„Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist.”
Am nächsten Donnerstag, dem 10.Juli, verlegen Studenten die ersten “Stolpersteine” in Greifswald. Die elf Steine mit Messingplatten repräsentieren elf Einzelschicksale des Greifswalder Nazi-Terrors zwischen 1933 und 1945: Elf mal Verfolgung und Mord. Zwei der elf Steine werde auf dem Gelände der Universität verlegt, um an ermordete Universitätsangehörige zu erinnern.
- Von circa 10 bis 10.30 Uhr vor dem Historisches Institut (Domstraße 9a)
- Und von circa 10.30 bis 11.00 Uhr vor dem Pharmakologischen Institut (Friedrich‐Löffler‐Straße 23d)
- Alle anderen Orte hier als Liste
Die meisten der Greifswalder Opfer des sind bisher weitgehend vergessen. Studierende der Universität Greifswald haben daher begonnen, die persönlichen Lebensgeschichten der Ermordeten zu recherchieren. Weitere Steine sollen im Jahr 2009 folgen.
Ihren Platz finden die Stolpersteine im Straßenpflaster vor den ehemaligen Wohn- und Arbeitsstätten der Ermordeten. Die Stolpersteine bestehen aus einem kubischen Betonstein, der in die Erde eingelassen wird und einer darauf befestigten Messingplatte. Die Oberseite der Messingplatte ist individuell mit Namen, Geburtsjahr und dem Todesdatum des Menschen beschriftet.
Begleitet wird das Erinnern durch eine spannende Lesung am Abend davor. In der Pressemitteilung heißt es:
“Der Frankfurter Schriftsteller Reinhard Kaiser erinnert den 1941 ermordeten Greifswalder Geologen Dr. Rudolf Kaufmann. Kaiser erzählt in seinem Buch “Königskinder – Eine wahre Liebe” die tieftraurige und berührende Liebesgeschichte des jüdischen Wissenschaftlers Kaufmann und der Schwedin Ingeborg Magnusson. Ihre Liebe leben sie über Briefe – eine fünf Jahre andauernde Korrespondenz. Sie wissen nicht, dass sie sich nie wiedersehen werden. Sechzig Jahre später ersteigert der Autor Reinhard Kaiser die Briefe, beginnt eine jahrelange Recherche und erzählt ihre Geschichte. Die Lesung findet am 9. Juli um 18.15 Uhr an Kaufmanns ehemaligem Greifswalder Arbeitsort statt, im Hörsaal des heutigen Pharmakologischen Instituts in der Friedrich-Löffler-Straße 23d. Der Eintritt ist frei.”
Die Verlegung der Stolpersteine erfolgt auf Initiative der Evangelischen Studierendengemeinde Greifswald (Logo) mit Unterstützung von Stadt und Universität Greifswald sowie der Pommerschen Evangelischen Kirche.
Deutschlandweit gibt es Initiativen, die für diese Form des Erinnerns einsetzen. Finanziert werden die Stolpersteine in der Regel durch Spenden, Sammlungen und Patenschaften von Bürgern oder Kommunen. Ein einzelner Stein kostet circa 95 Euro. Bisher wurden rund 13.000 Steine in über 280 Städten und Gemeinden platziert.
Bildquelle: Stolperstein: Axel Mauruszat; Logo: ESG
[Dieser Artikel wurde am ursprünglich am 2.7. geschrieben und am 4.7. durch Sebastian Jabbusch auf Basis einer Pressemitteilung komplett überarbeitet.]
- StuPa unterstützt Stolpersteine-Projekt vom 8. Juli 2008
- 70. Jahrestag der Reichspogromnacht vom 6. November 2008
- Gedenkveranstaltung zum 70. Jahrestag der ersten Judendeportation vom 11. Februar 2010










[...] Zur Zeit des Nationalsozialismus wurden auch in Greifswald Bürgerinnen und Bürger verfolgt, verschleppt und ermordet. Dabei wurde nicht nur die rein physische Existenz der Betroffenen ausgelöscht, sondern es wurden auch amtliche Hinweise, etwa Geburtsurkunden und Grundbucheinträge, vernichtet. Greifswalder Studenten haben einige dieser Schicksale nachrecherchiert und zum Gedenken 11 Stolpersteine (siehe Bild) hergestellt, die in ganz Greifswald verlegt werden sollen (Webmoritz berichtete). [...]
[...] Benjamin Schöler ist auch mitverantwortlich für die Verlegung von “Stolpersteinen” zum Gedenken an deportierte jüdische Mitbürger, die in diesem Sommer in Greifswald erfolgte. [...]
[...] Gürtler. Über die Beschreibung der Stolpersteine, die im Sommer in der Hansestadt verlegt wurden (webMoritz berichtete), zieht er den Vergleich zur Gedenkplakette des Eckard Rütz. „Wo getrauert wird, ist [...]
[...] Gedenkweg werden Wohnorte deportierter Juden in der Innenstadt abgelaufen. Einige der Wohnorte sind 2008 mit “Stolpersteinen” markiert worden um an die Verfolgung der Juden im Dritten Reich zu [...]