von Eric Schümann | 29.01.2010
Am Donnerstag, den 28. Januar, trat der bekannte und vielfach ausgezeichnete Solo-Kaberettist Bodo Wartke mit Liedern am Klavier in der „Alten Brauerei“ in Stralsund auf.
In Rostock wurde er Tags zuvor bereits von einem begeisterten Publikum bei seinen Liedern begleitet. Die nächste Station seiner Tour wird Neubrandenburg heißen. Der 32-Jährige ist durch seine humorvoll-bissige Reimkunst und brilliante Klaviereinlagen seit Jahren eine fe
ste Größe in der Sparte Kabarett. Im Fernsehen moderiert er seit 2006 das jährliche Musikfestival „Songs an einem Sommerabend“.
Von Liebe und Verlassenwerden, dem einzigen fortlaufenden Thema seiner Stücke, greift sein Witz auf Alles, was Situationskomik und Lebensweisheit hergeben. Gemieden werden auch keine gesellschaftlich brisanten Erscheinungen, wie die Überflutung durch die Computertechnologie und ihrer Missionare der Applegemeinde oder dem zweifelhaften Erfolg Generationen amerikanischer Präsidenten.
Der Zuschauer erhält darüber hinaus Gelegenheit, durch die inzwischen berühmt gewordene Strophensammlung, die 88 Sprachen zur Liebe sprechen lässt, mitzuwirken.
Hier hört man mehr:
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Foto und Text: Marius Külzer
von Carsten Schönebeck | 28.01.2010
Wie das Theater Vorpommern heute mitteilte, werden die Ostseefestspiele 2010 nur in eingeschränktem Umfang stattfinden. Das Land Mecklenburg Vorpommern hat seinen Theatern bisher keine Zusagen über Zuschüsse für 2010 gegeben hat. In der Pressemitteilung des Theaters heißt es dazu: „Angesichts der finanziellen Lage und dieser Unsicherheit von Seiten der Landesregierung hat das Theater Vorpommern ein neues, weniger riskantes Konzept für die Ostseefestspiele entwickelt.“

Logo der Ostseefestspiele
So wird die geplante OpenAir-Inszenierung von William Shakespeares „Romeo und Julia“ am Greifswalder Museumshafen ersatzlos gestrichen. Die Doppelballettaufführung „Carmina Burana“/“Symphonic Pink Floyd“, die in Stralsund ebenfalls unter freiem Himmel geplant war, wird nun rein konzertant im dortigen Theater und in der Greifswalder Stadthalle stattfinden. Daneben wird in Stralsund „Der fliegende Holländer“ und in Greifswald die Musical-Produktion „Eine Woche voller Samstage“ in der Klosterruine gezeigt werden.
Pressesprecherin Julia Lammertz erklärte gegenüber dem webMoritz: „Neben den aufwändigen Kulissen stellt natürlich auch das Wetter ein Risiko für die finanziellen Planungen dar, das wir unter den gegebenen Umständen nicht eingehen können.“ Zwar seien bereits einige Werbematerialien für die Vorankündigungen produziert worden, weitere Kosten für die nun abgesagten Vorführen seien jedoch nicht entstanden. Im vergangenen Jahr waren einige der Vorstellungen auf Grund von schlechtem Wetter ausgefallen. Das geplante Ballett ist zudem deutlich abhängiger von einer trockenen Bühne als die Inszenierungen 2009.

Im vergangenen Jahr wurde am Museumshafen "Der Widerspenstigen Zähmung" aufgeführt.
Das Kindermusical „Eine Woche voller Samstage“ lief in Greifswald bereits im letzten Jahr. Die Produktion sei jedoch, so Lammertz, von Anfang an auf zwei Jahre ausgelegt gewesen, weswegen dafür keine größeren Investitionen notwendig seien: „Die Kulissen und Kostüme sind vorhanden. Der Aufwand für die Aufführungen in der Klosterruine ist zudem deutlich geringer, als der Aufbau einer speziellen Bühne am Museumshafen.“
Weiterhin erklärte sie, die Landeszuschüsse für die Theater seien bereits seit 1994 eingefroren, was es ohnehin schwierig mache, einen laufenden Spielbetrieb aufrecht zu erhalten. Beim Theater sei man zudem enttäuscht, dass die eigene Bereitschaft für Kooperationen und Zusammenschlüsse, die viel Geld gespart hätten, von Seiten des Landes nicht honoriert würden. Das Theater Vorpommern wird von den Städten Stralsund und Greifswald sowie vom Kreis Rügen getragen. Vor einigen Monaten fanden Verhandlungen über Kooperationen unter anderem mit den Schauspielhäusern in Anklam und Wismar statt. Das Kultusministerium hatte bereits im Oktober 2008 angekündigt Kürzungen im Theaterbereich vornehmen zu wollen.
Hinweis: In einer früheren Version des Artikels hieß es fälschlich, die Stadt Putbus sei Gesellschafterin des Theaters. Tatsächlich ist es aber der Kreis Rügen. Der Fehler wurde korrigiert.
Bilder:
„Der Widerspenstigen Zähmung“ – Vincent Leifer/ Theater Vorpommern
Logo „Ostseefestspiele“ – Theater Vorpommern
von Gabriel Kords | 28.01.2010
UPDATE 29.1., 10:45 Uhr: Wie uns soeben mitgeteilt wurde, fällt die an dieser Stelle angekündigte Veranstaltung aus. Wiglaf Droste hat die Grippe. Wer im Vorverkauf eine Karte erworben hat, kann sie im Koeppenhaus zurückgeben und erhält sein Geld zurück. Allerdings kann man sie zunächst auch behalten – da die Veranstaltung nachgeholt werden soll. Der webMoritz wird über den Nachhol-Termin informieren, sobald er bekanntgegeben wird. Hier die nicht mehr aktuelle Meldung:

Wiglaf Droste
Nachdem er mehrere Jahre nicht in Greifswald zu Gast war, wird am morgigen Freitag der Satiriker Wiglaf Droste zu einer Lesung in der Hansestadt erwartet. Der Auftritt wurde vom Koeppenhaus initiiert, findet allerdings aufgrund der erwarteten hohen Besucherzahl im Lutherhof (Martin-Luther-Str) statt.
Wiglaf Droste ist nicht, wie das nebenstehende Foto vermuten lässt, der Mensch mit dem dümmsten Gesichtsausdruck der Welt, sondern derzeit einer der bekanntesten Satiriker der Repbulik. Der Autor und Sänger hat sich vor allem mit seinen scharfzüngigen Texten, die mitunter auf der Grenze zur Bösartigkeit liegen, einen Namen gemacht. Das Koeppenhaus schreibt in seiner Veranstaltungsankündigung, er habe sich damit sowohl den Titel „Tucholsky von heute“ als auch „Verbalterrorist“ und „satirischer Amokläufer“ eingehandelt.
Ganz ohne Hintergedanken kommt der 1961 in Herford geborene Künstler, der Redakteur bei der „taz“ und der „Titanic“ war, natürlich nicht nach Greifswald: Mitbringen wird er sein neues Buch „Im Sparadies der Friseure – Eine kleine Sprachkritik“. Darin analysiert er Begriffe wie „zum Bleistift“, „Führerschein“, „schnellstmöglichst“ und so weiter – angeblich „fern jeder Rechthaberei“. Betitelt ist die Lesung allerdings mit „Am Nebentisch belauscht“.
Los geht es um 20 Uhr, der Vorverkauf wird über das Antiquariat Rose, die Stadtinformation und das Café Koeppen abgewickelt. Die Karten kosten 12 €, ermäßigt 8€. Der Erwerb einer Karte im Vorverkauf dürfte empfehlenswert sein.
Bild: user „Superbass“ via wikimedia.org
von Gabriel Kords | 27.01.2010
Nachdem man sich bei der örtlichen Polizei und die Wasserschutzpolizei gestern gegenüber dem webMoritz nur zurückhaltend über die Gefahren beim Betreten des Eises geäußert hatten, gibt es von den Ordnungshütern inzwischen eine ausdrückliche Warnung vor dem Betreten der Eisfläche auf dem Greifswalder Bodden. Die Polizei verweist in der heute veröffentlichten Meldung auf mehrere Unfälle, die sich inzwischen auf der Eisfläche ereignet hätten.

Auf dem Ryck wurde am Wochenende eifrig spaziert und geradelt.
In der Meldung heißt es:
„So musste einem Einheimischen am Montagnachmittag geholfen werden. Er konnte zum Glück noch Stehen und ein Schlitten einer vorbeikommenden Familie reichte zur Rettung aus. Vorsorglich war die Feuerwehr alarmiert worden, der Rettungshubschrauber aus Greifswald kam ebenfalls zum Einsatz.
Bereits am Wochenende brachen vor Lubmin vereinzelt Eisläufer ein, sie konnten sich alle selbst helfen. Tragisch endete nach Hörensagen der Auslauf eines nicht angeleinten Hundes in Höhe der Seebrücke, der unter das Eis geraten war. Ihm konnte nicht mehr geholfen werden.
In Greifswald war am Sonntag gar ein „mutiger“ Autofahrer auf dem Eis am Strandbad unterwegs.
Das Eis hat immer noch seine Tücken. Wegen unterschiedlicher Strömungen ist es nicht überall gleich dick und fest. Schnell kann sich eine lebensbedrohliche Situation ergeben!“
In einer Mitteilung des ddp wird darauf hingewiesen, dass das Eis im Bereich des Wiecker Hafens an manchen Stellen erst 8 Zentimeter dick und somit noch nicht vollständig tragfähig ist. In weiten Teilen der dänischen Wiek zwischen Greifswald und Ludwigsburg sei das Eis hingegen über 20 Zentimeter dick. Auch im im Uferbereich, wo sich derzeit an manchen Stellen Eisschollen übereinanderschieben, könne es durchaus gefährlich werden. Wer die Eisfläche betritt, muss also genau abwägen, ob und wo er das damit verbundene Risiko eingehen will.
Bild: Julia Löcherbach via webMoritz-Archiv
von moritz.magazin | 27.01.2010
Der webMoritz veröffentlicht vorab diesen Artikel aus dem neuen moritz-Magazin (Nr. 82) – angereichert mit ein paar weiteren Fotos. Die neue Ausgabe des Magazins erscheint Anfang der kommenden Woche.

von Christine Fratzke
Backsteinhäuser sind für Greifswald eigentlich nichts Besonderes. Eines dieser typischen Gebäude, ein altes Heizhaus, befindet sich in der Hunnenstraße, nicht weit von der Friedrich-Löffler-Straße entfernt. Es wirkt schon fast unscheinbar: Ein paar Autos stehen davor, daneben befindet sich noch ein Teil des Uni-Klinikums. Es ist die neue Adresse des Club 9.
Über fünf Jahre ist der Club nun schon auf Exilpartys angewiesen. Die neuen Räume stehen ihm zwar schon länger zur Verfügung, doch es gab viel zu tun. Und so wird der Club nun voraussichtlich zum Beginn des Sommersemesters 2010 wiedereröffnen – wenn auch vorerst nur unter strengen Auflagen: Weil sich nebenan die Intensivstation des Uni-Klinikums befindet, muss um 22 Uhr Schluss mit Veranstaltungen sein. Vorerst ist daher nur „kultureller Kneipenbetrieb geplant“ – der Clubbetrieb findet weiter im Exil statt. In den nächsten Jahren soll die Klinik komplett ins neue Uni-Klinikum verlegt werden, danach sollen die Gebäude für andere Uni-Institute genutzt werden. Inwieweit der Club 9 in diese Planungen mit einbezogen werden kann, steht noch nicht fest – bis 2012 darf er aber sicher bleiben.
Traditionsclub drohte zu verschwinden
Seit 1967 gibt es diesen Studentenclub. Dieser war seit jeher im Keller des Studentenwohnheims in der Hans-Beimler-Straße, dem Max-Kade-Haus, untergebracht. „Früher war der C9 wirklich legendär“, weiß Club-Mitglied Thomas Wehrle, „es war immer proppenvoll, jeder kannte jeden. Das waren echt gute Partys.“ Aus den Clubräumlichkeiten sollte aber bald ein Fahrradkeller werden, der C9 musste weichen. Und so begaben sich die „Clubbies“ intensiv auf Raumsuche. Die anfängliche Situation sei schwierig gewesen, so Wehrle. Die Dekoration wurde in eine Garage untergestellt und das Clubgefühl hätte anfangs gelitten.
In der Zwischenzeit hielt sich der C9 mit Exilpartys in anderen Clubs über Wasser und in Erinnerung der Studierenden. Das hätte ohne Hilfe der anderen nicht geklappt, weiß Thomas Wehrle: „Mein Dank gilt allen Studentenclubs für die gute Zusammenarbeit.“ Gut lief die Zusammenarbeit mit dem Geokeller, wo die meisten der insgesamt 26 Exilpartys stattfanden. „Es war auch oft ein Geben und Nehmen. Wir haben dann bei Geokeller-Partys beispielsweise die Garderobe übernommen“, erklärt Vorstandsmitglied Geertje Ahrns. Für die Exilpartys überlegten sich die „Clubbies“ jedes Mal ein anderes Motto.
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