und zu Freunden.

Die Festung in Dömitz wird von Mauern und einem Burggraben umschlossen

Die Szenarien innerhalb des Zuges sind dabei immer die gleichen: Sobald man sich einen Platz ergattert und der Zug sich in Bewegung gesetzt hat, beginnt man zu lesen, Musik zu hören oder lässt einfach die Gedanken bei geschlossenen Augen schweifen. Die Umwelt oder die Orte, die auf der Heimreise durchquert werden, nimmt kaum jemand wahr, dabei hat Mecklenburg-Vorpommern noch so viel mehr zu bieten als graue Bahnschienen, die einen in die eigene Heimat bringen.

Es ist jetzt Sonntag, zehn Uhr, und von dem Gedrängel noch längst keine Spur. Wir, zwei Redakteure und eine Fotografin, machen uns auf den Weg quer durch unser Bundesland, um die Region einmal aus anderen Perspektiven zu betrachten. Der Himmel ist bedeckt und grau, eigentlich kein schöner Tag. Kaum haben wir Greifswald verlassen, ist um uns herum nichts als Natur: weite Felder, ein paar Waldabschnitte, hier und da ein paar Tiere, die noch recht unbeschwert Nahrung zu sich nehmen, bevor der Winter naht. Ein wohl typisches Bild für Mecklenburg-Vorpommern.

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TITEL Das Tier als Wirtschaftsfaktor

Geschrieben von | Veröffentlicht am 18. Dezember 2010 um 21:14 Uhr

In Mecklenburg-Vorpommern soll ab nächstem Jahr die Produktion in Europas größter Ferkelzuchtanlage beginnen. Dass es dabei stark um wirtschafliche Interessen ging, wurde während des dreijährigen Genehmigungsverfahrens deutlich.

Es ist ein rauer kalter Novemberwind, der in diesen Tagen über die kahlen Felder von Alt Tellin zieht. Nach fast 45 Minuten Fahrt von Greifswald auf der A20, erfüllt sich hier die Vorstellung der tiefsten Provinz. Flaches Land und gefühlte zwei Häuser pro Quadratkilometer sind es, bis die Gemeinde Alt Tellin und dessen Ortsteil Siedenbüssow sich auftun. Siedenbüssow, das ist der Bereich im Kreis Demmin, in dem bereits nächstes Jahr die Produktion in einer der größten Ferkelaufzuchtsanlage Europas begonnen werden soll.

Einsam, aber nicht verlassen: ein Gebäude der ehemaligen LPG-Anlage in Siedenbüssow

Auf dem alten Gelände steht derzeit noch eine ehemalige Anlage der landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) aus der DDR, deren Mästung von 3 600 Schweinen nach der Wende eingestellt wurde. Der Wind zieht durch alle Ecken und Kanten der beiden leer stehenden Hallen, geradezu morsch und faulig wirken die von der Zeit gezeichneten Tröge und Abzugsschächte. „LPG – Blühende Landschaften“ steht an einem der Gebäude – eine Forderung, die der Ortschaft jetzt gegönnt werden soll. Zwar wirkt das Gelände einsam, aber nicht verlassen – zahlreiche andere Graffitis zeugen davon. Ab nächstem Jahr wird voraussichtlich schon mit der Aufzucht von monatlich knapp 36 000 Ferkeln begonnen.

Nur zwei Kilometer weiter liegt der Ortskern, Alt Tellin. Auf den ersten Blick wirkt das 347-Seelen-Dorf mit seinen engen Straßen nahezu trostlos. Ein Ort, der zu unbedeutend wirkt, als das hier Halt zum Verweilen gemacht werden sollte. Viele Eigenheime mit Vorgärten, akribisch gestutzte Hecken und präzise gepflasterte Einfahrten. Man kennt sich in der kleinen Gemeinde, das Auto mit dem Greifswalder Kennzeichen scheint aufzufallen, Blicke werden geworfen. Schwer einschätzbar sind die Reaktionen der Dorfbewohner, sie schwanken zwischen Neugier und misstraulicher Distanz.

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»Auf der Intensivstation läuft man auf Socken «

Geschrieben von | Veröffentlicht am 18. Dezember 2010 um 20:46 Uhr

Julia Lott, 26, hat ihr Praktisches Jahr für ihr Medizinstudium in Nepal verbracht. Was sie in diesen vier Monaten in der Chirurgie erlebt hat und wie anders es dort abläuft, hat sie dem moritz erzählt.

Im „Health Camp“ begrüßen die Nepalesen die Ärzte

moritz Hast du ein Stipendium bekommen oder musstest du alles selber bezahlen?
Julia Lott Ich habe mich kurzfristig für das Praktisches Jahr in Nepal entschieden, und so kein Stipendium mehr erhalten. Aber dadurch, dass die Lebenserhaltungskosten sehr niedrig sind und der Flug auch recht günstig war, bin ich im Endeffekt mit plus minus Null aus diesen vier Monaten gegangen. moritz Wie war die Umstellung für dich? War es schwierig, sich einzufinden?
Julia Du kommst an und bist erst mal total beeindruckt von den Farben, von den Gerüchen und auch abgeschreckt von dem Lärm in Kathmandu. Aber die Leute in ihren bunten Gewändern sind sehr herzlich. Auf der anderen Seite sieht man Straßenköter an jeder Ecke. Es gibt in Nepal viele Gegensätze zwischen Schönheit und Armut. Kathmandu ist so versmoggt, aber mit ein bisschen Glück kann man einen Blick auf das Himalayagebirge erhaschen. Nachmittags musste ich leider oft mit einem Atemschutz herumlaufen. Nach zwei Monaten tat es so gut einen Trecking-Ausflug in die beeindruckenden Berge zu machen und frische Luft zu atmen. Als ich wieder zurück nach Greifswald kam, ist mir das erste Mal aufgefallen, wie sauber hier die Luft eigentlich ist.

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Studententheater kurz vor dem Aus?

Geschrieben von | Veröffentlicht am 18. Dezember 2010 um 20:30 Uhr

Einem der wichtigsten studentischen Vereine droht eine ungewisse Zukunft. Die Raumproblematik des Studententheaters spitzt sich weiter zu. Falls keine schnelle Lösung gefunden wird, fallen kulturelle Beiträge weg.

Das Studententheater (StuThe) existiert seit dem Jahre 1995 und entstand in Folge der Einstellung des Modellstudiengangs „Darstellendes Spiel“. Trotz der großen Beliebtheit, der Professionalität der Nachwuchsschauspieler und der internationalen Tätigkeit des studentischen Vereins sei die Geschichte vom Theater „eine permanente Umzugsgeschichte“, meint der Präsident des Studierendenparlamentes (StuPa), Erik von Malottki. „Das StuThe bekam von der Universität Räume zur Verfügung gestellt, die aber dann, sobald die Uni die Räume für Vorlesungen oder Seminare brauchte, wieder verloren gingen. Daraufhin wurden dem StuThe erneut neue Räume zur Verfügung gestellt.“

Noch rollt der Ball, wie hier beim Stück „Homo Pilicrepus“

Die Palette an Orten war weit gefächert, sie reichten von der Makarenkostraße über die Stralsunder Straße 10 bis hin zur jetzigen Probestätte in der Falladastraße. Franz Küntzel, Referent für Hochschulpolitik beim Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA), erklärt dazu: „Das Problem ist, dass Greifswald allgemein keine adäquaten Räume hat, wo man das StuThe unterbringen könnte. Man müsste die einsturzgefährdeten Häuser sanieren oder Häuser neu bauen.“ Noch gehört das Haus in der Falladastraße 2 der Universität. Doch diese wird das Gebäude zum Januar 2011 hin an das Land Mecklenburg-Vorpommern, genauer gesagt an den Betrieb für Bau und Liegenschaften (BBL), zurückgeben.

Das Theater allerdings würde die Probestätte gerne behalten. Denn das StuThe braucht einen Saal und möglichst zwei Proberäume, einen Fundus, eine Werkstatt, Garderobe, Räume für die Technik und ein Büro, um qualitativ gute Arbeit leisten zu können. „Das Haus ist wirklich gut, weil es relativ zentral liegt. Was Zentraleres in der Größe findet man wahrscheinlich nicht“, bemerkt Ulrike Kurdewan, stellvertretende Vorsitzende des StuThe. Allerdings ist das Gebäude sehr baufällig, da es lange Zeit leer stand. Es gibt Löcher in den Decken und in vielen Räumen schimmelt es. Eine Sanierung und baurechtliche Sicherung ist deswegen unumgänglich. Noch gibt es kein offizielles Gutachten des BBL, die ersten Schätzungen bewegen sich zwischen 10700 und 250000 Euro.

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