Von völkischen und neurechten Jugendgruppen

Geschrieben von | Veröffentlicht am 16. Juli 2009 um 09:04 Uhr
Kategorien: Top-Themen, Über den Tellerrand

Der Artikel vom 7. April zum Verbot der rechtsextremen Organisation “Heimattreue Deutsche Jugend – Bund zum Schutz für Umwelt, Mitwelt und Heimat e.V.” (HDJ) stieß bereits auf hohe Resonanz. Auch in der breiten Öffentlichkeit gibt es, spätestens seit dem Verbot großes Interesse an der Thematik völkischer Jugendgruppen.

Inzwischen gibt es eine Publikation und ein Internet-Blog die sich damit beschäftigen. Grund genug das Thema hier erneut aufzugreifen.

BUCH ÜBER VÖLKISCHE UND NEURECHTE JUGENDGRUPPEN

Wer trägt die schwarze fahne dort - Cover-208x300

Mit dem Thema “rechte Jugendgruppen” haben sich der Berliner Journalist Maik Baumgärtner und der Diplom-Sozialpädagoge Jesko Wrede aus dem Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder e.V. (BdP) beschäftigt. Mehrere Jahre recherchierten beide zu völkischen und neurechten Jugendbünde und trugen dabei viel Material zusammen. Auf 212 Seiten präsentieren sie nun ihre Zwischenergebnisse.

Die Publikation “Wer trägt die schwarze Fahne dort…” erschien Anfang Juni bei der Arbeitsstelle Rechtsextremismus und Gewalt (ARUG) und war nach zwei Wochen bereits vergriffen.

Für Nichtkenner der deutschen Jugendbewegung wird als Einstieg die historische Entwicklung der Jugendbewegung Anfang des 20. Jahrhunderts nachgezeichnet. Weiter geht es mit der Neugründung nationalistischer Jugendbünde in den 1950er und 1960er Jahren. Kurz werden dabei einige nicht mehr existierende Dachverbände, sowie Gruppen vorgestellt.

Doch gerade die aktuelle Situation ist sehr interessant. Völkische und neurechte Gruppen geben sich nach außen harmlos. Sie kleiden sich wie Jugendbewegte, singen die selben Lieder und gehen teilweise auf Fahrt. So sind sie schwer von Pfadfindern, Bündischen und Wandervögeln zu unterscheiden. Damit versuchen sie an die “normale” Jugendbewegung anzuschliessen, was ihnen teilweise gelingt. Nach Innen legen sie jedoch ihren Schafspelz ab, vertreten teilweise Blut-und-Boden-Ideologie und idealisieren das Volkstum.

Daher widmen sich Baumgärtner und Wrede vor allem noch existierenden, aktiven Gruppen und stellen diese vor. Dabei wird auf die Geschichte der Gruppen, deren Auftreten, Publikationen, Mitglieder, Kontakte ins rechte Milieu und ihre programmatischen Schwerpunkten eingegangen.

Dabei werden die Gruppen “Der Freibund – Bund Heimattreuer Jugend e.V.”, “Sturmvogel – Deutscher Jugendbund”, “Fahrende Gesellen – Bund für deutsches Leben und Wandern e.V.”, “Deutscher Mädelwanderbund”, “Überbündischer Kreis”, “Freundeskreis der Artamanen” und “Deutsche Gildenschaft“ vorgestellt und besprochen.

Auch Aktionen wie das sogenannte “überbündische Burgfest”, sowie die “Aktion Gedenkzug” finden Erwähnung. Die Haltung von Pfadfindern, Wandervögeln und der bündischen Rechten zwischen Abgrenzung und Annäherungsversuchen findet in einem extra Kapitel Platz.

Im Anhang werden “Die Ludendorffer – Bund für Gotterkenntnis (Ludendorff) e.V.” und “Sturmadler – Jugendbund für Fahrt und Lager” behandelt. Es gibt ebenso ein Personen- und Sachregister zur Recherche.

Baumgärtner und Wrede untermauern ihre Ausführungen durch viele Zitate aus Publikationen der besprochenen Gruppen und Personen. Sie schaffen so ein ziemlich bedrückendes Bild eines neurechten Netzwerkes.

VERFLECHTUNGEN ZWISCHEN GRUPPEN UND NEURECHTEN INSTITUTIONEN

2 Fahrende Gesellen 1988 auf Jahrestreffen des "Freundeskreis Ulrich von Hutten". Foto: Rolf Boehm

Mind. ein Fahrender Gesell 1988 auf dem Jahrestreffen des rechtsextremen Vereins "Freundeskreis Ulrich von Hutten". Foto: Rolf Boehm

Einige der genannten Bünde haben zahlreiche personelle Verflechtungen mit der rechten Szene in Deutschland und gestalten einen großen Anteil eines neurechten Netzwerkes. Dies lässt sich am Beispiel der “Deutschen Gildenschaft” (DG) besonders gut zeigen. Mitglieder der DG waren maßgeblich daran beteiligt umstrittene und neurechte Institutionen wie die Wochenzeitung „Junge Freiheit“, das „Institut für Staatspolitik“ (IfS), sowie den „Verlag Edition Antaios“ zu gründen.

Auch Andreas Molau, ehemaliges Mitglied im Bundesvorstand der NPD und jetziger Bundespressesprecher der DVU, war bis zum April 2009 Mitglied der DG. Des Weiteren erschienen z.B. Werbeanzeigen von rechten Verlagen in Publikationen der Gruppen oder Mitglieder schrieben Artikel für rechte Zeitschriften.

Felix Menzel, Mitglied im Freibund, war 2008 nicht nur Kontaktperson für die Sonnenwendfeier, sondern auch für die Kontoführung des Freibundes zuständig. Darüber hinaus betreibt er das neurechte Schülerzeitungsprojekt “Blaue Narzisse” und trat 2008 auch als Referent für das IfS auf. Er selber äusserte sich in einem Interview der Zeitschrift “Sezession” des IfS, Ausg. 21 Dezember 2007, zum Zweck der “Blauen Narzisse” so:

“Zuerst einmal wollen wir an einer rechten Milieubildung mitarbeiten. Aufgrund der eigenen Interessenlage und der eigenen Fähigkeiten haben wir dafür das journalistische Betätigungsfeld gewählt. Für eine Milieubildung reicht dies natürlich nicht aus. Deshalb engagieren sich viele unserer Autoren und Redakteure zusätzlich in Schüler- und Studentenverbindungen oder in der Bündischen Jugend.”

Zahlreiche weitere Verflechtungen werden durch Baumgärtner und Wrede aufgedeckt und beschrieben.

REVISIONISTISCHES WELTBILD

Einige Gruppen vertreten ein geschichts- und gebietsrevisionistisches Weltbild. Die beiden Weltkriege werden verklärt und das deutsche Volk als Opfer dargestellt. Die aktuelle Grenzziehung wird nicht akzeptiert. Dies zeigt sich z.B. an einem Zitat aus der Mitgliederzeitschrift der “Fahrenden Gesellen”. In “Der Fahrende Gesell”, Folge 2 / 2006, schreibt Gunthart H. A. Stübiger im “Fahrtenbericht: Wie oft sind wir geschritten auf schmalem Negerpfad…”:

Was ist Deutschlands höchster Berg? Wer auf diese Frage statt der erwarteten Antwort  “die Zugspitze“ die Antwort “der Kilimandscharo” bekommt, schaut erst einmal verblüfft.

AKTIVITÄTEN IN MECKLENBURG-VORPOMMERN

Von den besprochenen Gruppen sind nur wenige Aktivitäten in Mecklenburg-Vorpommern bekannt. Ganz im Gegensatz zur HDJ, die hier eine ihrer mitgliederstärksten Regionen in Deutschland hatte.

In Koppelow und Klaber (zwischen Teterow und Güstrow) soll es ein Siedlungsprojekt der “Neo-Artamanen” geben. Die “Neo-Artamanen” bewegen sich, so die Autoren, in der Nähe der “Artamanen”, die 1926 gegründet wurden und eine radikal-völkische Siedlungspolitik im Stil der Blut-und-Boden-Ideologie betrieben. Prominenteste Mitglieder der Artamanen waren Ausschwitz-Kommandant Rudolf Höß und Reichsführer-SS Heinrich Himmler.

In den 1990er Jahren sollen, so die Autoren, die “Neo-Artamanen” vor allem von Mitgliedern aus dem “Freibund” gegründet worden sein. In ihrem Siedlungsprojekt sollen sie u.a. Ökolandbau und einen Öko-Baustoffhandel betreiben. Als externer Fachmann trat einer der Öko-Landwirte 2007 im Schweriner Landtag für die NPD auf.

WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN

Da das Buch schnell vergriffen war und auch wegen des Auffindens neuen Materials haben Baumgärtner und Wrede einen Blog zum Thema völkische und neurechte Jugendgruppen (www.rechte-jugendbuende.de) gestartet.

Maik Baumgärtner, Jesko Wrede: “Wer trägt die schwarze Fahne dort…”
Reihe “Kompetente Konzepte für Demokratie und Toleranz”, Band 2
Bildungsvereinigung ARBEIT UND LEBEN
Braunschweig 2009
ISBN 978-3-932082-35-1

www.rechte-jugendbuende.de

Fotos mit freundlicher Genehmigung von Rolf Boehm. Übernommen aus Rechte Jugendbünde: Fundstücke von 1988 .

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64 Kommentare zu “Von völkischen und neurechten Jugendgruppen”

  1. Martin sagt:

    Es geht gegen RECHTS! Der Artikel muss unbedingt raus! Rechtschreib- und Grammatikfehler..? Egal!
    Hab nichtmal Zeit die Rechtschreibüberprüfung zu starten!

    Oder ist vor lauter Aufregung wieder eine vorab- Version veröffentlicht worden..?
    Wenn in den ersten Sätzen so geschludert wird : "Intresse an der Thematik völikscher Jugendgruppen." so kann man hier davon ausgehen auch im Rest unmögliches zu erlesen.

    -Wehr kritiesierte nohchmal stendik die Oßtzezeitunk-

    • Mein Fehler, da hab ich geschludert. Ich habe die beiden Dreher korrigiert und bitte vielmals um Verzeihung.

      Übrigens glaube ich, dass sich auf diesem Medium geäußerte Kritik an der OZ, doch eher gegen die Art und Weise der Berichterstattung wand.

    • Hi Martin,

      die beiden Fehler nehm ich auf meine Kappe und bitte um Verzeihung.

      Die Kritik an der Ostseezeitung allerdings richtete sich auf dieser Seite meist eher gegen die Art und Weise der Berichterstattung als gegen die Form.

      Danke trotzdem für den Hinweis.

  2. Mach mal nicht so einen Alarm. Du hast den Fehler im Text gefunden, weitere gibt es laut Word nicht. Und es ist keine Vorabversion.
    Sowas schleicht sich schonmal rein. Die Chefredaktion behält sich vor, jeden Artikel zu ändern, was hier in der Einleitung der Fall war. Bei unserer Unprofessionalität kommt das halt vor, dass man sich leider vertippt. Das relativiert das besprochene Thema an sich allerdings in keiner Art und Weise.

  3. Tobias K. sagt:

    Kein Kommentar im eigentlichen Sinne, aber zu Info für die interessierten Leser: die immunität von Herrn Pastörs wurde heute aufgehoben:

    http://www1.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpom…

  4. Hurtz sagt:

    Was für eine Überraschung! Das hätte man sich doch schon vor Wochen denken können, daß es darauf hinauslaufen wird.

  5. Dem Author ist es leider nicht gelungen, eine saubere Trennung zwischen "rechtsextrem" und "rechtsdemokratisch" zu ziehen. So sind beispielsweise die Zeitung "Junge Freiheit", das Institut für Staatspolitik und die Blaue Narzisse zwar rechts der Mitte, aber nicht rechtsextrem. Das sollte man deutlich trennen von HDJ und NPD.

    • ret marut sagt:

      "Junge Freiheit", "Blaue Narzisse" und IfS nicht rechtsextrem?!? *lol*
      Aber sicher, und die DVU, "Nation und Europa", "Junge Landsmannschaft Ostdeutschland" (formerly known as "Junge Landsmannschaft Ostpreußen") und die Burschenschaft Danubia München sind wohl auch nicht rechtsextrem, oder was? *lol*

      Vielleicht liest "unser" Stoiber Edmund auch selber heimlich auf dem Klo "Junge Freiheit", "Sezession" und "Blaue Narzisse". Dann können die Blätter ja wirklich nicht rechtsextrem sein. ;)

      • Was du als "rechtsextrem" einschätzt, nämlich die JF, haben bundesdeutsche Gerichte als dem demokratischen Raum zugehörig definiert. Im Gegenteil zur JF wird beispielsweise die Linkspartei vom Bundesverfassungsschutz und mehreren Landesverfassungsschutzämtern beobachtet. Wenn du also glaubst, du wärst schlauer als Regierungsorgane und jahrelange Gerichtsprozesse, dann kann ich dich nur bemitleiden.

        • ret marut sagt:

          Naja, aber offenbar scheint es rechtlich einwandfrei zu sein, wenn mensch erklärt, die JF werde von der NPD gelenkt. Eine Klage der JF wurde in zwei Instanzen als unberechtigt verworfen.
          Siehe auch: http://npd-blog.info/2009/02/27/junge-freiheit-ve…

          Es geht nicht darum, wer "schlauer" ist, sondern um inhaltliche Ausrichtung dieses Blatts der Neuen Rechten.

        • ret marut sagt:

          Die Bundeszentrale für politische Bildung sagt übrigens auch, daß die JF gezielt in konservativen wie rechtsextremen Wassern fischt:

          "Die JF hat seit ihrer Gründung eine Doppelstrategie gefahren: Einerseits wollte sie es sich von Anfang an nicht mit den rechtskonservativen Teilen der deutschen Intelligenz verderben, andererseits wollte sie aber auch ihre zunehmende Meinungsführerschaft im rechten, d.h. auch den rechtsextremen Anteil umfassenden, Lager nicht aufs Spiel setzen. Und so pflegt sie einen breiten ideologischen Rahmen, der von Nummer zu Nummer durchaus unterschiedlich akzentuiert werden kann." (Dezember 2007)

          Aus: http://www.bpb.de/themen/KNDOVD,3,0,Der_Schmittis…

          • daraus ergibt sich aber nicht, dass die JF eine rechtsetreme Zeitung sei. Sie berichtet über Themen, die halt ein unterschiedliches Kientel interessiert. Übrigens sind JF-Leser überdurchschittlich gebildet und einkommensstark. Die Mehrheit liest auch andere, "normalere", Zeitungen oder Magazine parallel. Man kann da auf eine gehobene, bürgerlich-konservative Leserschaft zurückgreifen, die Springerstiefelglatze spielt zu 0,0 Prozent eine Rolle. (Quelle: http://www.jungefreiheit.de/Leserstruktur.49.0.ht…

        • ret marut sagt:

          Ich empfehle zudem das Buch "Die Wochenzeitung "Junge Freiheit" – Kritische Analysen zu Programmatik, Inhalten, Autoren und Kunden" von Ute Vogt und Stephan Braun herausgebracht (beide MdL der SPD), siehe http://www.hagalil.com/archiv/2007/08/junge-freih…

          Das Büchlein gibt es im Internet auch zur kostenlosen Einsicht bei googlebooks: http://books.google.de/books?id=BeT2_lqJQJAC&…

          • Du wirst doch nicht ernsthaft verlangen, dass ich als CSUler Bücher von Sozis lese, oder?

          • Paul sagt:

            Nein, solche Bücher verbennt man doch!
            Wieso sollte man nur den Kram lesen, mit dem man einverstanden ist? Wenn dir der Inhalt nicht gefällt, kannste am Ende ja immer noch sagen, dass dir die Kritik nicht plausibel erscheint…

          • Ich will keine Bücher verbrennen. Ebenfalls will ich keine Bücher lesen in der das moralische Verdikt die neutrale Beobachtung ersetzt, d.h. in denen das Ergebnis der "Untersuchung" bereits vor Untersuchungsbeginn feststeht.

    • Das Wort "rechtsextrem" ist im Zusammenhang mit den besprochenen Jugendbünden oder nahestehenden Organisationen nicht gefallen. Allerdings die Worte "völkisch" und "neurechts".

      Die "Neue Rechte" ist eine politische Strömung innerhalb des breiten Spektrums der extremen Rechten mit inttektuellem bzw. wissenschaftlichem Anspruch und seriösem Erscheinungsbild. Wichtige Ziele sind eine "Aufweichung der Abgrenzung" zwischen rechtsextremistischen und demokratischen Kräften, um ersteren mehr Einfluss und Ansehen zu verschaffen. Dazu erfolgt auch ein ideologischer Rückgriff auf antidemokratische Theoretiker der Weimarer Republik (Konservative Revolution) und europäische Faschisten. Die Neue Rechte gilt als Ideologieschmiede und Brücke. Zu dem Denken der Neuen Rechten gehört u.a.:
      1. Kollektivismus/Antiliberalismus, Antiamerikanismus
      2. Ethnopluralismus
      3. Elite-Denken
      4. Kritik am parlamentarsichen System
      5. Ablehnung der angeblichen vorherrschenden "political correctness"

      Die Junge Freiheit, das Institut für Staatspolitik, sowie die blaue Narzisse werden diesem neurechten Spektrum zugeordnet. Man kann das auch als Anbiederungstaktik beschreiben. Hier werden extrem rechte Themen kaschiert und versucht gesellschaftsfähig zu machen. Meiner persönlichen Meinung nach ist die Neue Rechte auf Dauer wesentlich gefährlicher als der stumpfe Neonazi von nebenan.

      Neue Rechte in der Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Neue_Rechte
      oder "seriöser" bei der Bundeszentrale für politische Bildung: http://www.bpb.de/themen/IPNNZR,0,Die_neue_Rechte…

      • Prima abgelesen. Stimmt leider nur bruchhaft. Die versuchte Konstruktion einer "Brücke" (manchmal auch "Scharnierfunktion" genannt) ist nichts weiter als ein Totschlagargument und eine relativ durchschaubare Diskursstrategie (nämlich derjenigen des in ein schlechtes Licht stellen), die immer wieder von den gleichen notorisch linken Politikwissenschaftlern wider besseres Wissen angewandt wird.

        Und die NPD ist nun wirklich wesentlich gefährlicher als eine rechtskonservative Zeitung, die renommierte Interviewpartner und Unterstützer wie Peter Scholl-Latour oder Helmuth Markwort bei sich hat. Ich habe selbst vor Monaten mal durch Zufall ein Exemplar in der Hand gehabt und konnte dort nichts rechtsextremes finden. Das sieht übrigens auch der Bundesverfassungsschutz so.

        • Gemeint war in der Kritik nicht, dass das Wort "rechtsextrem" angewandt wurde, sondern dass im Artikel nicht sauber genug zwischen ebensolchen rechtsextremen und "nur" rechtskonservativen unterschieden wird. Durch dieses alles in einen Topf werfen kann beim Leser der Eindruck entstehen alle genannten Einrichtungen wären "gleich böse", was faktisch nicht der Fall ist. HDJ und NPD sind verfassungsfeindliche und rechtsextreme Organisationen, die vom Verfassungsschutz beobachtet und in dessen Verfassungsschutzberichten analysiert werden — JF, BN und IfS jedoch nicht. Diese saubere Trennung hätte deutlicher dargestellt werden müssen.

          Im Gegenteil zu deiner Meinung habe ich die Auffassung, dass ein — in vielen europäischen Ländern praktizierte — unverkrampfterer Umgang mit rechtsdemokratischen (!) Organisatinen und Organen (siehe Österreich, Niederlande, Frankreich), den wirklichen Bösewichten der extremen Rechten das Wasser abgräbt.

          (Ich gehöre übrigens keinem Fankreis irgendwelcher im Artikel erwähnter Vereine oder Zeitungen an, nur dass da keine Vermutungen aufkommen. Ich bin steiler CSU-Wähler.).

        • CSU-Nazi sagt:

          Nur weil Scholl-Latour den Nachweis seiner Altersdemenz erbracht hat, ist dies noch lange kein Persilschein für die JF, auf die du offenbar anspielst.
          Es ist auch völlig sinnfrei, darüber zu diskutieren ob eine Bewegung schlimmer ist als die Propheten, die die dahinter stehende Ideologie unter den Massen verbreiten. Beides ist induskutabel, die JF schafft den ideologischen Raum, in dem die NPD um Mitglieder werben kann.
          Dies wirst du als Vertreter der "Neuen Rechten" sicher nicht zugeben, deshalb bist du selbst auch in keiner Weise stärker tolerierbar, als jene die ihr faschistisches Gedankengut offen propagieren. Geh auf Altermedia spamen!

          • Schau dir bitte mal die Interviewpartner-Liste der JF an, bevor du hier mit Schlamm um dich wirfst.

            Es ist auch völlig sinnfrei, Dinge in einen Topf zu werfen, die weder zusammen schmecken noch zusammen gekocht werden wollen und erst recht nicht zusammen gekocht werden sollten. Die JF hat mit der NPD soviel zu tun wie die SPD mit der DKP.

            Ich bin kein Vertreter der "Neuen Rechten", weil es (a) eine "Neue Rechte" gar nicht gibt und sie in ihrer platten Verallgemeinerung ein reines Hirngespinst ist und (b) ich mich auch politisch dort nicht einordnen würde wenn es sie gäbe, sondern einzig und allein zu CSU/CDU.

            Zum Schluss würde ich mir an deiner Stelle einmal gründlich überlegen, ob die von dir betriebene Form des menschlichen Umgangs miteinander angemessen ist.

          • Uhlenspiegel sagt:

            Der Artikel http://de.wikipedia.org/wiki/Neue_Rechte erklärt, was unter der Neuen Rechten zu verstehen ist.

            Zitat:
            "Einige Politikwissenschaftler sowie der Verfassungsschutz unterscheiden zwei Hauptströmungen der Neuen Rechten: „Jungkonservative“ und „Nationalrevolutionäre“.

            * Jungkonservative zielen demnach eher auf das bürgerliche Lager, vermeiden Reizbegriffe wie „Revolution“ oder „Sozialismus“ und beziehen sich stärker als die Nationalrevolutionäre auf das Vorbild der Konservativen Revolution. Jungkonservative können nicht als verdeckt arbeitende Rechtsextremisten betrachtet werden. Auch in demokratischen Parteien und deren Jugendorganisationen wie der Jungen Union engagierte Menschen stehen jungkonservativen Vorstellungen zum Teil sehr nahe.

            * Nationalrevolutionäre beziehen sich eher auf Ernst Niekisch und bedienen sich oft der Rhetorik des so genannten „linken“ Flügels der NSDAP (Gregor und Otto Strasser). Entsprechend verfolgen sie eine Querfront-Strategie, d. h. sie versuchen, mit originär „linken“ Inhalten wie Antiimperialismus oder Antikapitalismus Einfluss in die gesellschaftliche Diskussion, auch im Umfeld der Linken zu bekommen. Nationalrevolutionäre Rhetorik lässt sich bei der NPD und dort wiederum insbesondere in deren Jugendorganisation Junge Nationaldemokraten, aber auch bei Organisationen wie dem Deutschen Kolleg von Horst Mahler finden. Wegen der oftmals offen nationalsozialistischen Agitation dieser Richtung wird sie von einigen Wissenschaftlern nicht zur „Neuen“, sondern inhaltlich eher zur „Alten“ Rechten gezählt."

            PS: Ich werde mich sicher nicht bei dir dafür entschuldigen, dass ich für Leute, die sich als Wegbereiter braunen Gedankengutes artikulieren, nichts als Verachtung übrig habe und in meinen Augen tust du genau dies.

          • Was in der Wikipedia steht ist mir egal. Das was du da versuchst, ist keine Wissenschaft, sondern Abkupfern zweifelhafter Quellen. Wenn die CDU für dich schon ein "Wegbereiter braunen Gedankenguts" ist, dann kann dir leider nur noch ein Therapeut helfen.

          • Deine These, dass die JF zu den "Propheten" des Nationalsozialismus gehöre, halte ich für vollkommen falsch und würde ich — wäre ich die JF — mal gerichtlich überprüfen lassen. Die Gerichtsurteile der Vergangenheit sind da eindeutig zugunsten der Zeitung ausgefallen.

          • Uhlenspiegel sagt:

            Du kannst dich ja mit anderen Vertretern der Neuen Rechten zusammen tun und eine "Interessensvertretung gegen die Verbreitung rechten Gedankengutes" gründen. Vielleicht macht Dr. Irmfried Garbe (Theologie), der nichts Besseres zu tun hat, als im Spiegel-Online sein eigenes Weltbild als Maßstab für die Arndt-Debatte darzustellen, da auch mit.
            In seinen Publikationen finden sich übrigens auch typische Themen-Elemente der Neuen Rechten, wie z.B. "Theologe zwischen den Weltkriegen: Hermann Wolfgang Beyer (1898-1942). Zwischen den Zeiten – Konservative Revolution – Wehrmachtseelsorge, (Greifswalder Theol. Forschungen; Bd. 9). Aufl. 1, Frankfurt-M./Berlin/Brüssel: Lang-Verlag 2004, 747 Seiten"

          • Für dich sind alle rechtsextrem die nicht linksextrem sind. Mit dir diskutiere ich nicht weiter.

          • ret marut sagt:

            Das ist schon mehrfach gerichtlich überprüft worden, so u.a. im Frühjahr 2009, siehe auch: Das ist schon mehrfach gerichtlich überprüft worden. http://npd-blog.info/2009/02/27/junge-freiheit-ve…
            Hintergrund: Der Parlamentarische Staatssekretärs im Justizministerium, Alfred Hartenbach, erklärte, daß die Wochenzeitung “Junge Freiheit” von der NPD gelenkt werde.
            Diese Aussage wurde vom Evangelischen Pressedienst Hessen entsprechend publiziert, woraufhin die JF, klagegeil wie eh und je, gegen den Pressedienst prozessierte – und in beiden Instanzen klar unterlag.
            Und daß die NPD nationalsozialistisch ist, wirst selbst Du nicht bestreiten wollen.

        • ret marut sagt:

          Da wird sich von "Edmund Stoiber" wieder die Welt zusammengeschwurbelt.
          Ziel der JF ist es, in das konservative Spektrum hineinzuwirken und dort rechtsextreme Argumentationsmuster zu verankern. Und das, ohne die JF jetzt überbewerten zu wollen, ist ihr in den letzten Jahren als rechtsextreme Tageszeitung sehr effektiv gelungen.

          • Bevor du eine tadellos demokratische, konservative Zeitung beschmutzt, solltest du dich lieber mal dem Problem Links- und Rechtsextremismus zuwenden. Kommunismus und Nationalsozialismus sind die Pestbeulen der Menschheit. Die Junge Freiheit hat sich immer von jeglichem Totalitarismus distanziert und tritt für Freiheit ein, also für das Gegenteil von Ideologie. Aber das verstehst du nicht, weil du zu sehr in linksradikalem Denken verfangen bist.

          • ret marut sagt:

            "Pestbeulen der Menschheit" – spannende Wortwahl; ich hoffe, das hast Du nicht aus der JF.
            Mir fällt da immer Friedrich Uebelhoer ein, SS-Brigadeführer, seit 1940 auch Gauinspektor des Gau Wartheland und Regierungspräsident von Kalisz-Lodz. Am 10.12.1939 erließ dieser ein Dekret zur Errichtung eines jüdischen Ghettos in Lodz. Darin hieß es wenig unzweideutig: "Die Erstellung des Ghettos ist selbstverständlich nur eine Übergangsmaßnahme. […] Endziel muß jedenfalls sein, daß wir diese Pestbeule restlos ausbrennen.“
            Vielleicht können wir in der Diskussion den Vergleich von Menschen mit Krankheiten einfach lassen. Da dürfte auch Dir kein Zacken aus der Krone fallen.

            Die JF jedenfalls schippert stramm im totalitaristischen (sprich: antikommunistischen) Diskurs, um so mit ihrer rechtsextremen Propaganda besser beim konservativen Zielpublikum anzudocken. Schließlich geht es ja bei dem ganzen Wochenzeitungsprojekt darum, langfristig rechtsextreme Inhalte ins konservative Milieu zu schleusen.
            Daß die ganze "Totalitarismustheorie" null empirischen Gehalt hat, hab ich übrigens auf webmoritz schon mehrfach dargelegt. Inhaltliche Argumente, die diese "Totalitarismusthese" stützen, habe ich hier bisher nicht gehört.

          • Du wirst vermutlich für jedes Wort ein Zitat eines Nazis finden, lieber ret marut. Das liegt einfach in der Natur der Sache. 1933 bis 1945 sind zwölf Jahre. Da ist schon rein statistisch jedes Wort der deutschen Sprache von einem Nazi benutzt worden. Ich habe auch nirgendwo Ideologien mit Menschen verglichen, sondern mit Krankheiten. Kommunismus und Nationalsozialismus sind aus meiner Sicht die Pest des 20. Jahrhunderts, weil sie nichts als Elend und Unterdrückung über die Menschheit gebracht haben.

            Bei der JF vermischt du fortlaufend die Dinge. Ich gehe darauf jetzt nicht mehr weiter ein. Ein Mindesmaß an Lesekompetenz traue ich sogar dir zu.

  6. Ein vergleichbarer Fauxpas wäre es, die Parteijugend von Bündnis 90 / Die Grünen zusammen mit der "Kommunistische Plattform" der Linkspartei oder der RAF in einen Topf zu werfen. Man muss da deutlicher trennen und nicht die Begriffe "rechtskonservativ" und "rechtsextrem" durcheinanderwirbeln.

  7. Habäs nach langem Suchen gefunden. Will dich ja nicht dumm sterben lassen:

    http://www.jungefreiheit.de/Interview-Partner.51….

  8. EMAU-Absolvent sagt:

    Die Junge Freiheit ist eine ganz ausgezeichnete Zeitung. Ich lese sie regelmäßig und kann sie nur jedem empfehlen. Besonders gefällt mir, daß die Schicksalsfragen der Nation (Demographie, Souveränitätsverlust, Selbstentmachtung der Legislative usw.) von Anfang an in dieser Zeitung konsequent behandelt wurden. Ein ziemlich mutiges Unternehmen in einer von linken Stereotypen durchzogenen Presselandschaft.

    Und natürlich hat die JF eine “Scharnierfunktion”. Sie soll in die festgefahrenen Bereiche des altrechten Spektrums hineinwirken und die Herausbildung einer modernen, kampagnefähigen Rechten befördern (das ist es nämlich, was unsere Jabbuschs und ret maruts am meisten fürchten). Eine bundesdeutsche FPÖ, die dem linken Hegemonialdenken die Grenze aufzeigt. Die Linke in Ö schreit nicht umsonst Zeter und Mordio angesichts von Leuten wie Strache und Graf. Dort ist ihr Einfluss schon merklich zurückgegangen und das ist auch gut so!

    Ich bin übrigens auch “rechts” und gebe das auch freimütig zu. Wenn alle schreien “rechts ist blöd” muß man diese Phrase erst recht in Zweifel ziehen. Es ist auch nicht so, daß ich Menschen hasse. Im Gegenteil: Ich bin rechts, weil ich die unerträgliche geistige Enge des 68er Erbes nicht mehr ertrage. Die Gesinnungsschnüffelei, der Gleichsprech, die Blockwartmentalität von Moralisten, die sich auf Kosten anderer wichtigmachen und am laufenden Band die guten Begriffe der Zivilisation mißbrauchen. Das alles ödet mich an. Rechts zu sein ist für mich ein Akt der Selbstbefreiung. Ich bin rechts, weil ich an die Freiheit glaube und an die Zukunft der Menschen, mit denen ich lebe!

    • ret marut sagt:

      Da hat ja einer den "Gleichsprech" der JF gleich löffelweise geschluckt. ;) Ich wünsch Dir noch viel Spaß bei der völkischen Lösung der "Schicksalsfragen der Nation".
      Wen meinst Du denn konkret mit der "von linken Stereotypen durchzogenen Presselandschaft"? – BILD, die Welt, FAZ, Focus, Ostseezeitung??? Ist Springer jetzt über nacht zu einem linken Propagandaverlag mutiert? – Oder hast Du die Außenwelt schon völlig ausgeblendet, diese "unerträgliche Enge des 68er Erbes"?

      Deine Äußerungen höre sich, mit Verlaub, ziemlich brainwashed an. Naja, was soll mensch von einem Leser einer rechtsextremen Wochenzeitung schon anderes erwarten.

    • Auch wenn ich deine Einschätzung nicht ganz teile, hast du meinen Respekt für diese klare Meinung. Ich finde die CDU/CSU sollte das Spektrum der FPÖ selbst abdecken. Da sie das nicht mehr tut, fände ich eine parteipolitische Ergänzung im Bundestag erfrischend. In Deutschland sehe ich das aber als unrealistisch ein, weil sofort die NS-Keule kommt, selbst wenn man sich vom NS hundert Mal klar distanziert hat (siehe Papst).

      • Abdecker sagt:

        Das Spektrum existiert überhaupt nur, da es entsprechende Vordenker im rechten Lager gibt. Nationalismus und Resentiments sind die Grundbestandteile rechter Ideologie und die sind keines falls aus der Natur gewachsen sondern wurden von menschlichen Ideologen geschaffen.

    • Marco_Wagner sagt:

      Eine Partei rechts der CDU/CSU?
      Welche Vorstellungen soll sie denn vetreten und vor allem auf welchen Weltanschauungen soll sie denn aufbauen?

      So weit ich weiß vertreten sämtliche Parteien rechts der CDU/ CSU nationalistische Vorstellungen (OffensiveD, DVU, DSU).
      Nationalistische Gedankengebäude waren die Ursache für zwei Weltkriege und haben eher Feindschaft unter den Menschen der verschhiedenen Staaten hervorgerufen, als Freundschaft.
      Des weiteren haben bisherige Parteien rechts der CDU/CSU immer bewiesen, dass sie eine Kontrolldemokratie anstreben.
      Willst du wirklich in einem Deutschen Bush- Regime leben?
      Wie soll deiner Meinung nach also eine Partei rechts der CDU/CSU aussehen, die sich nicht der "geistigen Enge" der Nationalisten verpflichtet fühlt?

    • Marco_Wagner sagt:

      Eine Partei rechts der CDU/CSU?
      Welche Vorstellungen soll sie denn vetreten und vor allem auf welchen Weltanschauungen soll sie denn aufbauen?

      So weit ich weiß vertreten sämtliche Parteien rechts der CDU/ CSU nationalistische Vorstellungen (OffensiveD, DVU, DSU).
      Nationalistische Gedankengebäude waren die Ursache für zwei Weltkriege und haben eher Feindschaft unter den Menschen der verschiedenen Staaten hervorgerufen, als Freundschaft.
      Des weiteren haben bisherige Parteien rechts der CDU/CSU immer bewiesen, dass sie eine Kontrolldemokratie anstreben.
      Willst du wirklich in einem Deutschen Bush- Regime leben?
      Wie soll deiner Meinung nach also eine Partei rechts der CDU/CSU aussehen, die sich nicht der "geistigen Enge" der Nationalisten verpflichtet fühlt?

      • Schau die einfach mal die Dansk Folkeparti an oder die Freiheitliche Partei Österreichs, von mir aus auch die polnische Prawo i Sprawiedliwość.

        • oder die israelische Regierungspartei Yisrael Beiteinu (ישראל ביתנו)

        • Marco_Wagner sagt:

          Zur FPÖ muss ich aber doch einiges ergänzen:

          "Im Parteivorstand waren insbesondere in den ersten Jahrzehnten nach der Parteigründung zahlreiche ehemalige SS-Offiziere und ehemalige NSDAP-Mitglieder vertreten. Auch bestand teilweise ein Naheverhältnis zu den österreichischen und deutschen Nationaldemokraten. "

          "Mit der Übernahme der Obmannschaft durch Jörg Haider wurden die Liberalen in der Partei wieder an den Rand gedrängt und der nationale Flügel wurde dominierend."

          Genau das lehne ich persönlich ab. Eine Partei, die sich zwar auf die Werte von 1848 beruft, andererseits aber auch eine gewisse Nähe zum Nationalistischen Flügel, bzw. von ihrer Entstehungsgeschichte her auf Altnazis und Kriegsverbrechern aufbaut.
          In meinen Augen eine ganz gefährliche Mischung.
          Auf die anderen von dir genannten Parteien trifft diese Kritik meinerseits, so weit ich weiß, nicht zu.

      • PS: Unter einem deutschen Bush-Regime will ich sicher nicht leben. Da bin ich eher auf Linie der Grünen und der FDP. (Man lese und staune ;-) )

        • Marco_Wagner sagt:

          Übrigens (das nur zur Vervollständigung) lehnt die Linkspartei ebenfalls einen Sicherheitsstaat/ deutsches Bush-Regime ab.
          Auch wenn einige ehemalige Stasileute ihr Parteibuch nicht abgegeben haben. Aber diesbezüglich hat ja auch die Ost-CDU ihre Leichen im Keller. :)
          Wenn es um die Frage der Kriegseinsätze geht (das war ja wesentlicher Bestandteil des Bushregimes), ist die Linke dahingehend sogar am konsequentesten/ pazifistischsten.

          So gesehen sind Die Linke., FDP und Grünen und (wie ich gelesen und gestaunt habe ;) ) wir beide in diesem Punkt einer Meinung.

          • Naja, dass die Rechtsnachfolgerin der SED, also die Linkspartei, nun ein Hort der Bürgerrechte ist, möchte ich dann aber hiermit offen bezweifeln. Die würden doch am liebsten wieder einen Überwachungsstaat aufbauen, in dem Andersdenkende benachteiligt werden. Da sehe ich schon einen deutlichen Unterschied zu FDP und Bündnis 90/ Die Grünen.

          • Auch im Kommunismus diente der Krieg und die Kriegsvorbereitungen in Form von Aufrüstung in der offiziellen Redeart immer nur "der Sicherung des Friedens auf der Welt". Insofern sehe ich in diesem Punkt deutliche Parallelen zwischen DDR/UDSSR/Linkspartei und Bush. Die geben doch nur vor pazifistisch zu sein, dabei gefallen Ihnen nur die GEGNER der Kriege nicht.

  9. Leno sagt:

    "Ein ziemlich mutiges Unternehmen in einer von linken Stereotypen durchzogenen Presselandschaft." Ich glaube kaum, dass du dich genug in der Presselandschaft auskennst, um solche Beurteilungen abzugeben. Wer die Junge Freiheit liest, dem kann ich keinen Blick über den Tellerrand zusagen, ganz ehrlich.
    Und, wieso bist du rechts? Weil dir die 68er auf die Nerven gehen? Wenn du dich als "rechts" beurteilst, dann informiere dich genau, was es damit auf sich hat. Ich glaube da hat jemand was nicht verstanden. Komisch, dass eigentlich jeder weiß, dass ein "Rechtssein" unter anderem mit dem Holocaustleugnen und noch viel mehr meschenverachtender Materie zu tun hat!

    "Ich bin rechts, weil ich an die Freiheit glaube und an die Zukunft der Menschen, mit denen ich lebe!"
    Du lebst mit allen Menschen zusammen, denk dran. Du bist auch nur ein kleiner Teil auf dieser Welt. Und du bist so etwas, dass sich wahrscheinlich stolz "Deutschland" nennt. Oh mein Gott.

    Ach ja – Pauschalisierung hin und her – wenn du dich als Absolvent einer Hochschule bezeichnest, kann ich das in gewisser Weise nicht ganz nachvollziehen. Sollten Absolventen nicht dazu ausgebildet sein, kritisch zu denken und Blicke über den Tellerrand zu machen, Horizonte zu erweitern und vor allem auch: sich ausreichend genug zu informieren, um Beurteilungen dieser Art zu verhindern?

    • Auch du hast die Trennung zwischen "rechts" und "rechtsextrem" nicht begriffen. Note 6. Setzen.

      • ret marut sagt:

        … sagt der Oberlehrer aus Bayern. Der muß es ja wissen, schließlich träumt er nach eigenem Bekunden von einer Partei "rechts von der CDU/CSU". ;)

        • mens sana sagt:

          Ach, mögt euch!
          In Wirklichkeit seid ihr doch froh, euch mal wieder vor Publikum richtig über den Anderen auskotzen zu können ;-)

        • Ich "träume" nicht davon und gehöre auch selbst nicht dem Wählerpotential einer solchen Partei an. Ich habe nur angemerkt, dass es solche Parteien in vielen Nachbarländern wie Polen, Dänemark und Österreich gibt und sie dort den noch radikaleren Gruppierungen das parlamentarische Wasser abgraben.

  10. EMAU-Absolvent sagt:

    @ Leno

    “Sollten Absolventen nicht dazu ausgebildet sein, kritisch zu denken und Blicke über den Tellerrand zu machen, Horizonte zu erweitern…”

    Du hast völlig recht! Ich habe es trotz Dauergehirnwäsche und “KrampfgegenRechts”-Propaganda geschafft, mir meinen kritischen Blick zu bewahren (muß an meiner ostpreußischen Großmutter liegen) und mein Horizont erweiterte sich auf wunderbare Weise, als ich im Gastsemester in Klagenfurt deutschnational gesinnte FPÖ-Anhänger kennenlernte ;-) Auch die ultranationalistisch eingestellten Briten, die auf den Dancefestivals an der Kanalküste herumhopsen, haben mir auf fröhliche und eindrucksvolle Weise gezeigt, daß mit den Deutschen irgendwas nicht in Ordnung ist ;-)

    “Komisch, dass eigentlich jeder weiß, dass ein “Rechtssein” unter anderem mit menschenverachtender Materie zu tun hat!”

    Daß ist nur der geschichtspolitische Reflex, den die Linke durchgesetzt hat. Es wird in den nächsten Jahren darauf ankommen, eine Sicht durchzusetzen, die nicht vom Hass auf das eigene Volk geprägt ist.

    • Marco_Wagner sagt:

      Ich möchte meine Frage an dich noch einmal wiederholen:

      Wie stellst du dir eine Partei rechts der CDU/ CSU vor?
      Bzw. wie soll diese Partei den "Schicksalsfragen der Nation", wie du es so schön pathetisch ausgedrückt hast, begegnen und gleichzeitig immun gegen Menschenverachtende Ideen (nämlich denen der Faschisten/ Nationalsozialisten oder generell völkischen Nationalisten/ Rassisten) sein?

      In meinen Augen steckt nämlich die CDU/ CSU, sowie auch die FDP bereits jetzt das gesamte aufklärerisch-rechtspolitische Spektrum ab.
      Ich für meinen Teil kann jedenfalls ganz gut darauf verzichten, das antiaufklärerisch-rechtspolitische bzw. antiaufklärerisch beeinflusste rechtspolitische Spektrum im Parlament vertreten zu haben.

      Ich empfinde es eher als Stärke der Demokratie, dass eben nicht wie in Österreich die FPÖ, in Deutschland eine DVU, OffensiveD oder schlimmstenfalls NPD im Bundestag vertreten ist. Schlimm genug, dass die DVU bereits in Landtagen vertreten war und die NPD gegenwärtig in Landtagen vertreten ist.

  11. EMAU-Absolvent sagt:

    @ Edmund Stoiber

    Die NS-Keule kommt immer. Es ist die effektivste Waffe, die die Linke hat und ihre Benutzung erfolgt nicht aus humanistischen Motiven sondern zum Machterhalt. Das bedeutet Im Umkehrschluß, daß sich kein sittlich denkender Mensch mehr in den Staub werfen muß, wenn Linke instrumentell mit der NS-Keule wedeln. Es ist ohnehin eine frivole Vorstellung, daß Leute, deren Ideologie 100 Mio. Todesopfer gefordert hat, ein moralisches Wächteramt beanspruchen. Ich schlage vor, Linken gegenüber keinerlei Zugeständnisse mehr zu machen. Die müssen erstmal beweisen, daß sie zur Freiheit fähig sind.

  12. Leno sagt:

    Es schon dazu gekommen, EMAU-Absolvent, dass der "Hass auf das eigene Volk" schon verschwunden ist. Um ehrlich zu sein, es gab ihn doch nie, wenn ich mich recht erinnere? Es wird doch immer wieder erzählt wie toll Oma und Opa nach dem Krieg alles aufgebaut haben, dass die "Deutschen" sich nicht unterkriegen lassen. Die 68er Jahre waren steigerten sich zu diesen Tendenzen hoch, aber heutzutage. Lies doch bitte einmal die Mainstream-Medien. Da wird getitelt "Wir Deutsche schaffen das schon", "unsere Kanzlerin" (nicht zu vergessen diesen Mist "Wir sind Papst!") – da beginnt das nationale Denken, weil hier die "Wurzeln" angesprochen werden. Aber wie soll ich denn stolz auf etwas sein, was ich garnicht erschaffen habe? Wie soll ich denn stolz auf Deutschland sein, wenn ich nicht daran beteiligt war, positive Dinge auf diesem Fleckchen Erde zu erschaffen. Da stimmt doch etwas nicht.

    Und um nochmal auf deine Schuldaufschiebung zu der Linken zu kommen: Ich finde doch, dass es sehr menschenverachtend ist, wenn man meint, dass es den Holocaust nie gegeben hat.

    So, genug ausgekotzt.

    • Richtig ist natürlich, daß du unmäglich Jahrtausende deutscher und europäischer Geschichte selbst erlebt haben kannst. Dennoch haben es deine Vorfahren und du hast heute die Chance jeden Tag unser Land Deutschland zu erleben und mitzugestalten. Davon träumen zwei Drittel der Weltbevölkerung, v.a, in den armen und undemokratischen Ländern, jeden Tag.

      Mal abgesehen davon, daß einige seiner Sätze wirklich grenzwertig sind, wo hat denn jetzt Emauabsolvent etwas zur Shoah geschrieben? Hab ich da was überlesen? Ich kann nichts finden.

  13. EMAU-Absolvent sagt:

    @ Leno

    Ich verkleinere mit keinem Wort das Leiden von Menschen. Ich habe Mitgefühl mit jedem, der unter deutscher Herrschaft zu Schaden gekommen ist.

    Ich rede über etwas anderes: Über die Instrumentalisierung deutscher Verbrechen durch Teile der Linken HEUTE. Es ist eben nicht sehr glaubwürdig, Belehrungen von Leuten entgegenzunehmen, die in Dresden “Bomber Harris, do it again!” schreien.
    Ich unterstelle das nicht Dir, aber es gibt doch sehr viele Leute vom anderen Ufer, die 35.000 im Bombenkrieg verbrannte Kinder für Kollateralschäden halten und krampfhaft nach einem Rechtfertigungsgrund suchen.

    Die geschichtspolitische Diskussion ist teilweise sehr unredlich, was sicherlich an der Größe der Verbrechen liegt. Wer kann sich als Nachgeborenen schon in die Gefühlslage von KZ-Insassen hineinfühlen? Ich jedenfalls traue mir das nicht zu.

    Zum “Nationalstolz”-Thema:

    Ich bin nicht stolz auf Deutschland. Für Stolz bin ich viel zu bescheiden. Mein Nationalbewußtsein ist viel elementarer: Wenn ich in Ostpreußen Reste des familiären Hofes finde, wenn ich in alten Aufzeichnungen blättere, dann fühle ich eine Verbundenheit mit denen, die vor mir waren. Man könnte es hochtrabend Schicksalsgemeinschaft nennen oder einfach Heimat. Wenn ich ein schönes altes Lied wie Ännchen von Tharau höre und mir anschaue, in welchem desolaten Zustand die Kirche ist, in der sie einmal getraut wurde, dann beschleicht mich ein Gefühl, welchen enormen kulturellen Beitrag die Deutschen in Europa geleistet haben und welchen Stürmen sie ausgesetzt waren. Ich bin der Meinung, daß das deutsche Volk bei aller eigenen Schuld einer Menge Unrecht ausgesetzt war und bis heute ist. Vieles ist heute nicht mehr bekannt oder wurde bewußt verdrängt. Es wurden geschichtspolitische Theorien entwickelt (“Sonderweg”), die heute selbst von den Gralshütern der bundesdeutschen Geschichtswissenschaft (Wehler) als volkspädagogische Erziehungsmaßnahmen eingeräumt werden. Maßnahmen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt eben notwendig gewesen wären. Wirklich? Ich bezweifel das. Ich bezweifel, daß es jemals notwendig war, den Deutschen ein Bild von sich selbst einzupflanzen, daß ihre gesamte Geschichte von Luther an als Entwicklungsweg des Bösen erscheinen läßt. Diese Sichtweise ist nicht verschwunden, Fußballpatriotismus hin oder her. Sie wirkt im Unterbewußten fort, sie führt zu den seltsamsten Verrenkungen (schau Dir mal die Arndt-Debatte an). Sie lähmt uns und macht uns unfähig, die Herausforderungen der Zukunft zu schultern. Wir werden unsere Zukunft verlieren, wenn wir nicht endlich zu uns selbst kommen und eine eigenständige Sicht auf die Welt entwickeln.

  14. EMAU-Absolvent sagt:

    @ Marco_Wagner

    Vieles ist in meiner Antwort an Leno schon enthalten. Ich möchte eine Partei im Parlament, die überhaupt den Willen hat, die Deutschen als Nation zu erhalten und ihre Interessen zu verteidigen. Wenn man sich mal anschaut, wie leichtfertig der Bundestag den Lissabonvertrag durchgewunken hat und damit quasi seiner Selbstentmachtung zugestimmt hat, dann müssten bei jedem die Alarmglocken klingeln. Diese Flucht nach Europa, dieses “schnell weg mit dem Nationalstaat” hat schon pathologische Züge, die man am wenigsten Ausländer vermitteln kann. Wenn man sich mal mit Engländern oder Polen unterhält, dann fragen die zurecht, was eigentlich mit den Deutschen los ist. Kein vernünftig denkender Mensch hat etwas gegen das Zusammenrücken der europäischen Völker. Aber Europa ist eben kein Volk und der Marsch in die EU-Bürokratie ist genau der Weg in die “Voraufklärung”, den Du vermeiden möchtest. Man darf nie vergessen, daß Freiheit und Demokratie eine FOLGE der Nation sind und nicht deren Ablösung oder gar Widerpart. Ohne die Nation gibt es kein demokratisches System und diese Überzeugung zu vertreten, wäre eine der Aufgaben einer rechtsliberalen Partei im Bundestag.

  15. Marco_Wagner sagt:

    @ EMAU-Absolvent
    Bezüglich des Vertrages von Lissabon gebe ich dir recht. Die Ersatzverfassung der EU bedeutet schlussendlich für jeden EU- Mitgliedsstaat eine erhebliche Souveränitätseinschränkung. Es ist schon kurios, dass in dem größten EU Mitgliedsstaat keine Abstimmung unter der Bevölkerung durchgeführt wurde, deren Ergebnis für das Unterschreiben des Vertrages oder eben nicht unterschreiben, bindend gewesen wäre. Inwiefern die EU selbst nun eher voraufklärerisch ist, möchte ich nicht beurteilen, da ich mich in dem Staatengemeinschaftsriesen zu wenig auskenne. Die Idee eines geeinten Europas finde ich gut.
    Du hast allerdings recht, dass innerhalb der EU auch von Deutschland oft genug Verträge unterzeichnet worden sind, die der eigenen Bevölkerung mehr Schaden als Nutzen bringen.

  16. Marco_Wagner sagt:

    @ EMAU-Absolvent
    Bezüglich des Vertrages von Lissabon gebe ich dir recht. Die Ersatzverfassung der EU bedeutet schlussendlich für jeden EU- Mitgliedsstaat eine erhebliche Souveränitätseinschränkung. Es ist schon kurios, dass in dem größten EU Mitgliedsstaat keine Abstimmung unter der Bevölkerung durchgeführt wurde, deren Ergebnis für das Unterschreiben des Vertrages oder eben nicht unterschreiben, bindend gewesen wäre. Inwiefern die EU selbst nun eher voraufklärerisch ist, möchte ich nicht beurteilen, da ich mich in dem Staatengemeinschaftsriesen zu wenig auskenne. Die Idee eines geeinten Europas finde ich gut.
    Du hast allerdings recht, dass innerhalb der EU auch von Deutschland oft genug Verträge unterzeichnet worden sind, die der eigenen Bevölkerung mehr Schaden als Nutzen bringen.

    Dass die Nation/ der Nationengedanke (der sich ja über die Jahrhunderte hinweg wandelte) Grundvoraussetzung der Demokratie sei, wage ich indes zu bezweifeln, da zum Beispiel im antiken Griechenland und Rom kein übergeordnetes Nationalbewusstsein vorherrschte. Man fühlte ich als "Römer", "Athener"…
    Aber das ist glaube ich wieder eine der Fragen/ Themen über die man endlos streiten kann… :)

  17. Locas sagt:

    Ich habe die Aussage: >Das Greifswald von Rechten Tendenzen und Ansichten nur so durchsetzt sei<, für eine maßlose Übertreibung gehalten. Fakt ist das diese ewig langen Diskussionen die jeden 2.Tag die Neu-Rechten aus Greifswald in den webmoritz Kommentar Blog treiben um ihre überholten und wiederholt dummen Äußerungen zu tätigen unerträglich ist. Keine Ahnung vom Leben, aber große Reden, wie kleine Kinder, im großen, weiten Internet führen. Manchmal geht mir diese pommersche Selbstherrlichkeit richtig auf die Nerven.

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