Das ehemalige Gesellschaftshaus in der Stralsunder Straße 10/11 (StraZe) könnte, was die Bausubstanz angeht, derzeit noch gerettet werden. Dies wurde bei der Begehung am vergangenen Dienstag, bei der Vertreter des Eigentümers und der Stadtverwaltung anwesend waren, deutlich. Spuren der Verwüstung und Schäden an der Bausubstanz sind jedoch schon deutlich erkennbar.

Zerstörung in der StraZe

Zerstörung in der StraZe - Foto: Sandro Teuber

Das denkmalgeschützte Haus war im vergangenen Jahr von der Universität an das Petruswerk verkauft worden. Das Immobilienunternehmen plant dort den Bau von Wohnanlagen. Ob das mittlerweile stark verfallene Gebäude im Zuge dieses Vorhabens erhalten bleibt ist seitdem unklar. Der Abriss einer Remise im vergangenen Sommer hatte die öffentlichen Diskussionen weiter angeheizt. Wiederholt hatte eine Bürgerinitiative, die das Gebäude erhalten und daraus ein Kulturzentrum machen will, versucht die Immobilie vom Petruswerk zu erwerben.

Auf Grund des schlechten Baugrundes scheint es Setzungen des Hauses zu geben, was bedeutet dass das Haus vor allem im nördlichen Teil abgesunken ist. Ob diese Setzungen zum Stillstand gekommen sind ist indes unklar.

Die Bürgerinitative war scheinbar im Vorfeld schon aktiv im Haus und hatte einige Zitate von Dr. Fernando, dem Geschäftsführer des Petruswerks, und der Bürgerschaft an Wände und Böden befestigt. Hierauf konnte man nachlesen, welche Stellungnahmen es in der Vergangenheit von beiden Seiten gab.

Das Petruswerk als Eigentümer und Dr. Fernando wurden nicht müde zu betonen, dass jede Sanierung vor allem wirtschaftlich sein müsse. Zu einem Eklat kam es, nachdem auf Nachfrage der Initiative „Stralsunder Straße 10“, welche Sicherungsmaßnahmen durchgeführt wurden, Dr. Fernando sich angegriffen sah und nicht mehr bereit war, weiter Fragen zu beantworten.

Im weiteren Verlauf wurde aber auch klar, dass alle Schäden am Gebäude derzeit noch reparabel sind. Schätzungen, wie lange das noch der Fall sei, wollte jedoch niemand abgeben.

Weitere Informationen

Website der Bürerinitiative Stralsunder Straße 10

*Update* 26. November 16:44

Heute erreichten uns weitere Fotos der Begehung am vergangenen Dienstag. Alle Bilder stammen von Sandro Teuber.

Comments

  1. 17vier    

    Dieser Douglas Fernando hat seine eigene Gemeinde verklagt. Das ist ein Spekulant erster Güte. Im Fleischervorstadt-Blog habe ich ausführlicher dazu Stellung genommen. Es wäre wirklich mal ein Signal, wenn die Bürgerschaft sich für LOKALE Leute positionierte, die HIER etwas schaffen wollen. Es wird getrickst und gemauschelt und am Ende steht die Frage im Raum, wann das Hauses endlich verfallen genug ist, dass nur noch ein Abriss infrage kommt. Das ist ein Spiel auf Zeit vor allem gegen jene, die sich HIER engagieren, die HIER etwas bewegen wollen und eine kulturelle Vielfalt schaffen. Denn diese Vielfalt gibt es nicht (mehr).

    Hier stirbt ein Veranstaltungsort nach dem nächsten, wird Jahr für Jahr ein weiterer Saal geschlossen. Mir wird es von der Stadrverwaltung richtig schwer gemacht und verleidet, weiter in meiner geliebten Hansestadt zu bleiben!

  2. Sebastian Jabbusch    

    Kann die Stadt nicht den Eigentümer verpflichten, das Haus z.B. bis März nächsten Jahres zu sanieren? (bzw. mit der Sanierung zu beginnen). Immerhin ist es doch denkmalgeschützt?

    Und falls der Eigentümer diese Auflage nicht nachkommt, könnte das Haus zwangsenteignet werden. In Stralsund ist das mit zahlreichen denkmalgeschützten Häusern passiert, bei denen die Immobilien-Haie versucht haben, sie zerfallen zu lassen…

    Was hindert die Stadt Greifswald der Stadt Stralsund nachzueifern?

    1. Anne    

      Sollte dies rechtlich möglich sein, finde ich diesen Vorschlag klasse. Aber wahrscheinlich kann sich das Petrus-Werk auf vorrübergehende Zahlungsunfähigkeit o.ä. berufen. Oder die Stadt Greifswald hat nicht das nötige Kleingeld für die Zwangsenteignung 🙁

    2. MatthiasHuehr    

      Die Altstadt von Stralsund ist UNESCO-Weltkulturerbe, daher dürften solcherlei Enteignungen wohl etwas leichter vor Gericht durchzusetzbar gewesen sein …

    3. EricHartmann    

      Denkmalschutzgesetz M-V
      §6 (1) Eigentümer, Besitzer und Unterhaltungspflichtige von Denkmalen sind verpflichtet, diese im Rahmen des Zumutbaren denkmalgerecht instand zu setzen, zu erhalten und pfleglich zu behandeln.
      […]
      §7 (1) Der Genehmigung der unteren Denkmalschutzbehörden bedarf, wer
      1) Denkmale beseitigen, verändern, an einen anderen Ort verbringen oder die bisherige Nutzung ändern will,
      […]
      §20 (1) Kommen Eigentümer, Besitzer oder sonstige Unterhaltspflichtige ihren Verpflichtungen nach § 6 nicht nach und tritt hierdurch eine Gefährdung der Denkmale ein, können sie von der unteren Denkmalschutzbehörde verpflichtet werden, erforderliche Erhaltungsmaßnahmen im Rahmen des Zumutbaren durchzuführen.

      (2) Erfordert der Zustand eines Denkmals zu seiner Instandhaltung, Instandsetzung oder zu seinem Schutz Maßnahmen, ohne deren unverzügliche Durchführung es gefährdet würde, können die Denkmalschutzbehörden diejenigen Maßnahmen selbst durchführen oder einleiten, die zur Abwendung einer unmittelbaren Gefahr für den Bestand des Denkmals geboten sind. Eigentümer und Besitzer sind verpflichtet, solche Maßnahmen zu dulden. Eigentümer, Besitzer und sonstige Unterhaltungspflichtige können im Rahmen des Zumutbaren zur Erstattung der entstandenen Kosten herangezogen werden.

      §21 (1) Eine Enteignung von Denkmalen ist nach diesem Gesetz zulässig, wenn allein dadurch
      1) ein Denkmal in seinem Bestand, seiner Eigenart oder seinem Erscheinungsbild erhalten werden kann,
      2) ein Denkmal der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden kann, sofern hieran ein öffentliches Interesse besteht, oder […]

      Quelle: http://mv.juris.de/mv/DSchG_MV_rahmen.htm

      Mit besten Grüßen an die Stadtverwaltung (die ist nämlich die erwähnte Denkmalschutzbehörde)…

      mehr Infos und Möglichkeiten gleich jetzt digital/virtuell aktiv zu werden, gibt's übrigens hier: http://straze.erichartmann.de

      1. Gabriel Kords    

        Hallo Eric,
        der Kommentar war in unserem Spam-Schutz gelandet und musste erst freigeschaltet werden – möglicherweise wegen des enthaltenen Links. Auf den Spamschutz können wir leider nicht verzichten, der fängt täglich eine Menge echten Spam ab.
        Bitte bei verschollenen Kommentaren im Zweifel erstmal abwarten und dann an die Redaktion schreiben – und bitte nicht noch mal posten.

    4. EricHartmann    

      Irgenwie ist die Kommentarfunktion fehlerhaft… meine Antwort ist auf jeden Fall nach einer kurzen Überarbeitung weg… dann eben nochmal:

      Denkmalschutzgesetz M-V
      §6 (1) Eigentümer, Besitzer und Unterhaltungspflichtige von Denkmalen sind verpflichtet, diese im Rahmen des Zumutbaren denkmalgerecht instand zu setzen, zu erhalten und pfleglich zu behandeln.
      […]
      §7 (1) Der Genehmigung der unteren Denkmalschutzbehörden bedarf, wer
      1) Denkmale beseitigen, verändern, an einen anderen Ort verbringen oder die bisherige Nutzung ändern will,
      […]
      §20 (1) Kommen Eigentümer, Besitzer oder sonstige Unterhaltspflichtige ihren Verpflichtungen nach § 6 nicht nach und tritt hierdurch eine Gefährdung der Denkmale ein, können sie von der unteren Denkmalschutzbehörde verpflichtet werden, erforderliche Erhaltungsmaßnahmen im Rahmen des Zumutbaren durchzuführen.

      (2) Erfordert der Zustand eines Denkmals zu seiner Instandhaltung, Instandsetzung oder zu seinem Schutz Maßnahmen, ohne deren unverzügliche Durchführung es gefährdet würde, können die Denkmalschutzbehörden diejenigen Maßnahmen selbst durchführen oder einleiten, die zur Abwendung einer unmittelbaren Gefahr für den Bestand des Denkmals geboten sind. Eigentümer und Besitzer sind verpflichtet, solche Maßnahmen zu dulden. Eigentümer, Besitzer und sonstige Unterhaltungspflichtige können im Rahmen des Zumutbaren zur Erstattung der entstandenen Kosten herangezogen werden.

      §21 (1) Eine Enteignung von Denkmalen ist nach diesem Gesetz zulässig, wenn allein dadurch
      1) ein Denkmal in seinem Bestand, seiner Eigenart oder seinem Erscheinungsbild erhalten werden kann,
      2) ein Denkmal der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden kann, sofern hieran ein öffentliches Interesse besteht, oder […]

      Quelle: http://mv.juris.de/mv/DSchG_MV_rahmen.htm

      Mit besten Grüßen an die Stadtverwaltung (die ist nämlich die erwähnte Denkmalschutzbehörde)…

      mehr Infos und Möglichkeiten gleich jetzt digital/virtuell aktiv zu werden, gibt's übrigens hier: http://straze.erichartmann.de
      Mehr Infos: http://straze.de und http://www.greifkultur.de/

      1. Sebastian Jabbusch    

        sehr gut – danke für diese Ausführungen…

        Wie gesagt – die Stadt könnte wenn sie wollen würde. Und die Kosten für die Zwangsenteignung sind überschaubar. Die Bürgerinitiative hat ja bereits das Geld und könnte das Gebäude der Stadt abkaufen…

        Ich glaube aber: Die Stadt will nicht. Und in der Bürgerschaft sitzen auch etliche Leute mit historischen und geschützten Immobilien (*auf den Bürgerschaftspräsidenten guck*)… Die wollen lieber auch nicht, dass jemand die Denkmalpflege so "ernst" nimmt…

        Schließlich will man irgendwann auch mal die eigenen Immobilien gut verkaufen. In einer Stadt wo auf Denkmalschutz geachtet wird, kommt das gar nicht gut…

        Greifswalder Filz lässt grüßen!

  3. ret marut    

    Sauerei, wie hier denkmalgeschützte Bausubstanz bewußt dem Verfall überlassen wird, um später einen Neubau auf das Grundstück zu setzen.
    Eine richtiggehende Schweinerei ist es allerdings, daß die Stadtverwaltung offenbar ganz gerne bei diesem Spielchen wegsieht und sich einen feuchten Kehricht um das bestehende Denkmalschutzgesetz kümmert.

  4. Someone    

    hätte denn jemand mal Lust das Rathaus deswegen zu besetzen und eine Enteignung zu erzwingen? ich würde sowas machen!

    Wo sind eigentlich die Punks geblieben? die haben doch früher auch Häuser besetzt und so vor dem Verfall gerettet

    1. Sebastian Jabbusch    

      nette Idee – das Rathaus zerfällt aber nicht *g

      Wobei aber wohl die Besetzung des Rathauses mehr Aufmerksamkeit erzeugen würde, als die Besetzung der Stralsunder Str. 10.

  5. Gast    

    @ Someone

    Ja und wer soll's bezahlen?? Die Punks???

    Krawall ist das Eine, aber eine gute Lösung das Andere. Weltfremdheit hilft da nicht viel weiter.

    1. Someone    

      Hä? In welcher Dimension lebst du denn? Seit wann setzt man denn Punks automatisch mit Krawall gleich? Vielleicht meinst du ja irgendwelche Autonome die nur irgendwelche Utopien im Kopf haben und versuchen diese durch Krawall gleichzusetzen.
      Ich wüsste nicht das Punk die jemals Altbauten besetzt haben und so vor dem Abriß bewahrt haben gleichzeitig brutal-brachiale Methoden eingesetzt haben…

      "Ja und wer soll´s bezahlen?"- na der Staat! Von den Milliarden die nach der Wende in den Osten geflossen sind, war auch ein Teil zur Rettung von alter und wertvoller Bausubstanz bestimmt. Wenn ich mir jedoch die Abrisszahlen angucke, glaube ich eher, dass die meist, von der CDU geführten Ostdeutschen Bundesländer, das Geld ein wenig "Zweckentfremdet" haben und das Geld durch dumme Zufälle in den Taschen von guten Freunden der Politiker gelandet ist. Der CDU traue ich sowas zu!!!

      N´bisschen konservativ angehaucht bist du nicht oder?

      1. Gryphiswalder    

        Guck mal hier: http://j.mp/7AobMd und hier: http://j.mp/6nRYDV. Dort findest du genügend Gegenbeispiele für deine Abriss-These. In Greifswald wurde eine Menge wieder aufgebaut. Und wenn die Beispiele noch nicht reichen, hol dir bei der BauBeCon Sanierungsträger GmbH (der die Greifswalder im Übrigen sehr dankbar sind für ihre Arbeit der letzten 20 Jahre) den neuen Greifswald-Kalender für 2010 – da findest du auch genügend Beispiele. Deine These der Zweckentfremdung finde ich angesichts der Fakten gelinde gesagt sehr aus der Luft gegriffen.
        Und dieses Gegen-Politische-Auffassungen-Gedöns geht mir übrigens mittlerweile ziemlich auf den Zeiger …

  6. Someone    

    Och ne, wie niedlich, das sind ja immer die gleichen Bilder mit den gleichen Bauten. Hast du dich vielleicht schonmal gefragt warum so wenig Touristen nach Greifswald kommen… bestimmt nicht weil die Greifswalder so unhöflich sind!
    Wenn ich durch Stralsund oder Wismar gehe,dann weiss ich warum so viele Touristen dahin kommen.
    Du solltest dich vielleicht mal fragen ob man nicht noch mehr hätte retten können. Oder findest du das Altstadtungetüm namens Dompassage etwa schön? Für das halbtote Ding mussste ein ganzer Altbaublock weichen und ausserdem nimmt die Dompassage den Patienten in der alten Klinik die Sicht.

    Zur politischen Auffassung: Ja ich fange davon an, denn es sind immer die Seelenlosen Technokraten der CDU/CSU,die das Schöne, Elegante und Ästhetische zerstören, nur weil es Geld kostet. Wer jammert denn über die Folgen der Städtebombadierungen im 2. Weltkrieg?
    Soweit ich weiss wurden in der Nachkriegszeit mehr Denkmäler vernichtet als während des Krieges.
    Und komm mir nicht mit "die wären nicht zu retten", wir bauen Wolkenkratzer die fast 500m hoch sind, und bauen Brücken die Kilometerlange Meerengen überspannen, da kann mir keiner sagen sagen das Altbauten nciht zu retten sind!

    Ach ausserdem, was haben deine Weblinks mit "bösenKrawallpunks" zu tun?

    1. Gryphiswalder    

      Auf die "Krawallpunks" bin ich, wie du sicherlich gelesen hast, überhaupt nicht eingegangen, da ich dir bei deinem ersten Absatz ziemlich zustimme. Was ich nur nicht ab kann, ist dieses permanente Genörgele, es würde sich nichts tun und häufig nur abgerissen und das Geld, was in den Osten geflossen ist, fließt in CDU-Taschen. Das ist schier Blödsinn.

      Ich finde nicht, dass wenig Touristen nach Greifswald kommen. Wenn du dir die Zahlen ansiehst, haben wir in Greifswald jährlich ein stetiges Wachstum zu verzeichnen. Das soll aber nicht dazu führen, dass man sich zufrieden gibt – da gebe ich dir Recht. Stillstand heißt Rückschritt. Da ist noch mehr drin. Insbesondere brauchen wir vernünftige Hotels (und nicht so ein Ding wie in der Anklamer Straße). Dennoch finde ich es vermessen, sich mit Städten zu vergleichen, deren Stadtkerne zum Weltkulturerbe gehören.

      Zur Dompassage: wären hier die Mieten moderater, wäre sie nicht so leer wie momentan. Da helfen auch die paar Umbauarbeiten nichts. Dennoch finde ich, dass Greifswald in der Innenstadt eine solche Passage gut zu Gesicht steht – vorausgesetzt in ihr befinden sich Läden, die geöffnet haben! Ein weiterer Grund für den Bau war damals das Erfordernis eines Parkhauses in der Innenstadt und ein Kino.

      Abschließend glaube ich, dass das Gesamtbild einer Stadt sowie deren Ruf (u.a. Weltkulturerbe) die Touristen mehr anlocken als ein einziges Gebäude (wobei dieses sicherlich auch das Gesamtbild mitprägt). Ich bedaure bei ein, zwei Gebäuden auch, dass sie durch Neubauten ersetzt wurden. Und auch in der Stralsunder Straße 10 würde ich einen Abriss bedauern. Aber auch wenn Gebäude gerade noch gerettet werden können – es muss auch immer die Wirtschaftlichkeit bedacht werden. Alles andere ist Träumerei. Und wenn die Mehrkosten eben nicht durch Zuflüsse in Form von Aufbauhilfen kompensiert werden können, weil sie zu hoch sind, muss man entweder sehr seltene Liebhaber-Investoren finden oder eben abreißen.

      1. BI STRAZE    

        Lieber Gryphiswalder,

        speziell in Bezug auf die Stralsunder Str. 10 gibt es seit zwei jahren einen Verein, der ein wirtschaftliches Konzept und mehrere Kaufangebote für das haus vorgelegt hat. Das petruswerk wußte beim Kauf, dass es sich um ein denkmalgeschütztes Gebäude handelt, bei dessen Sanierung Kosten anfallen werden. Außerdem wußte das petruswerk um die gesellschaftliche Bedeutung dieses Hauses. Jetzt mit Wirtschaftlichkeit zu argumentieren ist scheinheilig, da sie das Haus in den letzten zwei Jahren immer weiter verfallen ließen.

        Der Verein ging sogar auf ein Kaufangebot von 450.000 Euro ein (das Petruswerk zahlte nach eigenen Angaben höchstens 300.000 für alle 3 Grundstücke zusammen). Dieses Angebot zog das petruswerk aber dann unbegründet zurück.

        Fakt ist: wichtige Gutachten zum baulichen Zustand des Hauses wurden bisher nicht gemacht, es gibt einen Verein, der ein Konzept für das Haus und das Geld für Kauf und Sanierung hat.

        Das petruswerk will ein vielen weiteren Stellen in der Stadt investieren, Fernando hat selbst einmal gesagt, dass ihm dieses Haus nicht so wichtig wäre – Warum verkauft er dann nicht einfach?
        Das würde ihm nutzen für sein Image und für die Nerven, es würde der Stadt nutzen und selbstverständlich auch dem Verein.

        1. Someone    

          Vielen Dank für die Unterstützung, mit dem Argument der Vereins und der Tatsache das jemand der ein Denkmal erwirbt und auch Geld da rein stecken muss wollte ich auch noch kommen, hatte bis jetzt aber noch keine Zeit.

          Also, danke für die Infos!!!

        2. Gryphiswalder    

          Vorweg nochmals zur Verdeutlichung: Ich bin ebenfalls für den Erhalt der Stralsunder Straße 10, sofern sie wirtschaftlich saniert und betrieben werden kann. Ich versuche nur nachzuvollziehen, warum denn das Petruswerk lieber abreißen statt sanieren will. Und das kann meines Erachtens nur wirtschaftliche Gründe haben.

          Dass es einen Investor in Form des Vereins gibt, ist mir bekannt. Und da dieser auch noch ein wirtschaftliches Konzept hat (was ich bisher nicht wusste), kann man einen Verkauf an diesen sicherlich nur befürworten. Dann muss das Angebot nur noch hoch genug sein, dass es sich für das Petruswerk lohnt zu verkaufen. Es sei denn, das Petruswerk rechnet mit weiter steigenden Verkaufserlösen in den nächsten Jahren. Simple Wirtschaftsmechanismen. Und wenn ich ehrlich bin auch die einzige plausible Antwort auf deine Frage im letzten Absatz.

          Wie ich bisher das Petruswerk verstanden hatte, wollte es durchaus sanieren, war sich beim Kauf nur nicht über das volle Ausmaß der Sanierungsnotwendigkeiten bewusst und ist aus allen Wolken gefallen, als es nun Stück für Stück das wahre Ausmaß und damit die wahren Kosten erkannte. Sollte sich herausstellen, dass dem nicht so war und es dieses Gebäude seit jeher wirklich nur als eine Art Anlage angesehen hat, wäre dies sicherlich mehr als ärgerlich. Das hatte nach der Wende schon bei Gebäuden um den Markt herum zu mehreren Sanierungsherauszögerungen geführt. Der damalige Bürgermeister von der Wense hatte mir mal gesagt, dass ihm leider die Hände gebunden sind bei solchen Spekulanten. Das dürfte hier aber anders sein, da es sich um ein Denkmal handelt und es Möglichkeiten gibt, die oben ja schon ausgeführt wurden.

          Ich persönlich kenne die Absichten des Petruswerkes genauso wenig – ich kann nur spekulieren. Dennoch finde ich es wichtig, erst einmal ein umfangreiches und vollständiges Gutachten in Auftrag zu geben, um mit reellen Zahlen argumentieren und auch handeln zu können (sowohl für die Verantwortlichen bei der Stadt wie auch für das Petruswerk und den Verein ist das für eine objektive Bewertung sehr wichtig). Was ich mich jedoch noch frage: wie konnte denn der Verein ein wirtschaftliches Sanierungs-Konzept ohne ein umfangreiches bauliches Gutachten aufstellen?

  7. 17vier    

    Gestern wurde das AJZ abgerissen. Die Fassade des Gebäudes stand ebenfalls unter Denkmalschutz. Scheinbar ist es relativ unkompliziert, trotzdem abzureißen.

    [youtube NySq0NZfJl4

    youtube]

    1. Someone    

      Schock, oh nein, das habe ich überhaupt nicht mitbekommen, wie trurig ist das! Wohin mit dem Hass? Immer mitten in die Fresse der Verantwortlichen rein!

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