Tipp: Afrika-Abend im Café Koeppen

Sonntag | 27.04.2008 | 19:00 Uhr | Literatur

Die Mutter, die zu Staub zerfiel

Afrika-Abend im Café Koeppen

Der Greifswalder Verein „Afrikas Renaissance und Wiederaufbau e.V.“ lädt ein zu einer Reise in die literarischen Welten Afrikas. Die Schauspieler Katja Klemt und Jan Holten lesen Schöpfungsmythen, Märchen und Legenden aus verschiedenen afrikanischen Regionen; von Guinea bis Äthiopien, von Mali bis Südafrika…

Der Eintritt ist frei. Spenden zur Unterstützung der Vereinsarbeit sind willkommen. Nähere Informationen zum Verein.

Adresse: Café Koeppen, Bahnhofstr. 4.

Hinweis: Um den Platzbedarf besser einschätzen zu können, bitten wir um eine kurze Mitteilung über ihr kommen an afrikas_renaissance AT gmx . de

[Diese PM wurde von asta-greifswald.de kopiert.]

Endlich: Glasfaserkabel für Wohnheime

Seit Jahren beklagen sich die Studenten in den Studentenwohnheimen Max-Kade Haus (Hans-Beimler-Str. 9) und „Geschwister-Scholl-Straße“ über die langsame Internetanbindung ans Rechenzentrum. Die Studenten haben zwar ein Internetanschluss inklusive, müssen jedoch oft lange auf das Laden einzelner Seiten warten. Grund dafür sind fehlende Kabel zum Rechenzentrum. Bisher setzte das Studentenwerk ausschließlich auf die übertragungsschwachen Richtfunkstrecken.

Offenbar gibt es nun bereits fortgeschrittene Pläne die zwei Wohnheime per Glasfaserkabel an das Universitäts-Netzwerk anzuschließen, wie wir aus anonymer Quelle erfuhren.

Derzeit wartet das Studentenwerk auf eine Genehmigung durch die Stadt. Danach sollen die Bauarbeiten beginnen. Laut Plan soll dann bereits im Mai die neue Verbindung zum Rechenzentrum verfügbar sein. Die Anbindung dürfte dann – ähnlich wie in der Makarenkostraße – wesentlich höhere Datentransfers-Raten ermöglichen.

Ausweitung der Kampfzone

Brauchen Rektoren wirklich mehr Macht an den Hochschulen?

Ungemütlich ist es nicht im Büro des Rektors der Universität Greifswald, Professor Rainer Westermann. Erste Etage im Hauptgebäude am Rubenowplatz, lichte Fenster zum Hof, wenige funktionale Möbel, Parkett und ein paar alte Porträttafeln verblichener Universitätsrektoren. Ein wohligwarmes Rot der Wände sorgt für eine angenehme Gesprächsumgebung.

Jeden Dienstag um neun Uhr versammelt sich hier die Dienstberatung des Rektors: der Rektor und seine beiden Prorektoren, der Kanzler als Verwaltungschef der Uni, die fünf Dekane der Fakultäten, der AStA-Vorsitzende und wenn es zur Sache erforderlich ist, ebenfalls der Senatsvorsitzende. Im geltenden Landeshochschulgesetz (LHG) ist dieses Gremium nicht vorgesehen. Vielmehr ist es eine eigene, mehr oder weniger formelle Tradition der Universität Greifswald. Hier werden die anstehenden Probleme der Hochschule zuerst auf den Tisch gebracht und von den Vertretern der maßgeblichen Interessengruppen inspiziert. Die Gespräche laufen zumeist auf Augenhöhe – Abstimmungen gibt es keine. Informations- und Meinungsaustausch stehen im Vordergrund. Auf diese Tradition und Kollegialität waren bisher noch alle, die hier saßen, wenigstens ein klein wenig stolz.

Der Macher-Paragraph

In der Schreibtischschublade des Rektors liegt seit Ende Februar nun eine bisher geheim gehaltene „Diskussionsgrundlage“ des Schweriner Bildungsministeriums. Auf Grundlage dieses Papiers soll möglichst bis zum Herbst ein neues Landeshochschulgesetz entstehen. Aufsehen erregend in diesem Entwurf ist vor allem Paragraph 84 Abschnitt 3 Satz 1: „Der Hochschulleiter [=Rektor, Anm. d. Redaktion] kann im Rahmen seiner Gesamtverantwortung nach Beratung in der Hochschulleitung Einzelfallentscheidungen auch mit Wirkung für die übertragenen Geschäftsbereiche der Mitglieder der Hochschulleitung treffen.“ Knapp und deutlich folgt Satz 2: „Sie sind insoweit an die Entscheidung des Hochschulleiters gebunden.“ Wird dieser Satz Gesetz, sind die Chefs der Hochschulen im Lande praktisch unabhängig von inneruniversitären Mitbestimmungsorganen. Zwar könnte das Universitätsparlament, der Senat, eine Entscheidung des Rektors rückgängig machen, bräuchte dazu aber eine Zwei-Drittel-Mehrheit. Jeder der den heterogenen Senat in seiner Praxis erlebt hat, weiß, dass dies unmöglich ist. Zu gegensätzlich sind die Interessengruppen, um sich übergreifend zu einigen. Nominell hätten vor allem die engsten Mitarbeiter des Rektors in der Hochschulleitung, wenig mehr zu melden, als ihre Bedenken, Proteste und Verbesserungsvorschläge. Er entschiede, denn er hätte die Gesamtverantwortung und nicht nur wie bisher die Richtlinienkompetenz. Vielleicht wäre die neue Möglichkeit zur Einzelfallentscheidung sogar äußerst praktisch, um im Interessendschungel einer Hochschule ohne Umwege zu regieren.

Aber vor allem das Bildungsministerium hätte endlich einen absoluten Ansprechpartner, der sich nicht mehr hinter der Uneinigkeit der Hochschulgremien verstecken kann. Zwar sieht die Schweriner „Diskussionsgrundlage“ weitere Autonomierechte für die Hochschulen vor, letztlich wird es aber auch langfristig der wesentliche Financier der Universität bleiben und damit derjenige, der den Rahmen für Forschung und Lehre vorgibt. Gut, wenn man genau eine Person in die Pflicht nehmen kann, diese Vorgaben umzusetzen. Die nächste Sparrunde kam noch immer.

Bis es soweit ist, darf jetzt erst einmal in den Hochschulen diskutiert werden. Rektor Westermann gab das Diskussionspapier für die „interne“ Diskussion und Überarbeitung in den Fakultäten und im Senat am 1. April frei. Fraglich ist dabei wie vertraulich ein Vorschlag zu einem Landesgesetz beraten wird, wenn es nicht anders als im öffentlichen Teil der Gremien beraten werden kann – nicht-öffentlich sind  nur Personalangelegenheiten und sensible Wirtschaftskennzahlen zu behandeln. Anzunehmen ist, dass die Diskussionen heftig bis kämpferisch werden. Eine Ausweitung der Amtszone wird es einstimmig nicht geben, wie moritz auf Nachfrage in allen Interessengruppen erfuhr.

Wer verfasst die Verfassung?

Neben dem Senat droht auch den Prorektoren und dem Kanzler deutlicher Machtverlust. Da der Vorschlag aus Schwerin außerdem die Abschaffung des Konzils beinhaltet, sind die hochschulpolitischen Vertreter aller Studenten ebenfalls in Hab-Acht-Stellung versetzt. Das Konzil wurde vor fünf Jahren in den Erweiterten Senat umgewandelt. Dort sind Professoren und Studenten gleich stark vertreten. Anders im Engen Senat. Nur von diesem ist im LHG-Vorschlag die Rede. Und dort haben die Hochschullehrer die absolute Mehrheit. Nach dem Diskussionspapier könnte man davon ausgehen, dass es am Engen Senat liegen soll, die wesentlichen Grundzüge der Hochschule zu beschließen. Das Dokument lässt wegen unausgeführter Übergangsregelung die Situation unklar, in welchem der beiden Senate die Kompetenzen für Wahl, Kontrolle und Abwahl des Rektors, Hochschulentwicklungsplan und Leitbild der Uni, und nicht zuletzt die Grundordnung (Verfassung der Universität) liegen.

Trotz der Bedeutsamkeit der sich anbahnenden Diskussionen zeigt sich der AStA-Vorsitzende Thomas Schattschneider besorgt und nachdenklich, wenn es um die Quantität und Breite der studentischen Mitsprache bei der Novellierung der Leitungsstrukturen geht. Er weiß, es ist ein trockenes und umfangreiches Thema. Seine Hoffnungen liegen in Paragraph 38 Absatz 3: die Abschaffung des bisher gesetzlich vorgeschriebenen Freiversuches bei Prüfungen. Zukünftig soll es der Hochschule überlassen sein, einen zusätzlichen Prüfungsversuch für Studierende innerhalb der Regelstudienzeit zu gewähren oder eben nicht. Rektor Westermann und mit ihm ein Großteil der Professorenschaft sähen den Freiversuch gerne abgeschafft und stellen stattdessen eine zusätzliche Möglichkeit der Notenverbesserung in Aussicht. Damit würde die erste Prüfung, anders als im Freiversuch, in jedem Falle zählen. Mehr Zielstrebigkeit, Ernsthaftigkeit und vor allem weniger unnützer Aufwand erwartet sich der Rektor von dieser Neuregelung. Höheren und ungesunden Leistungsdruck, ohnehin der unerwünschte Begleiter der reformierten Studiengänge, befürchtet die Studentenschaft. Die Option zur Abschaffung des Freiversuchs, sagt Schattschneider, wäre für Studierende wohl der augenfälligste Makel einer LHG-Novelle, wie sie derzeit vom Ministerium vorgeschlagen wird.

Selbst wenn es gelänge, die breite Masse an Studenten für das Thema LHG-Novelle zu sensibilisieren, fraglich bleibt der Effekt von Protest und widersprechenden Stellungnahmen. Das Gesetz beschließt der Landtag, der zuvor die verschiedenen Interessengruppen im Lande anhören muss: Vertreter der Hochschulen, Studenten, Fraktionen der Landtagsparteien, Gewerkschaften, Wirtschaftsverbände und wer immer glaubt, per Stellungnahme mitsprechen zu müssen.
Unklar ist derzeit, wie veränderlich die Vorschläge der derzeitigen „Diskussionsgrundlage“ des Bildungsministeriums sind. Wird die Kritik im Lande in Grenzen bleiben, könnte es sich im Wesentlichen schon um den zu beschließenden Referentenentwurf handeln. Detailliert genug ist er dafür bereits.

Rektor und Kanzler der Universität Greifswald haben sich bislang öffentlich noch nicht zu den Inhalten geäußert, da man von Schwerin Diskretion angeordnet hat.
Rektor Westermann weiß wohl, dass jetzt erst einmal diejenigen dran sind, deren Mitspracherechte zur Disposition stehen, also Senat, Kanzler, Prorektoren und Studentenvertreter. Im moritz-Interview ermutigt er die Gremien jedoch zu konstruktiver Argumentation und Willensbildung. Soweit das neue LHG mehr Autonomie und Bürokratieabbau ermöglichen wird, findet er sicher viele Parteigänger. Geht es um die Ausstattung des Rektors mit absoluter Macht, wird man auf seine Meinung gespannt sein. In einer ähnlichen Frage meinte der Rektor bereits gegenüber moritz, dass eine kollegiale Hochschulleitung das optimale Modell sei. Tatsache ist aber auch, dass Rainer Westermann nicht für alle Zeiten Rektor bleibt: Nachfolger oder Nachfolgerin unbekannt. Klar ist bislang nur, wenn es legale Möglichkeiten gäbe, Entscheidungen im Alleingang herbeizuführen, würden diese auch genutzt. Im Konfliktfall auf Kollegialität zu hoffen anstatt die Möglichkeit der Macht zu kalkulieren, wäre politisch naiv.Geschrieben von Robert Tremmel

Jenseits von Afrika

Mit „In den Vereinigten Staaten von Afrika“ gelingt dem 1965 in Dschibuti geborenen Abdourahma A. Waberi ein nicht allein fiktiv ungewöhnlicher und zugleich aufrüttelnder Roman über den drittgrößten Erdteil.

Die Welt steht auf dem Kopf. Europa und die Vereinigten Staaten von Amerika nagen am Hungertuch während auf dem Schwarzen Kontinent Fortschritt und Wohlstand herrschen. Keinerlei Spur von Aids oder Kriegen. Und: die afrikanischen Finanzmärkte geben weltweit den Takt an. Dem nicht genug. Denn die Flüchtlingsströme kommen vom ausgedörrten Norden über das Mittelmeer.

In dieser fiktiven Umkehrung aller historisch-politischen Verhältnisse sucht die junge Malerin Maya nach ihren Wurzeln. Ein warmherziges Paar in Asmara hat das einst in der Normandie geborene Kind zu sich genommen, adoptiert und erwachsen werden lassen. Doch mit dem Tod eines Elternteils erwacht in Maya die Frage nach der eigenen Herkunft. Nicht allein das. Mit ihr wächst der Wunsch nach einer Reise. Nach Europa.

Der Anglistikprofessor und in seinem Land als Nationalschriftsteller geachtete Waberi bietet mit „In den Vereinigten Staaten von Afrika“ im bewusst leichten Ton ein ganzes Tableau von bitteren Köstlichkeiten dar, die beim Schlucken im Halse stecken bleiben können. Die in der Edition Nautilius erschienene deutsche Erstausgabe ist dabei ein bemerkenswerter Band. Wirkt Waberis gezogener Handlungsbogens gegen Ende eher unschlüssig, so bestechen seine Appelle. Anders als es die Übersetzerin Katja Meintel in ihrem Nachwort herausarbeitete. Nicht allein die Bekanntmachung der afrikanischen Literatur auf dem Parkett der Weltliteratur ist wichtig, sondern auch das Bewusstmachen des Blicks auf das eigene Leben.

Geschrieben von Uwe Roßner

Kommentar: Hofknicks, bitte!

Ein trauriges StuPa-Jahr

Martin Hackober hat eine Freundin. Und weil er es keine Sitzung lang ohne sie aushält, schaut er sich ihre Bilder bei StudiVz an. Kumpel Johannes Spanier findet die Partyfotos auch lustig. Doch damit sind sie nicht allein. Gegenüber kichert Medizinstudentin Marie Frenzel mit einem ihrer Kumpanen. Dank sei den Erfindern von Wireless-Lan und Notebook. Endlich müssen die Mitglieder im Studentenparlament (StuPa) nicht mehr so tun als sei ihre Arbeit eine spannende Angelegenheit! Wichtig ist sie außerdem nicht, daher gilt Zuspätkommen als normal, Abwesenheit ist mit fortschreitender Legislatur eine Zier. Das erspart Arbeit, denn mit weniger als 14 Anwesenden kann nichts beschlossen werden.

Begonnen hat alles ganz anders: Vor einem Jahr zeigte sich moritz äußerst zuversichtlich, was die vergangene Legislatur anging. Anlass gab es nach dem produktiven Wochenende in Barth, auf dem sich fast sämtliche der Frischgewählten versammelt hatten und insgesamt voller Energie und Tatendrang daherkamen, durchaus. Aber die Motivation ging schnell irgendwo zwischen Lagerfeuer und lustigen Ideenzetteln verloren.

Auf diesen Zetteln waren, feinsäuberlich, Vorhaben für die anstehenden Sitzungen aufgemalt. Rufe zur Einrichtung eines Ersatzes für die Stralsunder Straße, ein Medien- und Kulturhaus, folgten denen nach einer Unterstützung des Hochschulsports, der Einführung eines elektronischen Studentenausweises und einigen anderen konkreten Vorhaben. Irgendwie schafften es die Visionäre, nichts davon je wieder zu erwähnen. Um eine Förderung des Hochschulsportes mit bis zu 4.000 Euro musste erst kurz vor Ende AStA-Referent Christian Bäz schon fast betteln.

Außendarstellung=Durchgefallen

Aber mal ehrlich: Das Problem liegt doch gar nicht bei der Institution „Parlament“ an sich. Das Problem sind wir: desinteressierte Studenten, sich überschätzende Hochschulpolitiker, ungerechte Medien und unser aller Wahrnehmung. Wir erwarten einfach zu viel. Mehr als die Kontrolle der Exekutive, die Entscheidung über den Haushalt und die Verteilung der Gelder ist nicht drin in diesem Gremium. Auch die Grundordnung der Universität sieht lediglich eine Selbstverwaltung vor. Außerdem: Wie können wir von mehrheitlich hochschulpolitisch inkompetenten Studenten auch noch eigene Initiativen verlangen?  Die acht Änderungsanträge zum Landeshochschulgesetz wurden vom AStA ausgearbeitet und mussten nur noch abgesegnet werden. Wenn Wissen vorhanden war, wusste man es meist gut hinter Laptop und Namensschild zu verstecken.

Ganz dumm ist es natürlich, wenn nicht mal die Beschäftigung mit sich selbst funktioniert. Im Dezember verlangte schließlich Catharina Frehoff als ganz normale Studentin eine Aussprache mit den Mitgliedern des StuPa. Es könne doch nicht sein, dass zu den Rechenschaftsberichten des AStA kaum Nachfragen kommen und ob hier eigentlich der nötige Ernst vorhanden sei. Er war es nicht. Beinahe der einzige, der sich durch ständige Kritik bemerkbar machte, war ein ehemaliger Referent. Doch scheinbar wurden die Nachfragen von Alexander Schulz-Klingauf doch eher als nervtötend und zeitraubend empfunden. Absolut persönlich getroffen war Mathias Krüger, nebenbei Vorsitzender der LHG-Gruppe, des Haushaltsausschusses und wiedergewählt. Und ach ja, 35 Lehrstunden pro Woche hatte der angehende Betriebswirt  auch noch. Tja, da hat er noch kein AStA-Amt bekleidet. Und nebenbei gesagt: Wir sind alle Studenten. Entweder man nimmt sich Zeit für freiwillige! Nebentätigkeiten oder eben nicht. Und Rechenschaftsberichte etwas genauer zu hinterfragen, dürfte umzusetzen sein. Leider war Studentin Catharina Frehoff nebenbei AStA-Referentin und kaum einer war in der Lage beides auseinander zuhalten, geschweige denn, die Kritik anzunehmen und umzusetzen. Na ja, war auch schon ein wenig spät.

Aber die Sitzungsteilnehmer möchten ernst genommen werden. Absolut ernst! Doch dann sollten sie dafür sorgen, dass wir sie auch ernst nehmen können. Antragssteller wollen nicht das Gefühl bekommen, eine Schleimspur hinter sich herziehen zu müssen, um finanziell unterstützt zu werden. So muss sich radio 98eins seit Jahren mit der Arroganz des StuPa herumschlagen. Dabei passierten auch sie die Grenze zur Unhöflichkeit. Gerade dann sollten unsere Vertreter Ruhe bewahren und Kompetenz zeigen. Natürlich muss die Skepsis bleiben. Das Geld, welches sie verteilen, gehört ihnen nicht. Doch der Ton muss stimmen. Dann kündigt in Zukunft niemand mehr einen Kooperationsvertrag.

Nicht nur die Referenten der Exekutive konnten ihrem Kontrollgremium ein Jahr lang so ziemlich auf der Nase rumtanzen. Dieses rennt immer noch den 300 Euro hinterher, die Sebastian Jabbusch, neues Parlamentsmitglied, seinerzeit als web-Chefredakteur bekam, aber irgendwo in Australien umsetzte. Er scheiterte damals am Aufbau einer Redaktion. Die soll inzwischen vorhanden sein, glaubt man den jetzigen Chefredakteuren Uwe Roßner und Tobias Winkler. Trotzdem fiel nicht auf, dass Inhalte nur sehr selten und hauptsächlich in Form von Kulturbeiträgen oder Pressemitteilungen vom Chefredakteur persönlich auf webmoritz.de erscheinen. Das Layout sieht genauso aus wie Jabbusch es hinterlassen hat.  Fast schon regelmäßiger erscheinen Beiträge Roßners in der Lokalzeitung. Wahrscheinlich waren die Kontrolleure zu sehr damit beschäftigt, den Blog des Herrn Jabbusch mit Kommentaren voll zu schreiben. Dieser wird anscheinend gelesen. Vertrauensvoll wurde dem Rechenschaftsbericht geglaubt. Roßner und Winkler wollen ein weiteres Jahr „zeitnah, kritisch und weiterdenkend […] am Puls der Stadt und der Universität“ berichten.

Fortsetzung folgt…

Und damit wahrscheinlich genauso wunderbare Arbeit leisten wie in etwa die Hälfte der 13 Wiedergewählten. Dagegen stehen 14 neu Eingezogene. Doch seit einem Jahr heißt es schließlich: Aus 21 mach 27. Das ist total toll! Dann bekommt jeder, der im Januar Lust auf ein bisschen Hochschulpolitik hatte, einmal die Möglichkeit mittendrin zu sein. Da auch in diesem Jahr lediglich vier Leute mehr auf diese Idee kamen, bestehen gute Chancen für die Nachrücker. Irgendwann wird schon jemand ins Ausland gehen, sein Studium abbrechen oder beenden. Vielleicht bleiben in diesem Jahr bis zum Schluss wenigstens so viele wie das Parlament groß war, bevor die Vergrößerung kam. Später nachrücken wollen auch in diesem Jahr wieder Max Adams und Jörg Stiegmann. Übrigens, auf Platz zwei tummelt sich Juliane Ruschinzik, Freundin von Martin Hackober. Wenn sie dann auch einzieht, braucht er sich keine Fotos mehr anschauen und kann sein, wie in der Vergangenheit gezeigtes,  vorhandenes Wissen einbringen.

Ob sich durch einen – dann möglicherweise – Engagierteren etwas ändern wird? So traurig wie es war, wird es – leider – weitergehen. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Geschrieben von Maria Trixa und Björn Buß