Tiefsinning, tänzerisch, schwer: Das neue Album von “Wir sind Helden”

Geschrieben von | Veröffentlicht am 28. September 2010 um 16:53 Uhr

Ein Beitrag von Christopher Denda

Fast zwei Jahre lang war es um die Berliner Pop-Rock Gruppe „Wir sind Helden“ ruhig geworden. Das könnte unter anderem daran liegen, dass Sängerin Judith Holofernes und Schlagzeuger Pola Roy mittlerweile ihr zweites Kind bekommen haben. Dafür sind sie mit ihrem neuen Album „Bring mich nach Hause“ wieder direkt durchgestartet; Platz 1 in den deutschen Albumcharts.

Aber trotz des Nachwuchses haben die vier Musiker nicht umgeschwenkt auf die Produktion von Kinderliedern.  Gereift ist die Musik nichtsdestotrotz. Die Texte sind wieder tiefsinnig, teilweise recht schwer, wie beim Titelsong des Albums „Bring mich nach Hause“, manchmal aber auch tänzerisch, wie bei „Was Uns Beiden Gehört“.

Begonnen wird das Album mit der eher vertrackteren Nummer „Alles“, die man mehrmals hören muss, bis man alles verstanden hat. Ein eher in jeder Hinsicht ungewöhnlicher Titel ist der Song „Meine Freundin War Im Koma Und Alles, Was Sie Mir Mitgebracht Hat, War Dieses Lausige T-Shirt“. In Punkto Text und Komposition kann „Die Ballade Von Wolfgang Und Brigitte“ punkten, welches sich inhaltlich mit einem Beziehung-Drama in Zeiten des Gender Mainstreaming befasst. Auch dem Jazz wird Tribut gezollt: Denn dank gedämpfter Trompete kann der Song „Dramatiker“ punkten. Wenn man sein Kind mit moderner Musik in den Schlaf bringen will, so ist „Die Träume Anderer Leute“ wärmstens zu empfehlen, denn dort säuselt Sängerin Judith das Kinderlied „Schlaf Kindchen Schlaf“.

Im Fazit kann man sagen, dass „Bring Mich Nach Hause” durch und durch ein typisches “Wir sind Helden” Werk ist. Trotz einiger Verschrobenheit und mancher Text-Bonmots stimmig geraten. Und so kann man es sich für den Herbst 2010 recht behaglich mit dem neuen Album einrichten.

Fotos: Yoshi via Wikipedia

Sondermeldestelle für Erstsemester

Geschrieben von | Veröffentlicht am 27. September 2010 um 20:41 Uhr

Im Rathaus wird zwischen dem 4. und 15. Oktober eine Außenstelle zur Anmeldung eingerichtet.

Um Erstsemestern den langen Weg in die Spiegelsdorfer Wende zur Anmeldung des Wohnsitzes zu ersparen, wird im Rathauskeller vom 4. bis 15. Oktober eine Außenstelle der Einwohnermeldebehörde eingerichtet. Die Neu-Studentinnen und Studenten müssen zur Anmeldung gültige Personaldokumente mitbringen.

Die Abschluss von Verträgen für Strom, Wasser und Gas bei den Greifswalder Stadtwerken ist ebenfalls in der Außenstelle möglich. Studierende und Auszubildende, die ihren Hauptwohnsitz in der Universitäts- und Hansestadt anmelden, erhalten eine Umzugsbeihilfe in Höhe von 150 Euro. Diese Beihilfe ist einmalig und wird bei der Anmeldung als Barscheck ausgezahlt.

Für die Beantragung der Umzugsbeihilfe müssen Studentinnen und Studenten sowie Auszubildende ihre Immatrikulationsbescheinigung oder Ähnliches vorlegen. Die Außenstelle wird im genannten Zeitraum von Montag bis Donnerstag von 8.30 Uhr bis 12.00 Uhr sowie zwischen 13.00 Uhr und 16.30, Freitags von 8.30 Uhr bis 12.00 Uhr öffnen.

Wie Franz Küntzel vom Allgemeinen Studierendenausschuss in einer der vergangenen Sitzungen mitteilte, werden für das bevorstehende Wintersemester bis zu 3.000 Erstsemester erwartet. Nähere Zahlen liegen dem webMoritz dazu derzeit noch nicht vor.

Foto: Michael Sander via Wikipedia

Couchsurfing

Geschrieben von | Veröffentlicht am 27. September 2010 um 15:00 Uhr

Erinnert ihr euch noch daran, wie schwer die Wohnungssuche am Anfang eures Studiums war? Auch dieses Jahr brauchen 3000 Erstsemester einen Schlafplatz. Wenn du mit einem Platz auf deiner Couch helfen willst, kannst du dich hier informieren.


Für alle, die noch ohne Schlafplatz da stehen: hier der entsprechende Infospot.


Wo Atomkerne verschmelzen sollen: Planck-Institut öffnet seine Pforten

Geschrieben von | Veröffentlicht am 24. September 2010 um 19:37 Uhr

Zum letzten Mal kann in diesem Jahr das Innere des Wendelstein geblickt werden.

Während in der Öffentlichkeit immer wieder gegen Kohle-, Gas- und Kernkraftwerke demonstriert und Erzeugung von Strom aus Wind, Wasser und Sonnenlicht als Alternative favorisiert wird, beschäftigen sich seit 1994 Greifswalder Wissenschaftler mit einer ganz anderen Alternative zu Kraftwerken, welche die Umwelt entweder mit Kohlenstoffdioxid oder Uranstrahlung belasten. Sie untersuchen im Max-Planck Institut für Plasmaphysik die Möglichkeit der Energieerzeugung durch die Kernfusion. Hierfür wird seit mehreren Jahren am Versuchsreaktor “Wendelstein 7-x” gebaut.

Samstag, dem 25. September können Interessierte am Tag der offenen Tür des Max Planck Instituts für Plasmaphysik mehr über das Kernfusionsexperiment der Greifswalder Physiker erfahren. Von 10 bis 17 Uhr organisieren die Forscher Führungen durch die Montagehallen des Wendelstein-Reaktors. Darüber hinaus wird es in diesem Jahr zum letzten Mal möglich sein, einen Blick in das Innere der Anlage zu werfen. Im kommenden Jahr werden die letzten beiden Module montiert sein.

Mit Hilfe einer 3D-Präsentation möchten die Wissenschaftler im IPP die Besucher auf eine virtuelle Reise durch den Versuchsreaktor mitnehmen. Ziel des Projektes ist es, ein Kraftwerk zu erschaffen, das, ähnlich wie die Sonne, aus der Verschmelzung von Atomkernen Energie gewinnt. Hierfür muss ein Wasserstoff-Plasma, das als Brennstoff dient, in Magnetfeldern eingeschlossen und auf Temperaturen von über 100 Millionen Grad aufgeheizt werden. Wie man Plasma in einen Magnetfeldkäfig einsperrt, Kollisionen bei der Fusion vermeidet, warum die Spulen auf minus 269 Grad Celsius gekühlt werden müssen, wozu man ein TÜV-Zertifikat für den Versuch benötigt und welchen Herausforderungen sich die Wissenschaftler stellen müssen, wird in speziellen Vorträgen erläutert.

Kinder und Jugendliche können sich am IPP ebenfalls ausprobieren und beispielsweise selbst mit Magneten experimentieren. Darüber hianaus ist der Forschungsstandort auch eine Ausbildungsstelle. Wer sich für eine Lehrstelle am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik interessiert, kann sich morgen ebenfalls vor Ort informieren und mit der potentiellen Lehrstelle vertraut machen.

Fotos: Julia Löcherbach

Nach Deckeneinsturz: Historisches Institut voll gesperrt

Geschrieben von | Veröffentlicht am 24. September 2010 um 16:52 Uhr
Betreten verboten: Die Mitarbeiter des Historischen Instituts wurden heute Vormittag in ein langes Wochenende entlassen.

Betreten verboten: Die Mitarbeiter des Historischen Instituts wurden heute Vormittag in ein langes Wochenende entlassen.

Das Historische Institut auf dem alten Campus in der Domstraße ist heute gesperrt worden, nachdem ein Statiker des Landesbetriebs Bau- und Liegenschaften (BBL) Zweifel an der Belastbarkeit einzelner Deckenteile geäußert hat. Bereits vor zwei Wochen waren Teile des Gebäudes dicht gemacht worden, weil sich dort große Mengen Putz aus der Decke gelöst hatten. Zum Vorschein kamen poröses Mauerwerk und verrostete Stahlträger.

Heute empfahl der Statiker, das ganze erste Obergeschoss zu sperren. Der stellvertretende Kanzler Dr. Peter Rief habe dann entschieden, sicherheitshalber das komplette Gebäude zu sperren, sagte Uni-Pressesprecher Jan Meßerschmidt, denn: “die Decken sind ja überall gleich gebaut.”

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Eingestaubte Ideen: Whatever Works von Woody Allen

Geschrieben von | Veröffentlicht am 23. September 2010 um 15:09 Uhr

"Ich bin kein netter Mensch und das wird nicht der Wohlfühlfilm des Jahres."

Was will uns der weißhaarige Mann auf dem Bild sagen? „Ich hatte im Frühjahr 2008 Zeit für ein Filmprojekt und meine Agenten machten mir den neuesten Woody Allen-Film schmackhaft. Würde ich Allen nicht schon seit Jahren kennen, ich hätte ihm niemals zusagt, denn sein Drehbuch ist scheußlich.“ Natürlich sagt der Abgebildete nicht diese Worte. Er durchbricht zu Beginn von „Whatever Works“ (2009) in brechtscher Manier stattdessen die vierte Wand zwischen Darstellern und Publikum, faselt seinen Monolog über den Sinn des Lebens und sagt uns als Zuschauern direkt ins Gesicht: „Dies wird nicht der Wohlfühlfilm des Jahres“. Leider hat er damit Recht.

Wenn ein Regisseur wie Allen jedes Jahr einen neuen Film schreibt, inszeniert und teilweise darin auch mitspielt, ist diese Leistung hoch anzurechnen. Und ebenfalls hoch anzurechnen ist es europäischen Finanziers, die den Filmemache aus seiner New Yorker-Stube herausholten. „Match Point“, „Scoop“ und „Cassandras Traum“ wurden in Großbritannien gedreht und für „Vicky Cristine Barcelona“ zog es Allen in die titelstiftende spanische Metropole. Seinen jetzt auf DVD und Blu-Ray-Disc erhältlichen Film drehte er hingegen wieder in New York und die filmische Rückkehr in die heimischen Gefilden scheint ein künstlerischer Rückschritt zu sein.

Fehlende Überraschungen

Woody Allen holte mit „Whatever Works – Liebe sich wer kann“ ein in den 1970er Jahren geschriebenes Drehbuch wieder aus der Schublade hervor. Diese Zeit gehört zu seinen kommerziell und künstlerisch erfolgreichsten Schaffenszeitraum. In „Der Stadtneurotiker“ (1977) kreierte der Filmemacher die typische männliche Hauptfigur seiner Werke, einen intelligenten, pessimistischen Großstadtbewohner, der ohne den regelmäßigen Besuch beim Psychiater keine sozialen Beziehungen pflegen kann. Auch der für zwei Oscars nominierten Film „Manhattan“ (1979) entstammt Allens erster kreativer Hochphase.

Und nun erscheint „Whatever Works“, der – so wird es kolportiert –nur geringe Änderungen am Drehbuch gegenüber dem Entstehungszeitpunkt aufweist. Auch wenn mit Larry David ein bekannter Schauspieler (Macher und Darsteller der US-Serien „Seinfeld“ und „Lass es, Larry!“) die Hauptrolle übernahm, scheint den ganzen Film über Allen in Davids Körper zu stecken.

Die Hauptfigur ist der klassische Pessimist aus Allens vorherigen Filmen. Neben einem negativen Menschenbild leidet der gescheiterte Physik-Professor Boris auch an eingebildeten Krankheitsbildern und sieht sein eigenes biologisches Ende, welches ja bekanntlich jeden Menschen treffen wird, als Bestätigung für den Unsinn namens Leben.

Viele Worte mit "Wahrheiten" über das Leben spricht Boris Yellnikoff (Larry David) aus, doch für Melody (Evan Rachel Wood) steckt mehr Wahrheit in ihrem Eis von Ben & Jerry’s.

Wie kann es anders sein, wird sein Leben durch eine junge und für ihn geistig minderbemittelt Frau aus den Südstaaten durcheinandergebracht. Die von Evan Rachel Wood dargestellte Melody ist neu in New York und steht auf einmal vor Boris Tür. Unfreiwillig nimmt er die Südstaatenprinzessin bei sich auf, möchte sie aber so schnell es geht wieder los werden. Doch aus zwei Tagen werden mehr. Boris erweist seine Stadtführungsfähigkeiten – die Sehenswürdigkeiten von Woody Allens Heimatstadt New York werden abgeklappert – und bald sind beide sogar miteinander verheiratet. Und dass obwohl Boris zwei Generationen älter als Melody ist und Sex für ihn keine Rolle mehr spielt.

Als dann Melodys Eltern vor der Tür stehen, erleben die religiösen Südstaatler anfänglich einen Kulturschock bei der Begegnung mit dem liberalen und wenig gottesfürchtigen Ostküstenbewohner. Die urbane Umgebung übt seine Wirkung auf die Eltern aus und dabei ist ein weiteres Mal spürbar, dass Allens Drehbuch aus der Vergangenheit stammt. Melodys Mutter legt ihre spießigen Kostüme ab, kleidet sich einer Künstlerin entsprechend und legt sich in ihrem zweiten Frühling zwei neue Partner gleichzeitig zu. Melodys Vater hingegen erkennt, dass die langjährige Ehe nicht die Erfüllung war, für die er diese hielt. Welche Wandlung der Vater durchmacht, dürfte nicht schwer zu erraten sein.

Zurück nach Europa

Gelangweilt von der Handlung folgt nun ein Blick auf die DVD-Ausstattung. Mit einem rund 15 Minuten langen Interview mit dem Regisseur und dem deutschen Kinotrailer bestückt, kann das Bonusmaterial als gewöhnlich bezeichnet werden. Wiederholt kann nur darauf verwiesen werden, einen Film in der Originalsprache zu sehen. Dies gilt auch für „Whatever Works“. Deutsche Untertitel können dabei zu Rate gezogen werden.

Glücklicherweise drehte Allen die Nachfolgerfilme von „Whatever Works“ wieder in Europa. „You Will meet a Tall Dark Stranger“ wurde in London produziert und erscheint am 2. Dezember 2010 in Deutschland im Kino. Mit Carla Bruni drehte der Filmemacher im Frühjahr „Midnight in Paris“ und bezog dafür auch Quartier in der französischen Hauptstadt. Der Film erscheint im nächsten Jahr im Kino. Und wenn Allens Interviewantwort auf der DVD stimmt, kann sich der Regisseur auch einen Dreh in Deutschland vorstellen. Zwei Bedingungen formuliert er dabei: Die Filmfinanzierung muss stehen und die jeweilige Stadt sollte für drei Monate lebenswert sein. Wenn Allen jetzt auch noch ein neues Drehbuch schreibt, ist er herzlich willkommen. Zwar wird der Film von einigen Rezensenten als klassisches und damit auch sehenswertes Werk des Regisseurs bezeichnet, doch mit einer verstaubten Arbeit aus seiner Schreibtischschublade braucht er die Zuschauer meiner Ansicht nach zukünftig nicht mehr unnötig zu behelligen.

Filmdaten:

Titel: Whatever Works – Liebe sich wer kann (englischer Originaltitel: Whatever Works)

USA 2009, 88 Minuten

Regie: Woody Allen

Darsteller: Larry David, Evan Rachel Wood, Patricia Clarkson, Ed Begley, Jr., Conleth Hill, Michael McKean

Deutscher Kinostart: 3.12.2009

DVD- und Blu-Ray-Disc-Verkaufsstart: 24.09.2010

DVD-Bonusmaterial: Interview mit Regisseur Woody Allen (15 Minuten), deutscher Kinotrailer und vier weitere Trailer aus dem Hause Senator Home Entertainment (A Single Man, Che, Mitte Ende August und Nine)

Bild: Central Film/Senator Film

Kurzbericht von der Bahn-Podiumsdiskussion

Geschrieben von | Veröffentlicht am 22. September 2010 um 17:18 Uhr

Dieser Artikel erschien am 22. September auf daburnas Logbuch. Wir veröffentlichen ihn mit freundlicher Genehmigung von Blog-Betreiber und -Autor Oliver Wunder.

Die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen lud Dienstag abend zu einer Podiumsdiskussion im Greifswalder St. Spiritus ein. Das Motto der Veranstaltung war “Ausbauen statt Abhängen – die Zukunft des Bahnfernverkehrs in Vorpommern”.

Nachdem letzte Woche bekannt wurde, dass die Bahn mit Einführung des Winterfahrplans im Dezember voraussichtlich drei der fünf täglichen IC-Verbindungen über Greifswald Richtung Berlin streichen wird, hatte das Thema aktuelle Brisanz. Und so war die Veranstaltung mit über 40 Gästen gut besucht.

Fast zweieinhalb Stunden diskutierten Dr. Anton Hofreiter (MdB, Sprecher für Verkehrspolitik Bündnis 90/Die Grünen), Hauke Juranek (PRO BAHN Mecklenburg-Vorpommern), Prof. Dr. Helmut Klüter (Institut für Geographie, Universität Greifswald) und Ingulf Leuschel (Deutsche Bahn AG, Konzernbevollmächtigter Berlin) unter Leitung des Moderators Dr. Ulrich Rose (Bündnis 90/Die Grünen, Greifswald-Uecker-Peene) untereinander und mit dem Publikum.

Wie wird der Betrieb in der kommenden Zeit am Greifswalder Hauptbahnhof sein?

Viele Argumente und Ideen kamen auf den Tisch. Die A20 hat der Bahn den letzten Schlag gegeben, sagte Leuschel. Der Fernverkehr müsse sich selber tragen, während der Regionalverkehr durch das Land bezuschusst wird. Der Vorschlag, die gesetzlichen Rahmenbedingungen so zu ändern, dass auch im Fernverkehr die Strecken ausgeschrieben werden, kam von Hofreiter. So könne bessere Taktung und Qualität erreicht werden. Ein Konzept zur Steigerung der Attraktivität der Schiene sei der integrale Taktfahrplan.

Juranek merkte an, dass das Land Mecklenburg-Vorpommern den Wegfall der IC-Verbindungen nicht durch mehr Regionalbahnen kompensieren könne, da erstens das Geld dazu fehlen würde und zweitens damit auch der Anreiz genommen würde, mit den letzten verbliebenen IC zu fahren. Helmut Klüter stellte kurz eine Studie zu einer möglichen Strecke Prerow Rostock vor und kritisierte gleichzeitig die Berechnungs- und Marktforschungsmethoden der Bahn. So würden bei der Marktforschung nur Fahrgäste befragt, aber eben nicht die Nichtfahrenden. Dem widersprach Leuschel sofort.

Viele verschiedenen Meinungen, Ideen und Argumente – aber alle hatten doch irgendwie eins gemeinsam: Verantwortung wurde kaum übernommen. Probleme wurden wegdiskutiert, abgewälzt oder auf andere geschoben. Einige der Ideen können nur langfristig realisiert werden. Die momentane Situation mit vollen Regionalbahnen besonders am Wochenende und dem geplanten Streichkonzert bei den InterCity-Verbindungen wird erstmal nicht verbessert.

Dies war wohl auch ausschlaggebend für Dr. Stefan Fassbinder (Bündnis 90/Die Grünen,Greifswald-Uecker-Peene) am Ende der Veranstaltung dazu aufzurufen, die Streichungen nicht einfach so hinzunehmen, sondern irgendetwas dagegen zu tun. Wenigstens eine Unterschriftenliste für den Erhalt könnte es geben. Im Blog der Grünen Greifswald soll darüber berichtet werden.

Fotos: Gabriel Kords (webMoritz-Archiv)

Ausstellung Poesie des Untergrunds

Geschrieben von | Veröffentlicht am 22. September 2010 um 13:00 Uhr

Ein Mix aus Kunst und Literatur: Die Poesie des Untergrunds.

Drastische Worte finden sich auf dem Flyer, der die neue Ausstellung im Literaturzentrum Vorpommern bewirbt: “Einem verreckten Kater die Scheiße aus den Därmen dreschen.” Diese Zeilen und die dazugehörige Illustration stammen vom Autoren Bert Papenfuß aus dem Jahr 1988 und zeigen, worum es in der Ausstellung “Poesie des Untergrunds” geht: Die Literatur- und Künstlerszene Ostberlins von 1979 bis 1989.

Papenfuß steht dabei stellvertretend für eine Bewegung im damaligen Arbeiterbezirk Prenzlauer Berg, Ostberlin. Hier trafen sich Künstler, Punks, Musiker, Schriftsteller und betrieben gemeinsam Kultur im Untergrund. Hauptsächlich junge Künstler experimentierten, musizierten und schrieben in Ateliers, Wohnungen oder Hinterhöfen. Die Zeugnisse dieser Zeit wurden in der Ausstellung, die nun in Greifswald zu Gast ist, zusammengetragen.

Am 24. September wird dann “Poesie des Untergrunds” um 20 Uhr mit einführenden Worten zur Thematik vom Autoren Thomas Günther, der ebenfalls in der Untergrundszene aktiv war, eröffnet. Anschließend werden die Kuratoren Ingeborg Quaas und Uwe Warnke Texte aus dieser Zeit lesen. Die Ausstellung wird dann bis zum 13. November im Literaturzentrum, Bahnhofstraße 4/5, zu sehen sein.

Bild: Bert Papenfuß, Einem verreckten Kater die Scheiße aus den Därmen dreschen, Berlin 1988 (Titelblatt), Literaturzentrum Vorpommern.

In eigener Sache: Änderung der Kommentarregeln

Geschrieben von | Veröffentlicht am 21. September 2010 um 12:11 Uhr

Liebe Leserinnen und Leser,

Der webMoritz ändert die Kommentarregeln.

in den vergangenen Wochen und Monaten tauchten im Kommentarbereich besonders massiv Kommentare auf, die rechtsextreme Inhalte verbreiteten oder Rechtsextremismus verharmlosten oder leugneten. Vielen Nutzern des webMoritz ist dies negativ aufgefallen und reporteten entsprechende Kommentare. Ein Teil der Leserinnen und Leser verglich den Kommentarbereich des webMoritz bereits mit der rechtsextremistischen Plattform “Altermedia”. Sowohl ein Teil unserer Stammleserschaft, als auch ein Teil unserer Autorenschaft ging uns durch die neurechten beziehungsweise radikalkonservativen Kommentatoren verloren.

Aus diesem Grund haben wir entschieden, in den Kommentarregeln unter dem Punkt “Verzichtet bitte auf:” um folgenden Stichpunkt zu ergänzen:

“Rechtsextremismus und Verharmlosung von Rechtsextremismus in euren Kommentaren.”

Unter Rechtsextremismusverharmlosung fallen sämtliche Kommentare, welche die Gefahr des Rechtsextremismus für die Zivilgesellschaft leugnen oder verharmlosen, Kommentare, die unverhältnismäßige Vergleiche zwischen Linksextremismus und Rechtsextremismus ziehen sowie das Beschönigen und Leugnen von Tatsachen bezüglich des Rechtsextremismus. Darüber hinaus wird die Verharmlosung oder Leugnung von Mitteln und Methoden Rechtsextremer, ihre Ideologie in der Mitte der Gesellschaft verankern zu wollen, von uns als Unterstützung rechtsextremistischer Bestrebungen gewertet. Kommentare diesen Inhalts werden folglich ebenfalls von den Moderatoren gelöscht. Ziel dieser Regelung ist eine Versachlichung der Kommentardebatten.

Unabhängig davon möchten wir an dieser Stelle noch anmerken, dass uns in den vergangenen Wochen der Umgangston, in dem auf dem webMoritz diskutiert wird, besonders negativ aufgefallen ist. Wir bitten daher um einen höflicheren Umgang miteinander.

Foto: Wikimedia, Grafik: Sebastian Jabbusch.

Zusammenarbeit zwischen AStA und WVG: WG-Börse am 29. September

Geschrieben von | Veröffentlicht am 21. September 2010 um 08:24 Uhr

Kompromissbereit zeigten sich vergangene Woche Vertreter der Greifswalder Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft WVG: Man einigte sich mit dem Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) über eine engere Zusammenarbeit. Gemeinsam möchte die WVG mit dem AStA eine WG-Börse veranstalten, die am 29. September stattfinden wird.

Überzogende Wohnraumerwartungen?

In einem vergangenen Gespräch mit der AStA-Vorsitzenden Daniela Gleich sah die Position der WVG noch anders aus: Die Studierenden hätten überzogene Wohnraumerwartungen hieß es. Dabei hätte die WVG einen flächendeckenden Leerstand vorzuweisen, nur sei die Nachfrage von Seiten der Studierendenschaft gering gewesen. Die Nachfrage ändert sich aber nun püntklich zum kommenden Wintersemester und offenbar sieht die Wohnungsbaugesellschaft die damit einhergehende Problematik.

Referent für Wohnen Tommy Kube organisiert die WG-Börse.

So einigten sich die Vertreter der WVG, unter anderem Geschäftsführer Klaus-Peter Adomeit und Aufsichtsratsmitglied Ulf Dembski, im Gespräch mit Tommy Kube, Referent für Wohnen, und StuPa-Präsident Erik von Malottki über die Errichtung einer WG Börse. Diese soll am 29. September von 9 bis 14 Uhr im Audimax, Hörsaal 3, stattfinden. Dafür werde die WVG einen Vertreter senden, der dann den verfügbaren Wohnraum vorstellen wird. Außerdem können Erstsemesterstudierende oder diejenigen, die eine neue WG gründen möchten, sich  bereits vor Ort kennenlernen und zeitnah Wohnungen besichtigen.

Ab vierter Etage Grundmietenerlass

Darüber hinaus macht die WVG weitere Zugeständnisse: Man werde die Grundmiete für Wohnungen in Schönwalde I und II sowie im Ostseeviertel, die sich ab der vierten Etage aufwärts befinden, für einen Monat erlassen. So seien nur Nebenkosten zu zahlen. Auch bestünde die Möglichkeit, Tapetengeld nach Quittungsvorlage zu übernehmen.

“Sollte die erste WG-Börse positiv angenommen werden, wird eine zweite stattfinden”, erläutert Wohnraumreferent Tommy Kube. Diese werde voraussichtlich am 13. Oktober stattfinden. Die Zusammenarbeit soll allerdings über die WG-Veranstaltungen gehen: Man möchte sich regelmäßig treffen, um akute Probleme, wie der Wohnraummangel zum Beginn des Wintersemesters, zu verhindern.

Foto: Anngret Adam (Tommy Kube, webMoritz-Archiv), Logos: WVG und AStA Greifswald

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