Konrad Ulbrich

Geschrieben von | Veröffentlicht am 9. Januar 2010 um 13:03 Uhr
Kategorien: Kandidat

Der webMoritz hat am Montag, dem 4. Januar, allen Kandidaten für StuPa, Senat und Fakultätsräte per E-Mail einen Fragebogen zugesandt. Wir veröffentlichen alle Antworten, die uns bis Freitag, 18 Uhr zugegangen sind. Antworten, die später eingegangen sind, können unter Umständen nicht oder nur verspätet veröffentlicht werden.

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Konrad Ulbrich

1. Allgemeine Angaben zur Person (Name, Alter, Studienfach, Fachsemester):

‐ Konrad Ulbrich, 23 Jahre, Rechtswissenschaften auf Staatsexamen, 6. Semester

2. Für welche Gremien kandidierst du?

Ich kandidiere für das Studierendenparlament, den Senat sowie für den Fakultätsrat.

3. Was machst du außer Studium und Gremienarbeit?

An den Wochenenden leite ich als Schiedsrichter Fußballspiele in der Landesliga M‐V. Weiterhin bin ich Mitglied im Sportgericht M‐V des Landesfußballverbandes. Wenn dann noch Zeit bleibt, genieße ich sehr gern das Studentenleben und besuche regelmäßig unsere großartigen Studentenclubs ;)

4. Warum kandidierst du bzw. willst du in das betreffende Gremium?

Meine bisherige Arbeit in der Hochschulpolitik (zwei Jahre FSR Jura, ein Jahr StuPa, Mitgliedschaft im Haushaltsausschuss) hat mir sehr viel Freude bereitet. Ich denke, dass wir in diesem Jahr einiges erreicht und auch vieles angefangen haben, dass nun fortgesetzt werden soll. Hierbei ist insbesondere auf unser Anliegen hinsichtlich des flächendeckenden UNI‐WLAN Netzes zu verweisen, wodurch die Studenten dann auch von zu Hause und von öffentlichen Plätzen (Museumshafen, etc.) aus übers UNI‐Netz „kostenlos“ surfen könnten. Zudem möchte ich in der nächsten Legislatur einen Diskurs über die Einrichtung einer UNI‐Karte anstoßen, in der sodann Kopierkarte, Bibliotheksausweis, Mensakarte und Studentenausweis in einer Karte vereint wäre.

5. In welcher politischen Richtung fühlst du dich verortet?

Als Mitglied des CDU‐nahen Studentenverbandes RCDS fühle ich mich in der konservativen Ecke beheimatet. Hierbei liegt es mir jedoch am Herzen, dass die Arbeit im Studierendenparlament mE weniger parteipolitisch sein sollte, sondern dass vielmehr gemeinsam, über die Parteigrenzen hinaus, im Interesse der Studenten gehandelt werden sollte. Sofern ich wiederholt das Vertrauen zugesprochen bekomme, werde ich auch in der kommenden Legislatur jederzeit das Gespräch mit allen demokratischen StuPisten suchen und gemeinsame Positionen anstreben.

6. Wie empfindest du die Debattenkultur in den universitären Gremien?

Im Vergleich zu anderen Studierendenschaften sicher sehr vernünftig. Allerdings ärgert es mich nahezu in jeder StuPa‐Sitzung (und jeder, der schon einmal an einer solchen Sitzung teilgenommen hat, weiß, was ich damit meine), dass einige – ich möchte hier keine Namen nennen – „erfahrenen“ StuPisten meiner Meinung nach oftmals nur Reden um des Redens Willen. Das stört eine sachliche und vernünftige Willensbildung. Dabei werden häufig abenteuerliche Argumente wie „Das müssen wir so und so machen, weil das schon immer so war.“ vorgetragen. Zudem wurden einige unserer Anträge wie z. B. der Antrag zur Erhöhung der Aufwandsentschädigung von AStA‐Mitgliedern, um dessen Tätigkeit angemessener zu entschädigen, durch bestimmte Personen im Studierendenparlament immer wieder durch zumeist unrichtige Tatsachen niedergeredet und über ein dreiviertel Jahr verschoben.

Diese unredliche Art und Weise konnte in Zusammenarbeit insb. mit den Jusos und dem SDS schon einige Male unterbunden werden. Für das neue StuPa hoffe ich auch hier weiter auf Besserung.

7. Welches Themenfeld siehst du in den Gremien/dem Gremium für die/das du kandidierst unterrepräsentiert?

Insgesamt störte mich in dieser Legislatur u. a. die ideelle Debatte um Ernst‐Moritz‐Arndt, wodurch keinerlei Verbesserungen für die Studenten erzielt werden können. Das ist mE nicht die Aufgabe der Interessenvertretung der Studenten. Wir haben uns in dieser Legislatur stets darum bemüht, den Service und die Studienbedingungen für die Studenten zu verbessern. Dabei sind insb. die Bemühungen um verlängerte Öffnungzeiten des Prüfungsamtes, kürzere Fristen für die Prüfungsabmeldung und auch der in der letzten Sitzung beschlossene Antrag zum Ausbau eines flächendeckenden UNI‐Wlan‐Netzes zu nennen. Davon haben die Studenten mehr, als von der ewigen Diskussion um unseren Namenspatron.

8. Als wie groß siehst du die Rolle der Studenten und der studentischen Selbstverwaltung in universitären Entscheidungsprozessen?

Es gibt zum einen vielseitige Einflussnahmemöglichkeiten durch die gewählten stud. Vertreter in den akademischen Gremien. Zum anderen kann mittels Beschlüssen der Vollversammlung, des Studierendenparlamentes, aber auch durch z. B. Unterschriftenaktionen öffentlicher Druck auf die universitären Gremien aufgebaut werden. Zu nennen ist dabei z. B. die von der UNI‐ohne‐Arndt und der Pro Arndt AG angestrebte Urabstimmung über den Namenspatron in der kommenden Woche, von der meiner Auffassung nach ein erheblicher Druck auf den Senat ausgehen wird. Auch unsere derzeitige Unterschriftenaktion für die UNI‐Karte ist ein weiteres Beispiel für studentisches Bemühen, welches durchaus gute Erfolgsaussichten hat.

9.Eine der Hauptaufgaben des StuPa ist das Wählen und Kontrollieren des AStA. Was sollte sich hier verbessern?

In der Vergangenheit hatten wir das Problem, dass einige AStA‐Mitglieder eine falsche Rechtsauffassung hinsichtlich ihrer Kompetenzen und ihrer Stellung gegenüber dem StuPa vertraten. Auch trotz zweier Gutachten sind manche AStA‐Referenten nach wie vor der Meinung, dass dem StuPa kein Weisungsrecht ihnen gegenüber zukommt. Wenn dann Referenten ihrer Arbeit nicht nachkommen und das StuPa etwa eine Rüge erteilt oder als ultima ratio die Entschädigung kürzt, kommt es zwangsläufig zu Differenzen. Ich meine, wer als AStA‐Referent seine arbeitnehmerähnliche und damit weisungsabhängige Stellung nicht anerkennt, hat im AStA auch nichts zu suchen.

Weiterhin sehe ich z. T. ein Kommunikationsproblem. Hier sollten einige AStA‐Referenten verstehen, dass man ihnen nichts „Böses“ will, wenn man ihre Arbeit kritisch hinterfragt. Das ist mE eine der wesentlichen Aufgaben der Stupisten.

Als letztes ist mir in der Vergangenheit einige Male aufgefallen, dass insb. einige Referenten der AStA‐Führung mit ihrem schnellen Aufstieg und ihrer herausgehobenen Position überfordert sind. Dabei kam es öfter zu arroganten und überheblichen Verhalten gegenüber anderen „einfachen“ Referenten und auch gegenüber einigen Stupisten. Hier kann ich den Kommilitonen nur raten, schnellstmöglich von ihrem hohen Ross herabzusteigen und etwas mehr Bodenhaftigkeit zu bewahren.

10. Was sind deine haushaltspolitischen Ziele?

Als Vorsitzender des Haushaltsausschusses der Studierendenschaft habe ich mich in der vergangenen Legislatur stets für eine sachliche Finanzpolitik eingesetzt. Ein sehr großes Problem sehe ich in der Höhe der Rücklage (z. Zt. ca. 200.000,00 €) und den damit verbundenen ständigen Verstoß gegen unsere Finanzordnung.

Die Rücklage wird tendenziell steigen, sodass uns zwei Möglichkeiten zur Verfügung stehen: Einerseits könnte der Semesterbeitrag gesenkt werden. Dann würde man einen weiteren Anstieg der Rücklage verhindern. Da hier max. ein Betrag von 0,50 € in Betracht kommt und die Studenten damit aus meiner Sicht wenig entlastet werden, stehe ich für zukünftige Mehrausgaben in Kultur, Bildung, und Aufwandsentschädigung für AStA‐Mitglieder. Dabei empfinde ich es u. a. als skandalös, wenn die Linke, Jusos etc. einerseits auf der Vollversammlung fordern (und auch den Zuspruch der Studenten erhalten), die Rücklage schnellstmöglich abzubauen, und auf der anderen Seite gegen Projekte wie Wissen Rockt 2010 (ein für April 2010 geplantes Konzert auf dem UNI‐Innenhof) stimmen und so unsere Kommilitonen an ihrem freiwilligen und ehrenwerten Engagement hindern. Konsequente Politik sieht mE anders aus. Wir brauchen mehr ambitionierte Studenten und sollten zukünftig stärker dazu aufrufen, neue Projekte ins Leben zu rufen und diese dabei in vollem Maße zu unterstützen.

Foto: privat

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