Über 2000 Greifswalder lauschen der Kanzlerin

Geschrieben von | Veröffentlicht am 1. Juni 2009 um 18:33 Uhr
Kategorien: Aufmacher, Greifswald, Top-Themen

Unter strahlend blauem Himmel und bei sommerlichen Temperaturen hat Kanzlerin Angela Merkel heute einen großangelegten Wahlkampfauftritt in Greifswald absolviert. In ihrer etwa halbstündigen Rede auf dem Marktplatz, zu der zahlreiche lokale und regionale CDU-Größen erschienen waren, äußerte sie sich unter anderem zu Äußerungen von Ministerpräsident Erwin Sellering, die DDR sei “kein totaler Unrechtsstaat” gewesen.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel. Im Hintergrund (vl): Egbert Liskow, Axel Hochschild, Matthias Lietz, Alfred Gomolka

Merkel: Habt Nachsicht mit Sellering!

Man müsse Nachsicht mit Sellering haben, sagte Merkel, schließlich komme er von weit her und könne sich das alles nicht so ganz vorstellen. Seine Äußerungen über den Rechtsstaat gingen jedoch an der Sache vorbei: “Der Mann hat natürlich recht: Die Straßenverkehrsordnung war weitestgehend in Ordnung in der DDR. Und mit der deutschen Einheit mussten wir nicht alle neu heiarten, das konnten wir auch übernehmen. Aber um die Frage geht es doch nicht.”

Es gehe vielmehr um die Frage: “War die ehemalige DDR auf Recht oder auf Unrecht gegründet?” Das sei nicht der Fall gewesen, denn: “Man konnte vieles sagen, das war auch eine lange Zeit nicht so schlimmm – aber wenn man die SED kritisierte, dann wurde es ganz schnell brenzlig.” Was sie nicht sagte: “Die DDR war ein Unrechtsstaat.” Stattdessen führte sie aus:

“Es gab natürlich Millionen Menschen, die ein gutes Leben gelebt haben, die das beste aus der Sache gemacht haben. Ein Prozent der Bewohner der ehemaligen DDR waren Stasi-Spitzel, 99 Prozent waren das nicht. Mit dem einen Prozent waren wir immer noch das Land mit dem dichtesten Netz an Überwachung – ziemlich gründlich gemacht, aber: 99 nicht. Und von denen haben natürlich die allermeisten versucht, in Freundschaft mit ihren Kollegen, in einem guten Familienleben das beste aus den Dingen zu machen.”

Merkel ging auch auf die Greifswalder direkt ein, indem sie darauf verwies, dass man in der DDR keine Plakate zeigen konnte.

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Protestplakat

Größtenteils stiller Protest

Die wurden tatsächlich gezeigt und hatten ganz unterschiedliche Hintergründe. So wurde auf einem imposanten Transparent gefordert, Frau Merkel möge beim Bürokratieabbau helfen. Auf einem anderen war indes zu lesen, es gehe nur um leere Worte. Außerdem liefen die Freien Wähler mit Werbeplakaten herum, die Grünen ließen in Sichtweite einen großen Luftballon steigen.

Gelegentlich waren Missfallenslaute aus dem Publikum zu vernehmen, deren Inhalt jedoch nur in einem Fall auch von größeren Teilen der Zuhörer wahrgenommen worden sein dürfte. Nach Merkels Ausführungen, sie habe es sich nicht träumen lassen, dass eines Tages Banker zu Politikern in aller Welt kommen würden und sagen würden: “Entweder ihr helft uns oder die ganze Wirtschaft bricht zusammen”, brüllte der Bürgerschaftsabgeordnete Peter Multhauf (Linke) bis zur Tribüne vernehmbar: “Oder wir spenden nicht mehr für die CDU”.

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Unsere Leser entzifferten: Das etwas unleserliche Plakat fordert "den TOTalen MARKT"

So erbrachte Mutlhauf, der in der Bürgerschaft für scharfzüngige Einwände  bekannt ist, unfreiwillig die Bestätigung eines Bildes von Angela Merkel, die im Hinblick auf Europa zuvor gesagt hatte: “Wenn 27 zusammekommen, sind die nicht immer einer Meinung. Das ist ja nicht mal in der Bürgerschaft einer Hansestadt so.”

Die Rede Merkels war vor allem eine Erklärung des Eingreifens der Politik in der Weltwirtschaftskrise und Werbung für ein starkes Europa. Der Kommunalwahlkampf wurde nur mit wenigen Halbsätzen gestreift.

Neben Merkel waren auf der Bühne weiterhin CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla, Alt-Ministerpräsident Alfred Gomolka, Europa-Kandidat Werner Kuhn, Bundestags-Waklreiskandidat Matthias Lietz, Oberbürgermeister Arthur König, Bürgerschaftspräsident Egbert Liskow und Kommunalwahl-Spitzenkdandiat Axel Hochschild.

Blumen und frisch konservierter Fisch für die Kanzlerin

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Diese Kiste konservierten Frischfisches hatte vor der Veranstaltung für einigen Wirbel gesorgt. Außerdem im Bild: Blumen, Ronald Pofalla (l) und Angela Merkel

Hochschild war es auch, der nach der Rede Merkels pflichtschuldig einen Blumenstrauß überreichte. Außerdem gab’s als Präsent für die Regentin eine Kiste mit “frischem Fisch”, der allerdings, wie Hochschild später korrigierte, “natürlich konserviert” sei.

Um die Kiste hatte es zuvor ein wenig Wirbel gegeben. Nach webMoritz-Informationen war sie urprünglich als Geschenk der JU gedacht und konnte von deren Vorsitzendem Franz-Robert Liskow jedoch zunächst nicht an den Sicherheitsleuten vorbeigebracht werden, weil diese nach eigenen Angaben keinen Sprengstoffspürhund dabei hatten und die Kiste daher nicht adäquat überprüfen konnten. Auch Liskows Einwand, das ganze sei mit Hochschild abgesprochen, blieb wirkungslos: “Der hat hier überhaupt nichts zu sagen”, konterte ein Sicherheits-Mann. Liskow habe die Kiste vorher anmelden müssen.

Warum es dann doch noch geklappt hat, ließ sich nicht in Erfahrung bringen. Dass doch noch ein Sprengstoff-Spürhund eingeflogen wurde, erscheint eher als unwahrscheinlich.

Die Kanzlerin bekam von alledem jedenfalls nichts mit und gab nach ihrer Rede noch eifrig Autogramme. Anschließend verschwand sie eilends und überließ es den mindestens 50 Leuten ihrer Gefolgschaft, die aufwändige Bühne und Sicherheitsumzäunung auf dem Marktplatz wieder abzuräumen.

Weitere Bilder

Fotos: Carsten Schönebeck

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53 Kommentare zu “Über 2000 Greifswalder lauschen der Kanzlerin”

  1. Interessante Ansichten zur Veranstaltung sind auch im Grünen-Blog zu finden:
    http://blog.gruene-greifswald.de/2009/06/01/das-a
    Besonders möchte ich auf die revolutionären Ausführungen unserer Kanzlerin als Retterin des deutschen Brots vor der EU hinweisen.
    Ich hoffe nicht wieder gelöscht zu werden und entschuldige mich trotzdem schon jetzt für jeden gemachten Kommentarfehler.

  2. Florera sagt:

    Schöner Artikel!

    Sachlich und fundiert! :)

    Allerdings würde ich den Multhauf nicht wieder diese Plattform geben – die hat er mit primitiven Sprüchen überhaupt nicht verdient. Lasst ihm doch seine Illusionen und beachtet ihn nicht!

    • Martin sagt:

      Genau! Du bist ein guter CDU Wähler!
      Unbequeme WAHRHEITEN lieber verschweigen bevor noch jemand merkt wie es wirklich läuft!

      WEITER SO – WÄHLT CDU – DAMIT ES ÜBERMORGEN SCHLIMMER WIRD ALS ES HEUTE IST!

  3. Nette Bilder.

    Die Kanzlerin ist übrigens der drittbeliebteste Regierungschef weltweit, das nur mal am Rande. Ist doch toll, dass sie trotz Wirtschaftskrise, Opel, usw. auch Zeit für ein Stelldichein in Greifswald hat. Hätte man vielleicht erwähnen können.

    Einziger Kritikpunkt: So mancher Rechtschreibfehler im Artikel und in den Bilduntertiteln, also bitte nochmal drüber lesen.

  4. Erich Mielke sagt:

    [youtube wcVRlzP6SQA http://www.youtube.com/watch?v=wcVRlzP6SQA youtube]

  5. Edmund Stoiber sagt:

    auf dem "etwas kryptischen" Plakat steht: "Ich will den TOTalen Markt!", nicht so schwer wenn man will

  6. Wolfgang Schäuble sagt:

    [youtube ACjHB9GZN18 http://www.youtube.com/watch?v=ACjHB9GZN18 youtube]

  7. Florera sagt:

    Ist hier jemanden bekannt, was die irakische Familie mit ihrem Banner konkret meint? Es wäre toll, wenn man auf sie zugehen würde und ihnen vielleicht helfen könnte!

    Damit meine ich alle Parteien!

  8. Jaja, "Wir in Europa"…dass Merkel und die CDU Im Europaparlament mit den Postfaschisten aus Italien zusammen arbeiten will, sollte vielleicht mal kurz erwähnt werden.

    Der einzige Satz, der mir zu "Wir" noch einfällt, ist "Wir zahlen nicht für eure Krise!" Welche Partei hat schließlich mit Pause seit 1982 dem Neoliberalismus gehuldigt?!

  9. Kofferträger sagt:

    [youtube 8GS-o2qZQrc http://www.youtube.com/watch?v=8GS-o2qZQrc youtube]

  10. floordress sagt:

    Merkel geißelt die Banker wegen des turbo Kapitalismus. Aber der Ausweg soll ein großes Wachstum sein… irgendwo fehlt mir da ein Schritt

  11. Au mann – die Kommentare sind ja heute wieder böse… ;)

    • Florera sagt:

      Dann freu dich doch ;)

      Warten wir erstmal die Wahl ab, einverstanden?

      Danke!

      • floordress sagt:

        Was hat denn die Wahl damit zu tun? Die Wähler entscheiden ja nicht wer Bundeskanzlerin wird… Das die stärkste Partei Regierungschef stellt ist ja auch nur ne Verabredung.

        • E.Malatesta sagt:

          Es ist völlig belanglos, wer Bundeskanzler/in wird, am Ende zählen die Sachzwänge, die von den Lobbyisten vermittelt werden. Es wird sich weder unter Merkel-2 noch unter Steinmeier grundsätzlich etwas ändern. Die Wege sind durch die einseitige Interpretation des Grundgesetzes vorgezeichnet. Die Wahlen sind somit nichts weiter als eine nachträgliche Legitimation dieser Politik.
          Wenn es eine Veränderung geben soll, muss der Druck der Straße wachsen und zwar auf ein Niveau wie in der DDR, so dass der Allparteienfilz aus den Parlamenten geschwemmt wird. Das ist die einzige Möglichkeit die Verkrustungen aufzubrechen und die Nachwirkungen der der Vergangenheit zu überwinden. Es müsste eigentlich für jeden unerträglich sein, dass es immer noch Gesetze gibt, die in der Tradition des Kaiserreiches und des Naziregimes stehen, die teilweise sogar übernommen wurden, doch mit Ausnahme von 1968 blieben die Aufschreie bisher aus. Ich habe keine Ahnung, welche Hoffnungen ihr mit einem Führungswechsel verbindet, für mich stellt sich vielmehr die Fragen, wenn uns die Führung keinen Nutzen beschert, warum dulden wir weiterhin ihre Existenz.

          • mens sana sagt:

            Warum dulden wir weiterhin ihre Existenz?
            Es geht nicht um Dulden, Verachten oder Bekämpfen, sondern um Mitgestaltung und das "Mit" sei hier betont.

            Dein Pseudonym-Namensvetter Errico hatte das harte Schicksal, nach langem Kampf ausgerechnet in einem faschistischen Staat seinen Lebensabend zu fristen…

        • Florera sagt:

          Das Pöbeln von Sebastian bezog sich sicher auf die CDU insgesamt ;)

          • Marcus U sagt:

            Wer pöbelt denn hier…er hat doch nur auf die Bösartigkeit der Kommentare hingewiesen. Da sieht mensch mal, wie schlecht es der Union schon geht, dass schon Sebastian sich genötigt sieht, zu ihrer Rettung zu eilen. Kanzlerin, harre aus, die Kavallerie naht.

  12. Ist heute die OZ etwa mutiger als der webmoritz? Während hier steht "Über 2000 Greifswalder lauschen der Kanzlerin", wagt die OZ diese Bemerkung: "Die Bundeskanzlerin ist zu Gast und spricht zur besten Kaffeezeit auf dem Marktplatz über viele, viele Köpfe hinweg".
    Mag ja sein, dass das Zufall ist oder ich als alter, zwischen den Zeilen Lesender vergangener Zeiten, dort zuviel hineininterpretiere. Ich hatte jedenfalls auch den Eindruck, dass unsere Kanzlerin nicht den besten Redetag hatte und sie weder Köpfe noch Herzen der meisten Zuschauer erreicht hat.

  13. giedchen sagt:

    Wieso so soll uns jemand aus der Krise führen, der uns rein gebracht hat!?__und um eventuelle einwände gleich auszuschließen,__es ist kein Internationales Problem wofür die CDU nichts konnte!__Denn sie hat nichts getan um uns davor zu schonen…__Die Schulden die wir haben ist Wahnsinn und nie werden wir das zurück zahlen können!__Mal sehen wenn die Luftblase platzt sag ich mal und das Plakat von Lehre Worte und so__trifft es nämlich richtig gut!!!

    • floordress sagt:

      War ja auch der Witz, dass Angie meinte, sie hatte sich so eine Krise nicht vorstellen können: Andere konnten es leider.
      Ebenso – ja man muss es sagen – dumm, war die "Verteidigung des deutschen Brotes" so ein bekackter Unsinn! Kein Wunder das keiner Bock auf Europa hat, wenn die Parteien das nur Missbrauchen um zu zeigen, dass sie am Besten die nationalen Interessen vertreten. Da kommt einem ja die Kotze hoch.

    • andersrum wird ein Schuh draus. es waren CDU und FDP die immer härtere Regeln gegen diesen Typ Spekulation gefordert hat. Diese Regulierungsvorschläge wurden stets, insbesondere von den Engländern und amerikanern, abgelehnt. Es war Schröders Rot-Grün die dann die weicheren Regelungen in Deutschland eingeführt haben und diverse Dinge erlaubten. Ist überall nachlesbar und wird nicht nur von CDU und FDP kritisiert sondern auch von der Linkspartei.

  14. Martin sagt:

    auch oz:

    2500 waren es, sagt die CDU. 1500 hat die Polizei gezählt.

    • Ich würde eher den Zahlen der Polizei glauben. Ich war gestern erst gegen 15.00 Uhr bei Angies Märchenstunde und hatte trotzdem kein Problem einen Tisch vor dem Alten Fritz zu bekommen.

  15. Jan_Peter sagt:

    Ja, diese Scheinheiligkeit ist (nicht nur bei Frau Merkel) zum Kotzen.

  16. Zählkommission sagt:

    2000 Leute, das ist doch Wunschdenken! :-)

    Vielleicht 1000

  17. auf der 2. Seite stand "leere Worte ist das alles?", nichts machen und den Kopf schütteln ist definitiv weniger kreativ

  18. Was war dein Beitrag?

  19. ret marut sagt:

    Multhauf hat es mal wieder auf den Punkt gebracht – sehr treffende Bemerkung!!!

    Was ich viel interessanter finde als die Selbstbeweihräucherung der CDU, ist doch die Tatsache, daß der ganze Merkel-Auftritt ohne echte Proteste vonstatten ging. Ich deute das mal so, daß es sich bei Merkel-Veranstaltungen nicht mal mehr für die Opposition lohnt, dort echten Protest durchzuführen. Offenbar ist Merkel und ihre Politik dermaßen blaß und konturlos, daß die CDU-KritikerInnen lieber an einem Pfingstmontag an den Strand fahren als sich auf dem Markt inhaltsloses Gewäsch anhören.
    Es gab mal Zeiten, da war das (auch im beschaulichen Greifswald) anders: Da flog die CDU ihre Prominenz ein und dann ging der Protestbär ab. Es ist ja schon fast eine Beleidigung für Frau Merkel, daß ihre Veranstaltungen in Friede-Freude-Eierkuchen abgleiten, während ihre anderen CDU/CSU-Granden immer harte Karte aus dem Publikum erhielten, seien es nun Stoiber, Koch, dieser CDU-Teppichhändler aus Berlin (wie hieß der noch? – ach ja, Frank Steffel), der Friedbert Pflüger (ganz großes Kino!), selbst der windelweiche von Beust hat mehr Protest zu erwarten als Angela Merkel.

    Die CDU ist auch nicht mehr das, was sie mal war! :)

  20. Florera sagt:

    Viel Applaus :)

  21. max_b sagt:

    Ja als ich den Moderator hörte, wie er den 2500 Leuten dankte, die gekommen seien, musste ich doch etwas die Stirn runzeln als ich übern Marktplatz sah… bei Regen wären garantiert nicht mal 1000 gekommen. Aber ich versteh das nicht – HGW is doch eigentlich rabenschwarz oder?

    Andererseits – ganz unabhängig von dem Inhalt ihrer Rede – fand ich es gut, dass sie als Kanzlerin nach HGW gekommen war in dieser für sie bestimmt problematischen Zeit.

  22. Schlafmütze sagt:

    Alarm, Alarm !!! In China ist ein Sack Reis umgefallen.

    Der eine näht sich nen Knopf an die Backe, der andere verschwendet seine Zeit damit, sich die Kanzlerin der Bananenrepublik Filz & Gartenzwerg reinzuziehen, so hat ebend jeder seine Vorlieben.

    Ach Angela, ach Angela wärst du doch FDJ-Sekretärin geblieben, dann wäre nicht aufgefallen, dass du ausser Machtinstinkt nichts zu bieten hast…

  23. Störenfried sagt:

    Ich finde es schade, dass scheinbar keine faulen Eier oder Tomaten verfügbar waren. Zumindest hätte die Linkspartei ein paar Trillerpfeifen verteilen können…

    • ret marut sagt:

      Ich sehe das anders: Es lohnt schlicht und ergreifend nicht, Merkel auszupfeifen. Ob nun Merkel in Greifswald auf dem Markt spricht oder ein Sack Reis fällt um. Da wäre ja jeder Pfiff und jedes Protestplakat eine Aufwertung dieser langweiligen Veranstaltung.

      Eigentlich muß das ja auch ziemlich niederschmetternd für Angela Merkel selber sein. Früher mußte nur mal einer der CDU/CSU-Granden auftreten und es steppt der Protestbär. Egal ob nun der Roland Koch oder der Edmund Stoiber, ob der Berliner Teppichhändler (wie hieß der noch gleich? ach, eh belanglos) oder der Norbert Pflüger (von der niedersächsischen CDU reanimierter Berliner Spitzenkandidat), selbst ein weichgespülter wie der Ole von Beust ruft mehr Protest hervor als die dröge Merkel mit ihren monotonen Blabla und den einstudierten Marionettenbewegungen. Da hat ja sogar die FDP mehr Esprit.

      So gesehen war Eisessen am Strand in der Sonne sicher die bessere Alternative als eine 0815-Veranstaltung der CDU-Vorsitzenden zu besuchen.

  24. mens sana sagt:

    Mit Essen spielt man nicht. Oh Mann, in Äthiopien verhungern die Banker und du willst Nahrung wegwerfen – Pfui, du unsoziales Etwas!

  25. Wissender sagt:

    Merkel: "Man müsse Nachsicht mit Sellering haben, sagte Merkel, schließlich komme er von weit her und könne sich das alles nicht so ganz vorstellen."
    Unschön, dass eine Bundeskanzlerin die Fremdenfeindlichkeit der Pommern gegenüber Westdeutschen weiter anheizt. Die Debatte über den Unrechtsstaat sollte nicht nur von den vermeintlich Betroffenen, sondern gesamtgesellschaftlich geführt werden.

    • Jan_Peter sagt:

      Ich stimme zu, das ist Bildzeitungsniveau à la "wir und ihr"…

      • Abgrenzung sagt:

        Na dieses Thema "wir und ihr" hat sich ja der gesamte "bürgerliche" Kanon auf die Fahnen geschrieben. Letzlich ist dies nichts anderes als "wir gegen die Anderen", mal davon abgesehen, wie aus dem Wohnort ein "wir" konstruiert werden soll, beinhaltet die Wortwahl nichts Anderes als eine permanente Fremdenfeindlichkeit, egal ob es nun Greifswald, Vorpommern, Deutschland oder Europa ist. An dieser Stelle läßt sich sehr schön nachvollziehen, dass die braune Propaganda und die sogenannte bürgerliche Ideologie aus dem gleichen Holz geschnitzt sind.

  26. Merkelismus sagt:

    Es schwingt über Gipfel und Täler und Auen
    mit Schwingen des Adlers ein herrliches Lied.
    Das Lied über Angie, der alle vertrauen,
    zu der wir in Liebe und Freundschaft erglühn.

    Wir lassen mit Stolz unser Sturmlied erklingen.
    Wir führen zum Siege den Merkelschen Plan.
    Wenn wir unser glückliches Leben besingen,
    wir wissen, mit wem wir das Tagwerk getan.

    Es schwingt über Gipfel und Täler und Auen,
    wo Flieger sich grüßen in Wolken und Wind,
    das Lied über Angie, der alle vertrauen,
    der alle wir treu und verantwortlich sind.

  27. Wennschon, denn schon sollte man den Ursprungsautor des ins Deutsche übersetzten Liedes und den ursprünglich Besungenen nennen.
    Der deutsche Text ist nicht von Arndt, Goethe oder Brentano, sondern von Erich Weinert.
    Wer löst das Rätsel des Besungenen?
    Der Vergleich der beiden Protagonisten verbietet sich wohl bei aller möglichen Kritik an unserer Kanzlerin!

  28. Scheuklappe sagt:

    Was verbietet sich denn da? Merkel ist nicht in dem politischen Konstrukt, welches den anderen Protagonisten umgeben hat.
    Wenn die Situation gekommen ist, dass der Widerstand öffentlich wird, weil das Fass übergelaufen ist, wird Merkel zu den gleichen Mitteln greifen wie der andere Protagonist. Wer will denn die Bundeswehr im Inneren einsetzen? Wer propagiert Null-Toleranz bei innerer Sicherheit? Wenn es hier kracht, wirst du sehen, dass sich hier gar nicht verbietet, weil die CDU nämlich genauso agieren wird wie die Tscheka. Vielleicht wird nächste Platz des himmlischen Friedens ja auch in Greifswald sein…

  29. Eric sagt:

    aber gleich ein LIED ÜBER STALIN umzumünzen?

  30. ret marut sagt:

    Ich finde es schon erschreckend, Josef Stalin mit Angela Merkel zu vergleichen. Das hat selbst Stalin nicht verdient. ;)

  31. [...] Gegensatz zu Merkels letztem Besuch in Greifswald sah das Programm dieses Mal keine öffentliche Veranstaltung vor. Die promovierte Physikerin hatte [...]

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